flnb angewiesen worden, bei Neuanschaffungen über das in Aussicht genommene Modell Ihr Gutachten einzuholen. Sie werden dafür wirken, datz wenn irgend thunltch nur Schnldönke mit beweglicher Sitzplatte und Minusdtstanz angeschofft werden. 3) Die Gesundheitsver hältnisse der Schüler. Sie haben hierbei auf herrschende contagiSse Krankheiten Ihr Augenmerk zu richten, die gegen deren Weiterverbrettung in den Schulen erforderlichen Maßregeln wie seither zu beantragen, namentlich auch da, wo es noch nicht geschehen sein sollte, die Regelung der Anzeigkpflrcht solcher Krankheitm durch rocalpolt-eircglementS zu betreiben. Sie haben ferner sich in genauer Kenrttmß über die Sehstörungen der Schüler zu erhalten, und endlich dem allgemeinen Gesundheitszustand derselben, namentlich in Bezug auf Ernährungsstörungen, Abspannung, Nervosität, Ihre ernste Aufmerksamkeit zu widmen. Wir erwarten von Ihnen, daß sie bier- bet einerseits möglichst auf Einzelheiten eingehen, andererseets die einschlägigen Verhältnisse und Ihre Vorschläge zur Abhülfe, in Besprechungen mit dem Lehrer, den Eltern und den behandelnden Aerzten der Schüler auch hier mit dewjmtacn Lacte zu erörtern wissen werden, der allein ein günstiges Resultat herbetzuführen im Stande ist.
Mainz, 23. April. Im Monat Januar d. I. beschloß die Stadtverordneten- Versammlung, nach Ablauf des Pachtvertrags mit den Pächtern des Gaswerks, den Herren Gebr. Purizell', daS Gaswerk in eigene Regie zu übernehmen. Die Pachter, die früher einen jährlichen Pacht von 46,000 X bezahlten, erboten sich nunmehr, der Stadt jährlich auf die Dauer von 20 Jahren eine Summe »on 115,000 JL al« Pacht zu entrichten. In der heute Abend abgehaltenen Stadtverordneten-Verfammlung wurde mit allen gegen 7 Stimmen der Beschluß gefaßt, auf daß Gebot der Herren Gebrüder Purizelli nicht einzugehen und sich auch in weitere Unterhandlungen wegen der Verpachtung deS Gaswerks au diese Herren nicht mehr einzulassen, sondern dasselbe in Selbstregie zu übernehmen.
Von der Bergstraße, 22. April. Ehemaligen CorpSstudenten wird es von Jntereffe sei», zu vernehmen, daß in diesem Sommer ebenfalls, wie schon mehrmals in früheren Jahren, an der Bergstraße ein Commrrs alter Herren stattfinden soll. Dieser Tage hat sich ein Comite au« früheren Mitgliedern der drei Gießener CorpS gebildet, in besten erster Sitzung beschlossen worden ist, als Ort den „Halben Mond" in Heppenheim und als Tag Samstag den 14. Juni zu wählen. Da in der Provinz Starkenburg eine sehr beträchtliche Zahl alter Corpsstudenten sich befindet und die schöne JahreS-eit, wie die freundliche Lage drS OrteS wohl auch sus weiteren Kreisen manchen alten Herrn herbetführen w^rd, so darf man sich einen recht angenehmen Verlauf deS in Aussicht genommenen Feste« versprechen.
— sDie Kunstkritik eines Gärtners.^ DubufeS berühmtes Gemälde „Adam und Eva" war auf der Ausstellung in Philadelphia. Unter Denen, die eS in Augenschein nahmen, befand sich auch der vortreffliche Obstgärtnec Mc. Nab. „Was denken Sie von dem Bilde?" wurde derselbe gefragt. — «Ich habe eine sehr geringe Meinung von dem Maler, mein Herr!" — „Wie, eine geringe Meinung von diesem großartigen Kunstwerke?" — „Ja, wie kann man denn der Eva einen Apfel von einer Sorte in die Hand geben, die erst seit 20 Jahren existirt!"
