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Rr 2lM Samstag den 13. September 1SS1

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

W«reau r Schulstraße 7.

TklegraMsche Depeschen.

jüngst erst zwei Cholerofälle üorgetommcn find und dieser Beweis hohen

bat vor Allem die Ausgabe, zu prüfen, ob die der Expedition im Nilthal ent- aeoenstebenden Hindernisse in der That so bedeutende sind und von seinem Be­richte hängt es ab, ob die Expedition den Wasserweg de« Nll doch noch benutzen oder Khartum über Suakim zu erreichen suchen wirb.

Au« Nord-Amerika wird von einem Wahlsieg berichtet, dm die Republikaner bei den Staatswahlen in Maine davongetragen haben. In Mge beffen wurde der republikanische Candidat zum Gouverneur dieses Staates ge wM und in beiden Kammem der Staats-Legislatur von Marne werden Du Republikaner über die Majorität versügen. _____

liichen Muthes kann nur dazu beitragen, dem König Humbert die Sympathien jpeciell der Neapolitaner zu erwerben und zu erhalten. Leider scheint die Epidemie in dem unglücklichen Neapel noch nicht ihren Höhepunkt erreicht zu haben und werden allem vom Dienstag 653 Erkrankungen und 310 T°v-r>alle m F^ der Cholera gemeldet. Die Quarantäne an der tyroler und

Grenze ist aufgehoben und find außerdem dre an letzterer ausgestellt gewesenen italienischen Truppen wieder zurückgezogen worden

Die am Sonntag in der belgischen Hauptstadt vorgekommenen Ruhestörungen, welche mitunter dm Charakter von Straßenkämpsen ^nahmen, haben gezeigt, in welchem Maße sich in Belgien die Gegensätze zwischen den Liberalen und den Klerikalen seit den letzten Wahlen zugespitzt Jabern»

das Verbalten der Brüsseler Liberalen bei der klerikalen Kundgebung leb hast bedauern und kann es daher nur billigen daß die pichen Behöben i-tzt Maßreaeln zur Verhütung weiterer blutiger Tumulte treffen. Varn -oE^er Burmeister ist bereits eine für nächsten Sonntag von der Brusse er Lehrer- schäft geplante Straßm-Demonstration verboten worden Weiter sind der Gou »erneut von Brabant und der StaatSprocurator beauftragt worden, bk Unter- suchung über die am Sonntag vorgekommenm Ausschreitungen einzuleitm und beabsichtigt das Ministerium, Modificationen des Communal- und Provinzialgesetze, tut Stärkuna der Regierungsgewalt bei dem Entstehen von Unruhen vorzu schlagen. Der Senat hat säst einstimmig seine entschiedene Mißbilligung der VE°DiWa°rschauer Festtage anläßlich der Anw^mheit bes wffiföen I Kaiserpaares in bet Hauptstabt Polens sind bis ,etzt durch leinen Mißton ge trübt worben. Die Stadt ist prächtig geschmückt und war am Montag Abend allgemein illuminirt, da beides von dem Ober-Polizeimeister den Warschauern aütigst erlaubt" worben war. Außerordentliche Vorsichtsmaßregeln sind in 1 "Irschäu getroffen und noch bis kurz vor Ankunst der Mai-sta en wurden cjia sHprFinftunnen Verdäcktiaer vorgenommen. Das königliche

2 LoleraverdSchtlge Erkcavkungm vorge- ^ieapei, als aucy in wgicu;i» wn w. ------7- I Rom, 11. Deptewoer. >2-^ 1»" " '7 krackt Auch die katholischen

Stadt selbst enthusiastisch begrüßt worden ist. Besondere Anerkennung findet fommeTi; die Patienten wurden in das Nazareth gbrach^ ^opfernde Behalten der Z daß der Herrscher im königlichen Palast- abgestiegen ist, obwohl daselbst | Journale L°ß-rn fich anertennenb über das muthig-

La nnrnefommen sind und dieser Beweis hohen mora* Königs ta Neapel.

Politische Ueberfkcht.

