Baugenossenschaft 4894 Gießen
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war aber nicht mehr bei diesem Zirkus, sondern es
jetzt gefunden, was er suche. Die Angettagte No>
(Fortsetzung folgt)
anmalt
dem Korridor.
Herr Krähe trat em. Er trug seinen Schirm und hatte den steifen schwarzen Hut abgenommen, trat vor den Vorsitzenden und sagte:
„Krähe, Gustav, Kriminalsekretär, siebenundfünf-
Am Samstagabend hielt die Gemeinnützige Baugenossenschaft 1894 e.G. rn.b.H. Gießen Are Generalversammlung unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzers, Verwaltungsdirektor Martin, m der Germania" ab. Nach dem Gedenken an die Toten und Gefallenen aus dem Mitgliederkreis der Genossenschaft betonte der Versammlungsleiter, oatz sich die Tätigkeit der Genossenschaftsleitung im verflossenen Jahre auf die Verwaltung des Hausbesitzes und auf die Stärkung der finanziellen Grundlagen der Genossenschaft beschränken mußte, um für die kommenden großen Friedensaufgaben gerüstet zu sein. Die Stadt Gießen habe ihre finanzielle Beteiligung an der Genossenschaft erhöht, um dadurch deren Aufgaben noch stärker zu for= dern. Die Baugenossenschaft 1894 werde auch nach dem Kriege, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wurde, bestehen bleiben und voraussichtlich weitere Baugenossenschaften im Stadtkreis Gießen in sich
sei, sei plötzlich em Zigeuner gekommen, der sehr; aufgeregt gewesen sei, und der Barthold abgeholt
„Ich habe nun ermittelt, daß die Angeklagte No- rodna zu diesem Stamme gehörte und dort den Namen Zirri führte, daß sie dort einen Liebhaber hatte, der sehr wütend auf Danos war, weil an-
lischer Inbrunst, zu besonderer Höhe selbständiger Stimmführung entwickelt sich das Ensemble des 1. Aktes: „Jedes Paar muß im Leiden ferne Zeit überstehen." Wo das Chorische sich dem Tänzerischen bindet, wird echtes Volkstum wach.
habe.
Krähe berichtete dann weiter, nachdem der Anwalt entlassen worden war:
Brommund lächelte. ,
„Ja, ich wußte es. Sumor hatte einst einen Zigeuner vom Stamme Rautenbusch wegen eines
, darauf war sie sehr erregt und schrie und tobte, wir seien Verräter, und wir würden schon noch । sehen, was uns das vom Stamme Holler einbringe und jo weiter. Ich gab nicht viel darauf."
♦* Für Krieger Hinterbliebene fällt vom 1. Juni 1942 ab die Pflicht zur Entrichtung der Krankenscheingebühr und des Arzneikostenanteils in der Krankenversicherung weg. Der Reichsarbeitsminister hat im Einvernehmen nut den anderen zuständigen Stellen eine entsprechende Anordnung erlassen. Krankenscheingebühren und Arzneikostenanteile, die die Krankenkasse vor dem
aufnehmen. _ ,
Das Vorstandsmitglied Willy Werner verlas hierauf den Jahresabschluß für 1941 und die dazu vorliegenden Erläuterungen. In dem Bericht wurde über das Vermögen u. a. mitgeteilt: Der Besitz der Genossenschaft blieb im Berichtsjahre unverändert; er besteht aus insgesamt 135 Wohngebäuden mit 278 Wohnungen. Diese bebauten Grundstücke standen am 31. Dezember 1941 mit Reichsmark 2 096 917,62 zu Buch. Da im Berichtsjahre keine Neubautätigkeit begonnen werden konnte, fuw, wie auch im vorhergehenden Berichtsjahre, die frei verfügbaren Gelder zur besseren Verzinsung wieder -- • • -f----*>— re, rvei-
„Eine Frommer-Patent-Liliput-Pistole" gab Krähe zur Antwort, „eine Waffe ungarischer Syer« s^Js"? das die Mordwaffe?" fragte der Staats- anwalt, indem er in den Akten blätterte, um das Gutachten des Schießsachverständigen aufzusuchen.
„3a!" r Ä
Diese kurze Feststellung bewirkte große Erregung im Zuschauerraum und auf der Anklagebank.
