Aegypten.
Kairo, 9. Februar. Eingeborene Kaufleute, welche vom Sudan her in Korosko eingetroffen sind, berichten, daß sie dem General Gordon eine Tagereise von Korosko entfernt begegnet seien. — Die Vertheioigung von Suakim ist dem Admiral Hewitt ausschließlich anvertraut worden und hat derselbe die höchste Civil- und Militärgewalt übernommen.
Amerika.
New-Uork, 9. Februar. Der Ohio-Fluß steigt in Cincinnati noch langsam und dürste am Sonntag Morgen den Höhepunkt erreichen. In mehreren Orten am Flusse ist Mangel an Lebensmitteln eingetreten; es haben sich daher Comitös gebildet, welche Eßwaaren vertheilen. Die Flüsse Tenneffee, Cumberland und Arkansas sind ebenfalls noch im Steigen begriffen. Viele Bewohner der Uferorte haben ihre Häuser verlassen müssen.
Telegraphische Depeschen.
Wolffs telegr. EorrespondenA-Brrrean.
Wien, 10. Februar. Das heute Nachmittag verbreitet gewesene Gerücht , daß in der Nähe von Floridsdorf ein Sicherheitsmachmann von Anarchisten erschossen worden sei, ist unbegründet und dadurch veranlaßt, daß ein Poli- zeibeanlter von einem seiner Collegen bei Uebungen im Revolverschießen durch Unvorsichtigkeit schwer verwundet wurde.
London, 10. Februar. Ein Telegramm des „Neuter'schen Bureaus" aus Durban bestätigt den am 8. d. Mts. in Ekowe erfolgten Tod des Königs Cetewayo.
— Nach einer dem „Observer" aus Kairo vom 9. d. Mts. zugegangenen Depesche ist General Gordon gestern früh in Berber angekommen und sind weitere Nachrichten von ihm erst zu erwarten, wenn er in Khartum eingetroffen sein wird, da der Telegraph unterbrochen ist. Unterhalb Khartums an den Nilufern sollen sich Jnsurgenten-Banden gezeigt haben.
Petersburg, 10. Februar. Nachdem sich der Finanzminister für die Schließung der Newski-Maschinenfabrik der russischen Gesellschaft mechanischer Fabriken und Hüttenwerke ausgesprochen, dadurch aber an 2000 Arbeiter beschäftigungslos würden, so hat außer der Petersburger Kreislandschafts-Ver- sammlung neuerdings auch die Petersburger Gewerkverordneten-Versammlung beschlossen, bei dem Ministerium um Nichtschließung der Fabrik, eventuell all- mälige Einstellung der Arbeit vorstellig zu werden.
— Das Befinden des krank darniederliegenden Gesandten der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Hunt, ist Besorgniß erregend. Präfident Arthur sandte an die Frau Hunt ein theilnehmendes Telegramm.
Astrachan, 10. Februar. Die Zahl der am 4. d. Mts. auf einer Eisscholle in'S Kaspische Meer hinausgetriebenen Fischer beträgt 150. Irgendwelche Nachrichten über das Schicksal derselben sind bis jetzt nicht eingetroffen.
Bukarest, 10. Februar. Ja der Kammer dankte Rosent dem Parlament für das ihm oottrte Natlonalgrschenk, erklärte aber, datz er dasselbe nicht annehme. Con- setlpräsident Brattano ersuchte die Kammer, ihr Votum aufricht zu halten und*sagt, das HauS werde ausgebaut werden; wenn Rosetti es nicht bewohnen wolle, werde es als beständige Erinnerung an die Dankbarkeit Rumäniens gegen einen seiner besten Bürger dastehen.
Kairo, 10. Februar. Eine Depesche aus Cuakim von heute Nachmittag 3 Uhr meldet, daselbst sei eine Meldung Tewfik Pascha's, des Comman- danten von Smkat, eingetroffen, welche Hülfe nachsucht. Er berichtet, die Garnison sei in verzweifelter Lage und sterbe Hungers. Ein Ausfall werde lediglich die Niedermetzelung durch den Feind zur Folge haben. Einer Depesche aus Suakim zufolge sei es aber unmöglich, von Suakim aus Hülse zu bringen wegen des meuterischen Geistes der egyptischen Truppen und weil der Feind Suakim Don der Landseite einschließe.
