spüren, da man allen Dingen das persönliche Gesicht genommen hat. Die Idee des Kollektivs hat jeden Ansporn abgetötet. Die Menschen sind in einen Zustand von Herdentieren herabgedrückt worden. Keiner hat mehr eine eigene Meinung. Wozu auch? Not und Elend haben die Menschen nicht mur anspruchslos gemacht, sondern auch innerlich zerbrochen. Keine Aktivität lebt mehr in ihnen. Sie sind bewußt entseelt worden, um sie des inneren Impulses zu berauben..
Es ist erschütternd, die langen Kolonnen der Gefangenen zu sehen. Solange die Pistole und der Befehl hinter ihnen standen, kämpften sie verbissen. Der Zwang war Motor ihres Kampfes. Nun hält sie gar nichts mehr. Sie können in sich selbst auch keinen Halt finden. Nichts ist mehr da. was ihnen Richtschnur sein könnte. Kolonnen der Hoffnungs- . losigkeit sind es, die Wracks am Straßenrand des Kampfes. Man glaubt einen Marsch ins Nichts zu sehen, so ganz ohne Haltung und Hoffnung ist solch ein Zug. Daß der Bolschewismus die Menschen ausgebeutet hat, daß er sie bis an die Grenzen menschlicher Kraft hat schuften lassen, daß er sie körperlich peinigte, das alles wäre nicht so ge- waltia in seiner Auswirkung, als daß er sie ihrer Seelen beraubte.
Das ist die größte negative „Leistung", die der Bolschewismus fertiggebracht hat, das größte und gemeinste Verbrechen der ganzen Geschichte der Menschheit. Niemals hat der Bolschewismus um den einzelnen, um feine Ueberzeugung gerungen. Nie hat er versucht, die Seelen zu gewinnen. Im Gegenteil, er hat sie getötet und an ihren Platz das Idol der toten Norm gestellt.
Wo lebt die Seele mehr als in einem Lied? Und wie stark sprach gerade die Seele im alten russischen Volkslied. Nun ist in der Sowjetunion dafür kein Platz mehr. Dort kann keine Seele mehr schwingen. Kaum einmal klingt irgendwo in einer Hütte ein Lied auf. Und auch in den Gefangenenlagern
herrscht nur dumpfes Schweigen. Gewiß ist der Zustand der Gefangenschaft nicht dazu angetan, fröhlich zu sein. Er schmiedet aber Menschen gleichen Blutes im gleichen Schicksal zusammen, wenn in ihnen noch Willen und Seele lebt. Das Lied hat oftmals in Gefangenenlagern anderer Nationen diesen (hefühlen elementaren Ausdruck vergehen.
Aber hier ... Nicht, daß einmal ein Lied als Ausdruck der Schicksalsgemeinschaft oder des nationalen Bekenntnisses ausklingt, oder daß im Summen einer Melodie ein einzelner der Sehnsucht nach der Heimat Ausdruck verleiht.
Nichts, nichts, nur hoffnungsloses Schweigen.
*
Den Menschen ist in der Sowjetunion das Leben zur Last geworden. Sie find nicht mehr in ihrer eigenen Natur verankert. Man hat ihnen das eigene Ich genommen und ihnen dafpr die Norm gegeben. Es war dies kein natürlicher' Prozeß, es war ein Eingriff in das Recht auf Leben überhaupt. Materie ist alles, Seele ist nichts. Gäbe es ein besseres Beispiel dafür als die wahnsinnige Aufrüstung des Bolschewismus, deren Forderungen allein sich alles zu fügen hatte. Hier tritt auch am stärksten der falsche Glaube an die Kraft des Materials und der Masse zutage.
Auch im Ansatz der Angriffe und in der ganzen Kampfführung zeigt sich dies. Nicht der Einzelkämpfer, nicht der überzeugte Soldat, dessen Triebfeder die eigene in der Seele verankerte Haltung ist, steht im Vordergrund, sondern nur die Masse Mensch und Material. Zweifellos liegt darin eine große Gefahr und eine bestimmte Kraft. Die größte Gefahr ist die Stumpfheit der Masse. Sie gehorcht willenlos dem Befehl oder Zwang. Anderes kennt sie seit Jahren schon nicht mehr. Auf einem solchen Boden kann auch kein wahres Soldatentum wachsen, denn seine Größe ruht in den menschlichen Werten des Einzelnen.
Wo aber wären solche in seelenlos gemachten Menschen noch zu finden?
