Rußland.
Petersburg, 19. Juli. Ein kaiserlicher Erlaß ernennt den Staats- secretär Kochanoff zum Präsidenten und die Senatoren Rennenkampf, Holtheer, Mordwinoff und Gerard zu Mitgliedern der temporären Specialsession des Reichsraths, welche die Jmmediatklagen über die Verfügungen des Senate Departements zu prüfen hat._________________________________
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S teregr. Eorrespoudem-Drrrea«.
Bad Gastein, 20. Juli. Se. Maj. der Kaiser Wilhelm nahm heute früh wiederum ein Bad, die Promenade aus dem Kaiserwege und der beabsichtigte Besuch der Kirche unterblieben jedoch, da von heute früh 5 Uhr bis Vormittags 11 Uhr heftiger Schneefall war.
— Der Kardinal v. Fürstenberg, welcher sich zur Kur hier aushält, wurde heute zur kaiserlichen Tafel geladen.
Leipzig, 20. Juli. Der anläßlich des achten deutschen Schützenfestes veranstaltete Festzug, an welchem gegen 6000 Personen theilnahmen, war äußerst glänzend. Vor dem Palais des Königs wurde eine Huldigung dargebracht. Auf Dem Augustusplatze erfolgte durch den Münchener Schützenmeister Krebes und den Oberbürgermeister von München, Ehrhardt, die Uebergabe der Vundeüfahne und des von dem Münchener Schützenbunde gestifteten Banners an die Stadt. Oberbürgermeister Georgi nahm die Fahne und das Banner Namens der Stadt in Empfang. Nachmittags 2Va Uhr findet das Festbanket statt, an welchem ca. 3000 Personen theilnehmen werden.
— Während des Festzuges stürzte das Gerüst des neuen Vörsengebäudes ein, auf welchem sich viele Personen befanden, um von dort aus den Festzug in Augenschein zu nehmen. 2 Personen wurden schwer, G leicht verletzt.
Wien, 20. Juli. Die „Morgen-Revue" theilt auf Grund direct bei Professor Dräsche eingeholter Information mit, daß bis zur Stunde in Wien nicht ein einziger Fall von cholera nostras beobachtet worden sei. Die angeblichen Cholera-Todesfälle, von denen einige Blätter meldeten, hätten sich nach der Section der Verstorbenen in Folge von Hitzschlag oder Sonnenstich herausgestellt. Gerade der diesjährige Sommer bilde in Bezug auf Cholera-Erkrankungen eine erfreuliche Ausnahme gegen frühere Jahre.
Paris, 20. Juli. In Toulon starben von gestern Abend bis heute Vormittag 10 Uhr 31 Personen, in Marseille 32 Personen an der Cholera.
London, 20. Juli. Auf dem britischen Dampfer „Saint Dustan", am 3. d. Mts. von Bombay in Marseille angekommen, am 9. von Marseille nach Liverpool abgesegelt, sind am 11. resp. 15. d. Mts. zwei Seeleute an der Cholera verstorben. Das Schiff liegt unter Quarantäne aus der Mersey.
— Die Herzogin von Albany ist gestern Abend in Claremont von einem Sohne entbunden worden. — Die Königin Victoria hatte sich gestern Abend mit der Prinzessin Beatrice nach Claremont begeben. Die Abreffe des Hofes nach Osborne ist bis auf Weiteres verschoben worden.
Rom, 20. Juli. Die „Agenz'a Stefant" erklärt eö für unbegründet, daß der schweizerische Bundesrath wegen Grenzverletzungen durch bte den Sanitätscordon bildenden italienischen Truppen bei der italten'.schen Negierung reclamnt habe.
— Die Verhandlungen zwischen Italien und der «Schweiz wegen der Quarantänemaßregeln dauern noch fort.
— Der Präsident des Senates, Tecch'o, hat aus Gesundheits- und Altersrücksichten seine Entlassung gegeben. Der Ministerpräsident ersuchte Tccchio, das Präsidium wetterzuführen, Tecchto beharrt indessen auf seiner Entlassung.
Washington, 20. Juli. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat strenge Maßregeln gegen die Einschleppung der Cholera angeordnet. Regierungsschiff; werden an der Küste einen Cordon bilden, um das Landen von aus fremden Ländern kommenden Schiffen, welche nicht mit einem reinen Patente versehen sind, zu verhindern. Der Präsident Arthur hat eine Proclamatton erlassen, in welcher eine wachsame Quarantäne anbefohlen wird.
