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Bürger Zeitung in ihrem dem Prinzen Wilhelm gewidmeten Begrüßungs- Artikel sehr richtig betont. Der hochpolitische Zug in dieser Mission liegt nicht nur darin, daß der dereinstige Erbe des deutschen Kaiserthrones ihr Träger ist, sondern auch in dem Umstande, daß in dem Grafen Waldersee einer der höchst- gestellten Generäle der deutschen Armee den Prinzen begleitete, um dem Fami­lienfeste im Czarenhause beizuwohnen. Prinz Wilhelm hat dem künftigen Czaren neben den herzlichsten Glückwünschen des deutschen Kaisers auch den höchsten preußischen Orden überbracht und diese vielsagende Aufmerksamkeit erwiederte Kaiser Alexander dadurch, daß er dem Prinzen Wilhelm das 85. Wyborg'sche Infanterie-Regiment verlieh, welches fortan den Namen seines hohen Chefs führt.

Der Brand des Wiener Stadt-Theaters hat in der lustigen Kaiserstadt an der Donau wieder die Erinnerungen an die Ringtheater- Katastrophe hervorgerufen. Glücklicherweise hat diesmal der Tod an dem Zer­störungswerke keinen Antheil gehabt, doch ist immerhin der materielle Schaden ein erheblicher und überdies sind durch den Brand des Theaters 150 Personen brodlos geworden; der momentanen Nothlage des Personals soll durch Vor­stellungen in Wien und Gesammt-Gastspiele in andern Städten begegnet werden. Im österreichischen Abgeordnetenhause ist am Samstag die dreitägige General- Debatte über die Arbeiter-Ordnung zu Ende geführt worden. Die Verhand­lungen, welche reich an interessanten Momenten waren, rollten ein ganzes Stück socialer Frage auf und zeigten im Uebrigen, daß auch in Oesterreich die Regie­rung Maßregeln für das Wohl der arbeitenden Klassen ergreifen muß, wenn anders sie einer gewaltsamen Eruption der in den unteren Klaffen herrschenden Stimmung vorbeugen will. Am Montag trat das Haus in die Specialberathung der Arbeiter-Ordnung ein, welcher Gegenstand das Abgeordnetenhaus jedenfalls die ganze Woche beschäftigen wird.

In Frankreich hat jetzt das Ministerium Ferry die Revision der Verfassung mit auf fein Programm geschrieben. Der der Regierung gün­stige Ausfall der Gemeinderaths-Wahlen hat hierzu wohl den Hauptanstoß ge­geben. Bekanntlich stellen die Gemeinderäthe die Delegirten zu den Senatsmahlen und da die große Mehrzahl der Gemeinderäthe der,gemäßigt-republikanischen

Donnerstag den 22. Mai

1881

Rr. 119

Erscheint täglich mit Ausnahme des Monta-s.

Bwrteil: Schulstraße 7.

Das Budget des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberheffen pro 1882/85.

des landwirthschaftlichen Vereins von Oberheffen pro 1884/85 festgestellte

der

Zusammen 6543 vH 8659 vH.

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beanspruchen, wollen sich alsbald nach an das Präsidium wenden.

verthellung überwiesen werden, zu der Provinz zu eröffnen ist.

ad 12. Diejenigen Vereine welche einen Anthell aus dem

Züchtung der Vogelsberger Viehrasse, vorgesehenen Betrag von 1000 vH. Veröffentlichung dieser Bekanntmachung

ad 15. Aus dem hier vorgesehenen Betrags können Denjenigen, welche durch Vermittelung des landw. Vereins von Oberheffen im verflossenen Jahre Obstbäume bezogen haben, die nachweislich durch Beschädigung beim Transport zu Grunde gegangen sind, mäßige Entschädigungen, soweit der vom Ausschuß hierzu verwllligte Credit von 200 vH reicht, auf Anfordern ausgezahlt werden. Sollten die berechtigten Anforderungen, welche innerhalb 4 Wochen von der Bekanntmachung an gerechnet, beim Präsidium anzumelden sind, den Budgetsatz übersteigen, so findet verhältnißmäßige Reduction statt.

Friedelhausen, den 9. Mai 1884.

Der Präsident des landwirthsch. Vereins für die Provinz Oberheffen: Adalbert Freiherr von Nordeck zur Rabenau.

Bemerkungen.

A. Zur Einnahme: pos. 2. Der hier eingesetzte Betrag kann nur als muthmaßlicher betrachtet werden, indem bis zur Aufstellung des Budgets eine Erklärung Seitens der Direction der Aachen-Münchener Feuerversicherungs- Gesellschaft über die Höhe der im laufenden Jahre dem Verein zu gewähren­den Unterstützung noch nicht eingelaufen war.

