eine Verminderung unter dem Titel einer Taxe oder irgend einer anderen Belastung sich zum ausschließlichen Nutzen der Propaganda selbst mit Vermehrung ihres Einkommens vollzieht. Von dieser Convertirung sei übrigens durch das Gesetz der Palast ausgenommen, worin die Propaganda in Nom ihren Sitz habe. Die Entscheidung des Cassationshofs präjudicire endlich in keiner Weise die rechtliche Stellung der Propaganda und die eventuelle Vergrößerung ihres Vermögens. Die Instructionen Mancini's erklären schließlich bestimmt jede Einmischung auswärtiger Regierungen in die Justizverwaltung der italienischen Gerichtshöfe für unzulässig.
Peter-vurg, 20. Februar. Am nächsten Samstag wird der Kaiser über die Petersburger Garnison und die in der Umgebung stehenden Truppen in der Gesammt- stärke von 43 Bataillonen, 43 Eskadron« und 114 Geschützen eine Revue abhalten.
Kairo, 20. Februar. Nach einer Meldung au« Suaktm hat da« Transport« schiff „Bokhara" 600 Mann gelandet, das Transportschiff „Oronteü" Ist nach Trtnkttat gegangen.
Lokales.
Gieße«, 20. Februar. sT Heater.) Wir setzen voraus, daß der Roman der Gartenlaube „Lumpenmüllers Lieschen" den meisten Lesern bekannt ist. Das nach diesem Roman bearbeitete Schauspiel, das sich Frau Brede zu ihrer Benefice- vorstcllung erwählt hatte, wurde von dem Publikum sehr beifällig ausgenommen. Frau Brede im Verein mit Fräulein Kohrsen 1. halten durch ihr charakteristisches Spiel den größten Antheil an diesem Erfolge. Neben .ihnen sind Fräulein Pögner I. und Herr Sch önwasser mit Lob zu nennen.
Am Freitag wird Herr Stägemann vom Frankfurter Stadttheater als Gast auftreten. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter im Fache der Salonhelden und wir würden unS einer Unterlassungssünde schuldig machen, wenn wir nicht ausdrücklich auf den zu erwartenden hohen Genuß htnwtcsen.
Gieße«, 21. Februar. Im „Frankfurter Hof" fand gestern Abend die Generalversammlung des hiesigen Vereins der deutschen Foltschritispartet statt. Der Vorsitzende, Herr L> Georgi, erstattete Bericht über die Thätigkeit deS Vorstandes im velflossenen Jahre, sowie über den Stand der Kasse rc. Dem Rechner wurde Decharge ertheilt und hierauf hielt Herr L. Homberger einen längeren Vortrag über die vor Kurzem tn Darmstadt ftattgewndene Landesoersammlung, an welche ein Ueberblick über die politische Lage im Reick und in Preußen folgte. Sodann wurde zur Vorstandswahl geschritten und hierbei der seitherige Vorstand fast einstimmig wtedergewählt.
Vermischtes.
Alsfeld, 17. Februar. Am vergangenen Freitag Abend geschah e«, daß in dem eine Stunde von Alsfeld entfernten Elbenrod tn einer Sptnnstube beim Tanz ein geladenes Gewehr von der Wand fiel und sich entlud. Der Schuß ging einem Mädchen durck die Wade und traf den im Zimmer anwesenden auf Urlaub weilenden Husaren Decher so unglücklich «tn Knöchel, daß man seinetwegen in großer Besorgniß lebt.
Mainz. 18. Februar Das offictelle Programm für den imposanten Festzug am Carnivalstage ist nunmehr erschienen und wird derselbe aus 67 Grnppm bestehen und zwar in folgender Reihenfolge: 2 Kchrmasckinen, Herolde, Musik, Wogen der Presse, Arrestantenwogen, Zigeunergruppe, MustkcorvS, Klepperbuden, südöstlicher Bezirk — 2 Wagen — Anlage-Concert, da« alte Münsterthor. MusikcorpS, Fortbildungsschule, Italienische Räuber, Herolde, Boulevard mit Statue, Dampfmühle, Athletenwagen, MusikcorpS, Alte Deutsche, Leniabcrg, Pankrattusbrünnchen, Prinzengarde, Prinzengardewagen, Gärtnerwagen, Prinzenwagen — 2 Wagtn — Herolde, Comitrwagen, Jockey's, Pferdebahn, Herolde rc. Der Zug wird sich um 9 Uhr in der Schulstraße der Neustadt aufstellen.
