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um da« liebe Leben. Alle Aufforderungen, dem Aberglauben doch Trotz zu bitten, l-hnte sie ab und nach zätilchen Küssen und herzlichem Händedruck von zwölf lieben Genossinnen enttUle sie m t dem Versprechen , morgen zur Nachfeier sich am Kuchen schadlos hatten zu wollen. Sie kam cber zurück als gedacht. Kaum fünf Minuten später wurde die kleine Gesellschaft durch httttgeS Läuten an der Etagenglocke gestört, zwei junge Herren, die zufällig den Hausflur betreten hatten, brachten daS junge Mädchen dorthin zurück, voa wo sie es batkn soeben kommen feben. Die Unglück­liche war an der obersten Stufe der Treppe ousgeglitten und fo unglückl ch h nab- gestürzt, daß sie schon nach w nigen Minuten eine Leiche war. Wäre ft: im Freundes­kreise fltbl eben und hätte dem Aberglauben getrotzt wer wriß, ob dicS UngtÜck sich ereignet hätte.

Theater.

Fräulttn Sommer hat uns so oft durch den Vortrag hübscher Lieder und launiger Couplets erfreut, daß auch ft: sico «iner großen Beliebtheit bei unserem (aller- diregS nicht fl oßen) Theate pabl kam erfreut, und wenn Jeder sein Scherfletn dazu beiträgt$ eie wenig machen ein Viel" so wird auch Fräulein Sommer neben dem Beifall, oec ihr so oft g spendet wurde, Der klingende Erfolg nicht fehlen. Das gewählte Stück:Die schone Klofterdäuerin" oberbte Franzosen tn Alt­bauern" ist ein Schauspiel, das, mit anmuthigen ernsten und heitern Gesangsnummern ausgeftaitei, die ihetlS dem Stücke selbst zugeho.t, theil« von der Bemficiantin (wir machen besonders auf die reitende Einlage d«S F'äulein Sommer:® en n bet Mondschein leuchtet- aufmerksam) und von andern M'twtrkenden e.ngklcgt sind. ^Die schöne Klosterbäuerin" spielt im Wmter deS Jahres 1807, alS die Franzosen noch in frechem Uebermuthe m deutschen Landen hausten, und ist das Stück von echt dra­matischem Leben.

Wenn auch die Vorbereitungen zum Feste manche Z it in Anspruch nehmen, so werden sich wohl noch die paar Abendstunden erübrigen lassen, um der geschätzten Künstlerin den kleinen Danktttnbut zu entrichten.

und Berk-ehr-.

Limburg, 17. December. Rothen Weiten 1120, weißen Weizens 00 00, Kann JL 00 00, Gerste Jt 9.50, Hafen X 6.50, Kartosfeln ä 100 Pfund JL 0.00, Erbsen ä 100 Pfund JL 11.00.

Frankfurt, 17. Deccmben. Auf dem heutigen Markt kostete der Eentner Heu JL 2 6)3 2), Stroh JL 2.002.50, Eien das Hundert JL 5 909.60, Butter 1. Qualität 1.00, 2. Qualität .X 110, Kartoffeln per Eentner M. 2.002.50,

Kohlrabi 30 H pr. St., Erbsen 100 Kg. 22.0030.00 <M, Rotbkraut pr. St. 1535 X Poiilarden <X 00, Anim JL. 1.002.00, 1 l^nte v*L 2.002.70, 1 Taube 4060 £>, Habn JL 1.902.00. Gans <X 610.00, Welsckc JL 5.00- 8.00 ______________