Mir wollen jetzt den Zirkusdirektvr Brommund vernehmen", entschied der Vorsitzende.
„Ich habe", sagte Brommund aus, „bet meinem Zirkus nur einen Zigeuner gehabt, und das war Sumor, der bei mir als Clown auftrat, ©unter nannte sich Barthold —" .. „
„Wissen Sie vielleicht, warum die beiben die Namen getauscht haben?" fragte ihn der Staatsanwalt.
Theater -er Llniversitätssta-t Gießen
Leos Janacek: „Jenufo".
Leos Ianacek, gestorben 1928 im Alter von I 74 Jahren, galt seiner Mitwelt als der bedeutendste < derzeitige mährische Komponist. In seinem mährischen Mutterlande verwurzelt, Innern Volkstum : engstens verbunden, erwarb er sich wohl sein musi- kali ches Rüstzeug außer in Prag auch in Leipzig und Wien, blieb aber feiner Wirkungsstätte Brunn seit 1881 treu. Dem mährischen Volkslied war er zeitlebens verhaftet, als Sammler und Bearbeiter, als Kenner in werbender Schrift. Im Mittelpunkt eines reifen und auch vielseitigen Schaffens aber fand die Oper, deren Musik stets ohne jedes Zugeständnis nach irgendeiner Richtung hin streng aus der textlichen Vorlage erwächst, stets charakteristisch, stets originell.
Das Werk, das ihn über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus bekannt werden ließ, war seine Oper „3 e n u f a", ein in der Musik lebendig gewordenes Schicksalserleben seiner Heimat. Er folgt hier in enger Anlehnung dem auf der Bühne erfolgreichen mährischen Drama von Gabriele Pr e iß und findet einen eigenen Weg, den Prosatext musikalisch einzufangen und zu erschließen. Wad) ferner persönlichen Angabe „lauschte er heimlich den Reden der Vorübergehenden, beobachtete ihren Gesichtsausdruck, ihre Bewegung, prägte sich die Umgebung der Redenden ein, die Gesellschaft, die Zeit, Licht und Dämmerung, Kälte und Wärme". Er ahnt dabei in der Melodie des gesprochenen Wortes „die Spuren innerer heimlicher Vorgänge", hört aus ihr „Trauer, Aufblitzen von 'Freude, Ent- fchlofsenhett, Zweifel u. a., kurz, seelische Elemente heraus". r v ,
Die in der Sprache der Heimat gefundene Melodie des gesprochenen Wortes wurde die Keimzelle weiterer musikalischer Entfaltung, ganz dem ursprünglichen Wesen des Textes sich anschließend, dabei dem auf dem Boden deutscher Musik und Sprache erwachsenen Hörer nicht so leicht zugänglich durch ihre besondere Gestalt und Durchformung. Denn hier folgt Janacek eigenen Zielen. Ungemein ausgeprägte impulsive Rhythmen geben oft in ständiger Wiederholung ganzen Szenen den Untergrund, aus dem das Melodische heraussprießt.