HerSfeld, 18. Februar. Vor einigen Tagen hat Herr Domänenpächter F zu B- durch Unvorsichtigkeit ferner Leute, die Chilisalpeter statt Salz fütterten, dreißig Stück Schafe verloren. Schon vor circa 10 Jahren büßte Herr Obcramtmann O. zu W. durch denselben Jrrthum 6 seiner schönsten Kühe ein. Die Fälle mahnen die Landwirthe, bei Aufbewahrung deS Chiltsalpcters sehr vorsichtig zu sein und die Säcke mit ihrem Inhalt genau und deutlich zu bezeichnen.
— ^Fensterscheiben von Kalk zu reinigen ) Wenn Maurer oder Gypser it einem Hause gearbeitet haben, so sind die Fenster, besonders wenn es längere Zeit gedauert hat, nur sehr schwer wieder rein und blank zu bringen. Durch Anwendung von Dürsten oder durck kräftiges Scheuern mit grobm Lumpen wird das Uebel ärger, denn dann werden die Glasscheiben verkratzt, daß sie gar nicht mehr sauber zu bringen sind. Hier können nun die Hausfrauen mit einem Mittel, das sie stets zur Hand haben, sich viele Mühe und Verdruß ersparen, wenn sie nämlich die Glasscheiben mit einem scharfen Essig (je schärfer um so besser) benetzen, so werden die grauen matten Stellen, die sonst gar nicht weichen wollen, ganz von selbst verschwinden und nach dem Abspülen mit reinem Wasser wird daS Glas wieder Her und durchsichtig sein.
— Professor Dr. Th. Btllroth, der berühmte Wiener Operateur, erläßt in einem Schreiben folgende Warnung: „Es sind innerhalb der letzten Monate vier Fälle vorgekommen, in welchem Finger mit ganz unbedeutenden Verletzungen durch unsinnige Anwendung von Carbolfäure brandig geworden sind; tn allen vier Fällen handelte eS sich um Kinder, deren Eltern die Verordnung eine« Carbolverbandes selbst gemacht hatten, „weil die Carbolsäure gut für die Wundhrilung fein soll". Die Carbolsäure bat schon jetzt in der Chirurgie eine weit beschränktere Anwendung als früher; wir haben die Gefahren, welche dieselbe unter Umständen herbeiführen kauf, erst nach und nach kennen gelernt; das Mittel kann nicht nur Entzündung und Brand erzeugen, sondern auch durch Blutvergiftung lödten; es entfaltet seine guten Eigenschaften nur in der Hand des kundigen Arztes. Ich widerrathe hiermit aus'« Dringendste, ohne Anordnung eines Arztes Carbolfäure anzuwenden. Als das beste Umschlagsmittel bet frischen Verletzungen rathe tch das in den Apotheken käufliche Bletwasser an "
— lieber die Auswanderung des Jahres 1883 liegen jetzt genaue Nachrichten vor. Danach war die Abnahme gegen daS Vorjahr doch nicht so bedeutend, als vor einiger Zeit berichtet wurde. Lieber Hamburg, Bremen und Stettin wurden befördert 201,308 Personen (gegen 232210 im Vorjahr), darunter 143,405 deutsche ReichSange- hörige (gegen 168,454 im Vorjahr).
London, 18. Februar. Die G ftmördertnnen Katharine Flanuigan und Margarethe Higgins, welche tn Liverpool eine ganze Reihe von Personen, deren Leben sie insgeheim versichert hatten, durch Verabretchung von Arsenik aus der Welt schafften, wurden am Samstag von den Geschworenen des verübten Mordes schuldig befunben und zum Tode durch den Strang verurtheilt.
— Die MilstäresftktenhSndler Berlins haben in Sachen deS Osficier-VeretnS mehrere Versammlungen abgehalten und sich zu einer Erklärung vereinigt, daß sie mit dem Verein weder cm Abkommen getroffen haben, noch ein solches unter den Bedingungen treffen würden, welche in dem an die Officiere versandten Circulare ausgesprochen seien. Auch die kleinen Meister, die für die großen Werkstätten atbeiten, wollen gegen jede etwa geplante Lohnreduction protcsttren, welche bei dem von dem Vereine versprochenen Preise unausbleiblich sein müßte.