Zusammen

B. Ausgabe.

1) Bureaukosten . . . -

2) Kasse- und Rechnungswesen.......

3) Unterstützung der landw. Bezirksvereine . . .

4) Kosten der Zeitschrift für die landw. Verein? .

5) Gehalt des Wiesenbaumeisters .....

6) Beitrag zur landw. Versuchsstation ....

7) Für die Ackerbauschulen zu Alsfeld und Friedberg

8) Beitrag zu den Kosten des Deutschen Landwirth- schaftsraths

9) Zur Unterstützung des Obstbaumwärtercursus in Friedberg

10) Zur Hebung der Rindviehzucht .....

11) Zur Unterstützung der Provinzialsohlenweide . .

12) Zur Unterstützung von Vogelsberger Viehzucht­vereinen .

Dolitifche NeberfichL.

Gießen, 21. Mai.

Der Vertagung des Reichstages ist nun auch der Schluß des preußischen Landtages gefolgt, so daß also einstweilen auf parlamentarischem Gebiete, mit Ausnahme der noch versammelten Reichstags-Commissionen voll- (tänbige Stille herrscht. Die Verhandlungen des Abgeordnetenhauses, ganz ab­gesehen von denen des Herrenhauses, boten in der letzten Zeit für weitere Kreise nur wenig Interesse dar, da meist untergeordnete Gegenstände erledigt wurden. Auch die Debatte vom vorigen Samstag, in welcher es sich um den Windthorst'- Ichem Antrag auf organische Revision der kirchenpolitischen Gesetzgebung handelte, mr lange nicht so erregt, als vielleicht auf dieser oder jener Seite erwartet mouben war und erreichte nicht im Entferntesten die Hitze der früheren Cultur- lampf-Debatte. Der Antrag ist bekanntlich mit großer Majorität abgelehnt müden und ein anderes Resultat hatte das Centrum wohl auch rächt erwartet. Wahrscheinlich war es dem Abg. Winothorst mit Einbringung seines Antrages lediglich darum zu thun, wieder einmal zu sondiren, wie weit oas Terrain für leine Pläne günstig sei und da hat er denn erfahren müssen, daß man auf Seiten der Regierung es für gut findet, in den kirchenpolitischen Angelegenheiten eine*. abwartende Stellung einzunehmen. Um Uebrigen deutet der Umstand, daß 50 Bismarck bereits in vergangener Woche Berlin verlassen hat, um in der ländlichen Abgeschlossenheit von Friedrichsruhe die Pfingstserien zu verleben, ianauf hin, daß während der nächsten Wochen in der inneren Politik keine größeren Actionen zu erwarten sind.

Die Unfallversicherungsgesetz-Commission des Reichs­lage s hat am Samstag die erste Lesung der Vorlage zu Ende geführt und ist m Mittwoch in die zweite Lesung eingetreten.

Die Reise des Prinzen Wilhelm von Preußen nach Peters- taj anläßlich der Großjährigkeits-Erklärung des Großfürsten-Thronfolgers ist ein neuer Beweis für die Intimität, welche sowohl zwischen den Kaiserhöfen von Win und Petersburg, als auch in den politischen Beziehungen Deutschlands zu Rußland besteht und geht in ihrer Bedeutung weit über den Charakter Ms.etiquettenmäßigen Besuches hinaus, wie dies auch die russische St. Peters-

13) Für den Unterricht im Hufbeschlag . . . . .

14) Für die Molkerei-Ausstellung in München . .

15) Zu Entschädigungen für schlechte nicht angegangene Obstbäumchen .........

16) Betriebsfond

Nachdem Großherzogliches Ministerium des Innern das vom Ausschuß Siibget genehmigt hat, wird dasselbe hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Vercinsfond vH.

A. Einnahme.

Staatsfond

1) Zuschuß aus Großh. Hauptstaatskasse .... 6543 vH.

2) Beitrag der Aachen-Münchener Feuerversicherungs gesellschaft

3) Beiträge der Vereinsmitglieder

4) Überschüsse aus vorderen Jahren - . . .

; 5) Zinsen aus solchen

Bekanntmachung.

Grobherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, Abtheilung für Lebensversicherungen, zu. München die Erlaubniß zum Geschäftsbetriebe im Großherzogthum Hessen erthellt.

Gießen, am 20. Mai 1884. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann.

B. Zur Ausgabe: ad 10. Der hier vorgesehene Betrag von 1000 vH. soll dem landw. Bezirksverein Lauterbach, welcher der Reihenfolge nach den ersten Anspruch auf denselben hat, zum Zweck der Abhaltung einer Viehpreis- Concurrenz aber für sämmtliche Kreise

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeißeblstt für den Kreis Gießen.

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