bat Aufenthalt der Kaiserin Hierselbst, einschließlich der beabsichtigten Ausflüge nach Heidelberg, Frankfurt a. M. rc. im Ganzen ein Monat in Aussicht genommen, doch ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß derselbe um 8 bis 10 Tage verlängert wird.
Bromberg, 17. März. Gegen den Abg. Dr. Moller (Königsberg) ist anläßlich einer Aeußerung in einer am Freitag hier stattgehabten forrschritt- lichen Versammlung von der Staatsanwaltschaft Untersuchung wegen Beamten- Aeleidigung resp. Beleidigung des Reichskanzlers Fürsten v. Bismarck eingeleitet worden.
Pari-, 17. März. Nach einer Depesche Millot's aus Bacninh stießen Negrier und Briere auf die Aufständischen und warfen sie aus allen Stellungen. Der Feind ist auf der Flucht und hat Munitionövorräthe und Fahnen -zurückgelassen.
— Eine weitere Depesche Millot's aus Bacninh meldet: Eine Kolonne Negrier's trifft voraussichtlich heute oder morgen in Thainguien ein. Vom Feinde ist bisher nichts bemerkt worden. Die Kolonne Negrier's stieß bei Phuglanghiang auf reguläre chinesische Truppen, überschritt den Fluß und nahm Phulang mit Verlust von 3 Tobten und einigen Verwundeten. Die Kolonne ist darauf zur Versolgung des Feindes aufgebrochen.
London, 17. März. Unterhaus. Fttzmaurice antwortete O'Donell: Auf die Klanen der deutschen Regierung betreffs der Sklavenhandelumtrtebe in der Südsee habe die Regierung durch Mitthetlung deS dem jüngsten Parlamente vorgelegten Commissions- bertchts geantwortet. Die Absicht der deutschen Regierung ist, wie uns angekünoigt wird, etn Kriegsschiff in den Südseegewässern während der Arbeitssaison, die erst tm Mat beginnt, zu stattontren, zum Zweck, wie Baron Plessm in der dem Berichte an- gehänyten Note definirt, eine Controls über die deutschen Arbeitsschiffe zu üben. Da die Regierung keine Kenntniß von der Absicht der deutschen Regierung hat, sich in Sch'ffe unter englischer Flagge zu mischen, so sei es unnütz, irgend welche Schritte zu thun. — Hartington erklärt, er habe nicht gesagt, noch die Absicht gehabt zu sagev, daß die Absicht bestehe, die Häsen am Rothen Meer einschließlich oder ausschließlich Suakim oder Suakim allein zu halten; was er gesagt habe oder was er sagen wollte, war, daß die Regierung stets vom Anbeginn an die Absicht angrkündtgt habe, der egyp- rtschen Regierung zum Schutz der Häfen betzustehen. Die Regierung habe dec Psorte keinen Vorschlag gemacht, ihr die Häfen zu übergeben; sie hat derartige Ideen zwar aufwerfen sehen, kann aber weder über diese noch andere angeregte Ideen Informationen sieben. Die Regierung fragte bet Hewttt an, ob es wahr sei, daß er einen Preis aus Osman's Kopf gesetzt habe und hat gleichzeitig hervorgehoben, daß er eine derartige Proklamation nicht, ohne Bartng vorher konsultirt zu haben, erlassen dürfte.
— An der Börse war heute das Gerücht vom Rücktritt Gladstone's verbreitet, Irgend welche Bestätigung des Gerüchts liegt biS jetzt noch nicht vor und hält man dasselbe daher für unbegründet. Im Befinden Gladstones ist gegen gestern und vorgestern eine Aenderung nicht eingetreten.
Petersburg, 17. März. Das Finanzministerium hatte in Folge zahlreicher Gesuche von russischen Montan«Jndustriellen um Erhöhung des Eingangszolls auf ausländisches Gußeisen die Börsen-Comitös zur gutachtlichen Aeußerung nufgefordert, die letzteren haben nunmehr, mit Ausnahme der Börsen-Comitös in Odessa, Riga und Libau, sich dafür ausgesprochen, daß das unbereitete Gußeisen mit einem Eingangszoll nicht unter 15 Kopeken Gold pro Pud belegt und daß dem entsprechend auch für Maschinen und bearbeitetes Gußeisen der Zollsatz erhöht werde.
