mit seiner linken Hand seinem Instrumente eine solche Fülle von Bolllaut zu entlocken vermag und schon vor zwei Jahren unser Publikum durch sein feelenoollrs Spiel htn- riß, am 27. November hier wieder ein Concert geben wird. Bekanntlich hat der vornehme Künstler seine Kunst in den Dienst der WohlthLttgkeit gestellt und wirb auch diesmal den Ertrag des ConcerteS dem hiesigen Allg. Verein für Armen- und Krankenpflege zuwenden.
<^ingefanH♦
Gießen, 22. November.
Der unterzeichnete Verein beabsichtigt. wie seither, so auch am diesjährigen WtthnachtSfeste armen Kindern unserer Stadt durch Ueberretchung neuer Anzüge eme Wrlhnachtöbescheerung zu veranstalten.
DaS Interesse, welches unsere Mitbürger bisher an unseren Bestrebungen bewiesen und die Unterstützung, welche u«S alljährlich zu Theil geworden ist, hat es unS ermöglicht, während der »rrflossrnen vier Jahre ca. 40Kinder von Kopf biS Fuh vollständig neu zu kleiden. Auch tn diesem Jahre sind un« bereits Ctgarr^nabfälle und freiwillige Geldbeiträge übermittelt worden, allein die Noth, welch: in v den armen Familien herrscht, die sehr große Anzahl armer Kinder, die oft der nothwendipften Kleidung entbehren und durch Ermangelung derselben oft längere Zett am Schulbesuche verhindert sind, veranlaßt uns, an unsere wohlthätigen Mitoürger die herz- lkchste und dringendste Bitte zu rrchten, Cigarrenspitzen, Flaschenkapseln rc., sowie Geldspenden auch in diesem Jahre uns zuwenden zu wollen, damit cs uns ermöglicht werde, einer recht großen Anzahl armer Kinder bei der Weihnachtsbeschcerung zu gedenken.
Sammelstellen bei H-rrn Frlseuc Gerhardt, Lindenplatz, sowie bet Herrn Restaurateur Schnell, Brondgasse.
Der Verein zum Sammeln von Cigarrenfpitzen.
Theater.
Gießen, 22. November.
Gestern wurde vor leider sehr schwach besuchtem Hause „Der Protzenbauer" aufgeführt. Indem wir unS eme eingehende Kritik dieses vortrefflichen Stückes für die nächste Nummer aufsparen, bemerken wir, daß die Aufführung eine sehr gute war, daß daS Publikum sich sehr amüsirte und daß der gute», ja vorzüglichen Darstellung reicher Beifall gezollt wurde. Wir zweifeln nicht, daß mit einer Wiederholung des „Protzenbauer", nachdem das Stück bei seiner gestrigen Aufführung so außerordentlich g fallen hat, ein besserer Besuch erzielt wird.
Morgen wird zum zweiten und letzten Male „Der Salontyroler- gegeben und wird wohl Keiner, der der ersten Aufführung nicht beiwohnen konnte, diese erwünschte Wiederholung versäumen.
Für die nächsten Wochen sind mehrere Gastspiele in Aussicht.
— Die Lebevsoersicherungs Gesellschaft zu Lerpzrg (alte Leipziger), auf Gegen- se tigkeit gegründet 1830, erfreut sich fortgesetzt der günstigsten Entwickelung; in den letzten 12 Monaten ist ihr Veisickerungsbestavd um mehr al8 15 Millionen X, ihr Verwögen um 41/3 Millionen X gestiegen, sodaß sich der erstere zur Zeck auf 215 Millionen X, daS letztere auf 46 Millionen X beläuft. Der aus den Uebcrschüssen der Vorjahre angesammelte Fonds, welcher tn den nächsten 5 Jahren unter die Versicherten vertheilt wird, beträgt nahezu 9 Millionen X, die Dividende an die Versicherten für das nächste Jahr 42pCt. der ordentlichen Jahresbeiträge.
Handel nnd Berk-Hr.
Gießen, den 22. November. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfund X. 1.05—110, Hühnereier pr. Stück 7—8 Käse St- 4—8 4., Kasematte 2—3 H, Erbsen pr- Liter 20 <$>, Linsen 26 Tauben per Paar 0,50—0,60 H, Hühner per Stück X 0.85—1.30, Hahnen pr. Stück X 0.60—0.90, Enten per Stück ->L 1.30—1.60, Gänse per Pfund 40—55 Welsche X 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfund 68—70 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Schweinefleisch 54—60 H, Hammelfleisch 60-70 H, Kalbfleisch 56-60 Kartoffeln per 100 Kilo X 3.00-3.50, Milch per Liter 12—16 Zwiebeln per Ctr. X 4.00—5.00, Weißkraut pr. Stück 3—
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731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Rbsrüokung einer Anaelge In ehi» oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sieh niemals enttäuscht sehen, wenn men von der Annoncen - Expedition -von jfflAASEJVSTlSlSJ Ä VOS2ELE8& i» Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hlnaiohte der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reichei Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Bath ertheilt
Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen.
Aufgebote.
November: 20. Taalöhner Friedrich Krell mit der Köchin Eva Ursula Haug zu Frankfurt a. M- 20. Ökonom Wilhelm Karl Lindeustruth mit Henriette Weller,
Tochter des Fuhrmanns Philipp Weller zu Gießen. 20. Arbeiter Valentin Schaub zu Piordt mit Elisabethe Schubecker, Tochter des verstorbenen Zimmermanns Philipp Schubecker zu Schlitz. 21. Schneider Alexarder Sckneucker mit Margarethe Arnold zu Gießen. 21. Schuhmacher Hermann Schäfer mit Luise Arnold zu Gicßen.
Eheschließungen.
