Ausgabe 
21.12.1884 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

worden, so daß sie sich als eine ganz neue Partei constituirten. Freilich ist dieses Schisma gerade nicht geeignet, die Position des gegenwärtig in Belgien

Ruder befindlichen ultramontanen Cabinets Bernaers zu schwächen.

Die englische Nilexpedition zum Entsätze Khartums schreitet jetzt rüstig vorwärts. Neben dem englischen Vortrab unter General Stewart ist nun auch Wolseley selbst mit seinem Generalstab in Korti am Nil, dem einstweiligen Stützpunkte der englischen Operationen, angelangt. Von hier aus bis Khartum ist's nicht mehr gar zu weit, denn ein von dort in Korti mit guten Nachrichten von Gordon eingetroffener Bote hat zu seiner Reise blos 11 Tage gebraucht. Die Engländer werden freilich etwas länger gebrauchen, selbst wenn ihnen der Mahdi weiter keine Hindernisse in den Weg legen sollte. Die egyptische Regierung macht dem Verlangen Rußlands und Deutsch­lands gegenüber, Vertreter dieser Mächte bei der egyptischen Staatsschulden­kaffe zuzulaffen, allerhand Ausflüchte, hinter denen wahrscheinlich Eng- land steckt._________________________________________________________________________________

Vermischte-.

Wien. Der Rector der Universität, Prof. Dr. Zschokk^ versammelte am Donnerstag die Vertreter sämmtlicher Vereine in seinem Bureau und machte ihnen die Eröffnung, daß von Setten desUr.terrichtS-MtntstertumS der sogenannteSonnabend- Bummel" für die Zukunft untersagt worden sei. DerBummel" bestand in einer Versammlung aller Studenten, welche Verbindungen angehörten. Jeden Sonnabend um 11 Uhr Vormittags kamen sie mit ihren bunten Mützrn auf dem Kopfe im Vestibüle deS Universitütsgebüudeö zusammen und nahmen j- noch ihrer Partetstellung ver­schiedene Plätze ein. An diesem Tage pflegt auch die Stimmung durch vorangegangene »rühschoppen einegehob-nere" zu sein, so daß derBummel" nie ohne eine erkleckliche Zahl vonRempelungen",Contradagen" und anderen Gattungen der studentischen Schlägerei vorüberging. Am letzten Sonnabend kam es zwischen zwei Parteien zu einem so lebhaften Rencontre, daß man nicht erst auf eine günstigere Gelegenheit wartcke, sondern die Sache auf der Stelle auszutragen begann. Um ähnlichen Er- eigntffen vorzubeugen, ist der Bummel nunmehr gänzlich verboten worden. Der Rector theilte den Deputationen mit, daß er, wenn er tue Garantie erhalten haben würde, daß Ruhestörungen nicht mehr voikommen, seinerzeit die W:ederbewtlligung dcS BnmmelS" Vorschlägen werde ___

Pesth, 15. December. Nach weiteren Berichten über die Grubevkatastrophe in Anin kann die Anzahl der Verunglückten noch immer nicht genau srstgeftellt werden, da eS zur Zeit noch unmöglich ist, btS zum Feuerherde vorzudrlngen. lieber die Ur» fachen deS cnts tzlichen Ereignisses, welches die ganze Gegend in furchtbare Aufregnog verseht, beginnt sich immer mehr Klarheit zu verbreiten. Der eigentliche Feuerherd entstand, derN. Fr. Pr." zufolge, im ColoniecEintagSschachte und tu Folge der durch den Brand heroorgerufenen Verdünnung der Luft in der Teufe drang die Lust in ihrem Bestreben, daS Gleichgewicht im Schachte berzustelleu, so heftig ein, daß dadurch ei« förmlicher Sturm entstand und durch den Wetterfchacht ein Rauchqualm emporgewtrbelt wurde, als ob unten ein großes Gebäude in Brand gerathen wäre. Dieser Qualm war die Ursache deS Todes vieler braver Bergleute, da derselbe tn der Teufe eine so dichte Ftnsterniß verursachte, daß di- Bergleute die Ortentirung verloren und, unfähig, den Ausgang zu gewinnen, am ErstickungStode starben. Durch eine Reihe wunder­barer Zufälle gelang eS einigen Bergleuten, sich zu retten und die Nachricht vom Unglück zu überbringen, doch war eS bereits zu spät, um noch erfolgreiche Hülfe zu leisten.

Von einer neuen Art von HeirathS-Dermitteluvg erzählt die,N.-Y. Handels- Zeitung": Bet einer unlängst in Charleston, der Hauptstadt deS Staates Süd- Karolina, stattgehabten HochzeitSfeter, an welcher eine große Anzahl unverhetratheter Herren und Damen thetlnahmen, mochte ein junger Advokat folgenden Vorschlag: Die unverheiratheten Mitglieder der Gesellschaft wählen aus ihrer Mitte einen Präsi­denten; derselbe muß sich mit feierlichem Eide verpflichten, alle ihm tn seiner offictelle« Eigenschaft an dem betreffenden Abende zugehenden Mtttheckungen geheim zu halten; jeder ledige Herr und jede ledige Dame tn der Gesellschaft schreibt seinen, bezw. ihren Namen auf ein Blatt Papier und darunter den Namen der Person, welche der oder die Betreffende heirathm möchte; her auf diese Weise beschriebene Zettel wird dem Präsidenten etngehändigt und derselbe hat, im Falle ein Herr und eine Dame sich laut Zettel gegenseitig zu ehelichen wünschen, den Betreffenden davon Mittheilung zu machen; die Nomen derjenigen Personen, bei welchen dieser Wunsch kein gegenseitiger ist, müffen vom Präsidenten geheim gehalten werden." Dieser Vorschlag wurde angenommen und in Ausführung gebrecht. DaS Er^ebntß war, daß zwölf junge Damen und zwölf Herren gegenseitig schriftlich den Wunsch äußerten, sich ehelich zu verbinden, doch er* fuhren von dieser Wahl nur die Betreffenden und der Präsident. Einige Monate nachher waren bereits 11 der Paare, welche sich auf so merkwürdige Weise gefunden, verhetrathet und 8 von den jungen Ehemännern erklärten, daß sie niemals den Muth gehabt haben würden, den von ihnen erkorenen Lebensgefährtinnen auf andere Weise als die oben beschriebene einen Hetrathsantrag zu machen.

