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letzten Aufenthalt und jetzt verflossen sind. Es ist Uns in dieser Zeit bejchieden gewesen, die Vorsehung des Allmächtigen zu erkennen. Denjenigen, welche in dieser Zeit in den Kriegen gefallen sind, ist von dankbaren Herzen ein Denkmal auf dem Niederwald errichtet, um die Erinnerungen an diese Ereignisie aus die spätesten Nachkommen zu vererben. Die Gesinnungen, welche diese Zeit bezeich­nen , konnten auch die Bewohner der Provinz Westfalen nur von Neuem betä­tigen. Die Bewohner der rothen Erde haben gekämpft und gewetteifert mit allen anderen Provinzen des Staates. Sie haben in den glorreichen Kriegen mitgefochten, von denen Sie sprachen und das einige Deutschland ist ein Werk der Armee und der Gesinnungen des Volkes. Ich trinke auf das Wohl der Provinz Westfalen und Namens der Kaiserin und in Meinem Namen fordere Ich die Herren aus, aus das Wohl der Provinz Westfalen und ihrer Haupt­stadt Münster zu trinken: Sie leben hoch!"

Koblenz, 25. September. Ihre Maj. traf heute Nachmittag 3Vr Uhr mit Gefolge hier ein und nahm im Schlöffe Wohnung.

Warschau, 25. September. Die Abreise des Kaisers und der Kaiserin von Liubochenek erfolgt nächsten Samstag oder Sonntag, die Reise geht, ohne Warschau zu berühren, direct nach Petersburg. Der Kaiser hat in den Wal­dungen von Liubochenek und Radziz täglich Jagden abgehalten.

Rom, 25. September. Der preußische Gesandte v. Schlözer ist aus seinem Urlaub hierher zurückgekehrt.

Caleutta, 25. September. In dem Gefängniffe in Mandalay hat eine , Empörung stattgefunden, die nur mit Mühe und unter Anwendung von Waffen­gewalt unterdrückt werden konnte. Wie es heißt, wären dabei mehrere hundert Strafgefangene getödtet worden.

Rom, 25. September. Cholerabericht vom 24. ds. MtS. ES kamen vor: In Alessandria 3 Erkrankungen und 1 Todesfall, in Benevento 1 ErkrankungS- und 1 Todesfall, in Bergamo 18 Erkrankungen und 10 Todesfälle, in BreScia 4 Er­krankungen und 2 Todesfälle, in Campobasso 1 Erkrankung, in Cremona 4 Er­krankungen und 3 Todesfälle, in Cuneo 12 Erkrankungen und 7 Todesfälle, in Caserta 14 Erkrankungen und 4 Todesfälle, in Genua 41 Erkrankungen und 20 Todes­fälle, davon in der Stadt Genua 9 Erkrankungen und 5 Todesfälle und in der Stadt Spezzia 20 Erkrankungen und 10 Todesfälle, in Massa e Carrara 3 Er­krankungen und 2 Todesfälle, in Mailand 1 ErkrankungS- und 1 Todesfall, in Modena 1 ErkrankungS- und 1 Todesfall, in Neapel 305 ErkrankungS- und 156jTobeS- fälle, davon in der Stadt Neapel 242 Erkrankungen und 121 Todesfälle, in Reggio nell' Emilia 10 Erkrankungen und 6 Todesfälle, in Rovigo 4 Erkrankungen und 3 Todesfälle, in Turin 2 Erkrankungen und 1 Todesfall, und in der Stadt Rom 1 Erkrankung.

London, 25. September. AuS Capstadt wird gemeldet, eine gestern von an­gesehenen Einwohnern abgehaltene Versammlung habe gegen die Verletzung der Trans- -val-Convention, welche sich die Boern im Betschuanaland hätten zu Schulden kommen lassen, Verwahrung eingelegt, weil dieselbe für die Suprematie Englands in Südafrika von verhängnttzvollen Folgen sein könne; gleichzeitig habe man sich für die Unter­stützung Englands zur Behauptung der in's Innere führenden Handelsstraße aus­gesprochen.

Lokales.

