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?cr französischen Hauptstadt. Tie Geschichte lehrt gerade mit Bezug auf die ti so leicht erreabare Pariser Bevölkerung. KoL nft nur
Verlust, welches
Telegraphische Depeschen.
Wolff s teLegr. Eorresponderrz'Bareau.
Berlin, 28. Januar. Der verschobene Hofball ist auf den 4. Februar verlegt wordeu, damit der Kaiser demselben sicher beiwohnen kann.
— Bezüglich der Aeußerung Windthorst'S im Landtage, er habe von Düsseldorf auS dem Generalsuperintendenten Baur eine Disputütisn angeboten und keine Antwort erhalten, wird die .Kreuzzeitung" von Baur um die Mitthetlung ersucht, daß er von einem solchen Anerbieten weder brieflich noch durch Zeitungen, noch sonstwie ein Wort gehött habe, also auch nicht in die Lage gekommen sei, da8 Anerbieten anzunehmen oder abzulehnen.
— Bei dem Letchenbegangniß LaSker'S waren in der Synagoge anwesend die ReichstagSpräsiventen v. Levetzow, v. Heeremann, die früheren Minister v. Bernuth, Camphauscn und die Mitglieder der liberalen Parteien. Auch Conseroative und Klerikale waren anwesend, wie v. Behr-Schmoldow und Windthorst und einige Mitglieder der Universität. Oberrabbiner Fränkl entwarf ein Lebensbild LaSker's, alsdann widmete Friedrich Kapp dem Verstorbenen einen Nachruf und legte NamenS seiner Parteigenossen einen Kranz auf den Sarg. Der Zug mit LaSker'S Leiche nach dem Friedhof erfolgt programmmäßig. Prediger Maidaum hielt vor dem in der Halle niedergesetzien Sarg die Trauerrede und theilte den Beschluß der Judengemeinde mit. daß LaSker'S Leiche in der Ehrenreihe der Frommen ruhen sollen Hierauf erfolgte die Stnsenkung des SargeS.
—- Der Volkswirthschaftsrath nahm in der heutigm Schlußsitzung die Grundzüge der Regierungsvorlage mit allen gegen eine Stimme an. Der Minister Bötticher dankte der Versammlung NameuS der Staatsregierung für die treue und gewissenhafte Thetlnahme an den Berathungen und hofft, dieHülfe des Volkswirthschaftsraths werde der Regierung auch künftig nicht fehlen. Wenn die ernste Arbeit, welche dem VolkS- wirthschaftSrathe in der diesmaligen Vorlage gewidmet worden, auch bei den künftigen Berathungen zu Tage treten, so werde die Thätigkeit des Volkswirthschaftsraths sich
als Gäste.
। Uhr.
F. W
Bureau r Schulstraße 7.
Nr. 4 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 25. d. M., enthält:
(Nr. 1527.) Verordnung, betreffend die Consulargerichtsbarkeit in der Regentschaft Tunis. Vom 21. Januar 1884.
(Nr. 1528.) Bekanntmachung, betreffend die Einfuhr von Pflanzen und sonstigen Gegenständen des Gartenbaues. Vom 23. Januar 1884.
Gießen, den 29. Januar 1884. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann.
f° leicht erregbare Pariser Bevölkerung, daß es oft nur eines Funkens bedarf, um diesen Zündstoff zur Explosion zu bringen, und das Bestreben, diesen Funken zu werfen, ist offenbar auf monarchistischer wie auf ultraradikaler Seite vor- hrnden. Bon den llltraradikalen läßt sich dies ohne Weiteres voraussetzen und was die Monarchisten, speeiell die Bonapartisten, anbelangt, so will die Regierung des Herrn Fern) die Gewißheit erlangt haben, daß die unter den Polizei- Sergeanten herrschende Unzufriedenheit direet von bonapartistischen Agenten hervorgerufen worden ist. Welche Maßregeln die französische Regierung zu
Golitifchs Ueb-rficht.
Gießen, 29. Januar.
