r»em Opfer liegenden Mantcl die Brieftasche mit 8 Stück Hundertmarkscheinen verschwanden. Gletcb nach Entdeckung der That wurde die Bürgerschaft aufgeboten und durchsuchte ben „Untzrroalb*, wo das Verbrechen hart am Ausgange begangen worden war. AbeudS 8 Uhr brachte man unter großem Zudrange der Bevölkerung den'Misse- thöter ein. Der Verbrecher ist ein G-fährte d;S Erschlagenen. Durch schlechte Wtrtb- schaft heruntergekommen, hatte er sich durch den an seinem früheren Freunde verübten Raubmord in eine bessere materielle Lage bringen wollen. Er lauerte demselben auf, flab ihm zunächst mehrere Hiebe mit einem wuchtigen eichenen Knüppel auf den Hjnter- fopf, belaubte ihn dadurch und verstümmelte ihn dann In der angegebenen We'se. Nach vollbrachter That versteckte der Mö-der seinen Raub, welcher b's jetzt noch nicht aufflcfunben wurde und erreichte dann auf Umwegen obigen Ort. Den Tag über hat 1! 'V??vaufern herumgetrteben, um den Verdacht von sich abzulenk-n. Seine
blutigen Kleidungsstücke sind nebst dem mit Blut überzogenen Knüppel von der Polizei oufgefunden worden.
Gingejandr.
- , . ., . _ , Gieße«, 28. December.
E nsender dieses wohnte am Sonntag den 21. December d. I. tn der Turnhalle der höheren Töchterschule einer Chrtstbescheerung für arme Kinder bet. Obwohl diese Feier tn der einfachsten Art arraugtrt war, so ließ sie doch nichts zu wünschen übrig.
Em erhebender Gesang gab die Einleitung, hierauf erfolgte eine zu Herzen 6t?lnbAJÜn^Pm(^e durch Herrn Reallehrer Kahl, bann Bescheerung unter festlich geschmücktem Baum an die armen Kinder, worauf Gesang den Schluß bildete.
Diese B-scheerung war veranstaltet durch den Verein, welcher sich zur Aufgabe gestellt hat, Ctgarrenspttzen rc- zu sammeln, um auf Weihnachten arme Kinder zu kleiden.
Wie ich erfahren, besteht dieser Verein Überhaupt nur aus 7 Mitgliedern. Diesen Wmtgen ist eS ober gelungen, allerdings mit Hülfe freudiger Opferwllltgkett der Einwohner Gießens, 15 Kinder von Kops bis zu Fuß in diesem Jahre neu zu kleiden.
Wer die Kleider gesehen, hat sich jedenfalls von Güte und Dauerhafttgkeit über- zcugen können.
Ganz besonders erwähne ich des Gesangvereins der ^Bürger-Gesellschaft". Diesen jungen Leuten ist nicht nur zu danken, sondern ihnen hoch anzuerkennen, daß sie das menschenfreundliche Unternehmen mit ihrem ausgezeichneten GesangS, vortrag unterstützten. Hierdurch gestaltete sich der humane Act zu einer erhebenden Jeter für die Anwesenden.
Möge es dem Letter dieses kleinen Verein«, Herrn Restaurateur Schnell, gelingen, noch recht viele Mitglieder für die edle Sache zu gewinnen, mögen die Etn- wohnrr Gießens tn bekannter Güte auch ferner ihr Schelflein steuern, damit tn folgenden Jahren tn gleicher Weife armen Kindern eine Freude bereitet und mancher be. kümmerten Mutter eine Sorge vom Herzen genommen werden kann. —t.