Kairo, 10. Februar. (Meldung des „Reuterffchen Bureaus.") General Gordon ist gestern Abend wohlbehalten in Berber angekommen. — Wie verlautet, soll die von englischen Officieren befehligte erste Brigade der ägyptischen Armee nach dem ersten Nilkatarakt gesendet werden, sobald daselbst die zu deren Unterbringung erforderlichen Vorbereitungen getroffen sind._____________________
Lokale».
Gießen, 10. Februar. sT he ater.) An dem dicht gefüllten Saale hatte wohl das erneute Austreten des Fräulein Sophie König als „Bettelstudent Symon" den
größten Antheil. Sie bleibt in der That ihrer Rolle auch nicht den kleinsten Rest schuldig und weiß auch den Zuhörer, den etwa ihr Plus von theatralischen Allüren stören könnte, durch ihre gesangliche Routine und gewandtes Sviel zu beschwichtigen.
In Bezug aus die Auffassung der Rolle des Obersten Ollendorf seitens des Herrn Schreiner besteht unter dem Publikum eine sehr weitgehende Differenz. Zieht man in Betracht, daß der Oberst von seinen eigenen Kameraden und von der polwschen Gräfin als ein Aufschneider und Poltron geschildert wird und daß er sich in sträflicher Weise von Jan Janickt düpiren läßt, so wird man ihn nicht für einen iutrigutrcnden, schleichenden Mephistopheles halten können. Wir gestehen der Haltung und dem Spiele des Herrn Schreiner ihre volle Berechtigung zu. — Fräulein Pögner II. bot als Laura eine bemerkenswerthe Leistung; sie bewegte sich auch diesmal viel freier als sonst. — Fräulein Hoffmann trug als Bronislawa, gewiß zum Vorthetle dieser Rolle, daS neulich von Fräulein Menthon gesungene Lied vor. — Warum Herr Peters den Vornamen „Jan" noch immer auf französische Weise ausspricht, ist uns unerfindlich. — Bet einer siebenten Aufführung sollten auch kleine Verstöße, wie z. B. der Jrrthum in der Jahreszahl 1794 statt 1704, nicht vorkommen.
Wie wir vernehmen, hat die Direction mit der Aufführung der Operette in Marbur g einen überaus günstigen Kassenerfolg erzielt.
— DaS gestrige Concert im Clubsaale, welches vom Männerquartett-Verein zu Gunsten des Gleiberg-Vereins gegeben worden, war recht zahlreich besucht unv ernteten die „Gesellensährten^, die von diesen Sängern vorgelragen worden, den reichsten und wohloerdtentssten Beifall. Der pekuniäre Erfolg dürfte ein für die Kasse recht angenehmer sein und wohl über 500 JL. betragen haben.
— Heber den Flets ch-Consum unserer Stadt geben die Ziffern detz städtischen Verwaltungsberichts, dessen wir im letzten Blatt erwähnten, folgenden Aufschluß. Es wurden geschlachtet: 1407 Stück Ochsen, 255 Fasseiochsen und Kühe, 954 Rinder und Stiere, 5388 Kälber, Hämmel und Schafe, 6177 Schweine und 91 Spanferkel.
Vermischtes.
