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1884

Samstag den 20. September

-rr. 220.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

krlchemt tAflli» mit brf Montags.

B«rea« r Gchvlstraße 7.

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Der Vereins-Präsident: *

Nover, Kreisasseffor.

Wohnung zu ntr; Neuen Baue 7.

Preis vierLeljährlich 2 Mari 20 Pf. mit Bringerlntzn.

Durch die Post bezogen vierteljübrlich 2 Mart 50 Pf.

Cobinet nach dv Möbel, auch für lche auf Wunsj l können, sofort j: et

t, Neuen Baue.

Prmniirung hiermit eingeladen.

Gießen, am 18. September 1884.

rag halte» irtcien.

Politische Ueberficht.

Gieren, 19. September.

Die Zusammenkunft der drei Kaiser ist vorüber und die in Skierniewice zu nur anderthalbtägiger Begegnung vereinigten Monarchen Deutsch­lands, Rußlands und Oesterreichs haben sich wieder zurück in ihre Hauptstädte begeben, aber noch immer beherrscht diese bedeutsame historische Thatsache voll­ständig die politische Situation. Es kann hier nicht unsere Aufgabe sein, die Unzahl der Einzelheiten der Begegnung der drei Kaiser zu schildern, worüber man ein kleines Buch schreiben könnte, wohl heben wir aber als das Wichtigste bei dem historischen Act hervor, daß die Begegnung der drei Monarchen ihre und ihrer Länder Freundschaft im schönsten Lichte zeigte und ersichtlich gerührt und im hohen Maße befriedigt die drei Kaiser und ihre höchsten Rachgeber von einander schieden. Gern citiren wir auch noch eine russische Stimme des osficiösenJournals von St. Petersburg" über die Monarchen-Zufammenkunft. Dasselbe sagt nach einleitenden Worten über die Neben-Umstände der Kaiser- Begegnung, daß dieselbe keine neue Situation geschaffen und keine Allianzen bezweckt habe, durch die Zusammenkunft sei vielmehr die Weche eines bereits bestehenden freundschaftlichen glücklichen Einvernehmens zwischen den drei Kaiser­mächten vollzogen worden. Dieses Einvernehmen bürge dafür, daß künftig jede Frage, welche sich außerhalb des gegenwärtigen Status quo erhebt, die Monarchen nicht isolirt und von einander getrennt findet, sondern vereinigt in dem Ent­schluß, gemeinsam zu handeln, wo ihre Interessen übereinstimmen und ihre In­teressen in Einklang zu bringen, wo dieselben divergiren, dergestalt, daß das hohe Interesse der Ordnung, des Rechtes und des Friedens in solidarischer Weise gewahrt wird. Dank der Eintracht, die basirt ist aus der Achtung vor den Verträgen und der Aufrechterhaltung des europäischen Status quo, jener Ein­tracht, welche Friede und Versöhnung zum Zweck hat, als bestes Mittel für das Wohlergehen der drei Nationen, welche nur verlangen, in den Kämpfen der Arbeit für die moralische und materielle Entwickelung zu wetteifern,

Kaiser Wilhelm ist im besten Wohlsein und in hoher Befriedigung von der Kaiser-Begegnung aus Skierniewice mit dem Fürsten Bismarck und dem übrigen Gefolge am Mittwoch Abend nach Berlin zurückgekehrt. Da das Befinden des Kaisers ein vorzügliches war, hat er sich am Donnerstag nach Schloß Benrath frei Düsseldorf begeben, um an den Manövern des 7. und 8. Armee-Corps theilzunehmen und zumal die große Parade über diese Armee- Corps abzunehmen. Die Manöver dieser Armee-Corps am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sanden unter den Augen des Kronprinzen vor einer großen Anzahl deutscher und ausländischer Fürstlichkeiten und einer Menge fremder Ojficiere, darunter auch japanische und amerikanische, statt.

Gleichzeitig mit den CorpS-Manövern am Rhein sand vom 16. bis 18. September auch ein großes Schiffs- und Festungs-Manöver vor Danzig statt. Das aus Swinemünde kommende Panzergeschwader vollzog gegen den Danziger Hasen einen großen Angriff, wurde aber von der Kanonen- und

Mjdgeit.

Mer Jungt oder Mit auf sofort r b- Bl.

Heinrich M linker zu Gießen hat die Concession als Dienstmann mit der Dienstnummer 17 erhalten. Gießen, den 18. September 1884. Großherzoglichcs Polizeiamt Gießen.

I. V.: Kraemer.

njenber Stube, M rund Logis, sock c. soiort zu vn> udwig Laug, 'ktstr. (ißetterg. 5).

Torpedo-Bootsdivision und den schweren Geschützen der Küsten-Forts zurückge­schlagen. Dem Flotten-Manöver wohnte auch der commandirende General des 1. Armee-Corps, Generallieutenant v. Gottberg, bei.

In dem diplomatischen Verkehre Deutschlands und Eng- lauds finden rasch hinter einander Neubesetzungen statt. Denn wahrend der englische Botschafter-Posten in Berlin durch Sir Malet neu besetzt wurde, fand auch gleichzeitig die Rückberusung des deutschen Botschafters, Gras Munster m London, statt. Graf Münster ist ein hochverdienter Diplomat und echter Edel­mann, soll aber nicht der rechte Mann für die neue Situation Deutschlands gegenüber England sein, indem er verschiedentlichen englischen Zumuthungen gegenüber, zumal auch in der Colonial - Frage, zu sanft entgegengetreten sein soll.