Seeschlacht im Südwest-Pazifik
Ein Kreuzer und drei Zerstörer von den Japanern versenkt.
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USA.-Alugzeugträger nordöstlich Reu-Guinea wahrscheinlich versenkt.
Nach einer Meldung des Kaiserlichen Hauptquartiers in Tokio wurde nordöstlich von Neu-Guinea ein amerikanischer Flugzeugträger so schwer beschädigt, daß das Schiff als verloren gelten kann. Es handelt sich wahrscheinlich um den USA.-Flugzeugträger „Horktown", der eine Wasserverdrängung von 19 900 t hat. — Unser Bild zeigt den amerikanischen Flugzeugträger „Jorktown". — (Scherl-Archiv-M.)
Tokio, 28. Februar. (DRV.-Funkspruch.) 3n der Java-See operierende japanische Alarineslreil- kräste kamen am Freitagnachmittag gegen 18 Uhr lm Süd west Pazifik mit der Hauptmacht einer kombinierten feindlichen Flotte in Gefechtsberührung. Dabei wurden, wie das Kaiserliche Hauptquartier am Samstagmittag japanischer Zeitrechnung bekanntgibt, von den japanischen Rrarinestreltkräften ein Kreuzer und drei Zer- stör er versenkt. Die übrigen Einheiten der feindlichen Flotte wandten sich zur Flucht und werden zur Zeit verfolgt.
Japans Lustüberlegenheit.
Tokio, 28. Febr. (DNA- Funkspruch.) In einem Rückblick auf den am 11.Januar begonnenen F e ld- Aug gegen Niederländisch-Ostindien erklärten japanische militärische Sachverständige, daß die feindlichen Luftstreitkräfte im Südwestpazifik so schwer geschlagen worden seien, daß sie „nicht mehr viele Randen durchhalten könnten". Mehr als 480 englische, amerikanische und holländische Flugzeuge seien in den sieben Wochen seit Beginn dieser Offensive zerstört worden. Obwohl die japanischen Flugstreitträfte auf feindlichen Widerstand stießen, konnten sie doch die unzweifelhafte Luftüberlegenheit über das gesamte Gebiet von Niederländisch-Indien, einschließlich Java, Bali, Flores, Timor, die Kleinen Sundainseln und Neuguinea, innerhalb einiger Tage gewinnen.
lieber die Tätigkeit der Marineflugzeuge in den neun Tagen vom 18. bis 27. Februar erklären diese Sachverständigen, daß 44 feindliche Flugzeuge ab- geschossen und 55 am Boden zerstört wurden, worunter sich neue englische und amerikanische Muster befanden, so daß anzunehmen ist, daß der größte Teil der feindlichen Luftflotte zerstört ist. Es wird auch gesagt, daß Die Briten Mangel an „Sunderland-Maschinen" hätten, auf welche der Feind so viel Hoffnung gesetzt hatte.
An der Sundastratze.
Schanghai, 28. Febr. (DND. Funkspruch.) Nach einem Frontbericht der Agenfur Domei haben die japanischen Truppen auf Sumatra weitere strategisch wichtige Punkte an der S u n d a st r a ß e eingenommen. T e l o k B e t o n g in der Lampöng- Bucht wurde am 20. Februar und der holländische Flottenstützpunkt Kota Agang in der Semangka- Bucht an der Südspitze Sumatras am 23. Februar besetzt. '
Oer Krieg nähert sichIndien.
Schanghai, 27. Febr. (Europapreß.) Indien wird wegen des schnellen Vormarsches der Japaner täglich unruhiger. Aus Nachrichtensendungen geht hervor, daß beispielsweise die Bevölkerung von Chittagong, einer Hafenstadt an der Ostküste des Golfes von Bengalen, 350 Kilometer östlich von Kalkutta, bereits jetzt vollkommen evakuiert wird. In Kalkutta ist eine große Zahl von Gebäuden beschlagnahmt worden, in denen jetzt fieberhaft Luftschutzkeller gebaut werden. Auch Bombay wurde bereits von 20 000 Einwohnern verlassen. In dieser Stadt finden zur Zeit ausgedehnte Luftschutzübungen statt, ebenso wie in Karachi. Ab 1. März werden in ganz Indien planmäßig Luftschutzübungen und Verdunkelungs- Übungen vorgenommen, um die Bevölkerung auf die drohende Kriegsgefahr vorzubereiten.
Schiffahrtslinien ostwärts Kalkutta eingestellt.
