1884
Dienstag den 20. Mai
Nr. 117
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Erscheint tätzUch mit Ausnahme des Montags«
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Gießen, am 17. Mai 1884.
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England.
London, 16. Mai. (Oberhaus). Granville antwortet auf eine Anfrage Salisbury's, daß er heute Nachmittag Nachrichten erhielt über Kordon; ein Datum sei seines Wiffens aber nicht angegeben. Eine gestern in Assuan em- getroffene Schaar Flüchtlinge aus Berber und Korosko berichte, auf den Straßen zwischen diesen beiden Städten herrsche Ruhe; sie seien aus ihrem Marsche auf keinerlei Schwierigkeiten gestoßen. Gordon machte mehrere glückliche Ausfälle und befinde sich gesund und wohl. — Earl Fife frug, ob zwischen Frankreich und der Afrikanischen Gesellschaft ein Vertrag abgeschlossen worden sei, wonach letztere das Gebiet an Frankreich abtrete. Granville erwidert, die bezügliche Meldung sei nicht vollständig genau. Die der Regierung zugegangene bezügliche Information trage einen vertraulichen Charakter, er hoffe aber, dieselbe dem Hause mittheilen zu können. _ ,
London, 17. Mai. Die „Saint-James Gazette" meldet, das Cabmet habe nach wiederholten Berathungen beschlossen, zu einer Expedition nach Khartum Vorbereitungen zu treffen uno alles Erforderliche sofort in Angriff nehmen zu lassen. Die Truppen fallen, fobald die Gewässer des Nils das Pasfiren kleiner Dampfer gestatten, also schon gegen Ende Juli, abgesandt werden.
Italien.
Rom» 17. Mat. Der „Osservatore Romano" veröffentlicht etn Motu proprio des Papstes an ven Archivar des päpstlichen Stuhls, Cardinal Hergenrölher, betreffend, d - Errichtung einer besonderen Lehi kanzel für Pal-ographte und vergleichende Geschichte bet dm vatikanischen Archiven.
[üller, raosport' W. L'6«e«8’
sowie ein Theil der Justizwache aufgeboten. Fünf Personen, denen die frei» willige Rettungsgesellschast die erste Hülfe leistete, sind bei dem Brande verletzt worden. Das Theater, welches bei der Compagnie Franco-Hongroise mit 400,000 Fl. versichert war, soll, wie es heißt, nicht wieder aufgebaut werden.
— Durch die polizeiliche Vernehmung des technischen Theater-Personals ist als nahezu gewiß sestgestellt, daß die Nachlässigkeit eines auf dem Lustre- Bodenraume beschäftigt gewesenen Zimmermanns den Theaierbrand verursacht hat. Die beiden Dampfspritzen find noch immer in Thätizkeit. Der Minister- präsidint, der Statthalter und der Prinz von Koburg besichtigten Vormittags den timeren Raum der Brandstätte.
Agram, 17. Mai. Die Anarchisten Hischa und Sruco wurden wegen Hochverraths und Majestätsbeleidigung, sowie Beleidigung von Mitgliedern des Kaiserhauses zu 6- resp. 5jährigem schweren Kerker verurtheilt. Montauelli und Straub wurden freigesprochen.
Arankreich.
Parts, 17. Mai. „Temps" zufolge theilte Lesseps den Botschaftern und anderen europäischen Notabilitäten den Auszug des Berichtes vom 15. Mai 1860 mit, um am Vorabende der Conserenz an den universellen Charakter des Suezkanals zu erinnern. .
Wie dasselbe Journal erfährt, geht der Entwurf, betr. die Versassungs.Re- viston, hauptsächlich dahin, aus der Verfassung das Senatswahlgesetz zu entfernen, um sodann das Gesetz durch eine einfache legislative Maßregel modificiren zu können. Auch der Artikel der Verfassung bezüglich der öffentlichen Gebete solle entfernt werden. Das „Journal des Debats" versichert, die Verfassung werde auch derartig modificirt, daß die Revision künftig nicht mehr auf die Negierungs- form sich erstrecken könne. __
Papis, 17. Mai. Der Deputtrte Lmoze ist an Stell- Margue's, der um seine Demission gebeten hatte, zum Unrerstaatssecretär im Ministerium des Innern ernannt worden^ Mmsterraih hat den Betrag des für Tongking zu fordernden Kredits aus 30 Millionen festgesetzt; in dieser Summe sind die Ausgaben für die Herstellung des neuen SchiffsmateriolS, das zur Erforschung des Delta nothwendig ist, mit inbegriffen. Für Madagaskar soll, wie neuerlich verlautet, ein Credit von 4'/- Millionen gefordert werden.
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Deutschland.