Gießen, 26. September. SchwurgerichtSverhanblung am25. September «egen Friedrich Hölztnger II. von Mittel-Gründau wegen Körperverletzung und Meineids.

Derselbe war angeklagt:

1) daß er am Abend des 13. Januar 1884 auf der Ortsstraße zu Mittel- Gründau den Wilhelm Bott von da durch einen Stich mittelst eines Messers vorsätzlich an seiner Gesundheit beschädigt, nämlich am rechten Schulterblatt verwundet habe,

2) daß er am 21. April 1884 vor Großh. Schöffengericht Büdingen, vor einer zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörde, wiffentltch ein falsches .Renanife mit einem Eide bekräftigt habe, indem er die Thatsache, daß er den Wilhelm Lott am 13. Januar 1884 durch einen Messerstich verwundet habe, gegen besseres Wissen eidlich ableugnete,

3) daß er am 5. Mai 1884 vor demselben Gericht die nämliche Thatsache auf den geleisteten Eid hin gegen besseres Wissen als unwahr bezeichnete.

Die Geschworenen sprachen indessen das Ntchtschuldig aus, in Folge derselbe von Strafe und Kosten freigesprochen wurde.

Vermischte-.

Butzbach, 25. September. Nachdem bereits Anfangs September der erste Doppelwaggon Aepfel (Schüttelobst), das Malter zu 4 JL, von hiesiger Bahnstation PCTJ ,1roorbc£ lft' ^lgte am 19. September der erste Waggon Aepfel (Brechobst), da« Malter zu 8 ein weiterer Waggon Aepfel (Brechobst), das Malter zu demselben Preise, wurde am Mittwoch auf hiesiger Station verladen. In Anbetracht der reichen welche wir auch in diesem Jahre wieder in hiesiger Gegend zu verzeichnen haben, dürften weitere Waggonladungen Aepfel baldigst folgen. Zwetschen, der Centner von 5 bis 6,20 ^.werden seit einiger Zeit in Stückgutladungen von hiesiger Station nach Frankfurt a. M., Offenbach, Worms und Elberfeld versandt.

Wie reich der Obstsegen in hiesiger Gegend theilweise ist, dürfte daraus hervorgehen, daß die eine Stunde von hier gelegene Gemeinde Ostheim für ihr am Montag versteigertes Gemeindeobst 4500 JL. erlöst hat. V 1 9

Friedberg, 23. September. Gestern Abend gegen 8 Uhr ertönte plötzlich die Durch noch nicht aufgeklärte Ursache entstand in einem Stalle der Wind',chen Wirthschaft am Bahnhofe Feuer. Da rasch Hülfe zur Hand war, so Gefahr ^setttgt"^ °Ott ^"sirt werden und war nach einer halben Stunde jede Groß-Rohrheim, 22. September. Soeben, V-2 Uhr Nachmittags, wütbet in unserer Gemeinde ein bestiges Feuer. Innerhalb 3 Stunden sind 17 wohlgefüllte SHU" und Asche gelegt worden, außerdem noch eine große Anzahl von Nebengebäuden. Ueber die Entstehungsursache herrscht noch Dunkel. Möge eS ge- lingen. auch hierüber bald Licht zu schaffen. Ehrend muß an dieser Stelle außer der hiesigen freiwilligen Feuerwehr besonders derjenigen von Gernsheim und BibliS gedacht werden, denn sie haben mit wahrer Todesverachtung und kühnem Muthe dem Elemente *t0y fleooten.

