Ausgabe 
26.11.1884 Zweites Blatt
 
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Univerfitäts- Chronik.

Der Geh. Ober-Regierungsrath a. D-, Mitglied der Königlichen Akademie, der Wiffenschaftcn zu Berlm, Dr. Max Duncker, ist vom Kaiser zum Htflsciographsv der Brandenburgischen Geschichte ernannt worden.

Im PrMungsjshre 1883/84 haben sich an den 9 preußischen Un'velsilüttn zur mebicintsch?« ApprobationSprüfung gemeldet 460 Doctoren und Candtdaien der Medicin, davon waren 393 neu eingetreten, 67 au« dem vorhergehenden Jahre über» getreten. Die Prüfung als Arzt haben bestanden mit der Censur genügend: 119 (35,5 pCt.), mit der Censur gut: 194 (58 pCt.), mit der Censur sehr gut: 22 (6,5 pGL), zusammen 335, während 225 -richt bestanden oder zurückgetleten sind. Die pharma- eeuttsche Schlutzveümng Haden bestanden mit drr Censur genügend: 45, mit der Cersur gut: 102, mit der Censur sehr gut: 37, zusammen 184, während 18 Candtdaten nicht bestanden oder zurückgettttekr sind.

Wie dieDost'. Zig." aus guter Quelle erfahren, hat die gesammte medt- ciutsche Fakultät der Berliner Uu>»-rst!ät in einem Schreibe« an Professor Schwen- «inger auf Grund seiner ihr aktenmäßig bekannten Münchener Vergangenheit sich dessen gesellschaftlichen Umgang verbeten. ... .

B er misch teS.

Darmstadt, 21. November. (Verein hessischer Lehrerin»^ Die in den Blättern angekündtgte constttutionelle Gmeralversammlung dieses neuen Vereins, welchem das Publikum, wie eS scheint, ein sehr wohlwollendes Interesse entgegen- brtngt, fand am 19. November im oberen Saale deS RathhauseS unter der Lütung deS von der Versammlung selbst mit dem Vorsitz betrauten Pfarrer« Psnor statt. Ob­gleich Statutenberathunz und Wahlangelegenhettnr nicht gerade zu den spannenden Gegenständen zu zählen sind, folgte doch die wohlbesuchte Versammlung mit großem Interesse den zum Theil lebhaften Erörterungen, an w lcheu sich u. A. der Herr GtaatSminister v. Starck, Exc-, bethelltgte. Auch batten wir Gelegeshrtt. in einer der Damen eine sehr gewandte, Stoff und Sprache völlig beherrschende Rednerin zu be­wundern, die es verstand, wiederholt ihre Einwendung zu begründen und zur Annahme durch die Versammlung zu bringen. Der vorgelegte Sratutenentwuff erfuhr vorzugS- w-tse in zwei Punkten Aenderungen- Stimmbirechttgt in der Generalversammlung sollen nach der einen derselben nur solche ^außerordentliche Mitglieder" sein, welche einen Beitrag von mindestens 3X zahlen. Die andere Arndrrung betrifft die Organt- salioa des Verein». D'e Versammlung erklärte sich denN Hüt- V-" zufolge gegen einen Vorstand von 25 Personen neben einem Ausschuß von 7, und entschied sich für einen Vorstand von 9 Personen. Bei der Wahl, welche unmittelbar darauf stattfand, nachdem Darmstadt zum Sitz des Vereins erwählt worden war, fiel die Majorität der Stimmen auf die Damen: Frl. Wider und Frau Wolfskehl vsn b<er, Frl. Streb von Beffuugen, Frl. Fuchs von Offenbach und auf die Herren: Steil, Pfnor unb Zimmer, mann von hier und Schön und TöngeS von Offenbach. Die Gewählten geho ten wohl alle dem seitherigen provisorischen Vorstande an. Wir wünschen dem jungen Verein einen guten Erfolg und freuen uns, berichten zu können, daß sofort nach Schluß der Verhandlungen 10 neue Mitglieder sich zur Aufnahme meldeten.

Marburg, 20. November. Heute Nacht gegen 2 Uhr wurden die Bewohner hiesiger Stadt durch Fmerläcm aus dem Schlafe geweckt. Es brannte in der Vorstadt Wetdenhausen das Hintergebäude des dem Schneidermeister-.Schen achörlgen Wohn- ftauseS, von wo au5 daS Feuer auch den Hinteren Thetl des W'-ck'schen Wohnhauses ergriff. Der Thätigkett unserer Feuerwehr gelang es jedoch bald, den Brand auf fernen Herd zu beschränken und von letzterem noch das untere Stockwerk zu retten. Heber die vNtstehungSmsache verlautet bis jetzt nichts und ist daS Resultat der eingelegten Unter­suchung abzuwarten.

