Ausgabe 
16.11.1884 Drittes Blatt
 
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scheu G-rtenS in Hamburg als Director berufen. Er verblieb bis 1867 in dieser Stellung, welche er Differenzen halber aufgab, in die er mit bim Verwaltungsrath grrjeth. Mit dem Plane beS grotzartigen Aquariums im Kopfe, bas er im nächsten Jahre in Berlin tnS Leben rief, siedelte er dahin über. Schon J^hre vorher hatte er tzae Fundament zu seinem Unternehmen, das »Leben der Threre" tm Zusammenhang mit vorzüglichen Illustrationen zu schildern, entworfen und aufzubauen angffangen. In dem Zeichner Mütz'l fand er einen ausgezeichneten Bundesgenossen. Beide schilderten nur nach der Natur und zwar mit einer Schärfe, einer Anschaulichkeit, die ganz einzig geartet war. Die ersten fünf Bände vet faßte er in den Jahren 1863 bis 1868; für den sechsten Band, welcher die ntebtren Th-ere behandelte, fand er »n Otkar Schmidt und Taschenberg ebenbürtige Verbündete. Eine zweite vielfach umgearbeitcte und vermehrte Auflage in 10 Bänden begann ums Jahr 1874 ihr Erschienen. Ein wesentliches Verdienst um dies epochemachende Werk, das hier nicht v rschwiegen werden darf, fällt übrigens auch der Verlagshsndlung, dem Bibliographischen Institut in Leipzig zu das keine Kosten scheute, die Ausstattung dem Werth der wissenschaftlichen «nd artistischen Leistungen anzupassen und schliebltch noch eine colorirtr Prachtausgabe tnS Leben rief. Neben den fortlaufenden Arbeiten für die neue Auflage tiefes We-ks schrieb Brehm mit Roßmähler zusammenDie Thtere des Wald s" (Leipzig 1866/67) »nd unter Mtthülfe der namhaftesten Fachmänner ein eingehendes Hand-und Lehrbuch für Vogelzüchter und LiebhaberGefangene Vögel" (Leipzig -1872 u. f.) Seine letzte große Reise machte er tm Jahre 1876 und zwar mit Ftnsch und Graf Waldburg nach Westsidtrien, sie führte ihn bis zum Alatau in Türkistan und von hier aus bmth die Mongolei, dos Obgebltt und über die Sakroj.'denhalbinfll hinweg b<§ zum Karischm Meerbusen. Ein Jabr später begleitete er den Kronprinzen Rudolf von Oesterreich auf einer Reise tm mittleren Donaugebiete, 1879 auf einer länger währenden in Spanten. Nicht vergessen werden über den größeren Weikn hülfen seine vielen kleineren Aufsätze tn Famtltenblättern rc., in denen er in vollendeter und echt populärer Form die Ergebnisse seiner Forschungen den wrttesten Krcts-n mtttheilte und zugänglich macht!-.

Garnie Gefferte, die Königin der nordamerikantschen Zigeuner, ist vor Kurzem tn Nashville (Nordamerika) verschieden. Ihrer irdischen Hülle wurden oußer- gewöhnl'che Ehren erwiesen; ste wurde einbalsamtrt und mit großem Gewänne tm offenen Sarge aufbewabrt. Aus allen Thetlen der Un<o i war das braune Volk her- bergeftrömt, um seiner Herrscherin die letzte Ehre zu erwrffm. Die Lstche wurde dann nach Danton (Ohio) übergesühct, wo die Zigeuner große Ländereien b,fitzen, zu denen der Woodland-Friedhof gehört, auf welchrm sich die Gruft derZigeunerkönige" br- flndet. Vor den Thoren der Stadt lagerten Hunderten von ärmeren Zigeunern in einem g'vßen Lager, während die reicheren sich tn den Hotels und bet ihren ansässigen StammeSgenoss'N eirquartirten. Da bie Entschlafene Christin war. fand die Br- erdigung in feierlicher Weise nach christlichem Ritus statt. Als der Sarg der Königin in die Gruft versenkt wurde, in der bo9 vorige Köntgspaar und eine do: 10 Jahren verstorbene Tochter der Verschiedenen beigesetzt sind, stiegen ibre Kinder tn das Grab hinab und konnten nur mit Gewalt von der Leiche ihrer Mutter getrennt wrrdrn. Heber der letzten Ruhestätte der Ztgennerköntgtn wird sich deren lebensgroße Marmorstatue erhebm, deren Kosten durch die Nationalsubscription ihres Volkes ge­deckt sind.