— sKleine Verräther.) „Mutter, hat die Tante Ida Bienen tm Munde?" — «Wie kommst Du auf eine solche Idee?" — „Der Herr Lieutenant hat soeben zu ihr gesagt: Lossen Ste mich den Honig von Ihren Lippen küssen, und die Tante gab ihm zur Antwort: Aber schnell, meine Schwester kommt."
— (Auf die Leimruthe gegangen.) In einem oberschlesischen Dorfe an der russischen Grenze saßen kürzlich drei Männer aus Russisch-Polen. Es war vom Schmuggel die Rede und im Laufe der Unterhaltung erwähnte der eine, daß tn der nächsten Nacht an einer bestimmten Stelle ein Transport Schwarzvieh über die Grenze gebracht werden würde. Der dritte hatte nichts Eiligeres zu thun, altz die GsnSdarmen davon zu benachrichtigen. Bei etngetretener Dunkelheit waren die diensteifrigen Beamten an der Stelle, um den Transport abzufangen. Sie warteten vergeblich die ganze Nacht. Als sie am Morgen verdrießlich heimkehrten, empfing sie der Bauer, bei dem der eine Gensdarm wohnte, mit großem Lamento- Während die Geusdarmen auf die Einschmuggelung von Schweinen lauerten, waren dem Hcmswirthe des Gensbarmen seine fetten Schweine gestohlen und über die russische Grenze gebracht worden, - nur an einer andern Stelle, als der dem Dritten bezeichneten und in entgegengesetzter Richtung.
— (Frauen für Neucaledonien) In dieser Woche ging wieder ein Schiff mit ctlichen fünfzig Heiraihscandidatinnen oder .Bräuten" von Bordeaux nach Neucaledonien- Dieser Schwarm kommt dtrect aus den sechs Froucnzuchthäusern Frankreich«. Sie
wurden dort von einer General-Jnspectorin der Strafhäuser für Frauen auSgewählt, natürlich unter denjenigen, welche sich freiwillig zur Auswanderung nack Neucaledonien meldeten. Dieselben wüsten natürlich ledig oder Wittwen und unter 32 Jahre alt fein, dabei sich bi« dahin in einer Weise betragen haben, daß man auf künftige« Wohlver- halten, hoffen darf. Die ausgewählten HeirathScandtdatinnen werden in Bordeaux »eretnigt, wo sie unter der Obhut einiger Schwestern de« OrdenS des heiligen Joseph von Clugny eingeschifft und nach Neucaledonien gebrockt werden. Dort finden sie Unterkommen in zwei Häusern desselben Ordens, in Numea und Boureille. S)te Sträflinge, welche wegen guter Führung eine Landconcession erhalten, werden von der Ankunft der Frauen benachrichtigt und Haden die Erlaubmß, dieselben zu besuchen und sich eine auszuwählen. Die Braut erhält eine Ausstattung von der Regierung, der Bräutigam ebenfalls ein Geschenk, um die Einrichtung zu bestreiten. Auch nach der berüchttgten Strascolonie Cayenne werden in dieser Weise verurtheilte Frauenspersonen geschickt, um sich mit Sträflingen zu vrrhetrathen Im Allgemeinen hat man mit diesen Sträflingsehen gute Erfahrungen gemacht- In Neucaledonien bestehen derselben schon Über 700, unter denen nur einige wenige Grund zu ernsteren Klagen geben. Die meisten anderen bilden recht ordentliche, fleißige und stille Handwerker- und Baucrnfamilien. Für die freien Ansiedler in Neucaledonien hat man schon mehrfach Waisrnmädchkn geschickt, zusammen gegen Tausend, die alle sehr schnell unter die Haube kamen.