3n der Art der Durchgestattung liegt bei Janacek ( trotz meisterlicher satztechnischer Kunst etwas In» ■ stinkthaftes, Unverbrauchtes; fernab und unbeem- . flußt von etwaigen Vorbildern, wie sie zur Zett der
Entstehung des Werkes (1901) maßgeblich waren. ; Der Einsatz der reichen orchestralen Mittel ist von i Klangsinnlichkeit bestimmt; oft ohne die Embe- > Ziehung des uns gewohnheitsmäßig gewordenen Zu- ; sammenklanges. Die Gesangslinie wettet sich vom - Rezitterenden hin bis zum geschwungenen melodischen Bogen der Gefühlsbetonung und seg
net. Am Schlüsse des Geschäftsjahres 1941 belief sich dieser Aktivposten auf RM. 34 970,30. Die Forderungen für ausgeliehene Hypotheken betrugen am Schlüsse des Geschäftsjahres RM. 13 301,51, die an erster Stelle hypothekarisch gesichert smd Der Posten „Sonsttges Umlaufsvermögen belief sich Ende 1941 auf RM. 52 000; es handelt sich hierbei um sofort verfügbare, aber noch nicht in Anspruch genommene Gelder für die Hypotheken aus die vm Jahre 1938 erstellten Neubauten am Tannenweg. Heber die Schulden war u.a. zu Horen: Geschäftsguthabenbestand der Mitglieder Ende 1941 RM- 153 623,39, also RM. 16 405,29 mehr als am Schlüsse des Geschäftsjahres 1940. Gesetzliche Rücklagen RM. 35 638,24. Hilfsrucklage RM. 139 494,98 Die Bauerneuerungsrückstellung ist mit Reichsmark 69 112,17 um RM. 13 800,93 stärker als am Schlüsse des Vorjahres. Die Rückstellung für Wassers Frost-- und Sturmschäden beziffert sich auf RM. 4000 Bei den Hypothekenschulden betrugen die Gesamtoer» bindlichkeiten am Schlüsse des Geschäftsjahres RM. 1 808 262,76, d. h. RM. 44 094,84 weniger als am Ende des Vorjahres. Aus der Verlust- und Ge- winnrechnung erwähnen wir: Die Abschrel- bungen auf die Wohngebäude betragen insgesamt RM 46 414, sie wurden mit 1 bis 2 v. H. von den ursprünglichen Baukosten vorgenommen. Außerdem erfolgten auf besonders überteuerte Objekte Sonder» abschreibungen im Gesamtbeträge von RM. 11 500. Betriebskosten RM. 33 447,20, davon entfallen auf Besitzsteuern RM. 19 730.46. Für Jnstandhaltungs- kostest waren RM. 14 230 vorgesehen, verausgabt wurden jedoch nur RM. 2470,78, der Bauerneue.
Warnung aus Stendal \
Roman von A.Lothar Philipp
43. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Für das psychologische Verständnis dieses
Falles", sagte jetzt Kriminalrat Wenig, „ist es wichtig, darauf hinzuweisen, daß die beiden Angeklagten Anton Sumor und Irene Norodna Zigeuner sind. Wir können die Angelegenheiten der Zigeuner nicht mit den Begriffen von MorÄ, Ethik und Kultur betrachten, die wir selber haben. Hier ist eine ganz andere Welt, eine Welt, die sich in ihrem Fühlen und in ihrer Sitte feit bem Mittelalter nicht viel geändert hat. Wir dürfen uns dadurch nicht beirren lassen, daß die Zigeuner nicht mehr mit Pferdewohnwagen und Tanzbaren um- herziehen, Indern ihre Traktoren und ihre m°- fernen Automobile haben. Das ist eine Sache der Technik. Die Kultur, soweit man hier überhaupt von einer solchen reden kann, ist die gleiche geblieben wie vor 500 Jahren, als sie zum erstenmal in Europa auftauchten und der Bevölkerung einreden wollten, sie.seien vertriebene Aegypter. Daher kommt nämlich auch ihr Namen: 2Iegqptiani Zygani - Zigeuner, englisch gipsy, was noch taut- Ncher auf den Namen Aegypttani hrnweist. Der Zigeuner ist ein Fremdkörper im Staate. Jeder Zigeuner hat mehrer Namen, und es ist schwer, seinen richtigen festzustellen. Jeder hilft dem anderen, und in ihrem Kampf gegen die Organe des Staates sind sie sich alle einig, da gibt es nur Vertuschen, Lügen, falsche Schwüre und Ausfluchte. Sie haben ihre eigene Stammesgerichtsbarkeit, und es wird selten vorkommen, daß ein 3i9euper 9*9^ einen anderen die ordentlichen Gerichte anrutt. Blutrache ist bei ihnen durchaus üblich, ich glaube, jede Polizeibehörde kann davon ein Liedchen fingen. Vielfach befeinden sich die einzelnen Stämme untereinander, und eine solche Feindschaft geht ieiten unblutig aus. Dabei sind sie schlau und gerissen, insbesondere im Verwischen der Spuren, auch darüber werde ich noch zu sprechen haben. Denn die
3m Frankfurter Opernhaus wurden nach Ansprachen des Generalintendanten Meißner, der Universitätsprofessoren P1 a tz h o f f und Lorn - b a rd i die Ausstellung „Schöpse r tsch e s Mu - sikl eben in Italien" und die Italienische Musikwoche vorn italienischen Generalkonsul eröffnet. In einer anregenden Ueberschau sind um bekannte Persönlichkeiten der italienischen Gegenwartsmusik wie Respighi, Malipiero, Casella, Zandonai, Wolf-Ferrari an achtzig zeitgenössische Komponisten in Bildnissen, Partiturschrif- ten und handschriftlichen Selbstbekenntnissen vereint. Zu italienischen Szenenfotos gesellen sich die Entwürfe deutscher Bühnenbildner und bezeugen, in welchem Umfange das neuere Opernschaffen Italiens bei uns beachtet wind.