Marburg, 20. November. Gestern Nachmittag um 5 Uhr stürzte auf der hiesigen BahnhofSbrücke ein älterer Herr zusammen unb wurde von hinzukommenden Leuten in die nahegelegene Nicolai'sche Wirthschaft getragen, wo er nach wenigen Minuten verschied und die herbeigeholten Aerzte nur noch dessen Tod durch Herzschlag konstatiren konnten- Die über die Person desselben angeftrllien Recherchen ergaben bald, daß eS der gewiß noch vielen alten Marburgern betankte frühere Besitzer der Bayrhoffer'schen UmversitätSbuchhandlung Ferdinand Creuzer war, ein Sohn deS hier verstorbenen Professors und ConsistorialrattzS Creuzer.

Letzlingen, 18. November. Nach dem osficiellen Jagdravport erlegten auf der heutigen Hofjagd Se. Maj. der Kaiser unb«<g: 6 Hirsche, 2 Stück Rothwild, 33 Schaufler, 4 Stück Damwild und 33 grobe Sauen: Se. K- K- Höhest der Kron­prinz: 1 Hirsch, 6 Stück Rothwild, 17 Schaufler, 4 Stück Damwild und 14 Sau:«. Die Gesammtstrecke betrug 7 Hirsche, 30 Stück Rothwild, 121 Schaufler, 165 Stück Damwild und 118 Sauen, zusammen 441 Stück Hochwild.

AuS Heidelberg, 22. November, wird derN B- ß.»3* geschrieben: Sestern Morgen 4 Uhr 48 Min. verspürte man hier eine etwa 45 Sekunden sn-

haltknde Erderschütterung, wclche von Ost nach West sich zog. In der lautlosen Stille hörte man b-ullich das Klirren der Fen-terschetbrn rc. ES wäre intereffant, zu höru., ob diese Erscheinung anderwärts auch bemerkt wurde.

Bremen, 21. November. Die hiesige Vereinsbank hat gestern Abend ihre Insolvenz aagezeigt. Wie dieW serzmung" meldet, ist der frühere Direktor Schwöb­mann und der jetzige Director Flügger verhaftet worden.

fHrunor lm Brhördenstyl-j Der G'MLtvdevorstand zu Stadt-Sulza sucht einen tkatS^äßigm Schriftführer für die Verhandlungen des dasigen Grmeir.deraths und sagt in bm betreffenden, die Stelle öffentlich ausschrLibendrn Inserate wörtlich:

Reflectantcn haben mehr auf freundliche Behandlung als auf den Gehalt zu sehen, da der Utztere pro Jahr 36 X beträgt."

Ein Bravo dem Sulzaer GLmeMdevorstanb. Das nennt man mit Humor die Klippen deS nicht gerade sehr einträglichen Postens umschiffen.

Schiffs Nachrichten.

Bremen, 22. November. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Poftdampfer Werra. Capt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 12. November von Bremen und am 13. November von Southampton adgegangen war, ist heme 1 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 22. November. fPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Oder, Capt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 9. November von Bremen und am 11. November von Southampton abgegangen war, ist deute 6 Ubr Morgens wohlbehalten in Newyork anaekommen.

Literarische-.

»Aus Kaiser Wilhelms Jugendzeit. Von M. H. Gärtner. Verlag von Greßner u. Schramm in Leipzig. Von diesem jüngst empfohlenen Werke liegen uns heute wieder mehrere Lieferungen vor und dürften, gleich den früheren, auf allgemeine Sympathien rechnen können. Je älter unser Kaiser wird, je weiter die Zeit rückt, die einst Schmach über unser theures Vaterland gebracht hat, desto häufiger werden die Erscheinungen in der Literatur, welche d'ese Zeit bebanbeln, in der unser Kaiser seine Kindheit verlebt hat.Aus Kaiser Wilhelms Jugendzeit", ein Werk, dos guten Tkxt mit ansprechend ausgeführien Zeichnungen und getroffenen Portraits öetbinM, wird gern von jedem Patrioten gekauft werden. Von Monberem Interesse sind in bett neuesten Lieferungen die vielen Faksimiles gleichzeitiger Gemälde, Kupferstiche, Zeich, «ung-n rc._________

Aus der großen Zahl der praktischen Neuerungen, durch welche im Laufe der Zeit die Nähmaschinen verbessert wurden, bringen wir heute den patentirten selbst« lhätigen Spulapparat, der sichr erst den wenigsten unserer Leserinnen bekannt feto dürfte. Derselbe rmrd benützt, ohne die Arbeit zu unterbrechen, da ein kleines Mefstngrad des Spulapvarates in da« Zahnrad des Schwungrades eingrelft unb dadurch getrieben wird. Ist dir Spule genügend gefüllt, löst sich der Apparat von selbst aus und steht still, so daß beim Nähen nicht die geringste Störung durch das sonst zeitraubende unb anstrengende Spulen verursacht wird. Die Berliner Firma Richard Jacobi, C, Papenstraße 12, führt Nähmaschinen (Sivgersystem) mit solchem Apparat versehen schon zu dem erstaunlich billigen Preise von 53 X und zwar mit Fußbetriev, ind. sämmilicher Apparate, Verschlußkasten, Fußrollen rc. bei solider und eleganter AuS- ftattuna

Kepertoir der vereinigten Stadttheater;u Frankfurt a. M.