—1. Darmstadt, 18. Mai. (Zweite Kammer der Landstände). Der nächste Zujammentritt der zweiten Kammer ist für Mittwoch den 4. Juni k ^'OKenbach^'18. Mat. Heute (Sonntag) Vormittag tagte in Schloffer's Garten in Offendach eine Versammlung der deutschen freisinnigen Partei tm Großherzogthum Heffm. Nachdem Herr Beigeordneter Goll-Offenbach die Versammlung eröffnet und dearützt hatte, wurde Herr Prof. Dr. Büchner-Darmstadt zum Vorsitzenden gewählt. Dee Präsenzliste ergab die Anwesenheit von Parteigenossen aus Darmstadt, ließen, OffLch! Ober-Ingelheim u.s.w. Als Schriftführer^fungtrten dte Herren Lan^ubach urab Moller. Den Gegenstand der Tagesordnung bildeten die demnächsttgen Wahlen in t 2. Kammer des Landtags. Nach längerer DtScusfion wurde einstimmig folgende Resolution gefaßt: „Die demnächst ftattfindenden Wahlen zur 2. Kammer bes Landtags machen es der deutschen freisinnigen Partei im Großherzogthum Heffen zur Pflicht, dr r Wahl der Wahlmänner in den einzelnen Gemeinden und der Wahl der Landtags a!»aeordnete» der betreffenden Bezirke ihr besonderes Interesse zuzuwendeu und mit Mer Entschiedenheit dafür zu wirken, daß unabhängige Männer 6ewShltwerden,deren fretfinntae Gesinnung über jeden Zweifel erhaben ist und welche unter gebührender Berückstchitgung der Bedürfnisse der einzelnen Kreise, auf dem Boden des.F^grammS der deutschen freisinnigen Partei mit aller Energie für wahrhaft volksthümliche Jn- sttitutionen im Staat eiozutreten bereit sind, insbesondere für allgemeines, gleiches, dbrectes und geheimes Wahlrecht zum Landtag, Einführung des Ewkammersystems und Reform des Communalwahlgesetzes im Sinne der Ausdehnung und Erleichterung der Wahlberechtigung.^. ber heutigen Sitzung des Herrenhauses wurde die
Cemmunalfteuervorlage zur schriftlichen Berichterstattung on die Commission Zurück- verwiesen, während die Novelle über die Unterbringung verwahrloster Kinder nach den B-eschlüffen des Abgeordnetenhauses die Genehmigung erhielt. In ^ner Debatte über die Geschäftsordnung erklärten alle Redner, die Jagordnung nicht in Berathung nehmen ,u wollen. bim Abgeordnetenhaus- begründete zunächst der Abgeordnete Wndthorst [eggen auf die organische Revision der Matgesetze gerichteten Antrag, für welchen auch der Abgeordnete v.Schorlemer emtrat. Hiergegen erklärte der Kultusminister v. Goßler, daß die Regierung fest auf dem bisherigen Standpunkre stehe und glaube, mrt der vor- i^briaen Gesetznovelle diejenige Basis gefunden zu haben, von welcher aus ein uretterer Ausgleich möglich werden wird. Dte Regierung werde zu wetteren Maßnahmen in d ?»tkieaenkommenden Weise bereit sein, sobald sie Bürgschaften habe, durch dieselben auch iis ar-'isbaren Erfolgen zu gelangen. Bet der namentlichen Abstimmung wurde der Anttag Windthorst^mit 168 gegen 116 Stimmen abgelehnt. Für denselben stimmten das Centrum und die Polen geschlossen, sowie 7 Conservattve. ® .
Sitzung, für welche verschiedene Anträge auf die.Tagesordnung gesetzt sind, findet Montag_statt^ (ft Nachmittag nach Friedrichsruhe abgereist.
Kanau, 17. Mai. Die Königin von Dänemark, sowie der Herzog unb die Herzogin von Naffau sind gestern ebenfalls in Rumpenheim eingetroffen.
Oesterreich.
Wien, 17. Mai. Der Brand des Stadttheaters konnte erst um 1 Uhr Nachts gedämpft werden. Aus den im Parterre und dem Zwischengeschoß des Gebäudes befindlichen Geschäfts-Lokalitäten, sowie aus der Garderobe, den Bureaus und den Prioatwohnungen ist alles Werthvolle rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden. Die Privatwohnungen selbst sind durch die Feuermauern und eisernen Thüren, welche sie auf beiden Seiten von den Theaterräumen trennten, intott erhalten worden; das Innere des Theaters ist in einen Trümmerhaufen verwandelt, nur die Fayade steht noch aufrecht. Die eiserne Courtine schützte dm Bühnenraum zwei Stunden hindurch vor den Flammen, welche sich dort erst ausbreiteten, nachdem der Dachstuhl und die Courtine eingestürzt waren. Es ist constatirt, daß die Brandmeldung aus dem Theater 17 Minuten später folgte als das Aviso Seitens des Thürmers von St. Stephan gegeben wurde, i^chon vor 4 Uhr Nachmittags wurde Brandgeruch verspürt. Unter den verschiedenen Versionen über die Entstehungsursache des Feuers gilt die als; Die wahrscheinlichste, nach welcher das Feuer in dem unter dem Dache befindlichen Malersaale ausgebrochen ist. Außer sämmtlichen Feuerwehren Wiens und der Vororte waren alle disponiblen Polizeimannschasten, nahezu 1000 Mann Truppen,
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Betreffend: Die Ausführung des Reichsgesetzes über die Krankenversichernng der Arbeiter.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Wir haben Ihnen nnlängst eine von Großherzoglichem Ministerinm ausgearbeitete gedrnckte Anweisung zur Ansfnhrnng des Reichsgesetzes vom
us. Keüstelluna des Maßstabs für die Krankenunterstützung und die Beitrage, sowie III. der alteren Kaffeueinricktungen'zu thim obliegt, unter ^Mitwirkung der Gemeindevertretung auszuführen und uns dre entsprechende Mrtthellung zu machen, wobei
E SSSÄ Gießener Anzeiger erlassenen Ansschreibeu noch nicht oder nur unvollständig erledigt haben,
fordern wir zur sofortigen Erledigung auf und bemerken dabei, daß die Gemeindevertretung sich msbesondere auch darüber auszusprechen hat, ob der Ver- m'ÄÄSÄÄiÄÄ?»* ‘«'M »■« «”* -***
als durch die Gemeinden, wobei sich kleinere Gemeinden mit Nachbargemeinden zu vereinigen hatten.
' Dr. Boekmann.
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