- .. Mainz, 23. September. Aus dem hiesigen Standesamt bat sich folgende heitere Episode -ugetrogen. Kam da ein Oesterreicher, um sich nach seinenPapieren" um- 0eb?* 8l? beantragen. Der Standesbeamte nahm die Personalien des Heirathslustigen auf und fragte ihn dann nach dem Namen seiner Braut.Rest", antwortet im Vollgefühl seines Besitzes stolz schmunzelnd Oesterreichs Sohn. Hiermit «°r indesien der Mann des Gesetzes merkwürdigerweise noch nicht zufrieden. Die »Resi sollte wohl noch einrn Zunamen haben und er war indtscret genug, sich darnach zu erkundigen Solches schien aber dem Hochzeitscandidaten neu; die Frage ^efroagt si" 9 Uüb treuherzig muß er eingestehen:Does hoab ich's noch nit Matnz^, 22. (September. Gestern Nachmittag fand hier ein außerordentlicher ^aStah9rt8bT^UrnöCrHnet n8 ?lUeS Rheinhessen statt. Auf der Tagesordnung st?nd u. A- das Thema.Unfallversicherung für beim Turnen verunglückte Turner". Der l/Ste hierzu ttnen von dem Gauausschuß verfaßten Statutenentwurf vor. Die Versammlung nahm den Entwurf vorläufig auf die Dauer eines Jahres an, da bis zum nächsten Turntag ein neuer, mehr ausgearbeiteter Statutenentwurf zur Be- rathung kommen soll. Gegen die Ausdehnung der Versicherung auf den ganzen Kreis fpracö ficö die Versammlung wegen der großen Ausdehnung des Kreises aus und soll jeder Gau eine solche Versicherungskasse gründen.

Ä ^rJD?ar^urSr' 2^- September. Der ordentliche Professor der Geschichte an unserer »Hochschule, Dr. Ernst Adolf Herrmann (geboren am 25. 2JiärT1812 au ®orpa

der gründlichste Kenner der russischen Geschichte, ist gestern am Schlagfluste hier gestorben. Sein bedeutendstes Werk ist seineGeschichte deS russischen Reichs bis zur französischen Revolution", erschienen in bet Sammlung von Heeren und Udert. Die historische Wissenschaft hat mit seinem Tode einen neuen herben Verlust m verzeichnen.

Marburg, 24. September. Herr Professor Dr. Gaffer dahier hat einen Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Bern erhalten und soll denselben auch angenommen haben.

Kassel, 24. September. In Wehlheiden hot sich gestern ein bedauernSwertheS Unglü* zugetragen. Ein öjäbriger Knabe, Sohn einer Wittwr, war auf einen Hollunderbusch geklettert, um sich auf demselben einen Stock abzuschneiden. Dabei rutschte er in den Busch und blieb mit seinem HalSiuche hinten an einem Aste hängen so daß ihm die Kehle zugeschnürt wurde und er erstickte. Die andern Kinder, welche' nach einiger Zeit nach ihm in dem Busch sahen, ahnten nichts von dem schrecklichen Ende deS Knaben; erst als längere Zeit verging und er auf nichts Antwort gab, machten sie erwachsenen Personen Mittheilung, welche den tobten Knaben aus dem Busch berauSzogen.

Frankfurt a. M-, 24. September,ßier herrschen Menschenblattern." DaS las am letzten Sonntage ein Briefträger auf einem Plakat, welches vor der Thüre eines Hauses, in welchem er Postsachen zu bestellen hatte, hing. Der Postbote gab nun die für die Einwohner deS betreffenden Sauses angekommenen Sendungen wieder alS unbestellbar an die Expedition zurück. Von da aus wurde auf dem Polizeirevier Anfrage gebalten und es stellte sich nach demJnt-Bl" heraus, daß eine im Hause wohnhafte BuchbinderSwittwe, welche sonst daS ganze Jahr hindurch nicht das HauS verläßt, einen AuSflug nach dem Niederwald gemacht hatte, um sich einmal das Germania-Denkmal anzusehen. Um etwa in ihrer Abwesenheit sich einstellende Ein­brecher abzuschrecken, hatte sie zu obigem Mittel gegriffen.

Wetzlar, 21. September. Unter bem Verdachte, eine jüngst auS Köln ge­meldete Wechselfälschung im Betrage von 84,000 JL verübt zu haben ober doch an ihr betheiligt zu fein, wurde, wie betElbf. Ztg." gemelbet wird, vorgestern Abend spät der Buchhalter eines hiesigen Eisen- und Schlackenstein-Geschäfts verhaftet. Derselbe hält sich erst seit einem halben Jahre hier auf und sucht, wie auS mehrfachen über ihn hier eingelaufenen Anfragen bervorging, Theilhaber eines auswärtigen Geschäfts mit einem angeblich nicht unbedeutenden Einschuffe zu werden; einstweilen habe er die erwähnte Stellung angenommen. Der Verhaftete, der übrigens seine Unschuld be­hauptete, wurde festgenommen, aI8 er ahnungslos eine hiesige Wein-Restauration verließ.