Opernhaus.

Dienstag den 25. November: Gastspiel der Frau Kupfer-Berger, k. k. Hof- opernsüngerin. Aida (Alva: Frau Kupfer-Berger.)

Mittwoch den 26. November geschlossen.

Donnerstag den 27. November: Letztes Gastspiel der Frau Kupfrr-Bnger.

Lohengrin. (Elsa: Frau Kupfer-Berger.)

Freitag den 28. November geschloffen.

SomStag den 29. November: Die Königin von Saba.

Sonntag den 30. Novrmber: Die Jüdin.

Schauspielhaus.

Dienstag den 25. November: Der Raub der Sabinerinnen.

Mittwoch den 26. November: Fedora.

Donnerstag den 27. November: Der Raub der Sabinerinnen. Außer Abonnement.

Freitag den 28 November geschloffen.

Samstag den 29. November: Der Raub der Sabinerinnen.

Sonntag den 30. November: Goldprobe.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekannlmachnng

Namen der Dienstboten

Ord.- Nr.

3.

4.

5.

6.

l 7.

8.

9.

Prämien X 12 12 12 12 12 12 17 12 12 12 12 13

Anzahl der Dienstjahre 11

10

10

11

10

10

43

10

11

12

10

15

Elisabeths Bingel aus Ilschhausen . Katharine Tempel aus Weidengesäß Margarethe Philippi aus Wölfersheim

in der Sparkasse in Empfang zu nehmen.

Gießen, den 21. November 1884.

Die Direktion der Spar- und Leihkaffe zu Gießen.

H aberkorn.

1. Elisabeths Lepper aus Groß-Buseck . . . . .

2. Margarethe Friedel aus Landenhausen . . . . Marie Pfeiff aus Odenhaufen bei Allendorf . . Jakob Schneidmüller aus Watzenborn . . . . Elisabethe Göbel aus Trais an der Lumda . . Anna Katharine Ruth aus Mchelbach bei Marburg Magdalene Schneider aus Schotten . . . . . Marie Bierau aus Lollar..... . .

10.

11.

12. Elisabethe Maul aus Erfelden

Die Prämien sind nebst den vorgelegten Dienstbüchern an jedem Zahltag

Folgende Dienstboten haben aus der hiesigen Spar- und Leihkasse die bei ihren Namen erwähnten Prämien mit Rücksicht auf die beigefügten Dienstjahre bei einer Herrschaft erhalten:

Zur Baifon empfehlen:

Puppen, Puppengesteüe, Puppenköpfe, sowie alle einzelne Puppentheile in größter Auswahl und zu billigsten Preisen. 7621

__Moritz; Grigori & Sohn.

Das Burecru für Stellenvermittelung

M Sarrfrn. Vereins in Frankfurt a. Main (unter Patronat der Handelskammer) besetzte, vermöge seiner ausgedehnten Verbindungen, in den letzten 6 Jahren weit über 5000 Stetten. 4667

,n£M Jioöert Stu|( ~

empfiehlt zur bevorstehenden Saison:

(Marke M. & W.) w0iltNL HtNckßlMle (Marke M. & W.) bekanntlich beste Qualität zu billigen Preisen.

Herren- und Frauen-Uzrterhoseu und Hautjacke», wollene und halbwollene Hemden, gestrickte und gewebte Herrenwesten

und CamisolS. 7048

Lhnflbkscheerung

der Kleinkinder - Bewahranftalt.

Am 4. Advents-Sonntag, den 21. December d. I., soll die Christ- bescheerung für die Kinder unserer Anstalt stattfinden.

Wir haben für 195 arme Kinder den Christbaum zu schmücken und den Tisch mit Gaben zu decken. Nm dies zu könne», wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und Kinder und bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn u. dergl., besonders aber auch an Geld, das uns die gleichmäßigste Bescheerung für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu wollen.

Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben; vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nach­benannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Fräulein Banfa (Wallthor), Frau Bürgermeister Bramm (Ludwigsplatz), Frau Dr. Vrüel (Neuen- Bäue), Frau Pfarrer Köster (Burggraben), Fräulein Langermann (Neuen-Bäue), Frau Pfarrer NauWcrnn (Südanlage), Frau Geheimerath Wnfferschleben (Liebigsstraße), Fräulein Wortwann (Astermeg). Auch die beiden Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen.

Gießen, den 17. November 1884.

Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt.

___Dr Nau mann, Pfarrer.

7759 Ein tüchtiger HauSbnrfche ge- I 7779 Ein langhaariger Pinscher ent- sucht. Wo? sagt die Exped. d, Bl. ' laufen- Zurückzubringen an Herrn. Euler.