— sEtn zerstreuter Diplomat.) Heber den von Berlin abgehenden russischen Botschafter Saburoff, zu dessen Nachfolger bekanntlich Fürst Orloff bestimmt ist, schreibt das „Berl. Tgdl-": Es wäre wohl falsch, zu sagen, Saburoff fei hier keine wohl- gelittene Persönlichkeit. Beim kaiserlichen Hof galt er al« ein wohlbevorzugter Mann und der Reichskanzler hätte ihn vielleicht ebenfalls allmälig wärmer behandelt, wenn Herr von Saburoff ein ebenso leidenschaftlicher und feiner Diplomat wäre, wie er Kunstkenner ist. Ein Gespräch über alte Werke der Kunsttöpferei, über assyrische und etrurische Vasen hat für den hochgebildeten, mit auserlesenem Geschmack ausgestattcten Herrn von Saburoff, den leidenschaftlichen Liebhaber und Sammler alterthümltcher Kunstgegenstände, anscheinend stets mehr Reize gehabt, als dte verlockendsten RäthseL der hohen Politik. Schlechte Menschen behaupten sogar, daß dieser russische Kunstkenner und Botschafter tn Berlin sich tm Herzen so sehr für die Ausgrabungen von Pergamon und die Sckliemann'schen Funde tn unserem Kunftgewerbe-Musenm intet« effirte, daß er eines Tage« tn der Zerstreutheit seine gelehrten Bemerkungen über dieselben anstatt einer politischen Note nach Petersburg schickte. Deshalb gilt es auch nicht al« unmöglich, daß Herr von Saburoff nach Petersburg zurückberufen wird, um dort eine hohe Stellung in der Verwaltung der Kunstschätze feine« Vaterlandes ober vielleicht auch als gelehrter Pfadfühler deS jungen russischen Thronerben zu erhalten.
— D'e „N. Zür. Ztg." berichtet: In der paritätischen Gemeinde St. im untern Tburgau wirken nebeneinander der katholische Pfarrer L- und der reformirte Pfarrer G. Beide saßen schon vor Jahren als Schüler der thurgauischen Cantons- sckule nebeneinander tn derselben Klasse. Von da an gingen, rote es zu geschehen pflegt, ihre Wege auseinander. Beide widmeten sich dcm geistlichen Staube. Pfarrer geworden, blieb L- tm heimathlichen Lande und ist nun an die zehn Jahre wohlbestallter Pfarrer in Sl-, während G- eine Pfründe tn einem benachbarten Canton bezog, um schließlich letzten Herbst ebenfalls tn der Gemeinde St- feinen pfarrhrrrltchen Einzug zu halten. Darob nun große Freude zwischen den ölten Schulkameraden. Leider wurde Pfarrer G- kurz vor Neujahr ernstlich krank und es war keine leickie Sache, zumal während der Festzeit einen Stellvertreter zu finden- Auf den NeujahrS- tag schien dies geradezu unmöglick. Wa« geschah nun? Sei einem Besuche, den er feinem kranken AmtSbruder machte, erfährt der katholiscke Geistliche von dessen Verlegenheit- Halb scherzend, halb tm Ernste bietet er dem Freunde feine eigenen Dienste an, wenn solche genehm fein könnten. WaS nun? Das Anerbieten wird allen Ernstes angenommen. L- lieft dann auch wirklich am Neujahrstag seinen Katholiken zunächst die Misse, um eine Stunde später den Nesormiiten an Stelle ihres Pfarrers rn demselben Gotteshause eine recht erbauliche Predigt zu halten über den Text: „Kinder, liebet einander!" Ist das Zwinglt-Fest wohl an irgend einem andern Orb: schöner gefeiert worden?
