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Freitag den 16. Mai
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die liberale Majorität des National- und des Ständerathes zugestimmt hatte, wurden indeffen mit zum Theil erheblicher Majorität abgelehnt, was einen Triumph der vereinigten Conservativen und Klerikalen bedeutet.
Rußland hat kaum die Oase von Merw hinuntergeschluckt, so verlautet schon wieder von einer russischen Erwerbung in Central-Asien. Es heißt, Rußland habe das Gebiet von Sarack, an der östlichen Grenze von Persien gelegen und bisher zu diesem Lande gerechnet, awctirt In englischen Regierungskreisen wird zwar diese Nachricht als unbegründet hingestellt, neuere Mittheilungen aus St. Petersburg lassen es jedoch als zweifellos erscheine, daß diese Annexion in der That stattgefunden und Rußland seinen centralasiatischen Besitz somit wiederum vermehrt hat.
Die Stadt Dongola, nördlich von Berber am linken Nilufer gelegen, bildet jetzt das nächste Ziel der Sudan-Rebellen. Der Scheikh. der Hordo ist vom Mahdi beauftragt worden, Dongola zu nehmen und dann direct auf Ober- Eqvpten zu marschiren. _
zu haben.
Die militärischen Erfolge der Franzosen in Tongking sind nunmehr durch einen großen diplomatischen Erfolg ergänzt worden, als welcher der in der chinesischen Hafenstadt Tientsin erfolgte Abschluß des Vertrages zwischen Frankreich und China zu betrachten ist. Kraft dessen erkennt China das französische Protektorat über Annam und Tongking in den bestehenden Grenzen an und eröffnet dem allgemeinen Handel seine drei südlichsten Grenz- Provinzen; Zölle und Grenzpolizei sollen gemeinschaftlich geregelt werden. Eine Kriegsentschädigung zahlt indessen China nicht, welche Forderung die französische Regierung nach dem Erreichten auch ganz gut fallen lassen konnte. Jetzt, nach Beilegung der Tongking - Affaire, wird sich die französische auswärtige Politik wohl auch thatkräftiger in Egypten wie aus Madagaskar entfalten.
Nach einer außergewöhnlichen Reihe von Fehlern, die das Cabinet Gladstone in seiner egyptischen Politik begangen hat und die den Repräsentanten englischer Macht und englischen Ansehens im Sudan, General Gordon, in eine geradezu verzweifelte Lage gebracht haben, will England noch in zwölfter Stunde versuchen, diese Fehler wieder gut zu machen. Die englischen Militärbehörden in Kairo sind angewiesen worden, Vorbereitungen behufs Absendung einer Militär-Expedition zu treffen, die Khartum entsetzen soll; gleichzeitig wurden an Gcrdon aus allen in Betracht kommenden Wegrouten, selbst von Abyssimen her, Boten abgcsandt, um ihm die Anfrage seiner Regierung zu überbringen, wieviel Truppen er verlange; eine definitive Zusicherung von Hülfe überbringen aber selbst diese Boten noch nicht. Mittlerweile ist dem englischen Premier ein schwerwiegendes Mißtrauensvotum von Seiten der öffentlichen Meinung zu Theil geworden, indem er bei Eröffnung der Hygieine-Ausstellung in Kensington vom Publikum mit lebhaften Zeichen des Mißfallens empfangen wurde, was fast ebenso eine Verdammung seiner verfahrenen egyptischen Politik bedeutet, als das von der Opposition in der Montagssitzung des Unterhauses gegen Gladstone beantragte Tadelsvotum. Im Lause der Debatte hierüber, in welcher Gladstone sein merkwürdiges Verfahren gegen Gordon durch den Hinweis auf die klimatologischen Hindernisse vertheidigte, erklärte der Liberale Laing, daß er gegen die Regierung stimmen werde, da deren egyptische Politik das erste Kapitel der Geschichte vom Falle des englischen Reiches bilde.
