Einzelbild herunterladen

Charkow, 11. Februar. In dem hiesigen sog. Moskauer Kaushofe ist Feuer ausgebrochen. Bis jetzt sind sechs Manufakturlager abgebrannt; die übrigen scheinen unrettbar zu sein. Der Schaden ist enorm.

Kairo, 11. Febr. Nach einem Telegramm desReuter'schen Bureaus" ist General Gordon in Berber eingetroffen.

Konstantinopel, 11. Februar. Der Gouverneur von Adrianopel, ehemaliger Großvezier Kadri Pascha, ist gestorben.

New-Nork, 11. Februar. Das Wasser in dem UeberschwemmungS- gebiet steigt noch, ausgenommen bei Wheeling, wo es sehr langsam fällt. Der Nothstand ist überall groß, Portsmouth am Ohio ist überschwemmt; voraus­sichtlich wird es nothwendig sein, etwa 20,000 Personen in den Ortschaften Wellsburg und MoundSville mit Nahrung und Kleidung zu versehen. Die Fluth in Cincinnati ist größer als im Jahre 1832, das Wasser ist noch im Steigen begriffen. Die Wetterberichte kündigen weitere Negengüffe an. Die Congreß- mitglieder von Ohio, Kentucky unb West-Birginien werden in Washington zu- sanimentreten, um Vorkehrungen zu treffen behufs sofortiger Bewilligung von Geld Seitens des Congreffes zur Unterstützung der Nothleidenden.

L o L a L e s.

Gießen, 12. Februar. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 14. Februar 1884, Nachmittags 4 Uhr.

1. Die Verpachtung der Gememdejagd.

2. Vertilgung der Sverltnge.

3. Prüfung der Realschul-Rechnung vom Jahre 1882/83.

4. Voranschlag der evangelischen Kirche zu Gießen pro 1881/85.

5. Voranschlag der Armenkasse pro 1884/85.

6. Voranschlag der Plock'schm Stiftung pro 1884/85.

7. D.e Unterbringung der Schüblinge und Postzeigefangenen.

8. Überschwemmung einzelner Straßen der Stadt bet Hochwasser.

9. Die Fassung des Stodtbachs und des Schoorgrabens in eine feste Sohle.

10. Ausbau der Wilhelmstraße.

11. Ausbau bet Ostanloge.

12. Veräußerung Der HoUergossc.

13. Veräußerung des SlephanSwegS.

14. Ausführung straßenpoltzeillcher Vorschriften.

15. Wasserabführung aus der Caserne.

16. Reinhaltung des Chausseegrabens rechts der Grünbergerstraße.

17. Unterhaltung der Kreisftraße Gießen-Krosdorf.

18. Die Anschaffung eines Bestattungsapparates.

19. Das sogen Essiggäßchen betr.

20. Die Verbesserung des Fahrwegs in den Wingert'n.

21. Die Ocstoierhebeistätte am Seltersthor.

22. Die Holzgeldschuld des Friedrich Zimmermann von Lützellinden.

23. Die Luthereiche auf dem Lutherberg.

24. Die Lutherlinde auf dem Ludwtgsplotz.

25. Die Schillereiche auf dem Lutherberg.

26. Destnficirung der Gemetndcgedäude u. s. w.

27. Kostendecreturen.

Aus dem Verwaltungs-Bericht der Stadt Gießen pro 1882/83 entnehmen wir weiter:

Die Einnahme durch das Octrot beträgt 91153 X, darunter sind die stärksten Posten die Einnahmen für Übendes Vieh: ca. 37 160 X, für geräuchertes Fletsch 1634 X, für Mehl, Grütze, Hirse 20 622 X, für Steinkobl-n 12 397 X. Wein in Fässern 5749 X, Wein in Flaschen 876 X, Bier von auswärts bezogen 842 X, für Malz 5490 X. für Branntwein 2278 X und für Spiritus 1184 X Von den Großhändlern wurde iür den an diesige Einwohner abgesetzten Branntwein gelöst 4336 X Das Aoersum von dm Eisenbahnen und der Margarethcnhütte für bezogene Steinkohlen betrug ca. 3545 X

fTheater.) Die für Montag anaesctzte Aufführung der PosseHopfcnrathS Grben* mußte eines eingrtretenen Hindernisses wegen cussallen.

