Ausgabe 
1.3.1942
 
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.Höhere Gewalt" zu spielen, vorwitzige Ding, das er schon dreimal verjagt steht es mir nicht zu. Wer hatte. Er fuhr herum, riß giftig den Schnabel aus

von

und gab und

das Recht zustehe,1, z .. ..

Eigentlich, finde ich, steht es mir nicht zu. Wer bin ich, daß ich schicksalhaft den Finger erheben undDu, Du!" sagen dürfte?

und stürzte blindwütig vorwärts ...

Es war ein Irrtum. Aber das erkannte er zu

Ich habe es nie getan. Es hat mich manchmal schwer gewurmt. Seit gestern jedoch bin ich ge­tröstet.

Gestern trieb er es ärger denn je, der fette Grün­ling. Er fuhrwerkte auf dem Brett umher, daß die Federn stoben, und trieb alle anderen mit wuch­tigen Schnabelhieben fort. Dann setzte er sich trium­phierend hin und begann, in sich hinein zu stopfen. Mir juckte es in allen Fingern.

Da flatterte ein junger Spatz heran, einer von denen, die erst im Herbst ausgekrochen sind. Er ließ sich auf dem einen Ende des Brettes nieder und pickte nach einem Korn. Sofort fuhr der Grün­ling wütend auf ihn los. Der kleine Spatz flatterte erschrocken in die Höhe und versuchte es am an­deren Ende. Dies hatte den zweiten Angriff zur Folge. Mit hängenden Flügeln raste der Grünling das Brett entlang und vertrieb ihn wiederum. Aber das Spätzchen wollte noch immer nicht verstehen. Mit Gottoertrauen und der Zuversicht, die die Jugend auszeichnet, versuchte es zum dritten Mal sein Glück. Jetzt glich der Grünling einer lebenden Kampfmaschine. Sein Ansturm erfolgte mit solcher Wildheit, daß der kleine Spatz einen heillosen Schreck bekam und voller Entsetzen in den nächsten Daum flüchtete.

Da saß er nun und durfte darüber nachdenken, wie schmierig und nahezu unbegreiflich das Leben mitunter ist. Der Grünling wandte sich indessen wieder seinem Futter zu.

In diesem Augenblick erschien ein anderer Spatz auf dem Brett. Kein junger sondern einer von den älteren Jahrgängen. Ein Prachtexemplar mit rostrotem Schopf und tiefschwarzem Brustlatz. Ein Urbild der Standfestigkeit und Kraft. Er neigte den Kopf bald auf die eine, bald auf die andere Seite und betrachtete verzückt einen Sonnenblumen» kern, der dicht vor seinem Schnabel lag. Der Grün» fink ahnte nichts von seiner Gegenwart. Er fraß und drehte ihm den Rücken zu.

Erst das Geräusch, das das Verspeisen eines Sonnenblumenkerns mit sich brachte, machte den Grünling aufmerksam. Bestimmt war er der Mei­nung, der Spatzenknabe sei zurückgekehrt dieses

dem Brett.

Piep!" sagte der dickeSpatz draußen plusterte sich noch einmal mächtig aus. Dann er aus Spatzenart seiner Verachtung Ausdruck fraß geruhsam weiter.

Es gibt eine ausgleichende Gerechtigkeit!

Noch immer ist der Siebzigjährige im Labora» torium seines Landhauses bei Berlin mit wissen» schaftlicher Arbeit beschäftigt. Behindert durch Die Folgen von Röntgen» und Radiumverbrennungen vor wenigen Jahren erst verlor er seine rechte Hand wird er doch der Mitwelt noch manche neuen Ergebnisse der drahtlosen Technik schenken^ so auf dem Gebiete des farbigen Fernsehens.

Neidlos erkennt die Wissenschaft an, daß sich in Otto n. Bront die Begabungen des Erfinders und des Organisators in einer seltenen Weise gefunden haben. Die Glückwünsche und beabsichtigten Ehrun­gen aus aller Welt zeigen, daß der liebenswerte und verdienstvolle Wissenschaftler, der seine Mit­arbeiter in allen Situationen durch seinen nie ver» siegenden Humor aufrichtete, Achtung und Anerken» nung, weit über die Kreise der Fachwelt genießt. VeA*

edoch nur hundert Dfflllonen als Entschädigungs­umme für das gesamte beschlagnahmte deutsche Vermögen gegenüberstanden.