Die allgemeine Volks-Abstimmung in der Schweiz, welche am Sonntag über die vier Gesetzvorlagen stattfand, bezüglich deren mehr als - 80,000 Schweizer Bürger die Entscheidung des Volkes verlangten, hat ein durchaus negatives Resultat ergeben. Die Vorlagen betrafen die Anstellung eines Secretärs beim eidgenössischen Justiz-Departement, die Befreiung der schweizerischen Handelsreisenden von den Patent-Taxen, die Ergänzung des Bundesstrafrechts durch den sog. Stabio-Artikel und die Besoldungs-Erhöhung für den schweizerischen Gesanotschaftsposten in Washington. Sämmtliche Vorlagen, denen
Deutschland
Darmstadt, 14. Mai.""Se. Kaiser!. Hoheit der Großfürst Paul von Rußland erstattete im Laufe des heutigen Vormittags den Höchsten Herrschaften im Neuen Palais und im Palais Ihrer Königl. Hoheit der Frau Prinzessin Karl seinen Besuch ab. Der Großfürst kehrte nach Schloß Heiligenberg zurück, woselbst zur Zeit Se. Großh. Hoheit der Prinz Alexander und Ihre Durch!, die Prinzessin von Battenberg Aufenthalt genommen haben.
Aegypten.
Kairo, 13. Mai. Aus Suakim wird gemeldet, Osman Digma habe gestern mehrere befreundete Stämme angegriffen, die sich auf dem Wege nach dem bei Tamanieb siießenden Bache befanden, die Stämme hätten nach dem Verluste mehrerer Mannschaften die Flucht ergriffen und ihr Vieh in Osman Digma's Händen gelassen.
— Der Aufstand nähert sich Dongola. , Debbah ist gegenwärtig die letzte Te.egraphcn-Station über Dongola hinaus, die im Betriebe ist. ___
so werden die dreitägigen Verhandlungen doch noch lange in den Gemüthern nachklingen. Es sind während derselben zu viele und wichtige Gesichtspunkte berührt worden, als daß der Eindruck der ^ocialisten-Debatte so rasch wieder verblassen sollte; den nachhaltigsten Eindruck wird aber wohl das vom Fürst n Bismarck ausgegebene Schlagwort vom „Recht auf Arbeit" machen und wie rasch es die Socialdemokraten verstanden haben, sich dieses Wort zu Nutze zu machen, beweist der von den socialistischen Reichstags-Abgeordneten eingebrachte Antrag: Den Bundeörath zu ersuchen, dem Reichstag unverzüglich einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher das von dem Herrn Reichskanzler proklamirte Recht auf Arbeit verwirkliche. Man kann gespannt darauf sein, welche Stellung oie Reichsregierung diesem Antrag gegenüber einnehmen wird.
Vor dem Reichsgericht zu Leipzig hat am Montag der viel besprochene Landesverraths-Proceß gegen den Schriftsteller I. o.^Kraszewski aus Dresden und den preußischen Hauptmann und Telegraphen-Secretär Hentsch aus Berlin seinen Anfang genommen. Beide Angeklagte sind beschuldigt, Nachrichten über den Aufmarsch und Eisenbahn-Transport der deutschen Armee nach den westlichen Landestheilen und über die Dienstinstruction für die Feldtelegraphie der französischen Regierung in den Jahren 1876 bis 1881 gemeinschaftlich übermittelt zu haben. Außerdem ist Hentsch allein angeklagt, der französischen Regierung verschiedene Nachrichten rein militärischer Natur, deren Geheimhaltung im Interesse des Wohles des deutschen Reiches geboten mar, offerirt
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Telegraphische Depeschen.
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Berlin, 14. Mai. Seine Maj.stät der Kaiser nahm heute die gewöhn! ch.n Vorträge entgegen und machte eine Ausführt.