Für Msttwoch Abend steht unserem Tbeatervublikum insofern wieder ein Genuß bevor, als es im Birck-Pfeiffer'scken SchauspüleDorf unb Stadt" Fräulein Kätht Kohrsen I. alsCoric" begrüßen kann. Die geschätzte Dame, welche In diesem Genre von Auffüdrungen so recht in ihrem Element ist, wird wohl auch diesmal ihre besten ßHfiungtn bieten unb sicht demnach zu hoffen, daß der Abend dem Publikum eine zufriedenstellende Vorstellung, der Brncfictanttn aber einen befriedigenden Besuch bieten wird.

Gießen, 12 Februar. Wir erhielten folgende Zuschrift:

S'e baden sich schon oft zur Zeit des Winters m Ihrem geschätzten Blatte sehr warm der Standvögel angenommen, indem Sie mildthätige Menschen zur Fütterung derselben aufforderten, und Sie gönnen gewiß auch diesen Zeilen, welche ein gutes Wort für die überaus nützlichen Staate einlegen wollen, wiederholt ein Plätzchen in Ihrem verbreiteten Blatte.

Der Staat nistet nur in Höhlen, besonders gern in denen der Eichen und Pappeln, und am liebsten so, daß er von dem Neste aus gleich auf Wiesen oder Acker fliegen kann. Wo es ihm an hohlen Bäumen fehlt, benutzt er auch die Höhlungen von Thürmen, hohen Mauern, Gebäuden aller Art, seltener an Felsen. Da es aber bet der starken Vermehrung den meisten an passenden Höhlen zu natürlichen Nestern fehlt, so nehmen sie dankbar die von Menschen ihnen gebotenen künstlichen an. Sie lassen sich durch solche mit Leichtigkeit an Orte locken, die sie sonst meiden, wie hohe Berge und dichte Nadelwälder.

Vor etwa 1520 Jahren bemerkte man hier in Gießen zur Brütez-it nur wenige Staate, und jetzt kann man ihr munteres Treiben fast auf allen Dächern beobachten, was nur der Anbringung von Staarenkäsicn zuzuschreiben ist. Es ist demnach sehr rathsam, an allen paffenden Orten recht viele, viele Staarenkästen anzubringen, namentlich auf dem Lande, wo dies noch viel zu wenig geschieht. Da zur Anfertigung

Kr Maskerade

empfehle:

schwarzen und farbigen Sammet,

von 80 an per Meter,

Spitzen, Blonden und

Krausen

in großer Auswahl.

920 A. Fangmann.

Hierdurch zur gefl. Nachricht, daß der so beliebte Wein ä Schoppen 40 Pf. wieder eingetroffen und empfehle gleich­zeitig einen vorzüglichen 80er und 83er ä Schoppen 50 Pf.

A. Saame, Frankfurterstr. 11, 10 neben dem Hessischen Hof.

eines solchen Kästchens nur wenig Kunst gehört, so ist fast jeder im Stande, selbst ans Werk zu schreiten und mit ganz geringen Kosten sich ein solches Kästchen an» zufcrttgen.

Diese künstlichen Nester können nun sehr verschieden fein; sie können bestehen auS einem Stück auSgehöhlten Astes, aus einem brettermn Kästchen, aus einem un- glastrten Topf, aber die Hauptsache habet ist immer, daß dieselben die gehörige Länge unb Weite haben. Sie müffen 35 Centimeter lang und 15 Zentimeter breit sein, und das Flugloch, welches höchstens nut 5 Centimeter im Durchmesset haben darf, ist dicht oben unter dem Deckel anzubringen, bamtt das Nest tief unten und fast dunkel steht. Dasselbe kann bann von den häufig in den Eingang greifenden Mardern unb Katzen nicht erreicht werben, unb die Jungen werden durch den Stand des Nestes genöihigt, so lange im Niste zu verweilen, bis sie vollständig flügge sind und bann fast so gut wie die Alten fliegen können- Ist das Flugloch weiter, als oben angegeben, so kann man sicher darauf rechnen, daß bet Staat darin seine Wohnung nicht auffchlägt, weil er befürchtet, von Raubvögeln hier angegriffen zu werden.