Auf allen Gebieten der drahtlosen Telegraphie hat Otto v. B r o n k befruchtend gewirkt. Nachdem er mit seinem Freunde Clausen in dem von beiden 1896 gegründeten ersten Berliner Röntgen­laboratorium sich mit der gerade entdeckten Stroh» lenart beschäftigt hatte, befaßte er sich als Clau« fen 1901 an den Folgen von Röntgenoerbrennungen starb ausschließlich mit der drahtlosen Tele­graphie, der Lichttelephonie und dem Fernsehen. Zahllos sind hier seine Beiträge zur wissenschaft­lichen Weiterentwicklung. Er baute Selenzellen, Die Weltruf besahen. Er war der erste, der beim Fern­sehen das zu übertragende Bild rein elektrisch durch ein lichtempfindliches Raster auflöste. Beim Iko- noskop, dem neuesten Fernsehaufnahmeverfahren, ist dieser Grundgedanke heute verwirklicht. Auch bte Erfindung des Zwischen-ClichS-Dersahrens, der Auf» speicherung der Bildelemente auf einen Stahldraht, geht auf v. Bronk zurück. Er erfand den Bleiglanz- Tellur-Detektor, mit dem wir alle einmal Rundfunk gehört haben und förderte in langjähriger Arbeit als Vorstand der Telefunken'Patentabtellung die Entwicklung der Funktechnik auf breitester Basis.

Menschen ohne Seele.

Das größte Verbrechen des Bolschewismus. Beispiele bolschewistischer Seelenausrottung.

Bon Kriegsberichter Dr. E. Berger.

Oer Vater des Bundfunkempfangs.

Nicht nur die Wissenschaft, sondern Millionen von Menschen, denen das Radio täglich Freude, Er­holung und Anteil am Weltgeschehen vermittelt, haben Anlaß, am letzten Februartage voller Dank- barkeit und Achtung des deutschen Physikers Otto v. Bronk zu gedenken, der vor 70 Jahren in Danzig geboren wurde. Er ist durch seine 1913 zum Patent angemeldete Erfindung, der durch Rück» kopplung erzielten Dämpfungsreduktion, der eigent­liche Vater unseres heutigen Rundfunkempfangs. Im Zusammenwirken mit der Bronkschen Hoch­frequenzverstärkung wurden von da an ungeheure Reichweiten bei kleinster Sendenenergie mit win» zigen Empfanasantennen erzielt. Auch der Rahmen» empfang mit seinen ungeahnten Auswirkungen für Richtungsbestimmung und Peilzwecke im Flug- und Schiffahrtswesen jetzt besonders wichtig wurde Wirklichkeit.

Daß die ungeheure Bedeutung der Bronkschen Erfindungen rasch erkannt wurde, zeigt die Tat­sache, daß 1919 die Amerikaner das im Weltkrieg beschlagnahmte Hochfrequenzverstärkungspatent zu phantastischen Preisen in Form von Lizenzen an ihre Radioindustrie abgaben, die sich so auf dem deutschen Patent Überhaupt erst aufbaute. Bei der

nährerin der Menschheit. Die, die ihre Erde liebten, in dem Besitz heilige Verpflichtung fühlten, sind ausgerottet. Die Seele hat zu schweigen. Hier ist der Bauer nicht mehr Diener, Kamerad und Pfle­ger, er steht nicht mehr in innerer Beziehung zu seinem Land, er ist nur sachlicher Bearbeiter. Und darum ist auch das weite Feld und Land nicht schmuck und froh, sondern nur unfreundlich anzu­sehen und düster.

Aus dem lebenden Wesen der Natur hat dieses System tote Materie gemacht und ihr den treuen Kameraden, den echten Bauern mit der offenen Seele für das Wirken der Natur, genommen. Was diese Erde nur bearbeitet, sind nur Maschinen. Die Menschen dürfen nur säen und ernten, wenn es bet fohlen wird, nicht aber, wenn die Ernte ruft. Der Acker ist nicht mehr Einzelwesen, er ist nur noch Glied der Masse. Belebt, beseelt wird er nicht mehr durch Tat und Willen und die Liebe eines Bauern. Er wird nur nochversorgt" durch die Maschine, die allein dem Befehl der neuen Herrn zu gehorchen hat. Der Bauer selbst ist aber auch nur noch Werk­zeug ohne Seele.