- Der Kaiser konserirte heute Nachmittag um 4 Uhr mit dem Fürsten V.^ma^ck. w rQß Wiesbaden ist von Seiner Majestät aufgegehcn; aus diesem Grunde ist die dorthin gesandte Dienerschaft nebst Wagen und Pferden zurückbeordeit wor.m^ bem Abgeordnetenhause wurde heute der Nachtragsetat tn 2. Lesung nach einer unerheblichen Debatte genehmigt. — Der Gesetzentwurf, betreffend die Stempelsteuer für Kauf- und Lieferungsverträge rc., gelangte ebenfalls in 2. Lesung rost den Beschlüssen der Commission unverändert zur Annahme. In Folge einer be- der Debatte von dem Abg. Zelle gestellten Anfrage b.stättgte der F'na-zminstttr d e in der Commission abgegebene Erklärung in Bett-ff der Stempelbefreiung über kor^spondenz- licbe Verträge. Außerdem theilte der Minister mit, daß die Regierung nächstens in dem Bundesrath eine Novelle zum Retchsftempelgesetz einbringen werde, welche d'e herrschende Ve wirrung beseit gen und eine Aufbesserung der mangelhaften Erttagnffse Herde',führen solle. . u , r ,, m
Es folgten aRbann Petitionen; unter denselben wurde eine solche um Verschärfung bvr Sonntagsruhe nach dem Anträge der Commission der Neg.erung zur Berücksichtigung überrollen. — Die nächste S tzung wird morgen stattfinden.
— Der Ne chstag berttth heute die auf Abänderung der Gewerdio^dnung gerichteten Anträge des Abg. Baumbach. Der Regierungscomrmssar sprach sich gegen die Anträge aus. Nach einer langen, aber unerh'blrchrn D-batte wurde b<r Anttag, die Unter sttllung der Handümgs- elsenden unter den Hausire.-Paragraphen zu^bffe:t->en, mit 142 gegen 123 Sttmwen und der auf Beseitigung der Kolportagebeschraukung gerichtete Antrag mtt 144 gegen 122 Stimmen tn zweiter L sung abgelchnt. — Für morgen sind das Dynamit-Gesetz und Berichte auf die Tagesordnung gdrfct.
— Die Comm ssion des Reichstags für das Rel'ktengis tz edebgte die erste L.sung und nahm hierbei die §§ 4 b.s 9, 11 b s 26 28 30 und 32 m verändert, sowie die 88 10, 27 und 31 mit dm von dem Abg. B-rnu h beantragten erläuternden Ame-- dements und Zusätzen an. Bei 8 1 wurde der Zusatz beschlossen, daß die katholischen Militär- und Marine-Geistlichen, sowie die im Reichsdienste nebenamtlich angestellten Personen zu Wittroen- nnb Watsengeldbeiträgen n'cht verpflichtet sind. Der 8 2, welcher die Auszählung der von der Entrichtung der W-ttwen- und Waffmgeldbeitrage befreiten Personen enthält, wurde unter Widerspruch des Kricgsmin sttrs gestrichen. Zu 8 29 stellte der Abg. Richter den Antrag, daß die Einnahm Überschüsse der MMarwitt^en- kasse jährlich auf den Etat zu setzen sind; die Bundcsco^ m ssZarten sprachen sich gegen den Antrag aus worauf sich die Commission den Beschluv über diesen Paragraphen für die 2. Lesung Vorbehalt. Der Z .itpunkt für das Inkrafttreten des Gesetzes soll bei der 2. dtt^^N.^A^Ztg." schreibt, wird die feierliche Grundsteinlegung zum
Reichstagsgebäude gegin Ende dss. Mts. stattfinden. rr.fr»
— Der „Reichsanzeiger" Iheilt mit, daß aus Anlaß der wiederholten Beschlösse des Abgeordnetenhauses, die Stoatsregierung aufzufordern, Beamte wegen Ueberschrettung ihrer Befugnisse bet den Wahlen zur Verantwortung zu Men Se. Mas. der Ko^ig einen Erlaß an das Staatsmtntsterium gerichtet habe, durch welchen solche Besä lüsse als eingreifend in die verfassungsmäßigen Befugnisse des Königs, dem nach Art. 45 der Verfassung die vollziehende Gewalt zustehe bezeichnet werden. Jnd.m ferner in dem Erlasse hervorgehoben wird, daß Se. Maj. der König durch den Verfassun^setd die Verpffichtuna übernehme, die Rechte der Krone unverbrüchlich aufrecht zu erhalttn, w-rd gleichztttig^dte Erwartung ausgesprochen, daß das Ministerium die betreffenden Vcr fassungsartikrl sowie die in denselben bezeichnete Grenze zwischen der ge.etzgebcndcn und voll stehenden'Gewalt geltend machen und wahren werde.
