Ausgabe 
27.4.1884 Drittes Blatt
 
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Nr. 98

Drittes Blatt

Sonntag den 27. April

1884

BteTMü: Schulstraße 7.

Erscheint rKgkich nnt Ausnahme des Monte»As.

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Gießen . .

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Großen-Lindnr Grünberg .

Grüningen .

Harbach . .

Hattenrod .

Hausen . .

Heuchelheim.

Holzheim. .

Rödgen . . . Röthges . . . Rüddingshausen Ruttershausen. Saasen . . .

Annerod. . Bellersheim Beltershain. Bersrod . . Bettenhausen Beuern . . Birklar . .

32. Hungen . .

33. Inheiden. .

34. Kesselbach .

35. Klein-Linden

36. Langd . . .

37. Lang-Göns .

38. Langsdorf .

39. Lauter . .

40. Leihgestern .

51. Obbornhofen

52. Ober-Bessingen

53. Ober-Hörgern

54. Odenhauscn.

55. Oppenrod .

56. Queckborn .

57. Rabertshausen

Muschenheim . Niedsr-Bessingen Nonnenroth

PrejK vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit DringerlohQ. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Steinheim . Stockhausen Trais-Horloff Treis a. d- Lda Trohe. . . Utphe . . .

Villingen. . Watzenborn m. Weickartshain Weitershain Wieseck . .

I. Liierarischer Sachverständigen - Verein : a. Mitglieder:

1) Ordentlicher Professor an der juristischen Fakultät der Landes-Univer­sität Gießen und Kanzler der Landes-Universität Dr. Karl Gar eis;

2) Geheimer Oberbaurath i. P. Dr. Friedrich Müller zu Darmstadt; b. Stellvertreter:

Vertagsbuchhändler Victor v. Zabern zu Mainz.

II. Musikalischer Sachverständigen-Verein : a. Mitglieder:

1) Hofconcertmeister i. P. Ferdinand Bucht er zu Darmstadt;

2) Hofmusikdirecter Karl Amadeus Mangold zu Darmstadt/ b. Stellvertreter:

Musikverleger Johannes August Andre zu Offenbach a. M.

IH. Künstlerischer Sachverständigen - Verein:

a. Mitglieder:

1) Hofmaler Professor August Noack zu Darmstadt;

2) Geheimer Oberbaurath Dr. Friedrich Müller.

b. Stellvertreter:

Professor Hermann Müller zu Darmstadt.

IV. Photographischer Sachverständigen. Verein: a. Mitglieder:

1) Hofphotograph Karl Hertel zu Mainz;

2) Professor Hermann Müller zu Darmstadt.

b. Stellvertreter:

Hofphotograph Karl Backofen zu Darmstadt.

V. Gewerblicher Sachverständigen - Verein: a. Mitglieder:

1) Generalsecretär des Landes-Gewerbvereins Baurath Karl Busch zu Darmstadt;

2) -Fabrikant Wilhelm Preetorius II. zu Mainz;

3) Professor Hermann Müller zu Darmstadt.

b. Stellvertreter:

Portefeuille-Fabrikant Johannes Friedrich Knipp zu Offenbach.

2. Bekanntmachung Großh. Branvversicherungs - Commission, die Ergeb-

1. Albach . .

2. Allendorf a. d

3. Mendorf a. d

niffe der Verwaltung der Großh. Vrandversicherungs-Kasse vom Jahre 1881 betreffend.

3. Bekanntmachung Großh. Provinzial-Direction Rheinhessen, den Ausschlaq des Gehalts des Rabbinen zu Bingen für das Jahr 1884 betreffend.

____ (Schluß folgt).

Darmstadt, 24. April. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beü- lage Nr. 6) enthält:

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79.

58. Reinhardshain

52. Reiskirchen

41. Lich . . .

42. Lindenstruth

43. Lollar. . .

44. Londorf . .

45. Lumda . .

46. Mainzlar .

47. Münster . .

13. Burkhardsfelden

14. Climbach . .

15. Daubringen

16. Dorf-Gill . .

66. Stangenrod.

67. Staufenberg CO. Steinbach .

60. Rodheim. .

Zu übertragen

1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Bildung von Sachverständigen - Vereinen in Gemäßheit der Reichsgesetze vom 1l. IM 1870, betr. d«; Urheberrecht an Schriftwerken u. s. w., und der Reichsgesetze vom 9., 10. und 11. Januar 1876 über das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste, sowie den Schutz der Photographien und das Urheberrecht an Mustern und Modellen betreffend.

Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachungen vom 13. September 1872 und vom 1. Februar 1877 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach Maßgabe der Reichsgesetze vom 11. Juli 1870 und vom 9., 10. und 11. Januar 1876 mit der Königlich Wurttembergischen und der Großher­zoglich Badischen Regierung gemeinschaftlich für Württemberg, Baden und Heffen . mit dem Sitze in Stuttgart gebildeten Sachverständigen-Vereine Hessischer Seits mr ju »-mich- dermalen wie folgt zusammengesetzt find :

die LandeSwaiftnÄsse^ingegangm.3t 3anuar 1883 bU ba^in 1884 in be« einzelnen Gemeinden die nachstehend verzeichneten Beträge für Man bringt dies mit herzlichen. Danke für die Geber hierdurch zur öffentlichen Kenntniß.

Gießen, den 23. April 1884. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann.