Der Kaiser ist wegen eingetretener Heiserkeit genöthigt, das Zimmer zu hüten, doch ist nicht der geringste Anlaß zu Besorgnissen vorhanden und nimmt der hohe Herr wie gewöhnlich die üblichen Vorträge entgegen. Nur wurde der erste SubscriptionS-Ball, welcher in voriger Woche stattsinden sollte, verschoben, da der Kaiser auf demselben zu erscheinen wünscht. Dagegen fand am Donnerstag auf ausdrücklichen Wunsch des Kaisers die für diesen Tag an- gesetzt gewesene große Cour im königlichen Schlosse statt, womit die Reihe der diesjährigen größeren Winterfestlichkeiten am Berliner Hofe eröffnet worden i|t
Das preußische Abgeordnetenhaus hat in der letzten Woche seine Arbeiten recht rasch gefördert. In zweiter Berathung wurden die Etats ^er Eisenbahn-Verwaltung und der Bergbau-, Salinen- und Hütten-Verwaltung, sowie — am Freitag — die Secundärbahn-Vorlage erledigt; letztere ging an die Budget-Commission. Minister v. Maybach erklärte hierbei, den vielfachen Wünschen um Anlage weiterer Secundärbahnen stehe die Regierung nicht unsympathisch gegenüber, doch könnten alle Wünsche, so berechtigt die Mehrzahl auch sei, nicht auf einmal befriedigt werden. Eine recht lebhafte Geschäftsordnungs-Debatte entspann sich hierauf bei Tit. 9, Cap. 83 des Etats des Ministeriums des Innern (außerordentliche Remunerationen und Unterstützungen), m Folge des Richter'schen Antrages, das Haus möge sich gemäß eines frühe-M Beschlusses die aufgestellte Nachweisung bezüglich des Remunerations Fonds 'vorlegen lassen. Der Antrag wurde schließlich abgelehnt, Tit. 9 selbst bewilligt. Am Samstag beschäftigte sich das Haus außer mit verschiedenen kleineren Vorlagen mit dem Gesetz, betr. Abänderung der Zusammensetzung der Staats- schulden-Commission.
Die Leiche Eduard LaSker's, welche am Donnerstag Abend mit dem Dampfer „Neckar" in Bremerhaven eingetroffen war und in der Wartehalle des „Norddeutschen Lloyd" gelandet wurde, ist am folgenden Tage mittelst Extrazuges nach Berlin übergeführt worden. Bei der Trauerseier in der Lloyd- halle waren der Bruder und der Schwager LaSker's, Reichstags-Abgeordnete, die Ausschußmitglieder des Bremer Neichsvereins und viele Hunderte Theilneh- mender zugegen. Der Bremer BürgerschästS-Präsident, dann der Reichstags- Abgeordnete Baumbach und der Prediger der Bremer Judengemeinde, Lewinger, hielten Ansprachen. Die Beerdigung Lasker's erfolgte am gestrigen Montag.
Die Begnadigung des Bischofs von Münster, Dr. Brinkmann, ist nunmehr laut königlichen Erlasses vom 21. Januar erfolgt. Dagegen bringt die halbamtliche „Prov.-Correjpondenz" der römischen Kurie nochmals in Erinnerung, daß an eine Begnadigung der Erzbischöfe von Cöln und Posen nicht zu denken sei. Gerade weil die Negierung eine Versöhnung und keine Verschärfung der Gegensätze wolle, sei die Wiedereinsetzung der Herren Ledochowüki und Melchers undenkbar.
Hier
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3 Uh, vom
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Die große Sprachen-Debatte, welche am vorigen Donnerstag im österreichischen Abgeordnetenhause ihren Anfang genommen hat, ist eine der wichtigsten parlamentarischen Actionen, die je in Oesterreich gesvielt haben. ES handelt sich darum, der Anerkennung der deutschen Sprache als Staatssprache für Oesterreich eine festere Basis als bisher zu geben und foll die Regierung nach dem Wurmbrandt'schen Anträge veranlaßt werden, hierzu ein allgemeines Sprachengesetz vorzulegen. Daß die slavischen Mitglieder des Abgeordnetenhauses sich gegen den Antrag Wurmbrandt erklären würden, war vorauszusehen, gespannt war man aber aus die Haltung der deutsch-klerikalen Abgeordneten, da es hieß, daß eine Anzahl derselben ihr Deutschthum nicht so weit verleugnen würden, um gegen den Antrag ihres Stammesgenossen zu stimmen. Nun, es hat sich für die Herren ein Ausweg gefunden; die Fraktionen der Rechten haben sich zur Einbringung einer motivirten Tagesordnung vereinigt, welche den Reichsrath für competent zur gesetzlichen Regelung der Sprachenfrage -erklärt. Hinter dieser Erklärung können sich die deutsch-klerikalen Reichsraths- mitglieder verschanzen, wenn sie ihren Wählern Rechenschaft ablegen sollen; an der Ablehnung des Antrages Wurmbrandt ist sonach nicht mehr zu zweifeln. | Die Erregung unter den Pariser Arbeitern, welche auch die mirH Polizei-Sergeanten, wenn auch aus andern Gründen, erfaßt hat, beweist die i" i Ansammlung einer bedenklichen Masse politischen und socialen Zündstoffes in
ergreifen gedenkt, um den Umtrieben der Anarchisten wie der Monarchisten ent- gegenzutreten und zugleich den wirthschaftlchen Nothstand zu beseitigen, ist noch nicht bekannt.
