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sre. 161» Erstes Blatt. Sonntag den 13. Juli
188M
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Bureaur Schulftraße 7.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Amtlicher Hheil.
Betreffend: Die Ausräumung der Horloff.
Bekanntmachung.
Zum Zwecke der Aufräumung der Horloff soll dieselbe Donnerstag den 17. l. M. in der Nähe von Utphe auf drei bis vier Tage abgedämmt werden.
Gießen, den 12. Juli 1884. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
__Dr. Boekmann.__
Gefunden: 1 Portemonnaie, 1 schwarzes Halstuch, 1 Herrenhemd, 1 Päckchen trockene Hefe, 1 Handschuh, 1 Handbeil, 1 weißes Taschentuch, 1 Badhose nebst Handtuch, mehrere Schlüssel-
Gießen, den 12. Juli 1884. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
Darmstadt, 11. Juli. Se. - Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:
Am 15. Juni den Hauptsteueramts-Controleur bei dem Hauptsteueramte Worms, Karl Klingelhösfer, zum Steuercommiffär des Steuercommiffa- riats Homberg mit Wirkung vom 15. Juli an zu ernennen.
Darmstadt, 11. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom Heutigen dem Commandanten von Darmstadt. Generalmajor Freiherr Röder v. Diersburg, das Comthur- kreuz 1. Klaffe des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthtgen zu verleihen geruht.
Chicago, 11. Juli. Die demokratische Convention saß bis spät Nachts. DaS Programm der Conventton verpflichtet die demokratische Partei zur Revision deS Tarifs im Geleise der Gerechtigkeit gegenüber allen Jntertssen. befürwortet eine amerikanische kontinentale Politik auf Grundlage engerer kommerzieller Beziehungen mit den 15 Schwksterrepubliken CentralamerikaS unter Vermeidung verwickelnder Allianzen. Das Programm erklärt eS als Pflicht de* Regierung, die Rechte und das Eigevthum der amerikanischen Staatsangehörigen im Ausland zu schützen.
— Cleveland wurde beim zweiten Wahlgange zum PrSsidentschaftScandtdaten gewählt. Bei der ersten namentlichen Abstimmung hatte Cleveland 475 Stimmen von den erforderlichen 547; ehe jedoch die Stimmenzahl officiell festgestellt war, übertrugen zahlreiche Delegirte, welche zuvor für andere Candidaten gestimmt, ihre Stimmen auf Cleoeland. Infolge dessen wurde dieser gewählt mit 683 Stimmen, Bayard erhielt 81, Hendricks 5, Thurman 4, Macdonald 2, RandLll 4.
Telegraphische Depesche«.
Wolff s telegr. Eorrrsponderrz-Bvreatt.
Berlin, 11. Juli. Der „Reichs-Anz." publicirt die Ernennung des Legationsraths Grafen v. Radolin-Radolinski zum Hofmarschall Sr. K. K. Hoh. des Kronprinzen.
— Der „Reichs-Anz." schreibt: Der Reichskanzler hat die Bundesregierungen ersucht, zu erwägen, inwiefern ein Theil der Einrichtungen, welche die Cholera-Commission für den Fall des Fortschreitens der Cholera in Frankreich empfohlen hat, schon jetzt vorzubereiten sein möchte.
— Der Ober-Bibliothekar Lepsius ist gestorben.
BreSlau, 11. Juli. Der „Brest. Ztg." wird aus Mährisch-Ostrau gemeldet, daß die drei der Nordbahn gehörigen Kohlengruben „Wilhelm", „Her- mengild" und „Jacobsschacht" den Betrieb eingestellt haben, weil die beiden ersten Gruben in Brand gerathen sind. Bei dem Versuche das Feuer zu löschen, sollen zwei Ingenieure um's Leben gekommen sein. Die Commission der Nordbahn beschloß, die Hermengild- und die Wilhelm-Grube ein Jahr unter Wasser zu setzen.
München, 11. Juli. Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Oesterreich sind heule Nachmittag hier eingetroffen.
Leipzig, 11. Juli. Der König hat eine an ihn gerichtete Einladung zum Besuch des deutschen Bundes-Schießens angenommen und wird am 19. ds. zu mehrtägigem Aufenthalte hier eintreffen.