— Das Comits zur Vorbereitung des festlichen Empfangs für den nächsten Mittwoch hier eintreffenden Friedrich Spielhagen beschloß, denselben feierlich einzuholen und ihm beim Empfange Salz und Brot zu überreichen. Bei der Aufführung des Dramas „Gerettet" soll dem Dichter ein goldener Kranz überreicht werben, außerdem ist ein Festdiner und eine literarische Abendunterhaltung in Aussicht genommen.
Kairo, 17. März. Aus Suakim wird gemeldet: Morgen früh sollen 600 Mann Infanterie, 300 Mann Kavallerie und eine Abtheilung Genietruppen unter General Stewart nach Handuk, 11 Meilen von Suakim, abgehen, dasselbe provisorisch occupiren und in Vertheidigungszustand setzen.
Kairo, 17. März. Nach einer Meldung aus Suakim erließ Admiral Hewitt eine Proklamation, in welcher für die Einbringung Osman Digma's, lebendig oder todt, eine Belohnung von 5000 Doll, ausgesetzt wird.
Lokales.
Gießen, 17.März. fTheater. — Gastspiel deS Herrn Julius Fiala-1 Dem interessanten Gastspiel deS Herrn Ftala verdanken wir die Aufführung des „Köntgslteute nant", zugleich als Erinnerung an den Geburtstag Karl Gutzkows <geb. 17. März 1811). Die Nation hat Gutzkow gegenüber manches Versäumte nach- zuholen, und somit verdient das Bemühen der Directton, das Andenken an diesen Ritter des Geistes auch an ihrem Thetle lebendig zu erhalten, vollen Beifall. Die düstere Entwickelung seines Lebens hat es gefügt, daß er gegen das Ende seiner Laufbahn seinem Ruhm selbst tm Wege gestanden hat. Der alternde, polternde, verbitterte, kranke Mann, der das Schreckgespenst jener furchtbaren Nacht tm Friedberger Gasthofe, wo er bereits schon einmal mit dem Todesengel gerungen, in seinem Gedächtntß mit sich Herumtrug, hat die Erinnerung an die Glanzzeit seines Schaffens und Lebens verdunkelt. Frischen wir eS auf, jeder nach seinen Kräften! Nehmen wir ihn, wie er ist, schätzen und lieben wir daS viele Schöne und Große, das er uns hinterlassen, namentlich in seinen Dramen, diesen Zierden aller dramatischen Literatur.
Herr Ftala zeichnete sich wiederum durch die Vorzüge aus, welche wir schon neulich an dem Künstler gerühmt haben. Der Grundton in dem Charakterbilde seines „Königslieutenant" war eine überzeugende Vornehmheit der Haltung und Gesinnung; der Ausdruck der inneren Kämpfe konnte kaum vollendeter gegeben werden. Selbstverständlich erntete Herr Fiala reichen Beifall und mehrmalige Hervorrufe.
Die Leistungen der übrigen Mttwtrkenden, die sämmtlich bestrebt waren, neben dem Gaste tn Ehren zu bestehen, waren tm Allgemeinen befriedigend. Der junge Wolfgang Goethe wurde in den Händen des Fräulein Kohrs en I. zu einer fesselnden Figur, zu einem genialen Ausbund. Herr Rickelt gab den „Rath" nach unserer Empfindung etwas zu derb. Eine ausgezeichnete Leistung dagegen war die „Frau Rath" des Fräulein Pögner I. Herr Schreiner und Herr Peters hatten Gelegenheit, ihre gewandte und eines angenehm humoristischen Beigeschmacks nicht entbehrende Darstellung tn den Rollen des Sergeantmojors und des Professors Mittler zu zeigen. ES waren Figuren voll großer und launiger Lebenswahrheit. Das Dienstmädchen Gretel spielte Fräulein Hoffmann tn gefälliger Weise. Sonst ist noch anerkennend zu nennen Frau Brede als Frau Seekatz.