Aus Bayern, 23. September. In Mitteleschenbach wollte eine 24jährige Bauerntochter Abends gegen 10 Uhr bet dem dortigen Specereihändler HauSmann noch Einkäufe machen. Als sie sich dem Anwesen des Hausmann näherte, fiel etn Schuß und daS Mädchen sank lebensgefährlich verletzt zu Boden. Man höre: der brave Specereihändler hatte auf Zwetschendiebe gepaßt, das Mädchen für einen solchen ge­halten und frisch darauf loögefeuert. Hoffentlich werde» die seltsamen Rechtsansichten des Mannes, die man übrigensam Lande" keineswegs selten trifft, durch eine em­pfindliche Strafe gründlich korngirt. Der alte Bauer Haimerl in Ried bet Deggendorf war gestorben. Sein ebenso pietätvoller wie gescheitster Sohn legte die Leiche auf ein auf dem Speicher stehendes Bett, klebte auf's Fußende deffelben eine brennende Kerze, da ein Leuchter nicht vrrhanden war, lose auf, legte sich zur Ruhe, die Kerze fiel um, daS Bett gerieth in Brand, der tobte Bauer verbrannte und gleich­zeitig bis auf den Grund daS ganze Anwesen, welches ein so grundgescheidter Bauer wie der Haimerl kaum versichert haben dürfte.

In Bezug auf die Bestimmung des S 115 der Reichs - Gewerbeordnung, nach welcher die Gewerbetreibenden (bei (Strafe) verpflichtet sind, die Löbne ihrer Arbeiter baar in Reichswährung auszuzahlen und denselben keine Maaren frebitiren dürfen, hat daS Reichsgericht, 4. Strafsenat, durch Urtheil vom 27. Juni d. I. aus­gesprochen, daß der Arbeitgeber nicht nur seinen Arbeitern keine Maaren kceditiren, sondern auch Maaren nicht zur Tilgung der Lohnforderungen verabfolgen darf, selbst wenn die Arbeiter sich damit ausdrücklich einverstanden erklärt haben. Ferner hat daS Reichsgericht in derselben Strafsache ausgesprochen, daß die im $ 115 der Reichs- Gewerbeordnung ausnahmsweise gestattete Verabfolgung von Lebensmitteln zu den Anschaffungskoften an die Arbeiter in Anrechnung auf ihre Löhne eine unmittelbare Verabfolgung seitens des Arbeitgebers selbst als Lieferanten an die Arbeiter vorauS- setzt; dagegen ist die Verabfolgung von Lebensmitteln durch einen dritten Lieferanten nicht statthaft.

Ein Droschkenkutscher, welcher während der Fahrt dadurch, daß er erklärt, nicht weiter fahren zu wollen, wenn er nicht mehr als das tarifmäßige Fahrgeld er­halte, einen Fahrgast bestimmt, in dieses unbillige Verlangen zu willigen, da er sonst nur unter Aufwendung weit höherer Kosten zu rechter Zeit an feinen Bestimmungs­ort (z. B. den Bahnhof) gelangen würde, macht sich nach einem Uriheil des Reichs­gerichts, 3. Strafsenat, vom 3. Juli d. I., dadurch der Erpressung schuldig.

c ^Leipzig. DasLeipz. Tagebl." schreibt: Die in verschiedenen Blättern ver­breitete sensationelle Mittheilung, es seien zwei Landwehrleute, weil sie sich auf ihrem dienstlichen Wege nach Torgau geweigert, in einem Gütertranspoctwagen sich befördern zu lassen und aus telegraphischem Wege sich beschwerdeführend an den Kaiser gewandt hätten, je zu 8 Jahren Zuchthaus (oder Festung) verurtheilt worden, beruht, nach den von uns angestellten Erörterungen auf müßiger Erfindung. Es ist allerdings ein ähnlicher Fall schwerer Insubordination vorgekommen, aber die Untersuchung gegen die betreffenden Wehrlsute schwebt noch und daher ist auch das Urtheil noch gar nicht verkündet. w