Vichy, 27. Febr. (Europapreß.) Nach Meldungen aus London haben die britischen Schiffahrtsgesellschaften die Linien, die über Kalkutta hinaus nach Osten führten, eingestellt.
Oer ostasiatische Markt für England verloren.
Stockholm,-28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die britische Baumwollfabrikation In Lan-
cashire sieht nach einem Bericht des „Manchester Guardian" trüben Tagen entgegen. Sie hat durch die Kriegsereignisse in Ostasien wertvolle Absatzgebiete verloren. Dieser Verlust wird, wie das Blatt betrübt feststellen muß, nicht auf die Kriegs'dauer beschränkt bleiben, sondern dauernd fein. An die Stelle der britischen Baumwollfabrikation tritt in immer stärkerem Maße die indische. Die englische Regierung hat zwar systematisch der Entwicklung einer eigenen Baumwollindustrie in Indien die größten Schwierigkeiten in den Weg gelegt, um die eigene Industrie in Lanca- shire zu schützen, trotzdem ist es nicht möglich gewesen, diese Entwicklung auf die Dauer abzudrosseln. Der Krieg bat sie vielmehr gefördert. „Manchester Guardian^ erklärt, daß der chinesische
Markt für Lan'cashlre so gut wie ver* l o r e n fei, nachdem Burma , Thailand und M a l a y a schon sowieso als Märkte ausgeschie* den seien.
TleuerjapanischerBotschasterinMoSka«
Tokio, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Amtlich verlautet: Der Botschafter in Moskau, Generalleutnant Poshituugu T a t k a w a , ist aus Ge- sundheitsrücksichten zurückgetreten. Zum Nachfolger wurde mit kaiserlicher Zustimmung der Berater des Außenamtes, Namtake Sato, ernannt Wie ferner bekannt wird, geht Sato in Begleitung des zum Gesandten ernannten Botschaftsrats Goro M o r i s h i m a nach Moskau.
3n der Zange der Achfen-Ll-Boote.
Beruhigungsverfuche des Ersten Lords der britischen Admiralität.
Stockholm, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Nach den letzten besonders schweren Schlägen, die die britische Flptte in ollen Teilen der Welt ein- stecken mußte, ist die Beunruhigung in der englischen Bevölkerung so gewachsen, daß sich Lord Alexander veranlaßt sah, am Donnerstag vor dem Unterhaus seine Beschwichtungsversuche anzustellen. Dabei kommt Alexander nicht um die Feststellung herum, daß die Vereinigten Staaten und England eine neue Periode d eutscher und japanischer Handels st örungstätig- kett zu erwarten hätten. Durch dis Konzentration deutscher U-Boote vor der nordamerikanischen Küste hätten sich, so gibt nach Churchill auch Alexander zu, die V e r l u st e sehr erhöht. Zwar meint der erste Lord der britischen Admiralität, daß die erhöhten Schiffsverluste durch das große USA.-Schiffsbauprogramm ausgeglichen würden, doch sind bei den Nackenschlägen, die die nordamerikanische Flotte bisher schon einstecken mußte und laufend einstecken muß, die Zeiten vorbei, in denen England mit dem großen Bruder jenseits des Atlantik prahlen und drohen konnte. Die USA.-Flotte hat in ihren eigenen Gewässern Sorgen genug, um noch Lust zu gewagten Abenteuern zu verspüren.
Alexanders Feststellungen gipfeln darum im wesentlichen barin, daß nach dem Ausfall der Schlacht, chiffe „Nelson", „Resolution" und „Malaya" sowie Zer Flugzeugträger „Illustrious" und „Formidable" keine Frage unbeantwortet bleiben und jede Lehre, ob groß oder klein, gezogen und in Zukunft auch befolgt werden müsse. Für die britische Flotte bedeuten diese Schläge zusammen mit dem Verlust der Großkampfschiffe „Prince of Wales", „Repulse" und „Barham" zweifellos etwas mehr als lediglich eine vorübergehende, durch „neue feindliche Angriffstaktik" bedingte Einbuße an Prestige, wie Alexander die Lage Englands beschönigen möchte.