— sAuf eine» Scholle ) lieber folgendes Abenteuer auf dem Meere zur Winterszeit schreibt man aus Reval: Am 5. Januar machten sich 48 F scher aus dem Dorfe Allajöggt in Estland auf, um tn dem theilweise ^gefrorenen Peipus zu fischen. Der Wmo wehte gelind, so daß sie sich mit ihren 28 Pferden und ebenso vielen Schlitten reckt wett auf das nicht sehr starke Eis hinauSroagten. Doch — kaum hatten fir zu fischen begonnen, als das Eis sich unter dem immer heftiger wehenden NordwestwindL löste und tn großen Stücken sammt den Leuten tn den wogenden Peipus hinaustrteb. Um die Gefahr noch zu verstärken, brach die Nacht herein und führte statt des Windes einen Sturm mit sich. Wie oft mußte der Eine ober der Andere durch einen Svrung von dem brechenden Eise auf die größere Scholle sich retten! Da — gegen Mstter- nacht — brach die große Scholle mitten durch und beide Schollen traten nun menschen- belabcn ihren gesonderten Weg an Die kleinere Scholle brach noch mehrmals und waren etliche derselben so klein geworden, baß sie unter bem Gewicht der Pferde und Menschen ins Wasser sanken und zollhoch von ihm bedeckt wurden. So brach der Morgen an. ohne daß der Wind sich gelegt hatte. Um Mittag schlug er in einen Südsturm von solcher Gewalt um, daß die Fischer selbst bet einer Landung für ihr Leben zagten. Als die Schollen bet Serenitz und Tellerhof landeten, da machten sich Alle zum Kampf ums Leben bereit. Denn gerade der Anprall der Schollen an den am Ufer gelagerten Eiswall war das Gefährlichste bet dem ganzen Abenteuer. Mark muß es gefeben haben, mit welcher Wucht solche Schollen vor dem Winde daherstürmen^ rote das knirscht und bricht und tn Atome zerfällt, rote es sich doch und steil in die Luft erhebt und mit Krachen und Prasseln jählings zurück tn die Tiefe stürzt, um sich die ganze Gefahr einer solchen Landung zu oergegcnroärtigen. Doch die Landung gelang; von der berstenden Scholle auf eine dahtnstürmenbe, von der sinkenden auf eine aufstetgende springend, stürzend, sich wieder aufrafftnb unb oor roärtSeiknb, retteten sich alle Fischer mit ihren Thteren unb kehrten nach 48fiünbtger Abwesenheit, obgleich mott, doch wohlbehalten zu den Ihrigen zurück. Boote konnten wegen des losenden Sturmes gar nicht ausgesandt werden.
— (Ein beherzigenswertber Aufruf.) Verehrte Sangesfreunde! Früher al« zurückgekehrt von unserer nach dem sonnigen Süden unternommenen Concertreift^ begrüßen wir alle Freunde mit unserem herzlichsten Sangesgruß und bringen den wärmsten Dank dar für den uns von Jung und Alt bereiteten freundlichen Empfang. Damit verbinden wir noch eine Bitte: Wührend unserer Abweienheit sind die von lieben Gastfreunden gebauten Unterstützungswohnsitze tn üble Verfassung gerathen, Wind und Wetter haben, was niet- und nagelfest war. gelockert und unser Genoffe, Meister Spatz, der interimistisch Besitz von den Häusern genommen, hat sich nicht immer sauber aufgeführt, sodaß wir, um unsere Familie nicht in Lebensgefahr zu wisser: und unsere schmucken Ehefrauen in ein trauliches Daheim führen zu können, unferc verehrten Hausherren dringend bitten, die Häuser schleunigst in festen und wohnlichem Zustand setzen und die Hausthür gefälligst nach Osten richten lassen zu wollen. Wir werden nicht verfehlen, unseren Dank tn melodischem Liede dcnzubnngen und den Mtethszins in der gewohnten pünktlichen Weise zu entrichten. Der vereinigte Sängerchor von Wald, Feld und Garten.
Meister Staar, Quarttermacher.
Ginge^andt.
i . Gießen, 21. Februar.
Gestern Abend nach 10 Uhr fand in der Neustadt zwischen 2 Civtttsten und 2 Soldaten eine kleine Attacke statt, wobei tbeils mit blanker Waffe, theils mit abgerissenen Spalierlatten unb Pfählen gekämpft wurde. Da dieselbe sich jedoch zum größten Theile auf Aoanciren und Rettriren beider Parteien beschränkte, so scheint, trotzdem habet „die Funken stoben" und die Pfähle rc. hin- und hergeworsen wurden, dieser Kampf tn unblutiger Weise ausgegangen zu sein. Rathen möchten wir jedoch den Streitenden, sich für AuSfechtung derartiger Kampfscenen eine weniger dem Verkehr bestimmte Straße auszusuchen, da es sonst den Passanten unmöglich werden dürfte, ohne Gefahr für Leben und Gesundheit vorbeizukommen. —r.
Schiffs nachrichten.
Bremen, 19. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Oder, Capt. R. Sander, vom Norbbeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 3. Februar von Bremen und am 6. Februar von Southampton abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgen« wohlbehalten in Ncroyork angekommen. .
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