Kassel, 14. Mai. lieber den gemeldeten Unfall m dem Kohlenbergwerke bei Helsa (Niederheffen) wird berichtigend mitgetheilt, daß nicht mehrere
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tebenhaus, geräumige itnboben, Bleichplatz Ihm.
s in der Exped. ds. Bl.
MSblirtes Zimmr Mh- n Dorderhause, auch gute* für einen Offizier, t>a lii i mstnbe dabei abgcgeven k ' ttt, ist zu vermiethen. lck v. Qrtd. Neuen Bär.
Ein kleines Logis zu vermirti, dk. Blumöhr, Schützens." Ein Familienlogis zu verniiti i tohr Wwe, Schloßgasl'c.
mit Logis, r ^UVEll in hiesiger « ist > oermiethen. NadM Men mit oder ohne W rt ru oemiethen- n 8 Julius M ^TmiweiÄ Ifn gut. Keller und Logi .!.- mit W pr. sowrt u-M ttl Mrktstr.JWM giiTneueF^tö^tt^® - i“
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gehend ayfiUß
Sei^rbcM3lu!kr,^it&: Schulstraße 7.
Politische U-berficht.
Gießen, 15. Mai.
Ä.N»-rini2 Der Besuch der Kaiserin von Rußland in Deutschland steht tn 1. allernächster Zeit bevor. Wenigstens heißt es, daß, neben anderen zahlreichen "Michis^ ^Echkeiten, auch dis russische Monarchin der am 26. d. Mts. in Kassel ' 4 |U «mich ^ttfindenden Vermählung des Erbprinzen von Anhalt mit der Prinzessin von
«mei äfaiw» ■ Hessen-Philippsthal beiwohnen werde.
Sw, Die im bejahenven Sinne ausgefallene Entscheidung des Reichs-
__ " tages über die Socialisten-Vorlage bat unserer inneren politischen Situation
1 ®TjLp--St,lttä|w»« wieder die so nöthige Klarheit und Gewißheit zurückgegeben und ihrem in den tbet ° tttci Zimii, letzten Wochen unsicheren und schwankenden Charakter wieder einen festen Halt «... verliehen. Die so beliebt gewordene Rechnung mit der Reichstags-Auflösung,
IUlV3elteMltl(i an roe[^e oft bie sonderbarsten Combinationen geknüpft wurden, muß nun auf- un1?'?'“ Me gegeben werben und dies ist schon ein Gewinn, den uns die entscheidende Debatte ‘Mmito „'S i‘6 3» über das Socialistengesetz gebracht hat. Wenn nun aber auch die große Span- irbefiaK, Remis, nur9, welche allseitig durch die Frage nach dem eiiblichen Schicksals des Socia- :t!;M auf «mKÄ listengesetzes erzeugt worden war, sich mit der erfolgten Entscheidung gelöst hat, M1'3T^orl VxroitnninPTi hnrf) nnrfi (annp. in hp.n lÄPMÜtbprn
bewohnte Aa«;
'?b«g-rstr-ße ist Ä \ bis zum 1. Juli 18 ' w vemietheu.
Ihristiftn Petrlf
Möblirtes Zimmer M, rmiethen. Bahnhofs^
Winenmeiiter Ouerm^ mfte öcs unteren Stocks W ‘5 2 geräumigen Simmet^ Je», mitäefonberem&mH ersehen, pro l.AuM.nsi 3§. anderweit zu
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