Die Seele hat zu schweigen. So will es der Bol­schewismus. So zeigt es sich auch überall. Fährt man die Straßen entlang, die durch die Kampfge­biete ziehen, so sieht man Gräber deutscher Sol­daten. Von Kameradenhänden mit Sorgfalt und Liebe angelegt. Diese Gräber fesseln mit ihrer Schlichtheit und doch so großen Herzlichkeit in der Form der Ausgestaltung immer wieder den Blick. Sie sind wie ein ehrfürchtiges Sichverneigen vor der Größe des Opfers der Kameraden. Kaum ein sowjetisches Grab ist zu sehen, das von dem Ster­ben eines Sowjetarmiften kündet. Ganz selten nur ein kleiner Hügel, ohne Kreuz und Namen. Nur ein Gewehr zeigt an, daß ein Soldat hier liegt.

Die große Zahl der sowjetischen Toten aber wurde von den Bolschewisten eingescharrt, vergraben, herz­los in ein großes Loch geworfen, so wie man viel­leicht ein fremdes Tier, das unbekannt verendet ist, verscharrt. Wir standen zuerst wie vör einem Rätsel,

bis Gefangene die Aufklärung gaben. Die Sowjets verscharren möglichst schnell chre Toten in großen Gruden, um dem Gegner keine Möglichkeit zur 5eftfte*ung der riesigen Verluste zu geben. Wer nichts von dieser Tatsache weiß, wird nie in den Gruden, die sich kaum von der Umgebung adheben, Ruhestätten gefallener Soldaten ocrmuien. Den Sowjetarmiften aber hat man gesagt, daß sie dar­um keine Gräber bekommen würden, weil nach dem Krieg in Moskau ein Denkmal auf den Roten Platz vor dem Kreml neben Lenin für alle Gefallenen gemeinsam errichtet würde. Das genügt nach der Auffassung der Machthaber. Wie der einzelne Sol­dat ruht, namenlos irgendwo verharrt, spielt keine Rolle.

Es rotrb in der Sowjetunion Millionen Menschen geben, bfe von dem Schicksal des Mannes, Sohnes oder Bruders niemals etwas erfahren. Wo sie ruhen, wird immer in Dunkel gehüllt bleiben. Sie ielen nicht als tapfere Soldaten, sondern nur al» Teile einer anonymen, willenlosen Masse. Sie mußten sterben wie zum Tod verdammte, und so verscharrte, man sie auch. Wer einmal nur gesehen hat, wie die gefangenen Bolschewisten selbst ihre Kameraden aus der eigenen Kompanie vergraben, der sieht ein zweites Mal nicht zu. Keiner denkt auch nur daran, die Namen festzustellen. Keiner zeigt auch nur die Spur einer innerlichen Bewegung ober Anteilnahme. Keiner denkt daran, auch nur irgendwie die Ruhestätte ein wenig auszugestalten oder nur ein kleines Zeichen des Gedenkens darauf zu setzen. In Gruben werfen sie die Kameraden, recken das Loch mit Erde zu und trampeln diese noch so fest, daß kein Hügel Übrigbleibt. So weit ist schon das Innere dieser Menschen abgestorben, daß selbst der Begriff des letzten, selbstverständ­lichen Ehrendienstes für den Kameraden ihnen fremd ist.

Allein in dieser gegensätzlichen Auffassung von der Achtung vor dem Heldentode des Soldaten zeigt sich ein Unterschied in der gesamten inneren Hal­tung zweier Welten, der beider Wert deutlich er­kennen läßt. Er erhellt aber auch schlagartig vieles Ungekannte und Ungeahnte. Schon die Mißachtung her Majestät des Todes an sich offenbart einen Tiefstand der Zivilisation, der noch über das früher angenommene Maß hinausgeht. Man sagt, es seien Seele und Kultur eines Volkes daran am besten zu erkennen, wie es seinen Toten in Krieg und Frieden Ruhestätten gibt. Wohl niemals hat sich eine Wahrheit treffender beweisen lassen, als diese an den Gräbern" deutscher Soldaten im Osten im Vergleich zu den Massengruben sowjetischer Ge­fallener.