Der musikalische Bogen, der vom Barock zur Gegenwart einen Querschnitt durch das Wesen italienischer Tonkunst vermitteln soll, begann mit der Uraufführung eines Streichguartettwerks von Giacomo (Saponaro. Mit Arien von R e s p t g hi und Richard Strauß gaben die Hervorvagende Sopranistin 3nes Alfani-Tellini und der Frankfurter Tenor Theo Hermann Beisteuern voll südlicher Belcanto-Atmosphäre. — Ein Orchesterkonzert ftan» unter 6er feinnervigen Stabführung von Aaelo 2 u e st a. Die „Scarlattiana ein Divertimento für Klavier urib Orchester, bestätigten durch ihre geistreiche Keckheit den Rang Alfredo Casel. las. Carlo Vidusso erwies em« fesselnde pm- nistische Konnerschllft. In der fmfvmfchen Dichtung „Gethsemane" von Victor de S a b a t a «»t dec Meisterdirigent nachschwingenden „Parswal -Stimmungen weihevollen Ausdruck. Em Nocturna von Emilia G u bi t o s i und das „Preislisd auf Piemont" von Pizzini'Mit^ feinen martiaüsch hero ifchen Klangsteigerungen führten das A
ovationsreichen Ende._____
Sache mit der Uhr ist deutlich genug. Wir dürfen uns nicht dadurch täuschen lassen, daß es Zigeuner gibt, die sich, wenn ich so sagen darf, ,Mitteleuro- päiliert* haben, wie es z. B. bet der Angeklagten Norodna der Fall ift Dies ist in diesem Falle der Erziehung des Angeklagten Lanos zuzuschrelben, der die Norodna bei einem Wanderzirkus kennenlernte ihre Begabung erkannte und sie systematisch für ihren Beruf als Artistin ausbildete. Die rn Deutschland wandernden Zigeuner sind weder besondere Artisten, noch besondere Künstler, sie sind eben Roßtäuscher, wie sie es vor 500 Jahren schon waren, nur daß sie heute mit angeblich selbstgewebten Matten, Tee gegen Blutandrang und mit Zauberkunststückchen die Leute zu betrugen versuchen. Da kein Staat gern diese Gäste aufnimmt, ist es Mwer sie abzuschieben; man muß ihnen auf die & Urnen, fo gut es geht. Ich stelle setzt anheim, meinen Kriminalsekretär Krähe zu vernehmen der in Stendal bei dem Stamme Holler, dem Stamme, dem sowohl der Angeklagte Sumor als auch die Angeklagte Norodna angehoren, eine Haussuchung vorgenommen hat."
Ich widerspreche der Vernehmung , rief die Norodna jetzt schrill, „es ist alles Lüge und Trug. Ich schwöre bei den Gräbern
, Angeklagte Norodna", nef der Vorsitzende, „Sie können hier Anträge stellen, das ist Ihnen nicht verwehrt, aber Sie dürfen nicht den Zeugen des Lugs und der Täuschung bezichtigen. Benehmen Sie sich anständig, sonst werde ich eine Haftstrafe über Sie verhängen."
Der Verteidiger versuchte, sie zu beruhigen, aber sie machte sich los und rief:
„Es ist nicht wahr, was er über die Zigeuner ^Doch^dann gelang cs dem Anwalt, sie zu überroden und auf ihren Stuhl niederzudrücken.
„Kriminalsekretär Krähe!" rief der Vorsitzende und der Justizwachtmeister wiederholte den Ruf auf
Aus der Stadt Gießen.
Juni.