19.
zur
23.
Zustand des Fluthgrabens zwischen der Erlengasse und Sonnenstraße.
Anlegung von Flur- und Gewannwegen im Nmstädter Feld.
Ausbau der Ostanlage.
Gießen, 21. Juli. Nach den vielfachen musikalischen Genüssen der letzten Tage will uns zur Abwechslung morgen (Dienstag) Abend in Wenzel's Garten ein Männer- quartett mit seinen Leistungen erfreuen. Das Zapf'sche Männerquartettaus Wiesbaden wird nach uns vorliegenden sehr anerkennenden Zeugnissen compe- tenter Musikkenner und Recensionen bedeutender Zeitungen als vortrefflich tm Gesang von 4stimmtgen Liedern geschildert und hoffen wir, daß dasselbe auch hier ein zahlreiches Auditorium sinken möge. 8 y
. „ 7* Am Samstag Mittag erhängte sich ein hier in Arbeit gestandener Gerber- geselle in seiner Wohnung. Als Motiv des Selbstmordes wird Furcht vor dem dem- nachsttgen Eintritt zum Militär bezeichnet.
^77 Aut dem gestrigen ersten Festtage des Bundesschießens zu Leipzig schossen die Schützen C- Müller und C. Brück von hier je einen Becher. Vivat sequlns!
12.
13.
14.
15.
16.
20.
21.
vermischte-.
. "7, Der „Franks. Beob." schreibt: In Offenbach sind gestern sämmtliche politische und medictntsche Behörden in die größte Aufregung versetzt worden. Es war nämlich die Nachricht dorthin gelangt, daß in dem nahen Mühlheim zwei Fälle üon Cholera nostras oorgekommen wären. Der eine betraf die Frau des dortigen Bahnbeamten und war den dabei Jnteressirten so gefährlich vorgekommen, daß der Bahnhof durch
Die Verbefferung des Schützgesbrunnen und Aulwegs. Veraccordirung von Waldwegbauarbetten.
17. Die Unterhaltung der städtischen Wiesen.
18. Gesuch des Bäckermeisters Fritz Schreiner um Bauerlaubniß. Gesuch des Kaufmanns Alexander Mayer um Bauerlaubniß. Desgleichen des Wirths Jean Weber.
Desgleichen des Jnstrumentenhändlers Wilhelm Rudolph.
22. Gesuch des Schuhmachermeisters Ernst Möser dahier um Erlaubniß Verlegung eines Wegs.
Herstellungen tm alten Rathhaus.
Lokales»
Gieße«, 22. Juli. Tagesordnung für die Stadtverordntten-Sitzung am Mittwoch den 23. Juli 1884, Nachmittags 4 Uhr.
1. Vergebung der Hastischen Stiftungszinsen.
2. Anlegung von Sammelplätzen und Lagerräumen für thierische Abfälle.
3. Handel mit Lumpen und Lagern derselben.
4. Die Quellwasserleitung.
5. Den Viehmarklplatz.
6. Gesuch um Herstellung eines Durchgangs durch den Bahnkörper der Main- Weser-Bahn.
7. Abhaltung eines Jugendfestcs.
8. Ausführung des Gesetzes über die Krankenversicherung der Arbeiter.
9. Die Beschaffung von Jsolirräumen.
10. Untersuchung des Wassers der öffentlichen Brunnen.
11. Räumung der Canäle innerhalb der Stadt.
zwei Landgendarmen abgesperrt und somit in Local-Quarantäne erklärt wurde. Der zweite Krankheitsfall hatte sich bet einem Arbeiter eingestellt. Glücklicherweise wurde die Unruhe der Bevölkerung bald durch eine ausreichende Erklärung beschwichtigt. ES stellte sich heraus, daß die betreffende Frau 3 Pfund Kirschen gegessen und 2 GlaS Bier darauf getrunken hatte und der betreffende Arbeiter volle 11 Glas Aepfelwetn hinter die Binde gegossen hatte unter obligater Begleitung einer Schüffel Gurkensalat. Beide erholten sich auch langsam von den Folgen ihrer Excesse, welche sie übrigen» Anfangs nicht zugestanden hatten. So wird sich wohl mancher in den Blättern gemeldete „Cholerafall" nachträglich ausklären.