Die Jnscenirung entsprach allen Anforderungen. Nur in Bezug auf die historische Treue der Costüme möchten wir unser Bedenken äußern. Dte Garderobe der Maler von Frankfurt und Darmstadt dürfte wohl nicht der Wahrheit, entsprechen.
Vermischte».
Darmstadt, 15. März. In der vorgestern dahier stattgehabten 6. Sitzung des Hessischen Eisenbahnbeiraths wurden die Fahrpläne für den Sommerdienst der Hessischen Ludwigsbahn, der Matn-Neckar-Bahn und der Oberhesstschen Eisenbahnen endgültig sestgestellt. Der Delegirte der Frankfurter Handelskammer, Herr A. Haurand, beantragte, wie man der „Frkf. Ztg " meldet, unter Anerkennung des Entgegenkommens der Hess. Ludwigsbahn, welche den Bayer. Zug 91 um 3.58 Morgens von Aschaffen bürg abgehend, als Schnellzug um 4.34 Morgens tn Frankfurt etntrcffen laß, ferner den Zug 32 von Mainz um 15 Minuten später als seither jetzt 5.51 Morgens abgehen läßt; dieser letztere Zug möge Ankunft 6.40 Uhr Morgens statt 6.58 Uhr tn Frankfurt a. M. haben, um es der kaiserltchen Oberpost-Direction zu ermöglichen, dte Postjachen von England, Belgien, Holland, Rheinland schon mit der ersten Morgen-AuSgabe
vertheilen zu lassen. Derselbe beantragte noch Einstellung btrecter Wagen bei dem Schnellzug nach Stuttgart-Zürich via Sderbach 8 Uhr 21 Mi». Vorm., In Anbetracht, daß auf den covcurrtrenden zwei Routen der Nrckar- und Badischen Bahn btrecte Wagen nach Zürich cursiren. Diese Etnrtchtung soll dtrectionssettig geprüft werden, während es mcht als möglich erklärt wurde, den Morgenzug mit 15 Mmuten früherer Ankunft bereits zugeftanden, noch mehr zu beschleunigen. Der Kranksurter Delegirte und Herr Ztnßer, Vertteter der Handelskammer Gießen, beantragten ferner, bet ber Großh. Hess. Staatsreaterung dte Einführung von SonntagsbilletS mit einfacher Taxe für Hin und Retour für den Verkehr zwischen Frankfurt und Frtedberg, Bad Rauherm und Gießen, well solche Billets auch auf den Oberhessischen Bahnen nach Gießen und Fulda bestehen, sowie aus allen Linien der Hess. Ludwigsbahn und der Taunus^Bahn, ferner beantragten dieselben, daß der Schnellzug 12 Uhr von Frankfurt a.M. abgehend, Anhalt tn Bad Nauheim haben und daß der Schnellzug tn Frankfurt am Main 6.30 Morgens ankomme und tn Bad-Nauhetm anhalten möge, beides während der Badesatson und eventueller Antrag, wenn sich Passagrerc rechtzeitig melden, unter Hinweis auf gleiche fakultative Einrichtung aus der Station Wabern für Bad Wtldungen. Herr E. Lucan - Olvenkott tn Hrnau platotrt für Einlegung eines Zuges zwischen 9 und 12 Uhr Morgens nach Frankfurt. Der Vorsitzende, Herr Geheime Ftnanzrath Schulz, tbeilt mit, daß dem tm Herbst etngebrachten Antrag bezüglich Ladescheine nicht entsprochen werden könne, da solche von der internationalen Conferenz einstimmig abgelehnt worden seien, und verliest dagegen einige Art'kel des Entwurfs des Internationalen UebereinkommenS des deutschen Reichs mit Oesterreich Ungarn. Frankreich, Italien u. s. w., wonach Frachtbrief-Duplikate obligatorisch eingeführt weroen sollen." an deren Besitz die Dispositionsbefugniß des Absenders und Empfängers geknüpft werden. Die Versammlung betrachtete diese neue Organisation als tm Wesentlichen den Wünschen entsprechend betreffs Ladeschemen und Einrichtungen dieses Verkehrs und nahm etnsttmmig den Antrag des Herrn A. Haurand-Frankfurt an: Die Großh. Hess. Staatsregierung wolle sich für die Anwendung der obllgatorischen Frachtbr ef- Duplikate, wie tm internationalen Vertrag vorgesehen, auch für den internen Verkehr des deutschen Reiches aussprechen.