Bekanntmachung.

24.

Januar 1885,

den

.Dienstag Mittwoch Samstag Dienstag Mittwoch

Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag

3.

6.

7.

8.

10.

13.

14.

15.

30.

31. sowie:

Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leibkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar:

den 23. December 1884,

gitimiren.

Die Herren Bürgerme fh\ werden er­sucht, dieses in ihren Gemeinden auf orts­übliche Weise bekannt machen zu lassen.

Gießen, am 27. November 1884.

Der Rechner der Spar- und Leihkasse. Kehr.

Samstag 17.

Die Interessenten werden daher aufg"- fordert, die Zahlungen -'n diesen Tagen in Empfang zu nehmen. . i hierzu durch Vorzeigung der Schuld^ t sich zu le-

Keikgebolenes.

Makronenkörbchen (mit Früch­ten gefüllt),

Makronenconfeet, Marzipanconfect, Marzipantorten, sowie eine große Auswahl in ver­schiedenen Marzipansachen in schönster Auswahl empfiehlt 8278

Heinrich Kinkel,

Eonditor.

Prima

UJadjs Stöcfie u. wmhnacfMichler

Bengalisehe Salon-Karsen prachtvollste farbige Beleuchtung des Chriftbaumes, gefahrlos und schwefel­frei, zu haben bei 8241

Fr. Seibel.

Hos-Piasiofe te-Fabnk |

C. I. Quandt, Berlin 0. 17, 3 empfiehlt eigenes vielfach prämiirtes j Fabrikat zu soliden Preisen, auch auf Theilzahlung oh. Preisaufschlag. [7888 g

Allgemeiner Anzeiger.

Moussirende Rheinweine

aus der Fabrik der Herren

Gehr. Höhl in Geisenheim

empfiehlt

Für Weihnachten r

hle eine große Auswahl: *

empfehle

große

8338

Poesie-, Schreib- nnd Marken- Albums,

Photographie-Albrrms, Portemonnaies, Feuerzeuge, Bisitkarten-Täschchen, Notizbücher nnd Brieftaschen, Photographie-Rahmen, Papeterien und Bilderbücher, Jugendschriften und Märchen­bücher,

lu Hunts,

Bäcker und Bienenzüchter in Ziegel Haus en bei Heidelberg.

7994

Emil /V»e/tö«.

Für meine schon mehrmals prämiirten <

= Honigkuchen

habe auch dieses Jahr wieder

Herrn Ferd. Drebes, norm. Gg.Milh. Meidig

den Alleinverkauf übertragen.

Bilderbogen, gemalt«. ungem. Modettir-Cartons Laubsäge-Muster, Ankleide-Puppen, Reißzeuge und Farbekasten, Feder- und Zeichnenkästchen, Schul- u. Schreibheft-Mäppchen. Etuiö mit Blei- u. Buntstiften. Schreibzeugs, Lampenschirme.

Ferner offerire eine große Auswahl in Gesangbüchern mit TT feinen Einbänden, Billet- und Briefpapiere mit Monogramms, T Visitenkarten, Postpapiere und Couverts mit Firma, Wechsel,fr Speise-, Wein- und Adreßkarten, Rechnungssormulare, Spielkarten, Ballorden, sowie Christbaum-Decorationen, Lametta-Lichthalter in JL verschiedenen Sorten. ~

Wilhelm Klee

Geschäftsbücher

von J. C. Kömg & Bbhardt Hannov er

anerkannt bestes Fabrikat, empfiehlt zu Fabrikpreisen

FF. Kulm,

8300 Papierhandlung.

Feinsten

Zwctschmhonig

I empfiehlt 7320

Wilhelm Seibert,

Marktstraße.

7458 Von den zahllosen Kalendern für 1S85 können besonders empfohlen werden:

Gustav-Adolss-Kalender

32. Jahrgang. Preis 25 H.

Der Hessische Hausfreund

63. Jahrgang. Preis 25

Zu beziehen von jedem Buchbinder und Buchhändler.

Arrac de^ Batavia, Arrac Mandarinen, Arrac Punscheffenz, Rum Jamaica, Rum Punscheffenz, Coanac fine Champagne, Sehwarzw. Kirschwaffer, Zwetschengeist, Benedictine in Vi, V2, Fl , Diverse feine u. feinste Liqueure empfiehlt 7993

Emil^Flschbach.

ff. Kölner

Raffinade

ä Pund 35 H, deSgl. gemahlen ä Pfund 35 H, sowie alle übrigen zur feinen Bäckerei nöthigen Ingredienzien empfiehlt zu den billigsten Preisen 8267

I. Retter, Neustadt 27.

Goldfische

sind wieder angekommen bei

JL Schäfer^

8188 Kirchenplatz 4.

ZAHN

a Fine. «O «fc 1OO Pfg , stillt jeden Zahnschmerz sofort und dauernd und beseitigt allen üblen Mundgeruch.

S Goldmann & Co. Dresden. In Giessen nur bei Heinr. Wallach, in Lieh bei H. Zimmer. 6674