Die Kästchen von Brettern sind so fest zu vernageln, daß fein Nitz vorhanden ist, denn die Staaren lieben in ihren Nestern das Licht nicht. Auch ist es zu wünschen, daß man bei allen Nistkästchrn unter dem Flugloche einen fingerdicken 9 Zentimeter langen Stab einschiebt, denn dadurch wird dem Staat das Einfliegen erleichtert. Was nun den Ort, wo die Staarenkästchen angebracht werden sollen, betrifft, so muß derselbe vor allen Dingen so gewählt werden, daß die Feinde der Staaten, die Katzen, die Marder und die Wiesel denselben nicht erreichen können-

Am besten thut man wohl, wenn man die Nistkästchen am oberen Ende einer glatten Stange reckt fest annagelt unb dieselbe bann auf einem Baume so anbindet, daß das Nest über denselben emporragt, ober man befestigt bie Stange, die aber bann 45 Meter hoch sein muß, frei in der Erde. Auf solchen Stangen fühlen sich bie Staate sicherer als zwischen Baumzweigen, weil Katzen unb Wiesel nickt so leicht hinauf können- Auch an Baumstämmen, etwa 45 Meter hock, können Nester ange­bracht werben, aber man vergesse dabei nicht, den Stamm unten gegen die Feinde mit dornigem Reisig zu umgeben.

Die unter dem Dache eines Hauses angebrachten Nester stehen in deffen Schutz und sie sind demnach viel haltbarer als freistehende, doch dürfen vom Dache aus weder Kotzen noch Marder ankommen können, denn die Staate wollen tn ihren Wohnungen durchaus nicht von diesen unangenehmen Gästen belästigt sein, und man kann es denselben gewiß nickt verübeln, wenn sie solche Orte schleunigst verlassen.

Leicht begreiflich ist es, daß es den Staaten sehr angenehm sein muß, wenn die Kästchen so aufgehängt sind, daß das Flugloch sich nach der Himmelsgegend befindet, welche am wenigsten Sturm unb Regen ausgesetzt ist.

Der Staat ist nun der Vogel, bet dem sich sehr leicht beobachten läßt, welch' großen Nutzen er dem Menschen bringt. Ich habe im vergangenen Jahre im hiesigen botanischen Garten einer solchen Beobachtung mehrere Tage gewidmet und zwar ganz genau nach der Uhr. Die Alten brachten durchschnittlich alle 4 Minuten Futter, was aus grauen Schnecken, Raupen, Regenwürmern re. bestand, zum Neste, und dadurch werden also von den Jungen per Stunde 15 Stück schädliches Ungeziefer vertilgt. Da die Fütterung schon am fiüb'n Morgen beginnt und mindestens 14 Stunden bauert, so weiden demnach von der jungen Brut täglich 210 Stück verschluckt. Rechnet man nun noch dazu, nas bie Alten täglich verzehren; etwa per Stunde 10 Stück, so kommt für eine Staarcnfamilie das büdscke Sümmchen 350 heraus. Eine ©taarenfamilie schafft also jeden Tag 350 Stück höchst schädliches Ungeziefer aus der Welt und der Staar ist demnach ein so außerordentlich nützlicher Vogel, daß man ihn als den besten Freund des Landwirthes bezeichnen darf; er vergilt jede ihm gewidmete Sorgfalt tausendfach, unb der Landwirth Ihut sicherlich schr wohl, wenn er dm Staar hegt und pflegt und ihm der obigen Angabe genau entsprechende Wohnungen anfertigen unb anbrmgen läßt; denn keinen andern nutzbringenben Vogel kann er so leicht ansiedeln unb in beliebiger Menge vermehren wie ihn.

Der Gießener Thiersckutz-Verein hat im vergangenen Jahre 40 Nistkästchen für Staare nach obiger Vorschrift anbringen lassen. Sie waren alle bewohnt, und es sind in zwei Bruten aus jedem Kästchen mindestens 10 Stück hervorgegangen. Es wurden also von diesem Vereine 400 Staare in das Feld geschickt, und die Wirksamkeit dieses Vereins kann also gewiß nach obiger Berechnung auch in dieser Beziehung als eine ersprießliche bezeickntt werden.

B e r M i s ch t e s»

Pesth, 11 Febr. Zwischen Domrad und Cztgand brach ein aus 7 Wagen und 35 Personen bestehender Hochzeitszug auf der dünnen Eisdecke der Theiß ein und ging spurlos zu Grunde. Nur ein Musiker soll sich gerettet haben.

