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Erscheint täglich mit «nSnahme des Montag-.

Bureau: Schulstraße 7.

Bericht erstatten.

Dr. Boekmann.

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Gießen.__

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloha.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

ei wäre möglich, daß Frankreich einwilligen werde, die geforderte Entschädigung«- summe herabzusetzen, al« Gegenleistung für gewisse Vortheile, die Chma m dem Handelsvertrag gewähren werde. In Anam haben die Franzosen unmittel­bar nach der am Sonntag erfolgten Krönung des neuen Herrschers dieses Lan- des die Citadelle der Hauptstadt Hub besetzt, was eine entschiedene Sicherung ihrer militärischen Position in Anam bedeutet.

Die Vorbereitungen der englischen Regierung für die Nil- Campagne nehmen ihren raschen Fortgang. In Kairo sind bereits drei eng- lisch« Bataillone Infanterie, eine englische Schwadron (Husaren) und eine Abtheilunq berittener englischer Infanterie marschbereit und warten nur aus das Eintreffen der zu ihrer Beförderung bestellten Nll-Boote. Mittlerweile sind auch von General Gordon wieder Nachrichten auf dem Wege über Dongola eingctroffen, welche besagen, daß in Khartum Alles gut stehe und in denen sich der General nach dem Stande der Dinge in Dongola erkundigt. Wenn Gordon noch Zeit hat, sich um die übrigen Garnisonen zu kümmern, so scheint seine Lage allerdings keine so sehr bedrohliche zu fern und es ist daher die Aussicht vorhanden, daß die zu seiner Befreiung bestimmte Expedition ihren Zweck erreichen wird In Alexandrien sand am Samstag von etwa 8000 Personen eine Kundgebung in Sachen der Entschädigungs-Ansprüche bezüglich des Bom- bardements von Alexandrien statt. Der anwesende Gouverneur versprach alle» Mögliche ob die» aber von der englischen Regierung zugestanden wer- den wirb# _ , r . . .. _ r.,

Der italienische osficiöse Telegraph wird ferne täglichen Cholera-Depeschen wohl noch einige Zeit weiter versenden muffen. Anscheinend wett die Cholera«Epidemie von bem nördlichen nach dem Mittlern Flalien vor, während sie sich zugleich in den von ihr zuerst ergriffenen italienischen Provinzen noch behauptet. . , r r. .

In Belgien zieht die Bewegung gegen das neue Schulgesetz des klerikalen Cabinets Malou immer weitere Kreise. Am Montag fand in Brüssel eine Versammlung der liberalen Vereinigung statt, in welcher beschlossen wurde, sofort den Kammern einen Protest gegen das neue Schulgesetz zugehen zu lassen. Sollte dasselbe von der Repräsentantenkammer bewilligt werden, so will die liberale Vereinigung Vertreter der liberalen Partei des ganzen Landes nach Brüssel berufen, um den König zu ersuchen, dem Gesetz die Sanctton nicht zu ertheilen. Diese Versammlung der Liberalen würde am 3t. August stattftnden. Ob aber König Leopold diesem Gesuch willfahrten wird, ist sehr zweifelhaft.

In der Republik Mexiko ist wiedereinmal eine Verschwörung gegen den derzeitigen Präsidenten, General Diaz, entdeckt worden. JBier Theilnehmer an der Verschwörung, unter ihnen die Generäle Ramirez und Mepa, sind auf Befehl des Präsidenten erschossen worden ein summarisches Verfahren, wie es eben nur durch die Zustände in solchen Ländern gerechtfertigt werden kann.

diniiilt Lotz 5 obte. igust 1884.

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Telegraphische Depesche«.

LSolsf's telrgr. Gorrespo«derrr-»vrea«.