Balken weit weggetragen, so daß in d-r Umgebung dieser Neubauten die Passage cfn< lebensgefährliche war. Kurz noch 7 Uhr paffi.le der unnummetkte Fiaker deS Oberhofmeisters Prinzen Hohenlohe die Babenbergerstraßr. D-r Wagen wurde von einem Windstoß erfaßt, einige Male herumgedreht und ehe der Kutscher sich dessen versah, lagen Wagen und Pferde auf dem Sttaßer.pfloster. Der Kutscher wurde vom Bocke herabgeschleudert und lag unter dem Wagen, konnte sich jedoch mit Hilfe deS dort postirten Sicherheitswachmannes frei machen und erlitt nur leichte Contusionen. Beide Pferde lag n auf dem Rück n und mit größter Vorsicht und Mühe gelang es, die um sich schlagenden Thiere von den Strängen deS zettrümmerten Wagen? frei zu machen. Fast zugleich würbe der auf dem Burgring blf Ibe Stelle paistrende Fiaker Nr. 110 voa bim Stu me erfaßt, umgestürzt und einige Male wie ein Sp'elball umhergeworfen. Der Kutscher würbe vom Bocke herabgeschleudert unb erlitt im Gesicht «ine Verletzung, inbem ihm bas Nasenbein zerschmettert wurde. Der im Wagen de- sinbliche Passag'er hfitte merkwürdiger Weise nur unbedeutende Hautabschürfungen tri tten. »Zu gleicher Z.it fuhr ein leichter Gärtnerwag n aus der Marlahtlfcrsiraßc durch die Babenbergersilaße zur Ringstraße. Auf dem der F au Anna Kallinger in Neu-P.nz'ng gehörigen Wagen saßen zwei Frauen und der Kutscher. Auch dieser Wogen wurde vom Sturm auf das Straßenpflafter utedergeworfen. doch erlitten die beiden auf dem Wagen befindlichen Frauen nur leichte Ve letzunget', der Kutscher wurde an eine Annoncensäule geschleudert und verletzte sich schwerer. Die auf dem Wagen befindlich'« Pflanzen unb Blumen würben vom Sturme weit fortgetragen. Zur gleichen Zllt wurde an der Ecke der Babrnbergerstraße der Steinbruckcr Joseph Wurm, ein 24j3hrtger Mann, vom Sturme erfaßt und umgeworfen, wobei derselbe einen Fuß brach. Der dort pofittte Wachmann Joseph Kraus, welcher selbst an der rechten Hand eine Verletzung erlitt, hatte alle Hände voll zu thun, tn diesen 5 Fällen, welche sich binnen wenigen Minuten abfplelten, Hilfe zu leisten. Bei bcr Hofoper in der Kärtnerstraße wurde ein von Favoriten kommender Milchwagen vorn Sturme erfaßt. Der Kutscher wurde vom Bocke herabgeschleudert, Pferd unb Wagen wurden cn einen bei einem Sandhaufen stehenden Handwagen getrieben, wöbet em The'.l der Deichsel des Handwagens dem Pf rbe tief in die Brust drang, so daß es sofort zu- sumwenstürzte unb nach wenigen Minuten verendtte. Auf der Eiisabethbrücke würbe ein Mann, welcher eine Bütte trug, an einen Gaskandelaber geschleudert, al tt om Kopf eine schwere Verletzung unb wurde bewußtlos unb blutüberströmt vom Platze weggetragen. Ein ähnlicher Fall ereignete sich eiuch beim Palais Tobesco mit einem alten Manne.

sDie Dreizehnte.) Eine seltsame Geschichte wrd au5 Berlinverbürgt wahr" erzäolt. In einer Bürzerfamitte feierte die jüngste Tochter des Hauses ihren fieb-'bnten Geburtstag; sie hatte zu diesem Zwecke eine G sellschaft junger Freundinnen zum Kaffee geloben und alle gaben sich der fröhlichsten Stimmung hin, cI8 eine d r Damen plötzlich rief:Ach, wie schrecklich wir sind dreizchn!" Trotzdem man aufgeklärt darüber zu laden versuchte, wurde ed s.-hr ungemüihltch, bis die Entdeckerin der ominösen13" den Vorschlag machte:Wir wollen würfeln unb wer den n eb- rigstcn Wurf thut, soll bte Gesellschaft verlassen." DaS Geburtstagskind remonstrirte es half nichts, die zwölf weiblichen Gäste begannen zu würfeln. Eine kleine Blondine hatte Zwei geworfen unb sich bereits refigmrt erhoben, um die angenehme Gesellschaft zu verlassen, als bte tttzte, tbm jene abergläubigeDretzehnzählerm" gleich­falls Rwet warf. Bei b m nun erfolgten EntscheidungSwurf gewann bie kleine Blondine und die Dreizehnte machte sich reifcfert'g. DaS allgemeine B-bouern lehnte sie mit den Watten ab, es set doch besser um einen Geburtstagskuchen zu kommen als

Literarische-.

AuS dem Verlage voa Thel?mann tn Weimar liegt und eine vor Kurzem erschienene Gompofitton von Gustav Bock vor. Dieselbe führt den NamenBraut­walzer" unb ist für eine Singstlmme mit Claviabegleituna geschrieben. Bei der Gefälligkeit der Melobie unb der Einfachheit der Begleitung läßt sich wohl annehmen, daß die Piöce viel gekauft wird; für Gießen fällt habet noch besonders tnS Gewicht, daß her Componist zu unteren Mitbürgern gehört. a

HolzßerfteigerMg in der fürstlichen Oberförstern Lich.