lieber die Hinrichtung des Anarchisten Kammerer wird au8 Wien noch be- richtet: Kammerer, ein mittelgroßer, doch kräftig und außergewöhnlich muskulös gebauter Mann von kaum 22 Jahren, war in Sträflingsgewand, weißes Zwillichtuch, gekleidet. Er sah blaß und angegriffen auS und so viel er sich auch bemühte, eine gewisse heldenhafte Festigkeit an den Tag zu legen, konnte man bei genauerer Beob­achtung dennoch sehen, daß er in tiefer Erregung sich befand. Deutlich wurde dies erkennbar, als er die schreckliche Aussicht auf den errichteten Galgen gewann, indem in diesem Augenblick seine Knie zu schlottern begannen. Nachdem Major-Auditeur Grimm mit der Verlesung des Urtbeils fertig war, wendete er sich zu Willenbacher mit den Worten:Scharfrichter Willenbacher l Ich übergebe Ihnen den Delinquenten, walten Sie Ihres Amtes." Kammerer, der sich nun willig dem Scharfrichter und dessen Gehilfen hingab, lächelte in diesem Augenblicke, es war ein furchtbares, gezwungenes Lächeln. Er sagte zu Willenbacher, der ihn ersuchte, sich so wenig als möglich zu sträuben, indem es dann um so schneller vorüber fei;Glauben Sie denn, daß ich mich fürchte?" Doch im letzten Momente verlor er vollends den Muth, denn alS ihm die Hände gebunden und der Strick um den Hals gelegt worden war, brach er in die Knie. In diesem Augenblicke jedoch ward er von den handfesten Henkersknechten schon emporgehoben und von Willenbacher, der mittlerweile den hinter dem Galgen auf­gestellten Schemel bestiegen hatte, in Empfang genommen. Einen kurzen Moment darauf, während der Scharfrichter die Hand über die Augen des Delinquenten hielt und dieselben zudrückte, war dieser gerichtet. Hierauf commanbirte ber BataillonS- CommandantGewehr bei Fuß!" unb wollte gerade zum Gebete niederknien laffen. alS der Feldpater Molek, der Vertreter des Garnisonspfarrers, den commandirenden Maior daran verhinderte. Wenigstens schien dies so dem Zuschauer von oben, denn die Truppe kniete nicht, wie üblich, nieder und der Militärcaplan sprach auch kein Gebet, sondern richtete in ungarischer Sprache folgende Worte an die Versammelten: "Wie kr gelebt, so ist er gestorben! Der Missetbäter, der das Herz gehabt batte, sieben ^ulcheuleben zu vernichten, der gegen Gesetz, Kaiser und Staat sich vermessen, ist dem zeitlichen Gerichte verfallen und mußte enden, wie dieser geendet. Doch wie er hier ?u @rben feine Gnade gefunden, wird ihm eine solche auch im Himmel nicht be- schieden sein, denn er hat bis zum letzten Augenblicke den Glauben und die Kirche verleugnet er ist auch ohne Glauben gestorben." Sogleich darauf wurde zum Schultern der Gewehre commandirt, daS Executions-CarrS aufgelöst und die Truppe zum Abmärsche befehligt.

_ ?.ur23.^'September. Alle Klagen über die Kostspieligkeit unseres GenchtSverfahrenS werden vor einer Honorarforderung verstummen, zu welcher sich zwei peruanische Juristen berechtigt glaubten. In einem Proceß nämlich, ber bei ben hiesigen Gerichten anhängig ist, forberte ein Hamburger Rechtsanwalt von zwei Juristen in Lima ein Gutachten ein, daS auch richtig eintrof; für baS Schriftstück, daS ganze vier Setten umfaßte, verlangten bie Verfasser ein Honorar von 6000 .A Da sich nun ber Besteller weigert, diese nicht gerade bescheibene Forderung anzuerkennen, werden sich bie hiesigen Gerichte mit bem interessanten Fall zu beschäftigen haben.