Der Krieg zwischen China und Frankreich, obwohl schon aus- gebrochen, ermangelt noch immer der osficiellen Erklärungen. Die Einzelheiten über die im letzten französischen Ministerrathe gepflogenen Beratungen werden immer noch streng geheim gehalten, doch verlautet so viel darüber » daß die Minister des Krieges und der Marine die Nothwendigkeü verfechten, China den Krieg zu erklären, daß sie aber in die Vertagung dieser Frage bis zum nächsten Ministerrath um so eher willigten, als ohnehin der ^^^itt emer raschen Wm- dung nicht unwahrscheinlich ist. Es heißt nämlich, der chinesische Militar-Attach^ in Berlin werde in nächster Zeit in Paris eintreffen, um Chinas Kriegs- Erklärung anzuzeigen, deren Annahme der französische Gesandte Patenotre ab- gelehnt habe. Uebrigens wird der französisch- Ministerpräsident Ferry so lange wie möglich den Reprefsalien-Zustand gegen China aufrecht zu halten suchen, da er wohl weiß, daß die vurch die Publikation einer Knegs-Erklärung nothwen- big gewordene Einberufung der Kammern gleichzeitig die Eröffnung einer Ministerkrifls bedeuten würde. Wie versichert wird, unterhalt Ferry noch Be­ziehungen zu der Friebenspartei in China und rechnet noch immer mit der Möglichkeit einer Palast-Revolution in Peking zu Gunsten der französischen Ansprüche.

Nachdem der Zusammentritt des englischen Parlaments endailtiq für den 23. October anberaumt worden, veranstalten Liberale und Coniervative in England nunmehr mit erhöhtem Eifer Kundgebungen und Gegen-Kundgebungen. Am Sonntag, wo zu derartigen Unterhattungen am meisten Zeit ist, sand im Mctoria-Park (London! zu Gunsten der Wahlreform- Biü und gegen das Oberhaus eine großartige radikale Demonstration statt an welcher mindestens 40,000 Personen theilnahmen, die mit Musik und Fahnen nach dem reizenden Park zogen, wo von drei Tribünen kurze Ansprachen ge- halten und gleichlautende Resolutionen zu Gunsten der Resormbill und Abschaffung des Oberhauses beantragt und einstimmig angenommen wurden. Der Vaiw dner war Bradlauqh, welchem ein äußerst entsaft* Empfang zu Theü wurde. Am selben Tage hielten die Conservativen .m Hedsor-Park, ton ptä$. tigen Landsitz Lord Boston's unweit Maidenhead, eine von etwa 2000 Personen

Betreffend: Quartierleistung für die bewaffnete Macht im Frieden. Gießen, den 18. September 1884.

Das Grotzherzogliche Krcisamt Gicßcn

an die Gr-ßhe-zoglich-n Bürgermeistereien des Kreises.

Wir erinnern Sie an die sofortige Einsendung der noch rückständigen Liquidationen über gelieferte Marschfourage und gestellten Vorspann, sowie an ^°^la^e^der^Quarflerbescheinigungen^^^^ September d. I. st-ttfindenden Lieferungen -c. sind die Liquidationen alsbald nach dem Abzug der Gruppen, bei Meldung der Zusendung von Wartboten, hierher vorzulegen.

vr. Boek mann. _______ __

derSyMNaM« .fnahme und M der Schularbeiten n Gicßcn.

peb. b. Ä- emfohlene W* t Engagement.

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Bekanntmachung.

Der Verein zur Züchtung und Veredlung der reinen Vogelsberger Rindviehraffe wird

Samstag den 27. September I. I. zu Lang-Göns

«ine Aniabl von Prämien im Gefammtbetrage von 300 Mark, darunter im Einzelnen solche aus Staatsmitteln ntthr«r«^iu ie «o Mark an Eiaentkümer von besonders schönem Vieh der genannten Aaff« Vertheilen. Diejenigen, welche Prämien do30 Mark mid mehr erhalten, verpflichten sich durch deren Annahme, dem genannten Vereine beizutreten und demgemäß das pramiirte Thier zur Nachzuchten ^wenden.^^ $ bestimmte Staatsangehörigkeit gebunden. Die Musterung des Viehs beginnt um

S Hi)r "'An demselben Tagc^?rachmittags''2 Uhr findet eine Generalversammlung de» genannten Verein» statt, in welcher die Recknuna das Stamrnreaisier, Mitaliederverzeichniß ic, vorgelegt und über die fernere Vereinsthätigkeit verhandelt werden >oll. «. f

Alle Mitglieder dieses Vereins werden zu der Generalversammlung und alle Eigentümer von preiswürdigem Vieh Vogelsberger Rasse zu d s r

6054 Seibert, bige^rouenspetlon ober ohne Model <

,e 11, IV- St. »L-chen gesucht, ismarckstraße 10.

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r-Loose. en. 25. Septbr. W. von 9600 rfenbet die» 4bZ4 an#, W°rms, !oseoerkaufer.