Die immer rVettergehen-be Ausschaltung der englischen Seemacht hat inzwischen auch der optimistischste Engländer gemerkt. Es hat darum
wenig Zweck, wenn Alexander zu beruhigen versucht, die Verluste in Ostasien und im Pazifik seien Mar sehr hoch, die dort in Verlust geratenen Schiffe hätten aber nur der chinesischen Küste nsch-if fahrt gedient und für den Ozeanverkehr kei. nerlei Wert gehabt. Ebenso fadenscheinig und hoffnungslos wie dieser Bagatellisierungsversuch ist es, wenn in der Zange, die deutsche und japanische U- Boote um den amerikanischen Kontinent gelegt haben, Alexander das Unvermögen Englands und der USA. zu verschleiern sucht, indem er am Schluß seiner Rede erklärt: „Wir haben bestimmte Absichten, alles Durchführbare zu tun, um uns m wappnen und dafür zu sorgen, daß sich die britische und amerikanische Seemacht von ih7en schweren Schlägen erholt."
Dor der USA.-Ailantikküste torpediert.
Stockholm, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Das USA.-Marineministerium gibt bekannt, daß der Tanker „W. D. A n d e rs o n" (10 227 BRT.) und der Tanker „R. P. R e s o r" (7451 BRT.) vor der atlantischen Küste torpediert wurden.
Britischer Zerstörer „Belmont* gesunken.
Stockholm, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Dis britische Admiralität gibt bekannt, daß der frühere nordamerikanische, jetzt britische Zerstö rer „Belmont" gesunken ist.
Ins Landesinnere verlegt.
Lissabon, 27. Febr. (Europapreß.) Eine Reihe von nordamerikanischen Flugzeugfabriken ist dazu übergegangen, ihre Fabrikanlagen von den Küsten fort ins Landesinnere zu verlegen oder dies noch nachzuholen. Marineminister K n ox erklärte in diesem Zusammenhang, es wäre nicht gut, „alle Eier in einem Korb" zu haben. Dies berichtete am Donnerstag „New Dort Times".
Der Wehrgeologe.
Erdgeschichtliche Erkundung des militärischen Operationsgebietes gibt taktisch wichtige Aufschlüsse.
Von Kriegsberichter Hans-Joachim Bolland.
PK. Ein verhältnismäßig junges Gebiet, auf dem sich Soldat und Wissenschaftler treffen, ist^das der Wehraeologie. Wahrscheinlich wird sich mit diesem Begriff nur bei wenigen eine Vorstellung verbinden. Denn die Wehrgeologie entstand erst im Weltkrieg 1914/18; sie entstand aus den Notwendigkeiten und besonderen Erfordernissen des Stellungskrieges. Als der Soldat vom offenen Schlachtfeld in den Schützengraben und Unterstand verschwand, als der Kampf zu einem Ringen unter der Erde wurde, da erwies sich der Rat des Erdwissenschaftlers als unentbehrlich. Er konnte wertvolle Fingerzeige geben, welcher Boden sich für eine feste Stellung am besten eignete. Er wußte um die Höhe des Grundwassers und die Möglichkeiten einer sinnvollen Entwässerung. Er konnte die Bohrstellen für Trinkwasser angeben. Er konnte die Pioniere hei ihren Minier- arbeiten beraten und bet der Beschaffung von Baustoffen für den Untergrund von Straßen und Feldbahnen behilflich fein.
Wenn der Weltkrieg die Schule der Wehrgeologie war, so knüpfte die junge deutsche Wehrmacht an die dabei gesammelten Erfahrungen an, als sie auch die Organisation der Wehrgeologie für den Ernstfall vorbereitete. Wie wertvolle und wichtige Aufschlüsse sie der Armeeführung zu geben vermag, begreift jeder, der einen Einblick in ihr Tätigkeitsgebiet bekommt. Dabei verschwindet auch sehr schnell die landläufige und sowieso unzutreffende Anschauung vom Professorentmn. Schon das kleine Bauernstübchen mit seinen kahlen, weißgekalkten Wänden und seinem rauchenden Lehmofen hat absolut nichts gemein mit einem Gelehrtenzimmer, und der Wehr- geolog^ der uns gegenübersitzt, bietet auch in seiner äußeren Erscheinung ganz das Bild des straffen Soldaten und Offiziers, obwohl er im Zioilberuf Professor an einer bekannten westdeutschen Hochschule ist..
„Eine gewisse innere Umstellung ist ja nötig, wenn man als Gelehrter in einen soldatischen Aufgabenkreis hineingestellt wirb'', gibt er freimütig zu, als wir auf den scheinbaren Gegensatz zwischen Krieg und Wissenschaft zu sprechen kommen. „Denn oberster Grundsatz der Wehrgeologie ist es nicht, wissenschaftliche Belehrungen zu erteilen, sondern geologische Kenntnisse und Erfahrungen militärisch auszuwerten; das verlangt auch von uns klare Entscheidungen und Derantwortungsfreudigkeit. So ist
unser wisienschaftliches Rüstzeug nicht mehr Selbstzweck, sondern dient nur dazu, der militärischen Führung die Unterlagen zu vermitteln für ihre operativen und taktischen Maßnahmen, soweit sie vdn der Beschaffenheit des Bodens und Untergrundes der Kriegszone beeinflußt werden."