Frankfurt, 17. Juli. Im Caf4 Casino in der Kaiserstratze spielte sich gestern Abend eine etwas dramatffche Scene ab. Eine Droschke fuhr an, aus der ein junges hübsches Mädchen und ein junger Kaufmann, der bei seinen Freunden den Namen der „Verlobungsassessor" führt, hüpften. Kaum hatte die Dame daS Pflaster berührt, als ihre Mutter auf sie zustürzte und sie dringend, aber so laut, daß es die ganze Nachbarschaft hören mußte, ersuchte, von dem leichtsinnigen Menschen zu lassen. Die Tochter rang mit ihrer Mutter und suchte ihr den Mund zuzuhalten, um sie an wetteren Jnvectiven zu verhindern; der junge Mann mit der Adlernase drehte sein schwarzes Schnurr- bärtchen und blickte, nach Hülfe oder nach einem Verschwindungspunkt suchend, ringsum, der Kutscher schrie nach seinem Fahrgeld, als die Scene immer verwickelter wurde. Schon begann das Schauspiel die Aufmerksamkeit der Passanten zu erregen, als es der Mutter gelang, die Tochter zu überwältigen und mit sich fortzuführen, während ihr Geliebter, nachdem er den Kutscher bezahlt hatte, mit einem Freunde davonging. DaS sonderbare Vorkommniß gab den Zuschauern natürlich Stoff zu allerlei mehr oder minder gewagten Combinationen.
Hanau, 17. Juli. Das gestern Nachmittag über unsere Stadt hinziehende Gewitter war von einem Orkan begleitet, der inner- und außerhalb der Stadt vielen Schaden angerichtet hat. So wurden auf der französischen Allee zwei alte große Bäume entwurzelt. Vor der Hauptwache auf dem Paradeplatz siel die stolze Linde, unter deren Schotten die Regimentskapelle zu kurhesstschen Zeiten uns so manchmal durch Musikoorträge erfreute. Auf der sogenannten Matnspitze wurde von dem neu- erbautrn Bootshaus des Ruderclubs das Dach vom Sturm erfaßt und vollständig abgehoben- Die Trümmer stürzten in den Main und zerstörten dabei eine Fähre und mehrere Kähne. Auch aus der Umgegend treffen Meldungen von massenhaft um- gestürzten Bäumen rc. ein.
Aus Bayern, 15. Juli. Aus verschiedenen Gegenden wird gemeldet, daß es in diesem Jahre, wohl in Folge der großen Hitze, in Feld und Wald so viele Kreuzottern gibt, wie seit langer Zeit nicht. Auch wird berichtet, baß bereits mehrere Todesfälle in Folge Schlangenbisses vorgekommen seien. — In Augsburg hat sich der Vicefeldwebel Häffner des 3. Infanterie-Regiments durch einen Sckuß in den Mund getödtet. Als Ursache der traurigen That werden „unglückliche Privatoerhältntsse" angegeben.
— sVacante Stellen für Militäranwärter im Bereiche des 11. Armee-Corps.) Cassel, Postamt, ständiger Pofthilfsbote, 1,80 X Tagegeld. Frankfurt a. M., Postamr 3 Packetträger, Gehalt je 990 X Frankfurt-Sachsenhausen, Postamt, Stadtpoftbote, Gehalt 990 X Gladenbach, Postamt, Landbriefträger, Gehalt 600 X Mainz, Garntsonverwaltung, 2 etatsmäß'ge Casernenwärter, Je 600 X, freie Wohnung, Feuerung und Erleuchtungsmaterial. Schmalkalden, Stadtbehörde, Hallenaufseher beim öffmt- lichen Schlachthaus, Gehalt 600 X jährlich. Siegen, Postamt, Packetträger, Gehalt 894 X jährlich. — Vacante Stellen tm Bezirk der Großh. Hess. (25) Division: G'eßen, Großh. Entbindungsanstalt, Hausdiener, 200 X Gehalt und freie Wohnung in der Anstalt.
Eingesandt.
Gießen, 21. Juli.