Schon allein die Trostlosigkeit der Dörfer und Behausungen, das in allen Dingen genormte Leben ist einfach niederdrückend. Alles ist ohne persönliches Gesicht, ohne ein Zeichen eines eigenen Lebens. Man muß die Sowjetherrlichkeit ohne Tünche selbst erlebt haben, um ganz begreifen zu können, was man aus Menschen und ihrer Umgebung machen kann und in welcher Weise man systematisch jedes Gefühl und jede persönliche Regung abgetötet oder erdrosselt hat. Nichts Echtes, dos ein erhebendes Gefühl geben könnte. Die riesigen Kästen der ge­wollt neuartigen Bauten wirken nicht als etwas Großes, Schönes, zu dem man aufsehen könnte, sie wirken bedrohend und geheimnisvoll-verängstigend. Nirgendwo ist wahrer Inhalt. Volksparks und Sportplätze präsentieren sich. Natürlich genormt Mächtige Figuren ober Statuen davor und drinnen. Sieht man genau hin: Alles aus Holz! Mächtige Embleme: Pappe und Holz. Selbst die Statuen des großen Lenin" sind überall gleich: Massenware aus Eisenguß. Die Düsterkeit der Wohnungen selbst repräsentiert einenLebensstil", der keine Freude am Hellen, Schönen, Eigenen zuläßt.

In diesen Winkeln, in denen selbst die Möbel sofern vorhanden genormt sind, kann keine Seele leben. Da kann kein Mensch frei atmen und sich seines Daseins freuen. Der erzwungene Verzicht auf das Eigenleben auch in der Familie und in der Wohnung, die Tötung jedes individualistischen Ge­schmackes ober einer persönlichen Regung ist ge­radezu zu diktatorischem Gesetz im Leben geworden. Das geht sogar so weit, daß es in den meisten Dör­fern und Städten in der Wohnung nur einen Laut­sprecher gibt, der mit dem Radiogerät des Kom­missars oder einesZuverlässigen" verbunden ist! nur was er für richtig und gut befindet, hören bann die Menschen.

Natürlich ist, gerade bei der Landbevölkerung, > auch nicht der Ansatz eines Versuches zur Hebung , des Qcbensftanbarbs gemacht wordep. Nirgendwo , ist mchr der Drang nach Schönem, Besserem zu

Kleiner Blick ins Leben.

Von Peter Mattheus.

Mein Fenster geht auf einen stillen, mit Bäu­men bestandenen Hof hinaus, der rundum von hohen Mauern umgeben ist. Wenn ich schreibe still", so meine ich damit, daß weder Lautsprecher noch Grammophon die Ruhe unterbrechen nur Dogelstimmen.

Ich habe vor dem Fenster ein Brett angebracht, euf dem ich täglich einige Male Futter streue. Die Drosseln kommen nicht, wohl aber die Grünlinge und Spatzen. Die sitzen während ich noch streue bereits aüf den Äesten der benachbarten Bäume und machen lange Hälse. Sie stehen sozusagen an. Und kaum habe ich das Fenster geschlossen, kommen sie angeschwirrt. Es wird bann draußen auf dem Brett außerorbentlich lebendig. Zippel, mein zahmer Wellensittich, ber mir häufig auf der Schulter sitzt, findet es hübsch, und ich finde es auch hübsch.

Mitunter aber mache ich auch unerfreuliche Beob­achtungen. Neid ist ein häßlicher Charakterzug, der nicht nur Menschen eigen ist. Unter Vögeln scheint er besonders verbreitet zu sein. Viele legen sich mit ihrem ganzen Körper über das Futter, machen sich so dick wie möglich und beißen alles weg, was in ihre Nähe kommt. Mit einer bemerkenswerten Wut! Und das tun sie nicht etwa, weil nicht qe- nügenb Futter da ist, sondern ganz offenbar, weil sie es nicht gerne sehen, daß andere auch fressen.

Tagtäglich erscheint ein Grünfink, der sich in die­ser Hinsicht vor allen anderen auszeichnet. Ich er­kenne ihn an einem völlig unvorschriftsmäßigen Fleck am Hals. Er übertreibt die Sache. Kaurn ist er auf dem Brett gelandet, fährt er mit aufgerisfe- nem Schnabel und gespreizten Flügeln wie ein Teufel hin und her und stürzt sich auf jeden, der da sitzt und frißt. Er ruht nicht eher, bis er alle meine anderen Gäste vertrieben hat und auf dem Brett allein ist. Dann hockt er sich sichtlich tief befriedigt hin und schlingt in sich hinein, daß ihm die Augen aus dem Kopf quellen. Ein verabscheu­ungswürdiges Bild ber Gier und Selbstsucht.

