nur mit einigen Schrammen beoeckt davonkam, wurde die Schwester schrecklich verstümmelt.
— Nach einer von Bergrath Tecklenburg zusammengestellten Montanstatistik des Großherzogthums Hessen im Jahre 1883 betrug die Bergwerks-Production an Braunkohlen 49,280 Tonnen im Werth von 288,074 J4, Eisenerze 127,932 Tonnen Im Werth von 809,734 JL, Manganerz 73 Tonnen im Werth von 3000 JL An Kochsalz wurden aus wässeriger Lösung 15,867 Tonnen tm Werth von 424 610 3L gewonnen. Die Hüttenproductton betrug 36,376 Tonnen Cokes-Noheisen im Werth von 2,546,320 X, 10,450 Tonnen engl. Schwefelsäure tm Werth von 365,750 Jl. Gußeisen zweiter Schmelzung wurden 5593 Tonnen tm Werth von 1,048,866 Jt., Schwetßeisen 76 Tonnen tm Werth von 12,229 Jü producirt. Die Msammtproduction war 245,647 Tonnen irn Werth von 5,498,583 <AL
Auerbach. 17. März. Die Unvorsichtigen sterben, trotz immerwährender Warnung, niemals aus. Da hatte gestern einer einen Dynarnttjchuß in den Felsen des hiesigen Bergwerks eingeführt, er gmg aber nicht los und nun wollte er den Schuß wieder ausbohren. Dies ist aber nach den Befehlen seines Herrn streng untersagt. Der Mann bohrt und hämmert aber doch daran herum und der Schuß geht los. Zum Glück bei dem Unglück hielt der Mann den Kopf schief aus die Seite, sonst wäre der Kops hinweggefahren; die Explosion traf darum nur die linke Hand, welche an der sog. Maus zerrissen wurde, aber vom Arzt doch wieder zusammengenäht worden ist. Der Schrecken war nicht gering, auch für Diejenigen, welche dem unvorsichtigen Manne zusahen. Er wird hoffentlich für die Zukunft klüger sein.
Frankfurt a. M-, 18. März. Eine ruchlose That wurde vorgestern Nacht in einem Hause der Vilbelergasse begang-n. Eine bejahrte Frau, die sich durch Scheuern rc. redlich ihren Lebensunterhalt verdient, gerieth in ihrer im Mansardenstock einer Gast- wtrthschaft befindlichen Wohnung mit ihrem Sohne, einem Spenglergehülfen, in Wortwechsel, bet welchem der jähzornige Sohn — ein junger Mensch im Alter von 19 Jahren und, wie uns mttgetheilt wird, ein nichtsnutz'ges Subject, das sich den ganzen Winter über beschäftigungslos umhergetrieben — ein spitzes Messer nach seiner
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8. März 1884. )berjöi[ter: Schulz.
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32. Jahrgang.
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Nr. 70. Zweites Blatt. Samstag den 22. Marz 1884
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Amts- und Anzeigeblett für den Kreis Gießen.
Bwreau t Schulstraße 7.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-.
Amtlicher H h e i t.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Washington, 19. März. Im Senat wurde von dem Ausschüsse für auswärtige Angelegenheiten eine Bill eingedracht, welche die Prüfung des für den Export destimmten Fleisches anorünet und die Einfuhr gefälschter Nahrungsmittel verbietet.
Die diesjährigen Frühjahrs- Control-Versa mmlungen werden im Kreise Gießen wie folgt ab geh alten werden:
1« Im Bezirke -er I. Compagnie (Gießen).
1) Zu Gießen am 1. April 1884, Vormittags, im Oswald'schen Garten
und zwar um 7Vr Uhr für sämmtliche Reservisten der Infanterie, sowie sämmtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, um 83/a Uhr für sämmtliche Wehrleute der Infanterie, um 10 Uhr für sämmtliche Reservisten und Wehrleute der übrigen Waffen.
Hierher gehören die Orte: Annerod, Burkhardsfelden, Gießen (mit Schiffenberg und Herrnwald), Heuchelheim, Klein-Linden und Oppenrod.
2) Zu Lollar am 2. April 1884, Vormittags, neben dem neuen Bahnhofsgebäude, und zwar um 9 Uhr für sämmtüche Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen um 10 Uhr für sämmtliche Wehrleute aller Waffen.
Hierher gehören die Orte: Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen (mit Hof Heibertshausen), Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe und Wieseck.
... 3). Zu Grünberg am 2. April 1884, Nachmittags, an dem Bahnhöfe,
und zwar um l1/« Uhr für sämmtliche Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenthelle und der Ersatz-Behörden entlassenen "Mannschaften aller Waffen, um l3/4 Uhr für sämmtliche Wehrleute aller Waffen.