— sEdler Wettstreits Zwei Damen in Washington geriethen bei einer Begegnung auf der Straße tu Streit darüber, welche von ihnen die Aeltere sei. Bet Beiden steigerte sich die bet einem Streit dieser Art nur zu natürliche Erhitzung in gleichmäßiger Weise und bald war die Temperatur des Meinungsaustausches auf einer Höhe angclangt, welche bloßen Worten keinen weiteren Spielraum mehr zu geben schien. Da benutzte plötzlich Diejenige, die den ganzen Streit hervorgerufen batte, das Hinzutreten verschiedener Bekannten dazu, in die gemessrnste Ruhe Mückzufall-n uns sich von ihrer Gegnerin mit den weithin hörbaren Bnsöhnnngssorttn zu verabschieden: „Aber warum wollen wir unS streiten? Ich wenigstens habe nicht das Herz dazu. Ich habe nie meine Mutter getonnt — sie verließ mich, als ich ein neugeborenes Kivd war, ohne daß ich je erfahren, wer sie war — und wer steht mir in diesem Augenblick gut dafür, daß nicht — Sie diese lang vermißte herzlose Mutter sind?"
— sKurzer Romans ES war einstmals ein Kanonier und eine Köchin, welche in heißer Ltebe zu einander entbrannt waren. Er sandte ihr eine duftende Rose und schrieb:
Diese« Blümchen weih' ich Dir,
Anton Krobatsch, Kanonier.
I« Kriege darauf wurde er Korporal. Er schrieb, sie laS: Meine Lieb' tst überall, Anton Krobatsch, Korporal.
Weiter avancirte der Wackere und dichtete:
Meine L'eb' wird immer stärker.
Anton Krobatsch, Feuerwerker.
Gr wurde Lieutenant! — Lieutenant und Köchin, daS reimt sich nicht. Die letzten Zeilen lauteten:
Meine Lieb' ist ausgebrannt, Anton Krobatsch, Lieutenant.
— [®fn sehr flinker Mensch.) K.: „Guten Morgen, Herr Munziger, ich komme soeben von Leipzig. Ihr Schwiegersohn hat dort vorgestcrn sein Geschäft eröffnet. Sie hätten nur sehen sollen, wie Ihr Schwiegersohn die Kunden bediente. Ich sage Ihnen, wie der Blitz, so schnell gtng'S, gratulire zu solchem Schwiegersohn, ist ein sehr flinker Mensch!" — M.: „Da haben Sie Recht, Herr Klausewitz! am 5. hat mein Schwiegersohn sein Geschäft eröffnet, am 6-, Abends, erhalte ich die Depesche: „Schicke umgehend 10,000 Mark, sonst unvermeidlich pleite!- — „Ja, cf ist ein sehr flinker Mensch."
— Ein schwäbischer Hühnerzüchter stellt aus seiner Erfahrung die Rechnung auf, daß jedes Huhn an Eiern einen jährlicher, Reinertrag von 3,20 JL liefere. Freilich betreibt dieser Züchter die Sache auch „rationell " Er hat einen großen, luftigen, streng rein gehaltenen Stall und einen großen Hühnerhof. Kann aber diesen Anforderungen nicht ungefähr jeder Bauer entsprechen ? Italien, Frankreich und Dänemark führen jährlich für je 20 bis 30 Millionen Mark Eier aus, Deutschland zahlt jährlich für fremde Eier viele Millionen. Kann sich denn dieses Verhältniß nicht umkehren? Vermögen wir weniger als Dänen, Italiener und Franzosen? Wa« sagen die land- wirthschaftlicheu Vereine dazu?
Kommenden
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Gießen, den 23. April 1884.
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Gießen, 19. April 188a.
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