— Mit freudigem Bestreben widmen sich unsere Gesangvereine dem deutschen Liede, um es zu pflegen und ihm eine heimische Stätte zu sichern bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit. Es muß dieses Bestreben hoch anerkannt werden, um so mehr, da, der Gesang zur Veredelung und zur allgemeinen Erbauung beiträgt. Einen schonen Beweis dafür lieferte am Sonnabend die Bürgergesellschaft bei ihrer Weihnachtsfeier, welche durch ein Concert die rechte Weihe empfing. Die Leistungen des Gesangvereins unter Leitung des Hrn. Franz Bauer legten von der Umsichtigkeit des Dirigenten cm umfassendes Zeugniß ab. Neben dem Mannerchor, der wohlqeschult und pracis auftrat, brachte der erst jüngst gebildete gemischte Chor, welcher jugendlich frstche Damenstimmen zu den feinigen zahlt, das reizende Neßler'sche Lied: „Wenn sich 3iuei Herzen icheiden zu schöner Geltung. Eine angenehme Abwechslung bot die von Herrn Bauer vortrefflich vorgetragene Cavatine von Rass für Violine und durch ein Melodrama: „Die Weihnachtsfee" (Gedicht von Pfeil), Musik von Tschirch, fand das Concert einen würdigen Abschluß. Ein Jeder, der der Abendunterhaltung beiwohnte, wird mtt uns in dem Wunsch einstimmen, daß der Gesangverein blühen und fort; befielen woge, damit das schone deutsche Lied noch recht oft seinen Zauber auf dir Zuhörer ausube. Geduld und eine berufene leitende Kraft, das sind drei ^actorcn, die einem Gesangverein stets hohe Ehren eintragen. j a —
Theater.
n . . r,„ Gießen, den 28. December 1884.
• u - leichtgeschürzten Erzeugnissen, welche der Humor heroorbringt,
giebt cs ivohl felten einige, die sich eines wohlthätigen Erfolges erfreuen dürfen und 2 A ehrwürdiges Alter erreichen, wie dies bei Emil Pohl's „Goldonkel" der Fall ist. Derselbe begegnet uns hie und da noch heute als ein gern gesehener Gast, dient vielen Theaterdireettonen als Lückenbüßer und gefällt dem allgemeinen Publikum immer wieder. Warum auch nicht? Ein Jeder sucht sich gern einmal auf einige etunben dem Ernst des Lebens zii entziehen, um recht von Herzen lachen zu können ilnd dazu bietet der „Goldonkel" vollauf Gelegenheit, selbst wenn die Aufführung der Pofie an Mangeln zu leiden hat, wie am Sonntag auf unserer Bühne; ein ungünstiger Siern .waltete über derselben und manche peinliche Pause, manche Stockung machte sich >M Cnsemble bemerkbar^ wahrend auch der Souffleur zuweilen alle Hände voll zu thun halte. Bei einer Sonntagsvorstcllung kommen allerdings derartige Schwankungen Ä fwr und in mancher Hinsicht sind sie auch zu verzeihen; darum wollen wir dem Beachtenswerthen unsere Anerkennung nicht versagen und müssen deshalb in erster
S 0 m m e r als Laura hervorheben. Das war doch ein Mädchen, welches fesch, sicher und adrett auftrat, mit einem Worte: „ein Capitalmädchen". Wir können uns kaum eine bessere Ladenmamsell vorstellen, als die des Fräulein Sommer. ■■?Cr m n 191 rS'-orJ°n Böhlke), sowie Fräulein Barnow (Rosamunde) beherrschten ihre Rollen vollständig. Herr Director Herrmann gab den alten Juden Blumen- kranz recht gut. Er hielt vor allen Dingen Maß und neigte in keiner Weise zur UÄ'^^bmig was die Darsteller dieser Rolle sehr gern zu thun pflegen. Die Titel- rolle befand sich in den Händen des Herrn Hendrich. Derselbe hatte den Charakter rech, treffend angelegt, wenngleich auch die Durchführung desselben mancherlei zu wünschen übrig ließ; wir setzen dies auf Rechnung kleiner Unsicherheiten im Studium.