Ueberttag Jt 47,12 . . 76,-

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Vermischtes.

u 1 , 23. SlptJl« Der Herr Oberpräfident Graf zu Eulenburg ist vorgestern Aoend zur Theilnahme an der Auerhahniagd hier etngetroffen und hat gestern früh fas Keader Michelsvombach der Oberförster et Kämmerzell einen Auerhahn geschossen. Nachdem der hohe Herr im Laufe des Vormittags den Herrn Landrath besucht und darauf in dessen Begleitung dem Herrn Bischof einen Besuch abgestattet hatte, ist derselbe mit dem Schnellzuge 11 Uhr 22 M n. Vormittags wi-der nach Kassel zurück- gereist. Auch der Herr StaatSsecretär Dr. Stephan weilte gestern Vormittag in unserer Stadt. Mit dem Zuge um 9*/a Uhr Vormittags von Brückenau angekommeu, ist derselbe nach einem Besuche des hiesigen Postamts um 1 Uhr 42 Min. Nachmittags E der Oberhefstschen Eisenbahn nach Gießen gefahren. DerHess- Mztg" wird von Orb müge,heilt. d°ß her Herr G-neralp°stmetst-r d-csen Ort am 18 d pasfirte um in der Oberforsterei Burgjoß dem edlen Waidwerk obzuliegen und es demselben ae- lungen sei, einen Auerhahn daselbst zu erlegen. Wie verlautet, wird auch Prior Heinrich von Preußen in den nächsten Tagen zur Ausübung der Auerhahnjagd in den benachbarten Forsten hier erwartet. Heber den Ausfall der Auerhahnjagd während der Anwesenheit des Landgrafen von Hessen mit seinen hohen Gästen wird uns mit- getheilt, daß trotz der ungünstigen Witterung 2 Auerhähne vom Landgrafen. 2 »o» dessen zukünftigem Schwiegersöhne dem Erbprinzen Leopold von Anhalt und 1 von dem Adjutanten R ttmeister v. Strahl erlegt worden find. - Gestern Morgen schoß Herr Landrath Kregler von GerSfeld in der Gräflich von Froberg'schen Waldung eine» gewichtigen Auerhahn.

_ .. Berlin, 22. April. Auf dem Gebiete der Photographie ist eine hochinteressante Entdeckung gemacht worden. Es ist bekannt, daß Farben photographisch oft ganz falsch wiederaegeben werden. Blaue Farben wirken oft wie Weiß, gelbe wie Schwarz und dieser Uebelstand tritt namentlich bei der Reproduction von Oelgemälden. einem bei nn$ großartig entwickelten Kunstindustriezweig, besonders unangenehm hervor. Es ist dem Professor H. W. Vogel nunmehr gelungen, diesen Grundfehler der Photographie zu überwinden. Welche Bedeutung bad von ihm entdeckte Verfahren besitzt, geht am bmen daraus hervor, daß ihm der Verein zur Förderung der Photographie dafür eine« Ehrenpreis von 1000 JL ertheilt hat. Der Verein wird das Verfahren in seinem Organ, den ^Photographischen Mittheilungen" veröffentlichen und dadurch rum Gemeingut Aller machen.

lDie letzten Stunden Hugo Schenk'« und Schlossarek's.j Nach der Urtheils- publicatiou wurden Schenk und Scklossarek in die Armeusünderzellm geführt. Letzterer­befand sich auf diesem Wege in jammervoller Aufregung. Leichenblässe lagerte auf seinem Gesichte; er zitterte am ganzen Leibe und mußte, damit er nicht umsinke, gestützt werden; manchmal schluchzte er krampfhaft auf. Hugo Schenk schritt in der Mitte der ihn escortirenden Wachen ruhig und sicher, erhobenen Hauptes dahin. Als der Pfarrer des Gefangcnenhautts, Koblitschrk, bei ihm eintrat, ergriff er beide Hände des Seel­sorgers und beugte sich über dieselben, um sie zu küssen. Aufrichtige, reuevolle Worte kamen über Hugo Schenk's Lippen. »Was ich während dieser ganzen Zeit gethan __

sagte er unter Anderem es war Verbrechen, Wollust, Sünde; wirklich geliebt habe ich dock nur eine Einzige, meiner Frau allein war ich wirklich zugethan, von dem ersten Augenblicke an, da ich sie kennen lernte, bis zu dieser meiner letzten Stunde." Herz-- zerreißend war der Abschied Schloffarek's von seinen Angehörigen, die ihn besuchte«. Mit thränenerstickter Stimme bat er Frau, Schwester und Schwager um Verzeihung. Auch alle Menschen bitte ich um Verzrihung", schluchzte er. ^Jhr sollt eS überall sagen, daß ich alle Menschen um Verzeihung bitte." Er bat flehentlich, sich seines Kindes anzunebmen, das er zärtlich an seine Brust drückte und daS er schier nicht aus den Händen lassen wolle. Man solle auf die Erziehung deS Kindes gut Acht geben, es solle nicht gleich werden ihm, dem Vater, es solle nie von seinem, dem Schicksal des Vaters, erfahren. Die unglücklicke Frau konnte kein Wort hervorbringen, sie fiel ihrem Manne laut weinend um den Hals. lieber die Hinrichtung ist bereits tele­graphisch berichtet worden. Als Schloffarek die Hände über der Brust zusammen

4. AllertSbansen

5. Alten-Buseck

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