ImRiedwald" bei Ettingshausen sollen versteigert werben:

Montag den 22. December

Scheith. Priigelh. Stockh. Reiöh.

Nmtr. Rmtr. Nmtr. Wellen Buchen 107 194 93 4180

Eichen 25 24 250

Nadelholz 16 77 200

Dienstag den S3 December 260 Fichtenstämme von 1541 cm

Durchmesser und 1423 m Länge, mit 159 cbm,

77 Fichtenderbstangen mit 15,5 cbm, 9 Eichenstämme mit 4,3 cbm, 10 Kirschbaumstämme mit 2,4 cbm

Inhalt.

r Zusammenkunft jedesmal Mor­gens 10 Uhr auf der alten Lau­bacher Straße. 8306

Lich, den 15. December 1884.

Wimmenauer, Forstrath.

Samstag den 20. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flett'schenHosraithe dabier »70 Weißbinderbohlen, 1 runder Tisch, 1 Sopha, 1 Kommode, 1 Spiegel, meistbietend versteigert werden.

Gießen, am 18. December 1884.

Geißler,

8370 Gerichtsvollzieher.

Aeikgeöoienes.

25 Hühner

einjährige Zucht, desgleichen 8355

20 Truthühner

zu verkaufen. Frankfurter-Straße 40.

Mex-Kränze

(Stechpalme) zum Schmücken der

Gräber, sowie

Mooskräme & Bouquets

empfiehlt billigst 8373

Karl Berger.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

In Fellingshausen wird am 20. December eine Posthülfstelle errichtet, deren Verwaltung dem Herrn Bürgermeister Wagner übertragen worden ist.

Darmstadt, den 15. December 1884.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector.

H a g e m a n n.

Bekanntmachung.

Von Freitag den 19. dfs. Mts. an und die folgenden Tage, jedesmal von Nachmittags 1 Uhr an, werden Chrisibäumchen zu 10, 20, 40 und 60 H im städtischen Magazin am Krämermarktplatz ausgegeben.

Gießen, den 18. December 1884.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

A. Bram m. 8363

Bekanntmachung.

Aus der Stiftung des Gemeinderathsmitglieds Louis Labroisse ist im Januar nächsten Jahres Brennmaterial an zehn arme Familien zu vergeben. Bewerbungen nimmt Herr Armenkasserechner Laub er bis zum 31. d. Mts. entgegen.

Gießen, den 17. December 1884.

Die Armen-Deputation der Stadt Gießen.

______A. Bram m._____________________

Versteigerung

des ?ur Tresselt & Maldschmidt'scheu Concursmasse gehörigen Mobiliars Seltersweg 38.

Samstag, den 20. December, Mittags 2 Uhr werden feinere Möbel, als: Tische, Stühle, Kommoden, Kleiderschränke, Secretär, Glasschrank, Sophas, Vorhänge, Vetten, Roßhaarmatratze, Teppich,

Kinderwagen rc. versteigert.___________8377

Die alleinige Niederlage für Gießen der achten Normalheiden. -Bosen L -.Men

von Prof. Dr. Jäger (nicht System Jäger) befindet sich bei

Carl Stieb er,

8376 ___________________________Marktstraße 18._______

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LmitvothMden Maschinen-,Mühlenbau- u. JlülierschulejS 8 (Hi Wintere 4. Avv. Vorunt. 6. Oct. Pensionat. Dk.: G. Heermann. Ea

Wachstuch unö Cebedud)

in den besten Qualitäten empfiehlt

Heinrich Hochstätter,

8357_______Schloßgasse 19._________

Brennholz

buchenes, sehr trocken, pr. Ctr.^ 1.10.

J» M. Spenle,

8359_____________Lohmühle.______

Frisch geschossene H«8CH pr. St. 3 Mk. sind zu haben bei 8366________Wildhändler Ebel

K. Biüthenniehl, Vorschuß-Niithcn- mchl, sowie la. lllfli;citiiid]l aus den Kunstmühlen des Herrn Fer^. Burk in Gießen, em­pfiehlt billigst 7916

Ferd. Drebes,

vorm. Gg. Wild. Weidig.

Neu!

Ariston

Orchestrionettes (Ehrlich's Patent), worauf Hunderte von Musikstücken gespielt werden können, ent- pfiehlt , 79-3

J. II. Fuhr.

Feinste Cigarren, Cigarretten u.

Cigarrettentabak

empfiehlt billigst 8246

C. Roth.