sWippchen über die Congo-Conferenz) In der mußten Nummer der Berl ner WeSpen" veröffentlicht Wippchen bereits seinen erstenOrig nalderrcht" über bre Congo-Confercnz. Er schreibt:Berlin. 7. Noo m^er 1884. Seit das Wüster des Riesenstromes Congo im Munde aller europäischen Vöcker zusommenläust, ist cs

auch das Bestreben derselben gewesen, an d"n Küstenstrecken einen Fuß zu fasten, beste» Festigkeit nichts zu wünschen übrig ließ. Von bet Küste bis in das 7200 Kilometer entfernt schlagende Herz von Afrika hmetn so rechnet bekanntlich Stanley ist das Land re ch mit Producten und ähnlichen Erzeugnissen gesegnet und jede Großmacht will voll ausgehen. Das Elephantenmaul bietet alljährlich eine üppige Elf nbrinernte, der Ackerdau-r braucht die wogenden Zähne des Dickhäuters nur emzuhermsen, Kupfer und Esten, Gewürze, Wachs und Gummi sind in einer Masse vorhanden, von der der Volksmund sagt, sie müsse es bringen. Ist es zu verwundern, daß nach einem solchen Wunderland I der die Augen ausstreckt? Hier nun war zu befürchten, daß eines Tages die Hrnre, tn welche sich die Großmächte gerathen könnten, Europa über den Kopf wachsen würden und in weiser Vorsicht lud daher her deutsche Reichskanzler die Veitreter aller Staaten nach Berlin ein, um tn einer Conseren- jede Schlange, welche tm Grase lauern könnte, tn Berathung zu ziehen und jeder Eris den Apfel rücksichtslos zu entwinben. Hoffentlich gelingt es. Während ich dieses schreibe, naht das Con- serenzm.tglied von allen Seiten. Alle Staaten find vertreten. Jeder will etwas von Afrika haben. Selbst der Vertreter von Monaco tft angekommen. Monaco verlangt nur so viel Land, um einen Tisch für seine bekannten beiden Tanten aufstrllen zu können. Auch eine Amkoote wird schon von dem Herrn b@cirt6 so heißt der Ver­treter von Monaco erzählt. Als er nämlich feine Karte im Reichskanzlerpalais abgegeben hatte, stellte es sich heraus, daß e? Coeurbube war. Die blendens schwarze» Vertreter des CongogebietS find gleichfalls eingetroffev, meist nackt gekleidet, so daß im Rrichskanzlerpalais eine Garderobe eingerichtet werden mußte, tn welcher sie angezogen werden. Alles, was sie auf der Straße sehen, setzt sie tn Erstaunen.Komischer Elephant!" sagte b.r Vertreter von Kamerun, als er ein Reitpferd sah. Und uld der Gesandte von Klein-Popo, in dem Glauben, auch hier treibe man noch Tauschhandel, tu einem Magazin unter den Linden ein Kistchen Cigarren mit einem Ttg?rf.ll bezahlen wollte und ihm dies der Berliner nicht wechseln konnte, gerieth er in solche Außer- sicherheit, daß er selbst von einem Schutzmann kaum wieder zu beruhigen war. Ich komme nun zu den Verhandlungen "

Kothe's Zahnwaffer!

Unt'r allen Mitteln, die zur Conseroirung der Zähne angeboten werden, gebührt doch bem Kothe'schen Zahnwaffer der Vorzug und das mit Recht, denn e8 vereinigt in sich all die guten Eigenschaften, die Zahnwaffer haben soll und muß; e8 conferotrt unb reinigt die Zähne, es beseitigt jeden Zahnschmerz und übelriechenden Athem, verhütet da- Hohlwerden der Zähne und entfernt den Weinstein. Wte oorzügltch dies Kothe'sche Zahnwaffer ist, beweist schon die große Verdrehung, die es in allen Ländern Europas, ja fast in allen ErdthelUn gefunden hat, wie auch die all­gemeine Beliebtheit, deren eS sich im Publikum erfreut. Dieser Umstand Hot nun auch verschtedenen Leuten Veranlaffung gegeben, dieses modale Mittel nachzumach^n unb zu einem höheren Preise unter ganz ähnlich klingendem Namm zu verkaufen; da nun all diese M xlmen völlig wertblos sein sollen, auch selbstoerstäodlich die guten Eigen­schaften des echten Kothe'schen Zahnwassers nicht besitzen können, empfiehlt cs sich, beim Einkauf diffelben genau auf das richtige Etikett und die gerichtlich etnfletrogene Schutzmarke (:11 K 11 auS deutschen Wäldern":) zu achten, mit der jede Flasche beS eckten Kothe'ichen Wassers versehen ist. Der geringe Preis, 60 H pro Flasche, er­möglicht es Jedermann, eS zu versuchen und sich van der Vorzüglichkeit dieses M'ttrlS zu überzeugen, sich zu überzeugen daß ein täglicher Gebrauch des echten Kolhe'scheo I Zabnwassers dauernd vor Zahnschmerz schützt!!

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