BreSlau. 20. August. Der Director der Kunstsammlungen des hiess- gen Museums der bildenden Künste, Berg, ist in Folge eines Lungenschlages gestorbm^n 20 August. DieRheinisch-Westfälische Zeitung" läßt

sich aus Hamburg melden, der deutsche Generalconsul Dr. Nachtigal sei auf den Wörmann'schen Besitzungen südlich vom Congo angelangt und habe auf denselben die deutsche Flagge aufziehen lassen. Die Firma Wörmann habe voryer mit bett das Hinterland beherrschenden Häuptlingen Vertrage abgeschlossen, durch

Sosrath, Professor der Rechte,

Sr ^Wien,'^20^ August. DieWiener Ztg." pubiicirt eine Ministerial- Verordnung, wodurch das Verbot der Ein- und Durchfuhr von Hadern, Lumpen, alten Kleidern, Wäsche und Bettzeug auf Italien ausgedehnt wird.

Basel, 20. August. Der Verleger derFreiheit", Pfau, wurde wegen Verbreitung eines anarchistischen Aufrufs anläßlich der Hinrichtung Stellmacher» °"^Paris, 20. August. Die Abendzeitungen meldens Li-Fong-Pao habe morgen eine letzte Unterredung mit Ferry, der 'hm die Erllfchsießungen der französischen Regierung mittheilen werde. Letztere fei entlW®n-n "5 80-Millionen-Entfchädigung festzuhalten; dieselbe könne durch Erhebung von Zöllen entrichtet werden, welche Frankreich an gewissen Punk en überlassen wu den. Es werde eine zweitägige Fristbewilligt, wahrend bei b« chinesischen Regierung zu erwarten sei. Im Weigerungsfälle we.d, Cou t,

politische Ueberficht.

Gießen, 21. August.

Wieder einmal sind Gerüchte über eine mögliche Zusammenkunft zwischen Kaiser Wilhelm und dem russischen Herrscher anläßlich der Manöver in Russisch-Polen im Umlauf. In Berliner Hoftrelsen weist man diese Möglichkeit zwar keineswegs von ber Hanb, betont aber, baß Bestimmtes hierüber noch nicht festgesetzt und daß auch die Frage noch unentschieden fei, ob cie immerhin beschwerliche Reise nach der russischen Grenze in Hinblick aus die bevorstehenden Manöver-Anstrengungen am Rhein für den greisen Monarchen rathsam sei. Jedenfalls wird Kaiser Wilhelm das gegenwärtige herrliche Som- merwetter noch für die nächste Zeit in Schloß und Park Babelsberg gemeßen, wo er fast täglich Spaziergänge oder Parksahrten unternimmt und sogar noch nu B"edeu?sarnkeit des Besucher des Grasen Kalnoky

beim Fürsten Bismarck in Varzin erhellt schon au« der längeren Dauer, welche die Conserenz, wohl entgegen den ursprünglichen Dispositionen Kalnoky S, beider Staatsmänner genommen hat. Denn erst amjDienStag Nachmittag hat Kalnoky Varzin verlassen und sich auf dem Weg über Berlin nach Wien zuruck begeben. In die Zeit der Anwesenheit desselben in Varzin »st demnach gerade die Geburtstagsfeier des österreichischen Monarchen (18. August) gefallen und diesen äußerlichen Anlaß hat Kaiser Wilhelm benutzt, um abermals der Freund- schäft zwischen ihm und Kaiser Franz Josef in herzlichen Worten zu gedenken. Cs geschah bieS bei bem zur Feier bes Geburtstages bes Kaisers von Oester­reich am Montag auf Schloß Babelsberg stattgefunbenen Galabmer, auf welchem ber Kaiser den Toast aus seinen erlauchten Freunb unb Verbündeten ausbrachte, wobei biß Musik die österreichische Nationalhymne intonirte. Im Uebngen macht sich in der Presse gegenüber den muthmaßlichen Ergebnissen der Varzmer Zu- sammenkunst eineabwartende Tendenz" bemerklich und da in der That vor» läufig nur geringe Anhaltspunkte zu einer positiven Beurtheilung der Zusammen- kunst zwischen dem Fürsten Bismarck unv dem Grafen Kalnoky vorliegen, so irird man eben den Hervortritt der Folgen derselben abwarten muffen