$ 91 m (tfjana) füllte sich, wie es schien, ein wenig unbehaglich in seiner Auf; öabe, wahrend sich Fräulein Belgrad mit ihrer undankbaren, kleinen Partie be- sneoigeno absand. __a__
flehen uns nach Neujahr zwei sehr interessante Theater- flnrf H geht zum ecstenmale das neue Treptow'sche Volks -
i? i En Scene, bas sich auf allen deutschen Bühnen als eingebürgert hat. Am 5. Januar folgt in der Reihe der Benefice als
C* bArr ^erEen & a 1 m und Hendrich der erste Thetl von Göthe's uns-«« k8 018 e,n kühnes Wagniß bezeichnen, das titanenhafte Werk
SSnY xCt8 n< be m en0<n Rahmen unserer Bühne bringen zu wollen. Das
hfiend mufir beterneQrLb/fLmCSnj.r 5ofb?bnt übl,(bcn ^^«"9 mit der Lindpaintner- h,» aiLnk m Or^ester tn Scene. Herr Hendrich ist als Regiffeur b? Saison zu machen, hoffentlich wird das beib« tn anbcrer Hinsicht dasselbe thun, umsomehr, da
Sch°"ipielern wegen ihrer von redlichem künstlerischen Streben beseelten
Leistungen Dank für manche genußreiche Stunde fd)n!bef.Q
< P JJf.ber bic kfler zur Aufführnug gelangende Novität, Familie Buchholz, schreibt ^„Au^al : Im Belle-Alliance-Theater hat vorgestern die „Familie Buch- rsn tf 1 l^9ein^t- r^crf Dreptow hat mit seinem neuesten Stücke ein rtHl4i9r°?Cn ganzen gutes und wirkungsvolles Vvlksstück geschaffen und gezeigt, daß er wohlfeilen Hulfsmittel der Couplets und Quodlibets auf der Bühne
•r?”11’ 2lCr l.'ierarnchen „Koche" sind zwar mit ihrer Diagnose auf ÄnS??|lt§9neCiaen * c’Cl bot L'Arronge, da hat ein anderer Pathe
51.8 .wenn es so sträflich wäre, nach L'Arronge's Dttlster zu arbeiten. faU unfinit «5b? eme L'Arrongiade: „Buchholzcn's" sind mitSorg-
Iffant L 9'°^ttet die Handlung .st verständig und selbst inte?;
dfant, bei Dialog halt sich von Trivialitäten fern, so daß man dem Belle; Alliance- --^^ter^ur^Acmiirlrung dieses Stückes Glück wünschen kann-
Dr. med. H. Gensch,
Mepertoir der vereinigten Stadttheater;u Frankfurt a. W
ÄÄ U6r: 11,1
@tma6™e ,bCn 3t ®,C,mbir: N°chm«tagS 3'/. Uhr: Stil @u!enf»lee,l.
Donnerstag den 1. Januar: Die Meistersinger.
3‘"’Uar: St^a"llaBä b'/. Uhr: rill Eul.»spl,g«l. <h*
6r„i6»!c.btnSlb%3a?76-: Ä'XXT IUI eUl<”,Ple6eU ®aÄor^n.U6r: $l“
wmmnA Ä' December: ^F r!u n^v^F^ltz. Anfang 7 Uhr.
Mittwoch den 31. December: Rosenmüller und Finke. Anfang 7 Udr. ?°u”er8Ja0 h6"1, ^Qnuarän^,e,enb5nbe- Außer Abonnement. Anfang V-7Uhr.
Freitag den 2. Januar: Wilhelm Teil. Anfang 7 Uhr.
Samstag den 3. Januar: Ein Glas Wasser. Anfang 7 Uhr.
Sonntag den 4. Januar: Veilchens ress er. Anfang 7 Uhr.
handel «Ad Verkehr.
JL OW-OOOfU&frn2h7' Auf dem heuttgen Markt kostete der Centner Heu
1 nimrifnt °j£ 9^^0.00—0.00, Eier das Hundert jl 5 90—9.60, Butter
er S o Qualität JL LOO, Kartoffeln per Centner 2 00__2 50
Kohlrabi 3-0^ er. St, @rb[cn 100 fi8.22.00-30.00 jH.. 9iot6traut pr. ®L 15-35 Jl Poularden JL 0—0, Huhn «^L 1.00—2.00, 1 Ente Jt 2 00__2 70 i Tniibp 40 fiu V
H°bn 1.90-2.00, Gans 6-10.00, ffidfdje £ 5 00-M)0 ' w—60 J,,
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadl Gießen. Evangelische Gemeinde.
t Getraute.
ju Gießern 2L $)fC<m6<r' Johannes Schwegler, Gärtner und Elisabeth Welker O--°n°m«n'Ebb«bakb H'-L-^u GNß-n"'" und M-r.- Kalharin- H-m.l, T°ch,erd-s T°chI-r^?FuL°nn^PMp^W.L7'^^ U"b H-url-.'-W.ll«, ^bnselden. Friedrich Ludwig Richard Volck, Kaufmann zu Berlin und Marie Flory lu Gichen^ Obertelegraphen-Asfistenten Christian Friedrich Ferdinand
__ Den 27. December. Emil Georg Schlapp, AmtSanwalt lu Binnen und Mntdiid» wÄn™»™i'e”K. z,*‘" “ «!»««»-»»i. »■ ».« ä ssssr säe s
Karl Emil Philipp
Denselben. Dem Maurer Martin Melchior ein Sohn, Gustav Martin Ludwig, geboren den 3. November.