Frankfurt a. M., 10 Februar. Heber einen frechen Raubanfall, der in der Nacht vom Samstag auf Sonntag verübt wurde, geht uns folgender authentischer Bericht zu: Am SamStag Abend 3/412 Hhr verließ ein junger Mann, Herr Fulda, der in einem Hause der Obermatnanlage ein möbltrtes Zimmer bewohnt, die Pfetffer'sche Wtrthschaft in der Neuen Börse, trennte sich am Ende der neuen Zeil von einigen Bekannten und schlug den Weg durch die Promenaden nach seiner Wohnung ein. Zwischen dem Allerheiligenthor und dem Rechnetgraben wurde er plötzlich von zwei Strolchen angefallen, durch einen Messerstich in die linke Brust nicht unbedenklich verwundet, zu Boden geworfen und seines Portemonnaies mit etwa 300 JL Inhalt beraubt. Die Räuber versuchten ihm auch noch die Hhr zu entreißen, wurden aber durch seine Hülfe- rufe, sowie in der Nähe hörbare Tritte verscheucht und entfernten sich eiligst nach dem Rechnetgraben zu. Herr F. schleppte sich bis zu seiner kaum 50 Schritte vom Thalorte belegenen Wohnung. Es konnte 3/4l Hhr sein, als der Hauswtrth durch Stöhnen und Rufen geweckt wurde. Derselbe eilte sofort nach dem Polizeirevier in der Theo- baldstraße und zum Arzte, während seine Frau dem Verwundeten die erste Pflege angedeihen ließ, indem sie das strömende Blut zu stillen suchte. Polizei und Arzt erschienen prompt; nachdem Herr F. von letzterem verbunden war, konnte er z'emlich genaue Beschreibung der Raubmörder geben. Die Wunde des Herrn F. ist circa 2Vz (Zentimeter breit und ganz in der Nähe des Herzens, es scheint jedoch, nach Aussage deS Arztes, keine edleS Organ verletzt zu sein, da, Dank einer dicken Weste, einer sehr starken Hemdenbrust und eines Wollenwammses, durch welche der Stich ging und die ganz mit Blut getränkt sind, die Kraft des Stoßes gemildert wurde. Das geraubte Portemonnaie wurde gegen 3 Hhr auf dem Wege dicht am Rechneigraben leer von einem Nachtwächter aufgefunden.
Nachschrift. Der junge Herr Fulda ist, wie wir hören, auS Darmstadt gebürtig; er wohnt Obermainanlage Nr. 21 im Hause des Herrn A- Bonn. Er war Samstag auswärts gewesen und am Abend mit der Bahn zurückgekommen. Der Verwundete wird in seiner Wohnung durch Herrn Dr. Rosenbaum ärztlich be- hand elt. (F. Z )
Repertoir der vereinigten Itadttheater;u Frankfurt a. M.
Opernhaus.
Dienstag den 12. Februar: Zum GedächtnißRichardWagner's: Lohengrin.
Mittwoch d-n 13. Februar: Volksvorstellung bet ermäßigten Preisen: Götz von Berlichingen. Außer Abonnement.
Donnerstag den 14. Februar: Lakme.
Frettag den 15. Februar geschlossen.
Samstag den 16. Februar: Abschiedsvorstellung des Herrn Bötel: Der Postillon von Lonjumeau. Chapelon: Herr Bötel. Außer Abonnement.
Sonntag den 17. Februar: Euryantbe.
Schauspielhaus.
Dienstag den 12. Februar: Probevfeil.
Mittwoch den 13. Februar: Figaros Hochzeit.
Donnerstag den 14. Februar: Der Probe pfeil. Außer Abonnement.
Freitag den 15. Februar: Lessing und die Neuberin. Hierauf: Minna von Barnhelm.
Samstag den 16. Februar: Die Journalisten.
Sonntag den 17. Februar: Probepfeil.
Montag den 18. Februar: Zum ersten Male: Sein Zwillingsbruder. Lustspiel in 5 Aufzügen von Wilh. Jordan.
Gberhesßslhe Eisenbahnen.
Die Lieferung von Betriebs- und Werkstättenmaterialien für die Zeit vom 1. April 1884 bis 1. April 1885, als: verschiedener Metalle und Metallwaaren, Dielen und Bohlen von Kiefern-, Eichen- und Pappelholz, Reiserwellen, Oele und Petroleum, Firnisse und Lacke, Frucht- aummi, Mennige, Bleiweiß, Kupfervitriol, Lampencylinder und Glas zu Wagenfenstern, Dochtband und Wollengarn zu Dochten, Oelsaugepolstcr, Stopsbüchsen- verpackung, Putzbaumwolle und Putzleinen, Schmirgelleinen, Hans, Plombirkordel, Segeltuch zur Wagenbedachung, Besen, Zündhölzer, Morsestreifen, Soda, Seife, Theer, Oker, Kreide, soll im Wege der Submission vergeben werden.