Von jeher ist der Feldschutz der wunde Punkt in unserer Verwaltung. Während die Polizei in der Stadt vorzügl'ch organisirt ist, fehlt es der Feldpolizei an Allem; wollen wir auch den Leuten theilweise nicht den guten Willen absprechen, so scheint es dock an Gewandtheit und Verständniß zu fehlen, sonst könnte der Felddtebstahl nicht in solcher Blütbe stehen, wie das thatsächlich der Fall ist; Insbesondere aber möchte es nicht unzweckmäßig sein, wenn die Feldschützen entsprechend controlirt würden, ob sie auch stets im Dienste sind.
Unter den vielen Ausflügen, die von hiesigen Vereinen gestern unternommen wurden, war gcw:tz der des Bäuerischen Gesangvereins einer der gelungensten. Wer wie Einsender dieses dem von ebengenannten Verein veranstalteten Kinderfeste beigewohnt hat, wer dieses Sacklaufen, Wurstschnappen, Wettrennen, Netten, Dickmtlch- füttern, Baumklettern rc. mit angesehen hat, wird diese wenigen heiteren Stunden gewiß nicht vergessen. Den Veranstaltern gebührt alle Anerkennung. — Auch lag die Restauration in bewährten Händen und blieb auch nach dieser Seite bin nichts zu wünschen übrig. c. B-s.
Schiffs Nachrichten.
Bremen, 18. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Salier. Capt. C. Wiegand, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. Juli von Bremen abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.
Handel und Verkehr.
ra a u b e r g, 19. Juli (Fruchtpresse.) Wenen X 19.50, Korn X 17.20,
Kerfte ^16.50 Hafer X 17.20, Erbsen X 00.00, Linsen X 00.00, Lein X 00.00, Samen X 24.20, Kartoffeln X 5.00, Wicken 0.00.
w 9^raAßUrA 1?' o^lf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu 2-30—3.00, Ctrof) X 2 30—2.o0, Eier das Hundert 4.60—5.00, Butter kSS 0/ ö'00 ’ 1.30, Kartoffeln per Centner X 2.75—3.00,
Kohlrabi 4-6 F pr. St., Erb en 100Ka. 12.00—18.00 Rothkraut pr St 30—40 H Poularden X 0-0 Huhn-^L 1.50-2.Ä, 1 Ente X 3.00-4.00,1 Taube 60-00 X Hohn X 1.70—2.00, Gans X 4—0.00, Welsche X 7—12.—
Neu
Repertoir der vereinigten Stadttheater;u Frankfurt a. M.
Dienstag den 22. Juli: F1d?U o^^"^
Mittwoch den 23. Juli geschlossen.
Donnerstag den 24. Juli; Die Maccabäer.
Freitag den 25. Juli: Nanon. Außer Abonnement.
Samstag den 26. Juli: Neu einftudirt: DteweißeDame.
Sonntag den 27. Juli: Tannhäuser.
Dienstag den 22. Juli;
e1nftub™:to^rbsntgeu^r.: ^stud.r«: Sato von Gl(en. Hierauf: !
Donnerstag den 24. Juli geschlossen.
®äXbeU252633uif:6Kr° -7tn^V"'b^--mpaihie.
Sonntag den 27. Juli: Doctor Klaus.
Zur Gest. BeachLung.
mtr Sufra0en m-gen AuSkuustSEtkrutz über Sperrte k. kk-ur-n r*
> ‘s”'«"1,'1? denselben ernt FreimE tot die Rückantwort beißdcgt
MnrJr,; oriäf «S Ä9h(6 berre=n Offerten einzureickien find, ist die ExpiHiston Pi keinerlei AuskunstsertSellungen befugt. Onertenbrirfe sind — soweit keine bcstimmte« gegentberltgev Abmachungen getroffen wurden — in der Expedition
Temperatur am 21. Juli (Mittags zwischen 11 und 12 Uhr). Wasserwärme der Lahn 17° N. — Luftwärme 16V? R. im Schatten.
Nübsamen.
AM
MdE" SS ” $g8 W
BkMS.
Gießen, -
d 8(0»® SSÄ
Bei dem $ ermäßigt sich
1817
Die Reah 8 Tagen an den Kosten zur hiesige
Gießen, 1
4816
Iech Zur cosmeti! Pflege von I Hur angenehmst Beseitigung von Tabakgeruch, SiK wie um dem Mi blendende Nist j: späte Alter gesund z troffen die
aromatisch aus der K. Bayr. £ D. Wunderlich, Landesausstellung li Zu haben a 50 L
H«
Neue
VEH
(sup empfiehlt
Maachinenfa