Gießen, 12. September.

lieber das Befinden des Kaisers waren in jüngster Zeit beim- rubiaenbe Gerüchte im Umlauf, namentlich da vom deutschen Kronprinzen selbst jetzt nachträglich eine Aeußerung bekannt wird, wonach der Kaiser bei der Parade des Garbe-Corps allerdings von einer leichten Ohnmacht be,allen worden ist. Es wird nun von competenter Seite versichert, daß ,enes v°rubergehenbe Un- wohlsein am Sedantag für dm greisen Monarchen keinerlei nach Herl ge Folgen qchabt habe und daß sein Gesammtbefinden nichts zu wünschen übrig lajj^ Trotzdem sollen aber die Aerzte dem Kaiser dringend angerathen haben, sich biesmal nicht in dem Maße, wie bisher, den ausreibenden Strapazen der alljähr­lichen großen Manöver zu unterziehen, so daß also jene Mittheilungen an Wahrscheinlichkeit gewinnen, nach Venen der Kaiser nur bie $atabe bei7- bes 8. Armee-Corps abnehmen würbe. Dagegen soll es bei ber von ben rhem. Ständen und Behörden zu Ehren des Kaiserpaares und des Hofes proiectirten Fest- Weiten verbleiben. Den Mittelpunkt derselben dürste bai. Rarerbtner hüben welches die Stadt fünfter am 24. September giebt und bei welchem auch der Reichskanzler Fürst Bismarck und die meisten Kiner preußischen Mmister-Collegen erscheinen werden; außerbem hat Fürst Bismarck seine Thellnahme auch am

polnischem Boden nimmt begreiflicher Weise immer mehr das allgemeine In­teresse in Anspruch. Es dürste sich indessen hierbei vorläufig nur um eineJBe qegnung zwischen dem österreichischen und dem russischen Kaiser handln, denn nach d-?n oben Gesagten ist eine Betheiligung Kaiser Wilhelms a" b°w Rendezvous nicht sehr wahrscheinlich und wenn gemeldet wurde, daß der deutsche Kronprinz leinen kaiserlichen Baler bei ber Zusammenkunft in Skierniewice pertreten weroe, . aetroffen und noch vis kurz vor zirauun vcl

so ist bics noch weniger wahrscheinlich, da ff4 Kronprinz Friedrich Wilhelm zahlreiche Verhaftungen Verdächtiger vorgenommen. Da» königlich

von ben gegenwärtigen Besichtigungen der bayerischen Truppen birectjii ben ' ß »nb bas Lustschloß von Lazienki werben strengstens bewacht , selbst bas Manövern am Rhein begiedt. Als bestimmt gilt es ^04 , baß sich Kaiser ^eten des Gartens von Lazienki, eines beliebten Spazierganges der War-

Alexander und seine Gemahlin, nur von wenigen Vertrau en begleüctam ^rr^ ^pMerung, ist seit Ankunst des kaiserlichen Paare« untersagt.

p September von Warschau zu einem mehrtägigen Aufenthalte nach ©her» 1=9 Frage der englischen Nil-Campagne zum Entsätze Khar- nieroicePan der Warschau - Wiener Bahn begeben werden und daß Kaiser Franz bie Qm Dienstag in Egypten erfolgte Ankunft Lord Northbrook«

^ofef am 14. oder 15. September daselbst eintreffen werde. Daß die Begeg- ®enera[ Wolfeley's in ein neues Stadium getreten. General Wolseley nuna beider Monarchen einen weittragenden politischen Charakter hat, erhellt I uno general k. kor >m Nlltbal ent-

schon aus dem Umstande, daß u. A. Herr v Giers, ber Leiter der auswärtigen An- aelegenheiten Rußlands, den Czaren nach ©hernumece begleitet; doch ist es vor fäusig noch nicht angezeigt, weitgehende Combinatlonm an die Entrevue zu

öolfFi EorLespoV-rm-Durea«.