Wenn der Juni kommt, wendet sich das Blatt. Das ist nicht im übertragenen, sondern im tatsächlichen Sinne gemeint. Wirklich wenden sich im Juni die Blätter an den Bäumen, und jene geradezu prichwörtliche Redeweise verdanken wir diesem Vorgang in der Natur. Im allgemeinen verstehen wir unter der Wende einen durchgreifenden Wandel, und in der Tat bedeutet sie auch in diesem Falle einen Wechsel. Das Jahr erreicht seinen Höhepunkt, das Blühen und Sprießen macht der werdenden Erfüllung Platz. Anfänglich ist das allerdings kaum zu spüren, aber wenn die Mitte des Monats erreicht wird, dann mehren sich die Anzeichen sommerlicher Entfaltung. Das lenzliche Dor- piel verklingt, und die vollen Akkorde der Sinfonie )es Sommers ertönen mit der Klangstärke eines vielstimmigen Orchesters. .
Vorerst ist es noch ein Wetteifern m Luft und Farbe. Noch einmal schwelgt der Juni m allen Köstlichkeiten, mit denen der Frühling aufwartete. Seinen Namen trägt dieser Monat von der römischen Göttin Juno, und um dieser Patin willen cheint er alle Bilder der Schönheit ringsumher wachzurufen. Man hat den Juni auch den Rosenmond genannt, und wirklich öffnen sich unter seinem Zeichen die Knospen der edelsten Gewächse unserer Flora. Um diese Zeit gewinnen die Garten und Anlagen ihr schönstes Aussehen. Die Jasmm- büsche verschwenden ihren berauschenden Duft, und von den Bäumen ist es die Linde, die jetzt ihr hoch
zeitliches Kleid anlegt.
Mit dem 21.Juni erreichen wir die Sonnenwende. Sie ist das deutlichste Merkmal jenes Wandels, den das Wenden der Blätter kündet. Der längste Tag und die kürzeste Nacht zeigen an, daß sich die Sonne nun wieder allmählich abwärts bewegen wird. Dor allem beginnt mit der Sonnenwende erst einmal der eigentliche Sommer, und diese Tatsache war es hauptsächlich, die unsere Vorfahren bestimmte, am stammenden Feuerstoß das.Ereignis festlich zu begehen. Die Sonne des Sommers ist es wiederum, die wir froh begrüßen, denn sie beschert uns nicht nur die Annehmlichkeften der schönen Tage, sie soll in erster Linie mit ihrer wärmenden Straft em fruchtbares Gedeihen auf den Feldern bewirken.
„3uni feucht und warm, macht den Bauern nicht arm", sagt eine alte Regel. Das bedeutet, daß mog- sichst feuchte Wärme das Wachstum noch ordentlich fördern soll, ehe die heißen Wochen den Segen der Erde zur Reife bringen. Deshalb sagt auch ein anderer Spruch: „Dor Johanni (24.) bitt um Regen, nachher kommt er ungelegen." Dem Juni fällt also die Aufgabe zu, als Mittler zwischen dem blühenden Werden und der hoffentlich reich ausfallenden Ernte zu wirken. Seine Tage bringen deshalb die erguik- tenbe Luft und den schönen Glanz des Vorsommers. _ . Sch-
W untere Verwundeten.
Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und m Mammen arbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufkla- rung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: In einem Lazarett brachte das Variete Stricker eine reichhalttge Programmfolge. Der Tcmzstar Emmi Drechsler zeigte Spitzenfox, Wiener Walzer und ein Tanzpotpourri. Erstaunliche Kunst brachte Isolde Streitenberger m ihrem Elastikakt zur Schau. Sivia Kremo führte gesprungene Akrobatik vor. Mtt guter Sopranstimme sang Christel Hilsdorf Operetenmelodien und moderne Lieder. Zwei Hawaians Spielten auf Ha- wai-Gitarren einen musikalischen Akt. Die Verbindung des Programms stellte A. Jochim her, der mit Humor, Parodie und als Kunstpfeifer aufs beste unterhielt. Den musikalischen Teil und die Begleitung am Flügel hatte Erna Ludewig übernommen. Die gutgelungene Veranstaltung brachte den Künstlern reichen Beifall. — lieber den schonen Westerwald sprach in zwei Lazaretten Studienrat Dr. Quentin (Dillenburg), mit farbigen Lichtbildern im Auftrage des Landesfvemdenver- kehrsverbcmdes Rhein-Main zu den Verwundeten.