„Aber ich will vielleicht lieber vom abstrakten zum konkreten Beispiel Übergehen", fahrt er fort, „damit Sie sehen, was ich meine und die tatsächliche Wichtigkeit der Wehrgeologie für die Kriegführung erkennen. Vor dem Uebergang über den Dnjepr wurden von uns Auskünfte über die Flußbreite, die Uferverhältnisse, sowie die Bodenbeschaffenheit angefordert. Bei diesem größten und schwersten Flußabschnitt entsprachen die am Uebergangsort ange- troffenen Verhältnisse auch unserer vorausschauenden Darstellung. -
Wir erforschen das Land und den Boden auf Erkundungsfahrten bis in die vordersten Linien, nehmen auch selbst Bohrungen vor. Unser Gerätewciaen stellt ein geologisches Laboratorium im kleinen Dar mit allen Apparaten, die zur Untersuchungs- und Forschungsarbeit notwendig sind. Wir nahmen Messungen über die Tiefe des Grundwassers vor. Selbst zur Klima- und Wetterbeurteilung, die ja nicht in das Gebiet der zünftigen Geologie fällt, aber für die Kampfhandlungen und den Nachschub wichtig sind, sind wir herangezogen worden. Sie sehen daraus, wie umfangreich und vielseitig unsere Aufgaben sind."
Diese Stunde lm Dienstzimmer der Wehrgeologen- stelle gab uns einen klaren Begriff, auf welch gründlicher Arbeit und welch stiller Vorbereitung alle Maßnahmen der deutschen Kriegführung fußen. Nichts bleibt unberücksichtigt, wenn es Entscheidungen zu treffen gilt, weder die Stärke und die Kampf- Methoden des Feindes, noch das Land und der Boden, auf dem der Kampf ausgefochten wird. Diese echt deutsche Gründlichkeit, die wir auch in der Arbeit der Wehrgeologen erkennen, ist uns ein Garant des Endsieges.____________________________
Hauvstchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter deZ HauptschriftlcilerS: Ernst Blumschein. Verantwort«:» für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V. Ernst Blumschein: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Emst Vlumschein.
Druck und Verlag: Brüblsche Universttätsdmckerei R. Lange K. G. BerlagLleiter: Dr.-Inq. Erich Hamann: Anzeigenleiter'. Hans Beck.
Anzeigenpreisliste Nr. 6. __________
muß die Schürze noch drei Tage reichen?
Ella soll bie Schürze noch brcj Tage tragen, weil sie noch nicht schmutzig genug ist. Aüch die Küchenhandtücher sotten bei Frau N. richtig dunkel sein, ehe sie in die Wasche kommen. Denn Frau N. will Waschpulver sparen, deshalb wäscht sie so selten.
Spart Frau N. aber wirklich Waschpulver? Rm SBfiil WälchL jchNlUAlgßr
ist, verbraucht sie mehr Waschpulver. Denken Sie nur einmal daran, wie schwer man überfettete Küchenhandtücher sauber bekommt — oder wie schwer man Schmutz- und Schweiß- ränder an den Kragen und Manschetten von Herrenoberhemden entfernt. Außerdem muß die Wasche mehr gerieben und gekocht werden. Dadurch geht sie eher entzwei! Lassen Sie also Ihre Wäsche nicht so schmutzig werden. Wasche hält länger und erfordert weniger Waschpulver, wenn man häufiger wäscht.
Vor allem aber: welchen Sie heute im Kriege gründlich Lin. WM versteht man aber unter
gründlichem Einweichen? Zunächst mutz man lange genug einweichen. Einige Stunden genügen nicht. Dann soll man reichlich Wasser nehmen, damit die Einweichlösung an die Wäsche herankann. Dor allem aber: man soll die Wäsche im Einweichwasser gelegentlich hin- und herschwenken. Dadurch wird der gelöste Schmutz von der Faser abgespült.
Je bester Sie einweichen, um so weniger Waschpulver brauchen Sie und um so mehr schonen Sie die Wäsche. Das ist wichtig, weil Wäsche sich heute schwerer ersetzen läßt als in Frledenszeitell.