Hierher gehören die Orte: Allertshausen, Beltershain, Gellshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle), Hattenrod, Harbach (mit der Kolbenmühle, Sommermühle), Kesselbach (mit der Rabenau'schen Papiermühle), Üauter (mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle), Lindenstruth, Londorf (mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte), Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen (mit Appenborn-Hof), Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen (mit Bolln- bach, Veitsberg und Wirberg), Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain (mit dem Hainer-Hos) und Winnerod.
II« Im Bezirke der II. Compagnie (Lich).
... ... .. L 1) 3» Hungen am 8. April 1884, Mittags 12 Uhr, am Friedhöfe,
Mr sämmtüche Reservisten und Wehrleute, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen.
Hierher gehören die Orte: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen (mit Ringelshausen), Rodheim (mit Hof Graß), Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe und Villingen.
. «... 2) Zu Lieh am 8. April 1884, Nachmittags, am Bahnhofe,
und zwar um 3 Uhr für fämmtüche Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, um 4 Uhr für sämmtliche Wehrleute aller Waffen.
Hierher gehören die Orte: Albach, Allendorf a. d. Lahn, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt (mit Arnsburg), Ettingshausen, Garbenteich, Groß-Linden, Grüningen, Hausest, Holzheim, Lang-Göns, Leihgestern, Lich (mit Albacher-Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen), Münster, Hof-Gill, Rieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn mit Steinberg.
, , „ baden aus den genannten Orten zur bestimmten Stunde sämmtliche im betreffenden Bezirke wohnenden Offiziere und Mannschaften des Beurlaubten
standes aller Waffen des deutschen Reiches zu erscheinen, welche zur Reserve und Landwehr gehören, zur Dispofition der Truppentheile veurlauot oder zur DrSpoßtion der Ersatz-Behörden entlassen find. Die Ersatz-Reservisten haben nicht zu erscheinen.
_ Dispensationen können nur in ganz dringenden Füllen eintreten und müssen darauf bezügliche Gesuche spätestens 8 Tage vor den betreffenden Control- Verfammlungen aus dem Dienstwege eingereicht werden.
Die ohne Entschuldigung fehlenden 'Mannschaften haben sich der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen.
Es wird noch bemerkt, daß die Leute mit dem Mllitär-Paß und Führungs-Attest versehen in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen haben, und vor dem Vegrnn der Control-Versammlung Schirme, Stöcke, Pfeifen rc. fortzulegen sind. Frhr. v. Röder,
Oberst z. D. und Bezirks-Commandeur.
Betreffend: Frühjahrs - Control - Versammlungen. Gießen, am 25. Februar 1884.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Tie nachstehende Bekanntmachung wollen Sie in Ihren Gemeinden auf ortsübliche"Weise veröffentlichen lassen.
vr. B o e k m a n n.
Gießen, den 23. Februar 1884.
— Das Repräsentantenhaus genehmigte die von dem Ausschüsse für auswärtige Angelegenheiten eingebrachte Resolution, in welcher erklärt wird, tue vom RepräMtantenhause angenommene Beileids - Resolution für Lasker habe hsjroecft, den Tribut der Achtung des Hauses darzubringen. Da das Reprä- Mtantenhaus den Beziehungen zwischen der deutschen Exekutive und dem Reichstage fern,tehe, so nehme es von jeder weiteren Kcitik der bezüglichen Vorgänge
-— Das Haus nahm ferner eine Resolution an, in welcher die im deutschen "Reichstage geäußerten Wunsche für die Aufrechterhaltung der freund- jchafllichen Beziehungen zwischen Deutschland und den Unionsstaaten bestens erwiedert werden.
Vermischte».
l. >. ^_arf n)' /o März. Vorgestern Abend kamen zwei Schwestern, Engländerinnen, mit der Eisenbahn hier an. um nach der Schwei, zu reisen. Eine der Damen, bie Meskrank schien, betrug sich auf dem Bahnhof in einer nicht wlederzugebenden Weise, le baß sie mit Gewalt von mehreren Männern bewältigt werden mußte: als die Dame Weber ruhig war, wurde sie zur Weiterreise in einem Schlafwagen untergebracht, wo ihr« Schwester über sie wachte. Heute wird uns nun die schreckliche Mitthetlung, daß b<e Dame während der Fahrt einen ähnlichen Anfall erhielt, sich in der Nähe von kolmar aus dem Fenster des Wagens des dahtnrasenden Zuges stürzte und in der Verzweiflung die Schwester der Irrsinnigen leider nachsprang. Während esterc