Von den inneren Angelegenheiten ist dieAffaire Schlozer wieder in den Hintergrund getreten, nachdem mit dem eigentümlichen Dementi der Nordd. Allg. Ztg." in der Angelegenheit der kirchenpolitischen Verhanb- lunaen biß Sachß für die preuß. Regierung und speciell für Herrn v. Schlozer erledigt sein dürfte. Darüber, ob derselbe auf seinen römischen Posten zurück« kehren wird, sind die Meinungen noch sehr getheilt; wahrscheinlich ist es, daß man in Berlin oen Ausgang ber Reichstagswahlen abwarten will und daß dann -erst die Entscheidung über obige Frage getroffen werden wird - Am Montag beging in Würzburg der commandirende General des 2. bayerischen Armee- Corps, General der Infanterie v. Orff, sein 50jähriges Dienstjubiläum.

Unsere deutschen Stammesgenossen in einer der entlegensten Marken Oesterreichs, die siebenbürger Sachsen, feiern in Dieser Woche em großes Nationalsest: Die Erinnerung an die vor 700 Zähren er­folgte Einwanderung ihrer Vorfahren in Den

Mittelpunkt der mannigfaltigen Festlichkeiten, die aus diesem Anlaß aus dem Programm stehen, bildet Hermannstadt, die Hauptstadt des siebenburgischen Sachsenlandes, wo sich die verschiedensten Gesellschaftskreise zur würdigen Be­gehung des Jubiläums vereinigt haben. Die Thatsache, daß durch die Gin« wanderer vom Niederrhein und aus Dem heutigen OstfrieSland deren ^cacy- kornrnen die heutigen siebenbürger Sachsen unzweifelhaft sind deutsche Cultur und Gesittung, deutsche Sprache und deutsches Wesen in das entlegene Gebiet zwischen den östlichen Karpathen und den transsylvanifchen Alpen getragen wurde, sichert dem Feste die Theilnahme auch Der Deutschendraußen im "eiche , um so mehr, als die siebenbürger Sachsen gerade heutzutage die unerschrockenen Bannerträger gegenüber dem Vordringen des Magyarenthums sind.

In Frankreich ist die parlamentarische Campagne durch die Session der Generalräthe abgelöst worden, deren Eröffnung am Montag ohne jeden Zwischenfall erfolgt ist. Die Generalräthe werden aber voraussichtlich nur kurze Zeit versammelt sein und bleibt daher jenseits der Vogesen das Hauptinteresse den Vorgängen in Ostasien zugewendet. Die allarmirenden Mel­dungen derTimes" über eine angebliche Kriegserklärung Chinas an Frank- reich woran in Paris ohnedies Niemand glaubte, werden jetzt selbst von engli­scher' Seite als unglaubwürdig bezeichnet und ist es offenbar, daß sich das Cityblatt hiermit hat einen großen Bären aufbinden lassen. Auch glaubt die ßiberte" zu wissen, daß die Verhandlungen zwischen Patenotre und den Ver- Icetern der chinesischen Regierung in Shanghai fortbauern und trügen die letzten Roten Patenotre's einen etwas entschiedeneren Charakter. Dießiberte meint,

Betreffend: Die Förderung des Obstbaues. _ Gießen, den 19. August 1884.

Das Großherzogliche Krersamt Gießen

an die <Ärokber,sqlichen Bürqermeistereien des Kreises.

Diejenigen Großherzoglichen Bürgermeistereien, welche unsere Auflage vom 23. Juli l. I. noch nicht erledigt haben, wollen schleunigst über das V-rlangt-

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kath. Kirche wirb chen, Mil diesck lugust 1884.

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19», Freitag den 22. August 188L

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.