Hand?! und BrrTehr.

Gießen, den 12. Februar. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund X 0.901.00 Hühnereier per Stück. 67 H, Enteneier per Stück 70 4, Gänse­eier per Stck. 1100 H, Käse Stck. 58 H, Käsematte 3 H, Erbsen per Liter 20 Linsen 30 H, Tauben per Paar 751,20 Hühner per ©tücf X 0.901.30, Hahnen per Stück X 0.751.40, Enten per Stück x 2.002.20, Ochsenfleisch per Pfund 66-00 Kuh- unb Rindfleisch 4856 H, Kalbfleisch 4550 .Ä, Schweinefleisch 6000 H, Hammelfleisch 6070 Kartoffeln per 100 Kilo X 3.504.00, Milch per Liter 1318 H, Gänse per Pfd. H 4554, Zwiebeln per Ctr. X 900, Weiß­kraut per Hundert X 58.

Grünberg, 9. Februar. (Frachtpreise.) Weizen X 19.30, Korn X 16.80, Gerste X 14.40, Hafer X 14.40, Erbsen X 18.00, Lein X 00.00, Samen X 25.00, Kartoffeln X 4.00.

^anffurt' 1L ^cbr- (Getreide-Preise.) Weizen cff. diesiger und Wetterauer X 1919V4, fremder X I9-19/4, Roggen cff. hief. X 1600, fremder X 1614, Gerste eff. hies. u. Wetterauer X 1718, fremde X 1819, Hafer eff. hiesiger Wt00, fremder X 14W/2. Nüböl eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. X 38. Branntwein eff. ohne Faß X 43.

Frankfurt, 11. Febr. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- tneben waren 3o0 Ochsen, ca. 12 Bullen, ca. 350 Kühe und Rinder, ca. 380 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Quak X 6600, 2. Qual. X 6062, Kühe und Rinder l.Qual. X 5800, 2. Qual. X 4050, Kälber 1. Qual. 6063, 2. Qual. X 4554 per 100 Pfund Schlachtgewicht.

Allgemeiner Anzeiger.

Große Auswahl

in

Biill-SKiffen iiiüi IIIiiiiiä

989_______Fh. Ellinger, Settersweg 71.

Warme Bäder

bei JLndr. Euler, Nordanlage 5

täglich im Winter geöffnet

an Wochentagen von Morgens 7 Uhr bis Abends 8 Uhr, Sonntagen *1 Mittags 1 Uhr.

Die Zellen sind durch Dampf geheizt. Verschiedene Salze, Mutterlauge und Bade-Extracte sind in der Bade-Anstalt zu haben.

Abonnements werden jederzeit angenommen. 67

Birnhonig

in feinster Qualität empfiehlt

Wilhelm Seihert,

1016__Marktstraße._________

Prima weiße Kernseife ä S 33

gelbe HarMfe 32 Rothe marin. Seife 28 Prima weihe Schmier­

seife , 23

(bei 5 Pfund Rabatt) bringt in empfehlende Erinnerung 535 _ jSL SMso/f er.

Speckbückmge

(mm Rohessrn)

sind wieder einaetroffen. 992

Grg« Wilh. Weidig-

31t w6011 L MS" 5

dnE " l M l)i*.

r Bchol'g» giiiniw dir!" b-riiösi-bt'k

nn

6973 .»°;

(Sie&en, de" Der

91

^reitasi

0 Vor-

foll aus Huf der Geinein! fyritcre 6 311 Sinbenftrut WA Mg 1020

Dienstag Nachwitta; beut hiesigen die her Geme ca. 1300 hec unb Aelbjagb 12 Jahren i pachtet werdet

Die 6hL Täublingen i

Wiesech de

Großh. B

966 §

Montac

Nachm W auf dem: Gemeinde juj jagd andern) verpacktet m

Ltausenbe Gro^. Bür 918

Schen u Ärsßküi,

Das Setzei Anhaltung WM Baude; Etme soll §

^ramm'sckei »Ittijert rott ®ie6en, den Srofel

VVAU

x^en in 1

N btn U M.0 Uhr, c Weife verslri Giepen, fr

Gr,

Ne, 7 4 e,r . -va

Wi.i tr^tein ben

N