Lieferungsangebote sind spätestens bis zum 29. Februar d. I., Vormittags 10 Hhr, portofrei, versiegelt und mit der Aufschrift:
„Offerte zur Lieferung von Betriebsund Werkstättenmaterialien"
an uns einzusenden.
Lieferungsbedingungen nebst Verzeichniß -er Materialien können bei unserer Ma- gazinsoerwaltung, sowie auf der Station Alsfeld eingesehen, auch gegen eine franco einzusendende Gebühr von 50 H durch unsere Kanzlei bezogen werden. 970
Gießen, den 6. Februar 1884.
Großherzogliche Direction.
Allgemeiner Anzeiger.
Jagd-Verpachtung.
Montag den 10. März l. I., Vormittags 10 Hhr, sollen im Gasthaus zur Traube in Nidda die nachoerzeichneten Domanialjagdbezirke auf 12 Jahre verpachtet werden:
1. in den Oberförstereien Eichelsdorf und Nidda:
die Forstmartei Eichelsdors mit Ausschluß des Districts Auerberg, die Forstwartei Michelnau und die Districte Lindcnbusch, Jungerwald, Seewäldchen und HäuscheSwald der Forstwartei Ober-Lais mit den zugehörigen Enclavcn, im Ganzen ca. 1045 ha;
2. in den Oberförstereieu Nidda, Schotten und Grebenhain:
die Districte Mark und Wellerberg der Forstwartei Ober-Lais, die Forst- warteien Glashütten, Eichelsachsen und Burkhards, die Districte Mühlberg und Enzigsberg der Oberförsterei Grebenhain und die zugehörigen Enclavcn, im Ganzen ca. 1490 ha;
3. in der Oberförsterei Nidda:
der District Hain mit 85 ha;
4. in der Oberförsterei Eichelsdorf:
die Forstwartei Langd mit den Districten Linnes, Eckhardsmahr, Hasenköpfchen und Jonasköpfchcn der Forstwartei Stornfels und die zugehörigen Enclavcn, zusammen ca. 539 ha;
5. in der Oberförsterei Ortenberg:
der District Scheidwald bei Glashütten mit 30 ha.
Diejenigen, welche Jagden zu pachten beabsichtigen und deren Qualisication hierzu nicht notorisch vorliegt, haben sich binnen 14 Tagen resp. spätestens bet dem Beginn der Verpachtung bei dem Hnterzeichneten genügend auszuweisen.
Nidda, am 7. Februar 1884.
I. A.
986 Rohr, Großh. Oberförster.
Mehrere Gärten
^verkaufen durch
I. Blitz.
838 Zwei gute Hofhunde und ein fast neues Wägelchen preiswürdig zu verkaufen bei
Emil Harms, Grünbergerstraße.
Fichten-Bauholz bester Qualität von 11—26 Centim. Durchmesser, im District „Langberg" bei. Nieder-Bessingen an chaussirten Abfuhrwegen lagernd, wird zum Tarifpreis aus der Hand abgegeben. Bei Abnahme von mindestens 10 Nummern in laufender Folge tritt Preisermäßigung ein.
Lich, den 8. Februar 1884. Fürstliche Oberförsterei Lich.
973 Wimmeuauer.
Bekanntmachung.
Wegen Aufgabe der Oeconomie stehen bei dem Unterzeichneten zum Verkauf bereit:
2 Wagen-Pferde, 2 Wagen,
3 Pflüge, 1 Häckselmaschine,
3 Stück Rindvieh, 1 Chaise, 1 Heblade.
Inheiden, den 5. Februar 1884.
858 H. Henckel.
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