19«!Met w «Z & Ä in Wertpapieren angelegt worden. Es wurden
1. 3um 1942 geftunoer gar, g 11 ^M. 20 000 in Reichsschatzanweisungen gezeich
geschlagen. ....
zig Jahre alt, mit den Angeklagten nicht verwandt und nicht veistchwägert."
„Nun, Herr Krähe, was haben Sie auszuiagen c „Ich habe mit den Beamten der Kriminalpolizei in Stendal eine Haussuchung bei dem Zirkus Holler vorgenommen und fand zunächst unter den Sachen des ermordeten Barthold auf einem Blatt Papier die Adresse eines Rechtsanwalls in Stendal, den ich aufsuchte. Es ist Rechtsanwalt Dr. König, den ich gleich mitgebracht habe —"
„Ich denke, wir werden ihn gleich vernehmen", sagte der Vorsitzende.
Rechtsanwalt Dr. König sagte aus, daß am 27. August der Ermordete, den er nach ihm vorgelegten Photographien wiedererkannt habe, ihn aufgesucht und ihn um einen juristischen Rat gebeten habe. Barihold sagte ihm, er habe Kenntnis von einem auszuführenden Mordanschlag erhalten, was er tun solle. Der Rechtsanwall habe ihm gesagt daß er verpflichtet sei, dies rechtzeitig der zu- geuner vom Stamme ’jtautenDuip wegen emev stän'digen Behörde mitzuteilen, weil er sich sonst Mädchens halbtot geprügelt, so daß der Mann strafbar mache. Als Darihold noch bei ihm gewesen > heute noch auf Krücken geht. Auf das Mädchen - • -..... i----- 1 batte er geschossen. Daraufhin hatte der Stamm
ihm Rache geschworen, und nun fürchtete er dessen Verfolgung. Deshalb bat er Barihold, seinen Namen anzunehmen und nahm dafür dessen Namen an. Barthold, den ich auch kannte, war ein hochanständiger und gutmütiger Mensch, der sich immer leicht überreden ließ, und der nur schwer jemandem eine Bitte abschlagen konnte. Sumor hatte ihm gesagt es dauere nicht lange, da der Stamm Rauten»
Ministeriums im Finanzausschuß des Senats über « die Richtlinien der italienischen Autzenpolittk. < *
Am Sonntagmorgen nahm der Duce die Parade von Truppen der „M"-Bataillone der faschistischen Miliz ab, die demnächst an die Ostfront gehen : werden Mit dem deutschen stellvertretenden Militär- I attache'Oberst Otzen, dem japanischen Militärattache und dem Parteisekretär Didussoni waren der Oberbefehlshaber des italienischen Expeditionskorps : an der Ostfront, General Messe, der Oberkommandierende der 8. Armee, General Gariboldi, der Oberkommandierende der Miliz, G a l b i a t i und Marschall de Bono erschienen.
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Pandit Nehm hat auch die zweite Einladung Roosevelts, den Vereinigten Staaten einen Besuch abzustatten, ab gelehnt. *
Reichsorganisationsletter Dr. Ley führte in Oldenburg den vom Führer als Nachfolger des verstorbenen Gauleiters R ö v e r. neuernannten Gauleiter Paul Wegener in sein Amt ein.
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Der Führer hat den Oberstarbeitsführer (R) Dr. Kurt Ehrlich, Chefjurist beim Rechtshof, zum Generalarbeitsführer (R) befördert.
Kunst und Wissenschast.
Neuer Dirigent
des Mein-Mainischen Landesorchesters
NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger ernannte für den aus Gesundheitsgründen ausscheidenden Kapellmeister Fritz CujL zum neuen Dirigenten des Rhein-Mainischen Landesorchesters und Gaumusikinspizienten des Gaues Hessen-Nassau Musikdirektor Willy Naue. Er ist Hallenser von Geburt, besuchte das Leipziger Konservatorium, wurde Schüler des Geigers Hans Becker und spielte im Gewandhaus-Orchester unter Artur Nikisch. 1915 kam er als Konzertmeister und Dirigent nach Bad- Nauheim. Dann Kapellmeister an der Dresdener Philharmonie, in Finnland, wieder in Dresden und Frankfurt a. M., kam er 1926 zurück nach Bad- Nauheim, wo er als Staatlicher Musikdirektor bis heute wirkte. Willy Naue, ein Dirigent von Format, befttcht durch sorgfältige und feinfpürenbe Wieder- gäbe der großen Wette unserer Musikliteratur. Seine Solisten schätzen Naues Sorgfalt, sein Sttl- empfinden, seine Sicherheit und kameradschaftliche Verbundenheit. Als Chordirigent hat er sich spät, aber mit besonderem Erfolg versucht. Händels „Feldherr" und die Musik zu Sophokles „Ajas" von K. Schmidt bleiben hierbei in besonderer Erinnerung. Eifriges Studium, innere Verarbeitung und Uebermittlung der eigenen Gedanken vom Werk an die Ausführenden kennzeichnen die Arbeit Willy Naues.