Oft schon war ich in Versuchung, in solchen Augen­blicken an die Scheibe zu klopfen und ihn zu ver­jagen. Als rächende Nemesis gewissermaßen. Aber Immer hielt mich der Gedanke zurück, ob mir wohl

Das Msserkreuz.

Berlin, 27.Febr. (DNB.) Der Führer ver­lieh bas Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Ge­neralmajor Rudolf Frhr. von Roman, Kom­mandeur einer Infanterie-Division: ^Sturmbann- fiihver Karl Ullrich, Kommandeur eines Pionier- Bataillons in einer ---Division: Hauptmann Her­mann Harrendorf, Kommandeur eines Infan- terie^Dataillons; Rittmeister Karl-Walrad Prinz zu Salm-Horstmar, Kommandeur einer Auf­klärungsabteilung: -- -Sturmbannführ er Kleff» n e r, Führer eines Kradfchützen-Bataillons in einer ---Division: Leutnant Josef Bremm, Kompanie­führer in einem Infanterie-Regiment.

Ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Goring, an: Hauptmann Erich Krebs, Batterieches in einem Flakregiment: Oberleutnant Sattler, Flugzeugführer in einem Sturztamp fgeschwader.

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Generalmajor Frhr. v. R o ma n hat sich im Ver­laus des Kampfes gegen die Sowjets immer wieder durch den ständigen aufopfernden Einsatz seiner Person um die erfolgreiche Führung seiner Division höchste Verdienste,erworben. Sein Erscheinen in ber , vordersten Linie strahlte jedesmal eine derartige Zuversicht aus, daß seine Soldaten durch bas heldenhafte Beispiel ihres Divisionskommandeurs zu fanatischem Abwehrwillen angespornt auch schwierigere Lagen immer wieder bereinigen und die Durchbruchsversuche der Sowjets vereiteln konnten.

---Sturmbannführer Karl Ullrich erwarb sich als Führer einer Kampfgruppe besondere Ver­dienste um die Verteidigung der Orffchaft Kobyl­kina, die als Stützpunkt für unsere Abwehrfront von besonderer Bedeutung war. Mehr als zwei

Angriffs auf Libyen durch die Flotte in Form von Kustenbeschießungen, von schneller Heranführung von Personal und Material, wurde für die Truppen Rommels derart lästig, baß die deutsche Seekriegs­leitung sich entschloß, den italienischen Kameraden eine Anzahl Unterseeboote zu Hilfe zu senden.

Der Versenkung derArt Royal^ folgte jetzt ein Angriff auf englische Kriegsschiffe nach dem anderen. Abgesehen von den Erfolgen der Italiener wurden durch unsere Unterseeboote versenkt bas Schlacht­schiffBarham", ber KreuzerGalathea", ein wei­terer Kreuzer berLeanber"-Klasse, zwei Zerstörer, zwei Bewachungsfahrzeuge unb ein Kanonenboot, daneben zehn Transporter. Diesen Totalverlusten schlossen sich an die schweren Beschädigungen des SchlachtschiffesMalaya", von drei Zerstörern, einem Torpedoboot und drei Transportern. Die Beschädi­gung des SchlachtschiffesMalaya" wirb ganz be­sonders empfindlich sein, da Dockgelegenheit für diese Schiffsart im ganzen Mittelmeer lediglich in Malta vorhanden ist. Malta aber ist seit Wochen derart andauernden Flugzeugangriffen ausgesetzt, baß sich dort Kriegsschiffe längere Zeit gar nicht mehr halten können.

So wurde in wenigen Wochen das erreicht, was beabsichtigt war: eine ununterbrochene Schädigung und Bedrohung ber britischen Seeverbindungen. Die deutsch-italienischen Afrikakämpfer wurden so we­sentlich unterstützt, daß Generaloberst Rommel seine neue Offensive beginnen tonnte. Auch die italienische Kriegsmarine hat die notwendige Entlastung er­halten. Die Angriffe aus die ihrem Schutz unter­stellten, nach Afrika gehenden Geleitzüge haben be­deutend nachgelassen. Die englische Mittelmeerflotte hält sich mehr im Osten zurück.

Auch im Atlantik waren unsere Unterseeboote in diesen Wochen erfolgreich. Sie versenkten den briti­schen KreuzerDunedin", den Flugzeugträger Unicom", den ZerstörerStanley", einen weiteren Zerstörer und zwei Geleitboote. Unstreitig haben alle diese Verluste die Gesamtpläne der englischen Admiralität beeinflussen müssen. Man ersieht es daraus, daß es ihr nicht gelungen ist, wie im Unter» Haus heftig getadelt wurde, die im Pazifik dringend nötige Zahl von Schlachtschiffen zur Verfügung zu stellen.