November: 16. Strinhauer Wilhelm Lang mit Karoline Amalie Kann, geb. Stoll, Wittwe des MaurcrS Ernst Kann zu Gießen- 16. Monteur Konrad Heller mit Marie Margarethe Schmidt, Tochter des Arbeiters Johann Georg Schmidt zu Gießen. 16. Kaufmann Hilmar Bindewald zu Friedberg mit Anna Christine Funk, Tochter des pensionirten Stadtgertchtsactuars Justus Funk zu Gießen- 19. Der Unteroffizier (Hilfshautboist) im II. Großh. Hessischen Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116 Christoph Richard Hillert mit Emilie Timm, geb. Kessel, Wittwe des Heizers Karl Timm zu Gießen.
Geborene.
November: 12 Dem Bäckermeister Eduard Noll ein Sohn. 14. Dem Buchdrucker Alwin Andreas eine Tochter, B.rtha Emilie Elisabeth. 14. Dem Kohlenhändler Georg Unverzagt eine Tochter. 15. Dem Kaufmann Konrad Josef Keller eme Tochter, Emma Minna 15. Dem Schneider Karl Hendrich eine Tochter, Auguste. 16. Dem Schneider Johannes Eidmann ein Sohn, August. 17. Dem Postsecretär Heinrich Schwetje ein Sohn, Heinrich Wilhelm.
Gestorbene.
November: 16. Kaufmann Gustav Wilhelm Christian Wiesel, 33 Jabre alt. 19. Anna Marie Plank, geb. Dettler, 70 Jahre alt, Wittwe deS Gerbermeisters Andrea- Plank. 19. Emma, 13 Jahre alt, Tochter deS Bergmanns Friedrich Ludwig Paul von Cubach, Amt Weilburg. 20. Rentner Ludwig Kohlermann I., 74 Jahre alt. 21. Wilhelmine Marie, 2 Jahre alt, Tochter des Schreiners Georg Lang.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Den 16 November. Carl Albert Wilhelm Wiskow, Schneider zu Gießen, und Katharine Wilhelmine Hild zu Gießen.
Denselben. Wilhelm Lang, Steinhauer zu Gießen, und Caroline Amalie Kann, geb. Stoll, Wittwe des Maurers Ernst Kann zu Gießen.
Denselben. Konrad Heller, Monteur zu Gießen, und Marie Margarethe Schmidt zu Gehen, ledige Tochter deS Arbeiters Johann Georg Schmidt zu Gladenbach.
Dens Iben. Hilmar Bindewald, Kaufmann zu Friedberg, ein Wittwer, und Anna Christine Funk, ledige Tochter des pensionirten Stadtgerichls-ActuarS Justus Funk zu Gt-ßen.
Den 19. November. Christoph Richard Hillert, Hautboist zu Gießen und Em lie Timm, geb. Kessel, Wittwe deS Locomottoheizers Carl Timm zu Gießen.
«etanfte.
Den 16 November. Dem Fuhrmann Heinrich Lotz ein Sohn, Heinrich, geboren den 11. October.
Denselben. Dem Fabrikarbeiter Johannes Fehl eine Tochter, Elsa Antonie Mathilde, geboren den 25. August.
Denselben. Dem Schneidermeister Philipp Horcyseck ein Sohn, Call, geboren den 27. September.
Denselben. Dem Oberlazarethgehilfen Wilhelm Döll ein Sohn, Johannes Friedrich Rudolf, geboren den 22 October.
Denselben. Dem Taglöhner Heinrich Roth ein Sohn, Heinrich Adolf, geboren den 11. October.
Denselben. Dem Schlosser Wilhelm Klöß ein Sohn, Franz Ludwig Theodor, geboren den 13. Ociober.
Denselben. Dem Hilfsbremser Georg Jung eine Tochter, Sophie Elisabethe, geboren den 8. April.
Den 19. November. Dem Bäcker Friedrich Noll ein Sohn, Ernst JufluS Carl Johann, geboren den 2. October.
Beerdigte.
Den 13. November. Johannette Elisabethe Klingelmeyer, geb. Dörr, Wittwe des PolizeidtenerS Wilhelm Klingelmcyer, alt 77 Jahre, starb den 11. November.
Ten 18. November. Gustav Wiesel, Kaufmann, alt 33 Jahre, starb den 16. November.
Den 20. November. Marie Plank, geb. Dettler, Wittwe des RothgerberS Andreas Plank, alt 70 Jahre, starb den 19. November.
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Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
Ord.-
Namen der Dienstboten
Nr.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
Elisabeths Lepper aus Groß-Buseck . . . .
Margarethe Friedel aus Landenhausen . . . . Marie Pfeiff aus Odenhausen bei Allendorf . . Jakob Schneidmüller aus Watzenborn . . . . Elisabethe Göbel aus Trais an der Lumda . . Anna Katharine Ruth aus Michelbach bei Marburg Magdalene Schneider aus Schotten Marie Bierau aus Lollar .......
Elisabethe Bingel aus Ilschhausen Katharine Tempel aus Weidengesäß Margarethe Philippi aus Wölfersheim . . . .
12. Elisabeths Maul aus Erfelden
Die Prämien sind nebst den vorgelegten Dienstbüchern an jedem Zahltag
Folgende Dienstboten haben aus der hiesigen Spar- und Leihkasse die bei ihren Namen ermähnten Prämien mit Rücksicht auf die beigefügten Dienstjahre bei einer Herrschaft erhalten:
Anzahl der Dienstjahre
Prämien X
11
12
10
12
10
12
11
12
10
12
10
12
43
17
10
12
11
12
12
12
10
12
15
13
in der Sparkasse in Empfang zu nehmen.
Gießen, den 21. November 1884.
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