_ E Getaufte.
ChrlstlknKari, Än e,n 3»»™"«
6en 12^>Dctpber ®‘m @i,lof|cr D,t0 Müller eine Zoster, Sophie Johanna, geboren mlttp,X^b^^^ope^r.ÄUlf(5eC SjtI @lr05 "" S°h°. Johannes Adam 6eE»ren$‘en219.2)@e™ember.®;m 8Inbrea3 8auber tin Sot>n ■ 6elnri<e, @lifabÄo"en b?n U.lnoÄr. $odi,er' Sir,6a ®m,t“
21 £)ctoberelbCn’ @cbtclner Steinmetz eine Tochter, Lina, geboren bett aib.tÄ,bnni.n®0mOÄann ™ar,,n ®4'eI S°6"' Reinhard Wilhelm
Denselben. Dem Kaufmann Robert Heinrich Stuhl em Sohu, Friedrich Ludwig, gevoren den 11. Qctober.
ben IT^Oclöber' ®im S“8l^n't 3°kob Rühl eine Tochter, 8 na Elisabeth, geboren
H!nrichEebo^-L°N—7b 5"b'-nl
Denselben. Dem Lackirer Philipp Lang ein Sohn, Karl, geboren den 29. Octbr. - .. ^enJelbe”- Dem Bäckermeister Eduard Noll ein Sohn, Eduard Wilhelm Philipp Emil HanS, geboren den 12. November. v vv upp
Denselben. Dem Kaufmann Franz Schmidt ein Sohn, Karl Leopold Arndt geboren den 4. October. *
Ln.se, XSaÄ” Mnb"ae ®abel Auguste «a.har.ne
v = Den 26. December. Dem Arbeiter Wilhelm Gan, eine Tochter, Lina, geboren den 5. November.
v Denselben. Dem Kaufmann Karl Müller ein Sohn, LoutS Karl Adolf, geboren den 24- Oktober.
Denselben. Dem Agent Heinrich Krieb II. ein Sohn, Christian Wilhelm Emil Hugo, geboren den 8. November.
Denselben. Dem Schuhmacher Ludwig Theodor Wiedmeyer eine Tochter, Minna Caroline Luise Frieda, geboren den 14. October.
Denselben. Dem Rangirer Wilhelm HauSmann eine Tochter, Christine Elisabeth geboren den 8. December. '
Denselben. Dem Schlosser Karl MattheiS eine Tochter, Karoline Luise Marie, geboren den 2. November.
. _ Denselben. Dem Taglöhuer Ludwig KlooS eine Tochter, Katharina, geboren
den v. November.
nn Denselben. Dem Fuhrmann Wilhelm Hahn ein Sohn, Wilhelm, geboren den 22. November.
Denselben. Dem BezirkSbauaufseher Johann Peter Senßfelder ein Sohn, Carl Eduard, geboren den 18. November.
Denselben. Dem Kaufmann Konrad Josef Keller eine Tochter, Emma Minna, geboren den 15. November.
Denselben. Dem Schreiner Heinrich Karl Dickhardt eine Tochter, Johanna, geboren ben 2. December.
Denselben. Dem Schutzmann Peter Mulch ein Sohn, Theobor Wilhelm, geboren den 2. December.
Denselben. Dem Schreiner Johann Friebrich August Hofmann ein Sohn, Otto Ludwig, geboren ben 6. October.
Beerdigte.
~ Den 20. Decemher. Johannes Arnold, Küfermeister, alt 43 Jahre, starb beit 17. December.
Den 25. December. Georg Malkomefius, Metzgermeister, alt 47 Jahre, starb den 22. December.
Denselben. Elisabethe FormhalS, ledige Tochter deS verstorbenm Maschinen- putzerS Heinrich FormhalS, alt 21 Jahre, starb den 22. December.
Zur geft. BeachtuuG
SchriMche Anfragen »egen AuskmftSerHMt»g über Inserate rc. Hum-n e* mir bann beantwarten, wenn ben^efben eine Freimarke für bk Rückantwort betgelegt fft lieber Inserat« bezüglich deren Offerten eintüvei^en sind, ist bk GMedttion W keinerlei Auskunstsertheilungen beUgt. OßcrkEGe sind — soweit kme bestimmte» gegentheilisev Abmachungen »etr-sten wurden — in der Erveditton abzuholen.


