Ausgabe 
12.3.1884
 
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1. März den Landrichter bei dem Landgerichte der Provinz Ober

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Politische Ueberficht.

Gießen, H. März.

Die Thronrede, mit welcher am Donnerstag der Reichstag eröffnet worden ist ist zwar im Allgemeinen kurz und geschäftsmäßig gehalten, sie ent« hält aber doch eine hochbedeutsame Stelle, nämlich jenen Passus über die aus« wärtiqen Beziehungen des deutschen Reiches zum Auslande. In markanter Weise hebt die Thronrede besonders das freundschaftliche Verhaltmß Deutsch- lands zu Oeherreich und Rußland hervor und betont weiter, daß nach mensch- licher Vorausstcht die Erhaltung des Friedens auch fernerhin gesichert sei. Man weiß, daß diese Worte keine leeren Phrasen sind, sondern daß sie den ernsten Willen des deutschen Kaisers und seiner Berather bekunden, die Seg« nunaen des Friedens den Völkern Europas zu erhalten und darum haben ste nicht nur in Deutschland selbst, sondern auch im Auslande einen tiefen und nachhaltigen Eindruck gemacht, wie aus den Commentaren der auswärtigen Blätter über die Thronrede hervorgeht. Bedeutungsvoll in letzterer ist auch die Erwähnung der herzlichen Aufnahme, welche Kronprinz Friedrich Wilhelm in Spanien und Italien gefunden; es geht hieraus hervor, welche Werthschatzung man deutscherseits auch auf die neugeknüpften Freundschafts-Beziehungen zu diesen Ländern legt und es ist kein Zweifel, daß man diese Thatsache auch in Madrid und Rom in ihrem vollen Werthe zu würdigen weiß. .

Mit der Eröffnung der Reichstags-Session ist em immerhin bemerkenswerthes Ereigniß in unserem Parteileben zusammengefallen: Die Ver­schmelzung der Fortschrittspartei und der Secessionisten zu einer Fraktion, welche d7n NamenDeutsche freisinnige Partei" führt. In liberalen Kreisen legt man tiefer Fusion eine große Bedeutung bei. Was die Nationalliberalen anbelangt, so erklärt dieNationallib. Corresp.", daß von einem Beitritt derselben zu der neuen Fraktion nicht die Rede sein könne und darf man gespannt fein, welches Verhältnis! sich zwischen letzterer und den Nationalliberalen entwickeln wird. Führer der HO Mitglieder zählendenDeutschen freisinnigen Partei" ist Abg. Freiherr v. Stauffenberg. .

Der zweite Proceß in Sachen des Neu-Stettiner Syna« gogenbrandes hat am Freitag mit der Freisprechung sämrntlicher Ange- klagten Seitens des Konitzer Gerichtshofes geendet.

In Frankreich sieht man mit Spannung der unmittelbar be­vorstehenden Entscheidung aus dem ostasiatischen Kriegsschauplätze entgegen. Am 6. März hat sich General Millot an der Spitze seines 15,000 Mann starken Eppeditions-Eorpä von Hanoi, dem bisherigen Stützpunkt der französischen Operationen, aus gegen Bacninh in Bewegung gesetzt. Von Hanoi nach Bacninh beträgt die Entfernung 37 Kilometer und hofft man m den militari« fchen Kreisen, daß General Millot spätestens am Dienstag vor diesem Platze

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eintreffen wird. rp

Im Ost-Sudan steht ein nochmaliger Waffentanz zwischen den Truppen General Grahams und den Aufständischen bevor. Osman Digma hat alle ihm von englischer Seite angebotenen Arrangements abgelehnt und wird daher das nach Suakim zurückgekehrte englische Corps unter General Graham p/ - Den Vormarsch gegen den Rebellenführer in diesen Tagen aufnehmen. Für die Fortsetzung der englischen Operationen an der Küste des Rothen Meeres hat der Kriegsminister Hartington im Unterhause einen weiteren Credit int Be­trage von 370,000 Pfd. Sterl. verlangt und hierbei zugleich die Erklärung abgegeben, nach der Zerstreuung der Schaaren Osman Digma's werde England die Truppen aus dieser Gegend zurückberufen und nur eine kleine ständige Garnison in Suakim belassen. Bezüglich des Mahdi äußerte der Kriegsminister, », daß derselbe den Maßregeln des Generals Gordon zur Räumung des Sudan keinerlei Hindernisse in den Weg lege. Uebrigens sind in den letzten Tagen Nachrichten aus Khartum eingetroffen, denen zufolge sowohl ein vom Mahdi gegen Darfor abgesandtes Expeditions-Corps von dem egyptifchen Obersten Slatin Bey zurückgeschlagen worden ist, als auch der Mahdi Achmet Mohamet selbst durch den Stamm der Kabbabisch nördlich von El Obeid eine Niederlage erlitten hat. Eine Bestätigung dieser Nachrichten liegt indessen noch nicht vor.

Von russischer Seite, und zwar von derMosk. Ztg.", wird an­läßlich des neuesten Auftretens der Anarchisten der demerkenswerthe Vorschlag

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tzircis I>:ertcliäf>rlid) 2 Mark 20 Ps. mit Bringnloh.1.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Past bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps.

den günstigsten zu einer- gemeinsamen Action gegen die anarchistischePestbeule und weist dabei auf England, diese bisherige Freistätte der Revolutionäre aller Länder, hin, wo politische Verbrechen und Dynamit-Attentate an der Tages­ordnung seien, weshalb jetzt England selbst an die Beihülfe anberer Staaten appellire. Dieser Vorschlag derMosk. Ztg.", zu einer Zeit, in welcher mehr als je sich die anarchistischen Zuckungen an den verschiedensten Stellen Europas bemerkbar machen, erscheint gewiß einer ernsten Beachtung seitens der Regie­rungen werth. .... . .