Unterseeboote auf allen Meeren! Glänzende Er­gebnisse sind bereits erzielt gegen Seestreitkräfte so­wohl als auch Im Handelskrieg, lieber 15V? Mil­lionen Tonnen an Schiffsraum versenkten allein die deutschen Boote irh Verein mit der Luftwaffe. Die jetzt auf ein gleiches Ziel hinarbeitenden Kriegs­marinen der drei verbündeten Großmächte werden Ergebnisse bringen, denen auch das auf dem Pa­pier phantastische Schiffsbauprogramm Roosevelts kaum gewachsen sein wird.

zum Teil vernichtet und der Rest völlig zersprengt wurde. Auch am 15. Januar warf Leutnant Bremm in schneidigem Angriff, seinen tapferen Infanteristen öoranftürmenb, bie Bolschewisten in Stärke von etwa zwei Bataillonen aus einem wichtigen Ort hinaus. Sein fortreißender Schwuna war für bie Kampfführung feines Regiments und der Division von entscheidender Bedeutung.

Hauptmann Erich Krebs hat in zahlreichen schweren Kämpfen gegen die Sowjetunion höchste Einsatzbereitschaft und bedeutendes Führungsgeschick gezeigt und seine Batterie zu stolzen Erfolgen ge­führt. Bei harten Panzerabwehrkämpfen schwer ver­wundet, eilte er, obwohl er noch nicht ausgeheilt war, zu seiner Batterie zurück, an deren Spitze er erneut hervorragende Waffentaten bei der Abwehr feindlicher Angriffe vollbrachte.

6in Oberhefse.

Oberleutnant Hans Karl Sattler, am 12.3. 1917 in Herbstein geboren, hat sich als Ketten­führer einer Sturzkampfstaffel auf allen Kriegs­schauplätzen durch sein Draufgängertum und seine schneidigen Angriffe hervorragend ausgezeichnet und in kühnen Sturz-, und Tiefangriffen an den Brenn­punkten der Kampfe im Osten der 6rbtruppe we­sentliche Hilfe und Unterstützung gebracht. Auf der Halbinsel Krim gelang es ihm, trotz schwerster feind­licher Abwehr, starke feindliche Truppenansamm- langen zu zersprengen und einen Panzerzug, elf Flak- und Artilleriestellungen sowie 50 Fahrzeuge zu vernichten. Bei Angriffen auf Schiffe in den Krim ha fen hat er einen Frachter von 8000 BRT. versenkt und auf mehrere Transporter Volltreffer erzielt. Im Donezbecken hat er bedeutenden Anteil an der Zerschlagung feindlicher Gegenangriffe. Als kennzeichnend für seine selbstlose Einsatzbereitschaft ist heroorzuheben, daß er auf einem dieser Flüge trotz schweren feindlichen Artilleriebeschusses die Be­satzung eines zur Nollandung vor den eigenen Li­nien gezwungenen Flugzeuges aufnahm und sicher zum Einsatzhafen zurückbrachte.

Wochen rannten die Sowjets unter erheblichen Ver­lusten an Menschen und Material vergeblich ge$en die deutsche Kampfgruppe an, die durch ihren Füh­rer immer wieder zu erfolgreichen Gegenstößen mitgerissen wurde.

Hauptmann Harrendorf war als Bataillons­kommandeur durch feine Willensstärke und uner­schrockene Führung und durch seine Ruhe und Be­sonnenheit seinen tapferen Infanteristen das bei­spielhafte Vorbild zur Hergabe der letzten Kraft. Ihm ist es zu verdanken, daß der mit allen Mitteln und aller Kraft versuchte Durchbruch unter unge­heuren blutigen Verlusten der Sowjets immer wieder abgeschlagen wurde.

Bei einem Truppenoerband, der Mitte Februcrr zu einem Gegenangriff angesetzt wurde, führte Ritt­meister Karl-Walrad Prinz zu Salm-Horst- mar ein Infanterie-Bataillon. Dank der umsich- digen Anlage und der ausgezeichneten Führung ourch Rittmeister Prinz zu Salm, der mit wenigen Angehörigen seines Stabes voranstürmte und selber hervorragend tapfer kämpfend das Bataillon vor- wärtsriß, führte dieser Angriff zur Wiedereinnahme eines wichtigen Ortes und durch die Vernichtung der Sowjets zu einem vollen Erfolg. Auch als Rittmeister Prinz zu Salm durch Beinschuß ver­wundet war, behielt er die Führung des Bataillons, das eine bedeutungsvolle Entscheidung errang.