Mainz, 14. März. Ein schrecklicher Uuglücksfall trug sich heute Morgen bet 7" Station Langenlonsheim bei Bingen (Rhein-Nahe-Bahn) zu. Der hier nach l0 Uhr fällige Paris-Frankfurter Schnellzug hatte kaum diese Station pafftrt, als plötzlich kurz vor demselben zwei kleine Kinder sich durch die geschlossene Barriere gedrängt hatten und das Geleise überschreiten wollten. Die auf der andern Seite stehende Mutter bemerkte die drohende Gefahr und wollte ihren Kindern zu Hülfe eilen und noch vor dem Zuge herausreißen, doch zu spül, dte drei Unglücklichen wurden von dem Zuge überfahren und schrecklich zugerichtet, so daß der Tod alsbald eintrat.
ar bürg, 15. März. Heute Morgen durcheilte die Trauerbotschaft von dem plötzlichen Tode des gestern noch in voller Lebenskraft thättgen Herrn Pros. Dr. Zwenger unfrAL^l?bt- Sn Fulda im Jahre 1814 geboren, ftudirte derselbe auf hiesiger Universität Mediein und Ebemie, wurde Doctor medicinae und philosophiae, habilitirte sich hier als Prioatdocent für pharmaceutische Chemie und erhielt 1852 die neu gegründete ordentliche Professur für dieses Fach, wurde Director deS pharmaceutisch-chemischen Instituts und bezog 1873 das nach seinen Angaben neu erbaute und eingerichtete pharmaceutisch-chemlsche Laboratorium. Se. Maj. der König ehrte den Verblichenen mit dem Rothen Adlerorden 4. Klasse. Unsere Hochschule verliert tn ihm einen stets tbätigen und von seinen Zuhörern hochgeschätzten und verehrten Lehrer, unsere Stadt, für die er immer ein warmes Interesse hatte, einen geachteten und biederen Bürger. Leicht sei ihm die Erde.
Wien, 14. März. sProceß Schenk ! Als Schlosiarek die Ermordung der KathGine Timcrl mit allen grausigen Einzelheiten erzählte und von den bisher unde- kannckn Plänen Hugo Schenk's sprach, ging durch den Saal eine Bewegung tiefen Abscheues. Der Präsident selbst war bleich vor Aufteguvg, rief Schenk zu, daß ihm etn solches Scheusal noch nicht vorgrkommen sei. Schlosiarek sagte weiter: Hugo Schenk wollte einmal, daß wir ein Frauenzimmer an einen Baum anbtnden, es mir Petroleum begießen und dann anzünven sollen. (Sensation. Hngo Schenk lächelt) — Der Präsident zu Schenk: Ihre Verworfenheit ist eine solche, wie sie vielleicht noch nie vorgekommen ist. Ein Mann, der mit drei Personen gleichzeitig Liebes- verhälinisse anknüvft, um sie zu tobten, der eine von ihnen umbringt und am nächsten Tage ein anderes Mädchen ihrer Ehre beraubt und mit ihr in's Theater geht, beweist eine Gesinnung, der Alles zuzumuthen ist. Schlosiarek (weinend): Herr Präsident, er hat Karl Schenk verleiten wollen, daß er meine Frau umbrtngt. Präsident zu Schenk: Ern so verworfener Mensch dieser Schlosiarek ist, ich muß ihm glauben; Sie muß ich als Lügner bis fn’6 innerste Mark bezeichnen. Die Scene ruft laute, tiefanhaltende Bewegung im Saale bervor.