Koblenz. 11. September. Ihre Mas. die Kaiserin ist heute früh um 6 *7. zu,»« ».-d- 6»

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und von dem Ehrenpräsidenten, Minister Dr. Fäuslle, m Auftrage d s rromg, von Bayern warni begrüßt. Es sinb etwa 380 Theiln-hmer. damrlle viele Oesterreicher, anwesend. Professor Gneist wurde Präsidenten g.wchlü

Wiesbaden, 11. September. Zn der b-uttgen ^ung d« Hauplvmmnm^^ des Guftav-Abolf-BereinS erstattete ^ofprc 8 Liebesgabe im Betrage von circa Bericht über die Verhältnisse m den für die große ^ve^ve ^^Artach. Die SXÄXÄ "ächs'MriS- Versammlung b:

folge In Cb'na eine Action die bestimmt f ,(übet, chinesische Regierung wisse sehr wohl, daß sie dm f 9 . lebhaft die Colonial-

nehme, wenn sie den Krieg «M«. Smiseien. Politik und hob ferner hervor, daß die Beziehungen zu m cyt Äammern iU de- Schließlich bemerkte der ConseilpeSstdent daß -S unnw^g ü erschöpft

ää sssajs*-*«-»-. -- -

, 11. eepiemb». «--»J KS fffi ninzen 108b Personen nfrantt unb ^.9L^orbcn * *

1 ^e weiter wir uns dem Herbst und somit den Neuwahlen zum Reichstage nähern, desto lebhafter gestalten sich die Vorbereitungen zu denselben. Ansanq/dieser Woche ist der <Staat«fecretar im Reichsamte des Innern, Herr o Bötticher aus Varzin, wo er mit dem Reichskanzler über den 2Bo|ltermtn conftrttt? nach Berlin zurückgekehrt und kann demnach die osfieielle Bekannt- qebung des letzteren täglich erwartet werden. , -rRtf,

^n Wiesbaden hak am Dienstag bie feierliche Eröffnung ber 38. Hauptversammlung des Gustav-Adols-Vereins flattgefunben.

Von ben neuen beutschen Besitzungen in West-Afrika sinb beunruhigenbe Nachrichten eingelaufen. An ber Goldkuste würben bie betben neu aufgepflanzten beutschen Flaggenstangen umgehauen unb zertrümmert bie eine von einem englischen Beamten, bie andere von Negern des xogo-Stamnies. Weiter wird aus Kamerunsland berichtet, daß ber in Kameruns als provisori­scher beutscher Gouverneur zurückgelaffene Dr. Buchner von Negern

iniultirt worben ist. Die deutsche Reichsregierung wird ledensalls m allen biefen Fällen volle Satissaetion forbern. Zugleich kommt bie Kunde oon neuen deutschen Erwerbungen in Südivest-Asrika. Das deutsche Kanonenboot ,,Wok, hat die Reichsflagge in Spencer Bay, Sandwich H°rb°ur, auf Cap Croß und Cap Fno ausgehißt. Das annectirte Territorium soll sich 80 Mellen m S Land hinein erstrecken und die Ausdehnung Deutschlands haben.

Heber den sranzösisch-chinesischen Conslict hegen neue Mel­dungen von Belang nicht vor. Nur fangen die Chinesen an, mit Sperrmatz­regeln an den Flußmündungen vorzugehen, wie z. B. in Shanghai, wogegen die fremden Consuln bereits ihr Veto eingelegt haben. In Ermangelung kriegeri­scher Neuigkeiten beschäftigt man sich in Frankreich mit der Aeußerung, welche Thiers im Jahre 1870 Gambetta gegenüber gethan haben soll, nämlich, oatz Elsaß'Lothringen deutsch gewesen sei und nun wieder deutsch werde, das fei das Spiel des Krieges. Die französischen Chauvinisten sind über die Erinnerung an diese Aeußerung natürlich nichts weniger als erbaut; im Hebrigen proteftirt schon ein Freund Thiers' imFigaro" gegen dieselbe.

Die schwere nationale Kalamität, welche Italien gegenwärtig in Gestalt der Cholera Heimsucht, hat wenigstens das Gute, daß sie das schone Verbältniß zwischen dem italienischen Herrscher und feinem Volke rm hellsten Siebte reiat Das rnuthige Verhalten des Königs Humbert gegenüber der Cholera-Epibemie finbet mit Recht bie allgemeinste Anerkennung unb es batf daher nicht überraschen, baß ber König fowofl uberaQ auf ferner Seife na» > g7a"röb"474 $:obeefiae.

Mapel, als auch in letzterer, von ber Seuche so ^eftnbers schwer^heimgesi^chten | Rom, 11. ®eptem6er. Gestern finb^l

-------------- «reis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Erscheint tLglick» mit Ausnahme des MontagS. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pv