Bern, 11. Juli. Ein in der heutigen „Neuen Züricher Zeitung" gemeldeter Züricher Cholerafall wird durch Telegramm Der Sanitäts-Direction Zürich an den Bundesrath für vollständig unbegründet erklärt.
Paris, 11. Juli. „Paris" meldet, daß bei der gestrigen Unterredung Ferry's mit Li-Fong-Pao Letzterer den sofortigen Rückzug der chinesischen Truppen aus Tongking anbot. China anerkenne das Recht Frankreichs, Genug- thuung zu fordern, wünscht aber die Art und den Umfang derselben selbst zu bestimmen.
— Der „Temps" meldet, die Chinesen geben den Verlust bei Langson auf 400 Todte und zahlreiche Verwundete an. Die chinesischen Befehlshaber hätten keinen Befehl zur Räumung gehabt.
— Der Municipalrath hat es mit großer Majorität abgelehnt, die Feier des 14. Juli zu vertagen.
Paris, 11. Juli. Seit gestern Abend starben in Toulon 3, in Marseille 19 Personen an der Cholera.
Toulon, 11. Juli. Seit heute früh sind 13 Cholera-Todesfälle gemeldet worden..
Marseille, 11. Juli. Seit heute früh sind hier 12 neue Cholera- Todesfälle vorgekommen.
Petersburg, 11. Juli. Ein kaiserlicher Tagesbefehl ordnet an, daß das Stamogit'sche Grenadier-Regiment, dessen Chef Totleben war, zur Erinnerung an die militärischen Verdienste des Verstorbenen dessen Namen weiterführt.
— Das „Reichsgesetzblatt" veröffentlicht ein vom Kaiser genehmigtes Gutachten des Neichsnaths, wonach die Handeltreibenden und Industriellen vom Jahre 1885 ab einer gleichmäßigeren Besteuerung zu unterziehen sind. Der Steuerbetrag für Handelsscheine von Handeltreibenden der ersten Gilde wird für alle Orte gleichmäßig aus 565 Rubel festgesetzt.
Kairo, 11. Juli. sReuter-Meldung.) Nach einer Depesche Taylors auS Assuan soll sich der Mudtr Dongola alS der vom Mahdi ernannte Emir proclamirt haben und auf Wadthalfa oorrücken wollen.
Die Cholera in Europa.
DaS waren inhaltsschwere Worte, die von Dr. Koch, dem todeömuthigen Ent- decker deS Cholerapilzes, zu dem ihn interviewenden Correspondenten der „TimeS" geäußert worden: Die am französischen Strande des Mittelmcers wüthende Seuche ist die asiatische Cholera, ist durch französische Schiffe aus Tongking verschleppt worden und wird ihren Rundgarg durch Europa nehmen. Leider ist nur geringe Hoffnung »or^nben, daß dec Unheilsprophezeihung die Erfüllung versagt sein werde. Schon hat die Epidemie zahlreiche Orte im weiten Umkreise von Toulon hetmgesucht, ist bl8 Saluzzo in Piemont über die italtenische Grenze gesprungen und haust auf englischen, spanischen und anderen Schiffen, welche den Verkehr mit der Provence vermitteln. Wir dürfen uns nicht verhehlen, daß auch Deutschland eine Heimsuchung beschtedcrr sein wird und Dr. Koch hat dies auch als seine feste Uederzeugung ausgesprochen. Wir müssen unS schneller und kräftiger noch, als es bisher geschehen und geplant ist, rüsten mit allen von der Wissenschaft und der Erfahrung gebotenen Mitteln, so daß wir, wenn auch nicht unheilvolle Einbrüche des Feindes, doch desie« Festsetzung im
'Vaterlande hindern können
Der bisherige Verlauf der Epidemie gibt uns wohl nicht die Sicherheit, rechtfertigt aber die Erwartung, daß wir dieser Aufgabe gewachsen sein werden. Als im Jahre 1865 die Cholera aus Egypten nach Europa verschüppt wurde, da brach sie in fast allen Hafenorten des zwischen Afrika und Asien einerseits und Europa anderer- fett gelagerten Meeresbeckens, von Cartdagcna in Spanten bis Kartsch tn Rußland auS und überfiel von ihren Landungsplätzen her die europäischen Staaten; diesmal rastet sie glücklicher Weise im Nillande. in welchem sie während deS Vorjahres ge- wüthet hat, und nur zwei Einfallsihore in Europa hat sie gefunden: daS feste Toulon und die von diesem bewachte große und reiche Handelsstadt Marseille. Frankreich hat sich zweifellos einer schweren Versündigung an unserem Erdtheile schuldig gemacht und wird Großes vollbringen müssen, um diese Schuld zu sühnen.