Der Präsident kommt zur Besprechung des Falles Ketterl. Hugo Schenk: Da Sie mich als verlogenen Menschen hinstellen, ist es schade, wenn ich etwas spreche. Verurtheilen werden Sie mich so wie so; ich weiß, daß ich mein Leben verwirkt habe» Ich werde nicht recnrrtren. Verurtheilen Sie mich, aber ich lasse mich nicht quälen. Der Präsident erwähnt des Briefes Schenks aus dem Kerker an die Höchsmann, worin er sie ersucht, ihm Gift zu verschaffen, wovon er unmittelbar vor der Hinrichtung Gebrauch machen werde. „Weich' Nimbus, wenn ick dem Henker entrinnen und bis -um letzten Augenblick aushalten würde." Nach ihrer Vernehmung wankt Emilie Höchs- mann, welche schwanger ist, aus Schenk zu und will ihm die Hand reichen. Der Präsident ruft*. Treten Sie nickt tn feine Nähe! Hüten Sie sich vor der Berührung mit dem Manne! (Bewegung)
— [®in Duell auf — Knuten ) Dies gewiß eigenartige Duell fand kürzlich, wie der Odessaer Zeitung aus Mohilew mitgetheilt wird, tn der dortigen Umgegend statt. Ein reicher, älterer Gutsbesitzer unroeft von Mohilew, der um eine junge Dame in der Nachbarschaft freite, stieß gelegentlich mit einem Nebenbuhler um die Gunst derselben zusammen. Da Letzterer ihm seine heiße Liebe für die Braut des Andern offenherzig eingestand, beschlossen die beiden Rivalen, die Sache durch etn Duell auszutragen und zwar nicht etwa durch ein Duell aus Säbel oder Schußwaffen, sondern mittelst der Knute, die am Ende mit einer Bleikugel versehen war, und wurde dte Bedingung gemacht, daß derjenige, der seinen Gegner zuerst dreimal mit der Kugel triffr, tn den alleinigen Besitz der Schönen gelangen solle. DaS Duell wurde nun tn Gegenwart von Sekundanten und eines Arztes genau nach den vereinbarten Bedingungen ausgetragen, wobei der jüngere Held den rechtmäßigen Besitzer des hübschen Streitobjectes arg verwundete und somit aus dem Duell als Sieger hervorging. Soweit daS Odessaer Blatt, welches gewiß seinen Lesern einen echt russischen lustigen Scherz aufgedreht zu haben glaubt.
— „Unser Fritz" heißt der 1000-Centnerhammer, mit dem Krupp in Essen seine großen Stahlblöcke bearbeitet. Der 200,000 Ctr. schwere Ambos ruht auf einem von Wasser umgebenen ungeheuren, 100 Fuß im Quadrat haltenden Untersatz (Cha- bottr). Trotzdem der Schlag durch das Wasser geschwächt wird, verursacht er doch ein mit betäubendem Lärm verbundenes, erdbebenartiges Erzittern der Erde. An der Stirn tragt der Hammer die Worte: „Fritz, nur immer druff!" Diese Aufschrift bat ihre Geschichte. Als im Jahr 1877 Kaiser Wilhelm das Weik besuchte, imponirte ihm besonders dieser Dampfhammer. Alfred Krupp, der Vater des jchigen Chefs Friedrich, stellte dem Monarchen den Maschinisten vor und rühmte von demselben, er verstehe den Schlag jo sicher zu führen, daß ein in den Mittelpunkt des Blocks gelegter Gegenstand unbeschädigt bleibe. Der Kaiser brachte seine mit Brillanten besetzte Uhr an die bezeichnete Stelle und forderte den Maschinisten auf, den Hammer in Bewegung zu setzen. Dieser, der den Namen Fritz führt, wagte nicht, seine Geschicklichkeit an einem so kostbaren Gegenstand zu erproben und zögerte, bis ihn der alte Krupp mit dem Zurufe r „Fritz, nur immer druff!" anfeuerte. Mit furchtbarer Gewalt sauste der Hammer nieder und die Uhr hatte nicht die geringste Quetschung erlitten. Der geschickte Maschinist erhielt sie zum Geschenk, welchem Krupp noch 1000 X beifügte, und jene aneifernben Worte wurden auf dem Hammer verewigt.
Schiffs nachrichten.
Bremen, 17. März. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Nürnberg, Capt. A. Jäger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 27. Februar von Bremen abgegangen war, ist am 15. März wohlbehalten in Baltimore angekommen.
Bremen. 17. März. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Werra, Capt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. März von Bremen und am 6. März von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
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