Die Dinge in Egypten sind jetzt so weit gediehen, daß England nicht länger mehr den müßigen Zuschauer spielen kann. Trägt die EntsendunK Gordon Pascha'S nach dem Sudan vorzugsweise einen diplomatischen Charakter, so schreitet jetzt die englische Negierung zu einschneidenden militärischen Maßregeln. Es werden Vorbereitungen getroffen, um erforderlichen Falles sofort ein Corps von 10,000 Mann entsenden zu können und stehen dieselben einmal am 9W, so wird sich England wohl oder übel der Aufgabe unterziehen müssen, den Sudan zurückzuerobern. Welchen Preis dafür der Khedive zahlen müßtet davon giebt das Gerücht eine Andeutung, daß man in London entschlossen fei' die Verwaltung Egyptens einem lediglich aus Engländern bestehenden Ministerium zu übertragen, was gleichbedeutend mit der faktischen Degradirung des Pharaonenlandes zu einem Vasallenstaate Englands wäre.
Die Ergebenheits-Adresse, welche der Moskauer Adel an Kaiser Alexander III. gerichtet hat, wird jetzt vom „Petersb. Regier.-Anz." in ihrem Wortlaute veröffentlicht. Eigenthümlich berührt, daß zu demselben Zeitpunkt ein längerer Artikel der Katkow'schen „Mosk. Ztg." erschienen ist, welcher die immer wieder auftauchenden Meldungen der ausländischen Presse über angeblich bevorstehende Staatsreformen in Rußland als in Nichts begründet bezeichnet. Der Artikel betont, daß die Autokratie des Czaren entschieden aufrecht erhalten werden müsse, die Rußland mit Mühe erworben habe und weist dann auf das „Gespenst" anderer Autokratien hin, die sich mehr und mehr der Geschicke des Landes bemächtigten. Es spiegeln sich in diesem Artikel nur die Ansichten des Petersburger Hofes wieder und so dürfte es mit den russischen Staatsreformen noch seine guten Wege haben.
Auf der chinesischen Insel Hainan, welche die französischen Expeditions-Truppen eventuell als Pfand für die Kriegskosten-Entschädigung besetzen sollen, herrscht große Aufregung. Es wurden daselbst aufreizende Plakate gegen die Ausländer angeschlagen und ein Ausländer mußte sich vor dem wüthenden Pöbel in das englische Consulat flüchten. Es bestätigt diese Nachricht wiederum, daß sich die in China gegen die Fremden herrschende Aufregung keineswegs gelegt hat und die europäischen Regierungen werden gut thun, sich nicht allein auf die Versicherung der chinesischen Regierung, die Ruhe aufrecht erhalten zu wollen, zu verlassen.
Kairo, 27. Januar. Nach einer telegraphischen Mittheilung aus Khartum meldete der Gouverneur von Dongola aus Berber, gestern seien 4 Abgesandte des mächtigen Stammes der Bicharieh in Berber erschienen, hätten ihre Unterwerfung angeboten und um die Erlaubniß gebeten, zur Vornahme von Einkäufen die Stadt Berber betreten zu dürfen. Zugleich hätten sich dieselben verpflichtet, für die Händler von den Karawanen auf ihrem ganzen Gebiete freien und ungehinderten Verkehr zu gestatten und zu erhalten. Der Gouverneur fügt hinzu, die Unterwerfung der Bicharieh's habe den Muth der Bevölkerung wieder gehoben, er hoffe, daß noch andere Stämme dem Beispiele der Bicharieh's folgen würden.
Nr. 2S
Mittwoch den 30. Januar
1884
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