---Sturmbannführer Franz Klefsner zeichnete sich als Führer der Kampfgruppe Bjakowo hervor­ragend aus. Durch sein tapferes Vorbild und feine sichere Führung wurden die Angehörigen (einer Kampfgruppe zu höchstem opfermutigen Einsatz cm- gefeuert So wurden zwei Wochen lang alle An­griffe der Sowjets, die oft auch mit schweren Pan­zern vorgetragen wurden, unter erheblichen Ver­lusten an Menschen und Material für die Bolsche­wisten erfolgreich abgeschlagen.

Leutnant Josef Bremm zeichnete sich am 22. Dezember 1941 dadurch aus, daß er aus eige­nem Entschluß mit seiner Kompanie zum Gegen­stoß ansetzte, durch den ein Bataillon der Sowjets

Durchführung des USA.-Freigabegesetzes, einige . Zeit spater, bezifferte man bereits seinen fapitalb ierten Wert auf zwei Milliarden Dollar, denen

Deutsche Soldaten haben seit Juni des vergange­nen Jahres Gelegenheit, fidj selbst zu überzeugen, was in der Sowjetunion Schein und Wirklichkeit ist. Sie tun es mit offenen Augen. Sie erleben im Ablauf des Alltags unb in der Schau der Dinge den Geist derjenigen, die hier befohlen haben. (Sie erleben aber auch im hinterhältigen Kampf gegen sich die praktischen Auswirkungen eines mit allen Mitteln hochgezüchteten Systems der Vernichtung und Abtötung jeden menschlichen Gefühls.

Was wohl am meisten ausfällt und gerade für uns Deutsche so unglaublich erscheint, ist die Seelen- losigkeit, die Abgestumpftheit der Menschen gegen­über allen Gefühlen ober inneren Regungen unb besonbers gegenüber bem Tob. Zuviel Grausamkeit, Morb unb Vernichtung auf allen Gebieten mensch­lichen Daseins haben sie schon erlebt, als baß sie abgebrannte Dörfer ober Totenfelber bes .Krieges berühren könnten. Kaum einmal zeigt sich eine Regung, bei Frauen oft keine Träne. Der Verlust ber eigenen Behausung berührt sie nicht. Es war ja doch nicht ihr Besitz. Morgen waren sie vielleicht, so war es bisher, irgendwo sonst gewesen, in einem anderen Kolchos, in irgendeiner anderen Gegend unb boch im gleichen Zwang. Es ist ein stumpfes Sich-in-das-Schickfal-fügen. Nirgendwo Auflehnung, weil ihr Inneres zerbrochen ist. Mübe, ohne Glau­ben an ein gutes Lehen ober gar an eine Zukunft, leben sie dahin. Sie sinb entwurzelt unb heimatlos, bewußt jedes inneren Haltes beraubt worden.

*

In der Sowjetunion erlebt man in der Schau der Wirklichkeit unb im Vergleich mit Deutschland was es heißt, als Bauer seine Erbe lieben ober im Kolchos sie nur als ein Stück betrachten zu müssen. Man muß als Bauer die Erde wie eine Mutter lieben, dann gibt sie Freude unb Kraft. Man muß sie pflegen wie ein teures Kinb, bann ist sie reich und gut an Gabe. Man muß mit ihr verwurzelt, sie muh ein Stück bes Bauern selbst sein. Sie ver­gilt bann Treue mit Treue. Wo aber sieht ober fühlt man bort so etwas? Nirgenbwo! Verlassen, schlecht unb lieblos behcmbelt erscheint bie große Er»

Der Spatz erwartete ihn, ohne seine Stellung im geringsten zu verändern. Er würbe nur, wie durch ein Zaubermittel, fast doppelt so breit wie vorher. Dann hackte er zu ein einziges Mal, nicht öfter! Ruhig, fest und kraftvoll, so wie ein Meisterboxer einen lang geübten Schlag anbringt. Unb taumelnb, mit ben Flügeln schlagend unb sicht­lich stark beeinbruckt verschwand der Grünling