Neben Deutschland ist wohl Italien diejenige unter den europäi­schen Mächten, welche sich in ihrer auswärtigen Politik die größte Zurückhaltung auferlegt und sich an der Rolle des zwar aufmerksamen aber birect unbethel« ligten Zuschauers der Tages Vorgänge genügen läßt. Man hat eben MseitS der Alpen näher liegende und wichtigere Dinge zu thun, als sich auf das Glatteis der auswärtigen Politik zu wagen, zumal die ad boo erforderliche Ausrüstung ' och mancherlei Mängel und Lücken aufweist, deren Completirung Mühe, Zeit und Geld kostet. Der Schwerpunkt des von dem Ministerium de Presis-Mancim inaugurirten Regierungsfystems liegt denn auch nicht sowohl auf dem Gebiete der auswärtigen, als vielmehr auf dem der inneren Politik, woselbst eine Reihe von Reformen in Angriff, resp. in Aussicht genommen sind, welche nur unter Entfaltung der vollen Thatkrast aller öffentlichen Faktoren zu bewältigen sind. Wenn dem gegenwärtigen italienischen ©ahnet eine festere und geschlossenere Mehrheit zur Seite steht, als die Annalen des dortigen Parlamentarismus seck geraumer Frist ausweisen konnten, so erklärt sich dieser Umstand aus der auch im Volke und in den Parteien weit verbreiteten Erkenntlich von der Nothwen- diqkeit einer einheitlichen, dauerhaften gouvernementalen AUion im Interesse der Durchführung der als dringlich bezeichneten Reformen. Mit dieser !Tendenz der öffentlichen Meinung steht die Opposition gegen den F'^en Unternchtsmimsier Baccelli nicht int Widerspruche, sofern die Cabmets-Mitgliedschaft dieses Herrn von der Majorität nicht als ein die Combination de Pretis-ManciNi stärken­des, sondern im Gegentheil schwächendes Moment betrachtet wird, und»man daher nicht aus Feindschaft gegen, sondern aus Anhängerschaft für das Mim- fterium gegen den Unterrichtsmimster Front macht. Herr de Pretis hat feinen Unterrichts-Collegen beim auch mehr aus taktischen als aus prinaMen Grün den gehalten und die Kammer-Mehrheit ihre Bedenken gegen denselben sofort fallen laffen, nachdem sie einsah, daß Herr de Pretis aus dems Verbleiben Bac celli's eine Cabinetsfrage machte. Ob der Conflict hiermit definitiv begraben ist, wird sich demnächst zeigen, da dem Vernehmen nach Herr d pretis mit der Absicht umgeht, eine Debatte ä fond über die Gesammtpolitlk s^ues Mini­steriums zu provociren, die ihm zur völligen Klärung der inneren Situation

äß^'ch Tem £jjgetn hat endlich die türkische Regierung die abge­laufenen Vollmachten für den bisherigen Gouverneur von Kreta, ^otiabeä Bey, erneuert. Sie hätte allerdings gern ihre Absicht verwirklicht, fur Kreta einen mufelmännifchen Gouverneur zu ernennen, indessen haben die Voch llungen der fremden Botschafter und besonders der Hinweis auf bw irregte

Kretenser die Pforte veranlaßt, von diesem bedenklichen Vorhaben wieder

^Der bisherige Gouverneur von Turkestan, der aus den serbisch-türkischen Kämpfen her bekannte General Tschernajew, ist vor einiger Qeit üon seinem Posten abberufen worden. Als Hauptgrund der Abberufung sijhrt man jetzt an, daß die Verwaltung Turkestans unter der.Tschernajew scheu Satrapenwirthschaft vollständig verwahrlost und der Wohlstand des Landes gänzlich zerrüttet worden ist. -

Deutschland.

Darmstadt, 10. März. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben AllerMdigst?geruht: Forstmeister des Forsts Romrod Peter Billh-rdt wegen geschwächter Gesundheit auf Nachsuchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. April d. ^s., in den Ruhestand zu

ei. Mittwoch dm 12. März 1884

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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.. . 1 «ix»,, < sT?rt(fimittaad 2 Nbr sind et eine Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirks«

vereins^Gießen^und vor bleiben um i'/2 Uhr eine Ausschußs itzung zu Grünberg im Saale des Gasthofsbesitzers Hoffmann statt.

Alle Mitalieder des Vereins und Freunde der Landwirtschaft werden hierzu freundlichst emgeladen.

TageS-Ordrrung:

L ^l)fUeb5r bcn Gebrauch des Doppeljochs von Herrn Professor Dr. Pflug in Gießen; Kaufmann Buch

23 Uebcr die Errichtung eines Saatenmarktes in Grunberg von Herrn Bürgermeister Pracht dafelbst, Herr Kaufman.. -oucy ' von Hungen iviro zu diesem Vortrage eine Samenreinigungsmaschine Cf. Q- Trieur) ausstellen unD erklären..

3) Uebtr Viehsntterung von dem zweiten Director des Vereins, Herm Gutsbesitzer Schlencke auf dem Harrt) j

II. Geschäftliche Miltheilungen; ...

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