Italienische Musikwoche in Frankfurt.
Das bestätigte die Aufführung unter der musikalischen Leitung Otto Zöllners mit ihrer Tem» peramentserfüütbeit, inneren Erregtheit und Bewegtheit in engster Bindung an das Bühnengeschehen. Nachgiebig in der Abrundung des Klang» lieben im 2. Akt, wäre das Orchester, dessen, em3elne Instrumente Vortreffliches leisteten, im 1. Akt <m Interesse der Textdeutlichkeit noch starker zu Mildern. Die Handlung wuchs unter Max Schwarzes Spielleitung aus ber' Bodenständigkeit, bestimmt durch Bewegung und Gebärde; frisch, beschwingt erklangen die Chöre (Carl Willy Hahn), m elementarer Gelöstheit entwickelten sich die Tanze (Andreas V o l p e r t). Den szenischen Hintergrund hatte Karl ßöf fier mit bewährter Einfühlungsgabe ge» schaffen, belebt durch die Lichtführung (Remigius Konen). Ä .
Dem ursprünglichen Titel der Oper („Ihre, Zieh» tochter") entsprechend, lag berechtigterweise das Schwergewicht des Geschehens bei der Masterin. Hier entfaltete Gertrud Meine! irt dem Kamps für Freiheit und Recht der Ziehtochter Jenufa bisher nicht gezeigte Kräfte und erhob sich m ber Durchdringung ihrer Aufgabe und im Gesanglichen zu überraschender Höhe; machtvoll durchschlagend mit ihrem Organ in den Momenten größter Erregtheit der dem Hochdramatischen zustrebenden Rolle, fand sie wiederum Töne von Weichheit und menich- lich-rührender Wärme. Ihr gegenüber trat Josia Abb t als Jenufa zurück; weiche, leidensreiche Empfindsamkeit band sie mit gesanglicher Nachgiebigkeit. Hella Henzky schuf als alte Buryja eine Gestalt echter Mütterlichkeit in ferner Aus- Prägung ber Darstellung und stimmlicher Aeuhe- rung. Hans Lott gab dem Altgesellen besonders ausgeprägten Akzent und damit der ^^oltms'- mäßig kleinen Partte eigne Gewichtigkeit. Als Sttes» b rüber paar standen sich Joses Sattler (Laca), der um Nachsicht wegen Indisposition gebeten hatte, und Walter Ecsy (Stewa) gegenüber; lebet für sich charakteristisch in Haltung, Gebärde und Gesang. Aus der Reche der weiteren Mitwirkenben seien besonders hervörgehoben: Bernbard Schmutz als würdiger Dorfrichter und Lisel Schröter» Beckers als feine Tochter.
Starker Beifall, besonders am Schluß, bezeugte den Dank der Hörer.
Dr. Hermann Hering.
Ä lücws hL- DiA ' iwer dusch demnächst nach IuMslamien gehen wolle, aber
rn.hr bei bieiem Sirhis sondern es anscheinend war das gelogen, denn die Sach- ging hieb er 'Ä“Ä bM B?»m. fÄ Jahre lang. Als Sumor zu mir tarn, mar
fH,ben’ 6iC
’ Ä nÄ und'legie ein- «eine Se-Mad-. n°5,ih-
piftole auf den Gerichtstisch nieder.
Der Vorsitzende hob die Waffe auf, ber Staatsanwalt trat näher, und beide betrachteten die Waffe.
„Was ist das für eine Waffe?" fragte der Staats-