Nicht darin liegt sein Unrecht, daß die Franzosen nach Tongking gegangen sind, und ein französisches Kriegsschiff den schwarzen Tod herüber transporttrt hat: seine Eroberungspolitik Hst es vor sich allein zu verantworten und die Verschleppung der Cholera ist der Unwissenheit und Unbesonnenheit Einzelner zuzuschreiben. Auf alljährliche Wiederholung solchen Imports asiatischen Unheils müssen wir gefaßt sein; es liegt auch darm keine Gefahr, wenn N'cht die Seuche in unserem Erdtheil Stätten findet, dte zu Choleraherdm geeignet sind- Das ist die große Schuld Frankreichs, daß e8 unbeschreibliche Schmutzanbäufungen und den gänzlichen Mangel an sanitären Vo^ kehrungen in einzelnen seiner Städte geduldet dat, daß sein Sanitätswesen, obwohl auch die Franzosen ein stattliches Conttngent hervorragender Forscher stellen, weit zurückgeblieben ist hinter demjenigen anderer Ländern. Dazu tritt die alle Glieder ertödtende administrative C-.ntralisation. Wie erst ministerielle Erlaubniß zum Erschießen des toll gewordenen Schäferhundes in einem Pyrenäen-Dorfe eingeholt werden muß, so hängt jede Maßnahme gegen dte Touloner Epidemie von der Erlaubniß oder dem Befehl der Centralbehörde ab. Schleuniges, rücksichtsloses Einschreiten hätte Mitte Juni den Funken austreten können, der jetzt zur Flamme aufgelodert ist. Statt dessen hat man in Parts, um nur ja dte Unvolksthümlichkeit des tongkingnesischen Abenteuers nicht zu steigern, ein unwürdiges Vertuschungssystem versucht und aus demselben Grunde weigert mau sich, dte Feter des Nationalfeftrs zu unterlassen, obwohl 1865 dte Cholera tn der französischen Hauptstadt kurz nach der Feier des Napoleonstages ausgebrochen ist. In dem Lande, welches einen Pasteur und manch anderen Gelehrten ersten RangeS stolz sein eigen nennt, wird drei Wochen lang, bis zur Ankunft eines deutschen Gelehrten mit der Sektion eines an der Seuche Verstorbenen, mit der gründlichen Erforschung deS U?bels und' seines Ursprungs gewartet.
Die Sünden der französischen Regierung werden v-.rhängnißvoll durch die Schwächen der südfranzösischen Bevölkerung. Selbst die Behörden von Toulon und Mars-lle find dem Aberglauben n'cht fern oder wagen doch n-cht, chm gegenüber- zutretcn, der dte Entzündung von Scheiterhaufen in den Gussin veranlaßt. Und dieselbe provencalische Bevölkerung, unter der Messer und Dolch eine verhangnttzvolle Anwendung find-n. die Zahl der Meuchelmorde erschreckend hoch und die Blutrache noch nicht beseitigt ist, und die tn Wuth aufschreit, wenn ihr ter Anblick der grausen Stiergefechte entzogen wird — dieselbe erweist gegenüber dem noch mäßigen Wüthen der Cholera beispiellose Feigheit. Aus Toulon sind fast zwei Drittel der E.nwohner geflohen, die Furcht und mit dieser dte Ansteckungsgefahr weithin verbreitend.
In Spanten und einem großen Thetle Italiens herrscht wahnwitzige Pan k. Dte Korsen, unter denen der Meuchelmord beinahe eine sociale Institution ist, h adern in ibr-r Anast wcht nur baä Sintern her Schiff- o6ne Ausnahme an ihrer Küste, sondern zerstören auch die Quarantänegcbäude. Je mehr der Mensch das Leben d s Mitmenschen mißachtet, desto felßtr Mert er für das eigene Leben,


