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Lokales.

Gießen, 11. Januar. Wie au« dem in Nr. 1 desGießener Anzeiger- er­schienenen Rechenschaftsbericht der Spar- und Leihküsse dahier für 1882 ersichtlich ist, hat dieselbe auch in jenem Jahre so günstige Resultate erzielt, daß es, trotz der an­sehnlichen Unterstützungen an Vereine, Stiftungen und unglückliche Personen rc. möglich war, dem Reservefor.d abermals einen bedeutenden Betrag zuzuführen. ES gebührt der Verwaltung alle Anerkennung und der beste Dank für ihre umsichtige Wirksamkeit-

Nur möchte Einsender dieses auf eine mißliche Einrichtung der Kasse aufmerksam machen, die für das Publikum wie die betreffenden Beamten gleich fatal ist, nämlich die am Ende eines jeden Jahres stattsindende Auszahlung bezw. Bcischreibung der Zinsen."

Bei dieser Gelegenheit ist nämlich zeitweise der Andrang der Interessenten ein so außerordentlicher, daß oft mehrere vergebliche Gänge nöthig sind, um den Versuch, seine Geschäfte an der Kasse zu ordnen, wagen zu können, ganz davon abgesehen, daß es, nachdem endlich die Abfertigung geschehen, seine Schwierigkeiten hat, wieder aus dem Local herauszukommen.

Das Geschäftszimmer mit seiner Einrichtung ist eben für derartige Gelegenheiten durchaus nicht genügend und es ist zu verwundern, wie die Beamten der Kasse bei einem so ungeheuren Zudrang mit der bei Geldgeschäften absolut nothwendigen Ruhe arbeiten können. Ganz besonders dürfte schon im Interesse des bejahrten und um die Anstalt wohlverdienten CassierS Adhülfe in der einen oder anderen 2tzeffe dringend geboten erscheinen.

ES bedarf wohl nur dieser Anregung, um die Verwaltung zu einer entsprechenden Aenderung zu veranlassen. H......cht.

Schiffs nachrichten.

Bremen, 9 Januar. fPer transatlantischen Telegraph-! Der Vostdampfer Neckar, Capt. R. Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 24. December von Bremen und am 28. December von Southampton abgegangen war, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 9. Januar. fPer transatlantischen Telegraph-! Der Postdampfer America, Capt- F. Hamelmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. December von Bremen abgegangen war, ist am 5. Januar wohlbehalten in Baltimore angekommen-

Telegraphische Depeschen.

Wolst'S telegr. Correspondeirr-Brrrearr.

Berlin, 10. Januar. Der Ausschuß der Stadtverordnetenversammlung zur Vorberathung des Vertrages der Stadtgemeinde mit der Edisongesellschaft wegen Ein­richtung der elektrischen Beleuchtung in Berlin, erledigte heute zwei Drittel des Ver- tragsentwmfs, genehmigte die vom Magistrat mit der Gesellschaft vereinbarte zehn- vrocentige Abgabe an die Stadtgemeinde und dreißigjährige Vertragsdauer, ebenso den Preis für Flammen auf den Straßen und in den Gebäuden. Die Specialberatbuna des Ausschusses findet am Dienstag statt. y

Das Abgeordnetenhaus überwies die Vorlage betreffs der schlesischen Land- güterordnung einer Commission von 14 Mitgliedern. Im Laufe der Debatte bemerkte der Minister Lucius, die Regierung habe mit der Vorlage lediglich dem Bestreben Rechnung tragen wollen, den mittleren und kleinen Grundbesitz zu stärken und zu er­halten und konnte sich durch ein entgegenftehendes Gutachten nicht abhalten lassen, Schlesi n dasselbe zu gewähren, was schon anderen Provinzen auf deren Wunsch gewahrt sei. 1

x tu r5,aL£au9 ?egann hierauf die Berathung der Jagdordnung und vertagte die­selbe schließlich auf morgen. Schorlemer erklärte, er glaube, das Gesetz würde nie tn's Leben treten, höchstens die Erhöhung der Jagdschetnsgebühr zur Folge haben: ohne die Einführung der Sonntagsruhe wäre das Gesetz für ihn unannehmbar, v. Rauch- Haupt sprach für die Vorlage, in welcher er die Versöhnung der Interessen der Grund- besitzer mit denen der Jagd erblickte Minister Lucius erklärte, die Vorlage solle einem dringenden Bedürfnisse genügen. Die Regierung gebe sich hierbei keinerlei Täuschung Zustandekommen der Vorlage einer langen Berathung und Erwägung bedürfe. Die Regierung habe in der Vorlage nur geregelt, was allgemein geregelt dagegen anderes, wie Wtldschadengesetz und Sonntagsheiltgung, die lokal verschieden geregelt, sind einer spectellen Ordnung Vorbehalten.

~ Die ^Nordd-Allg.Ztg.« konstattrt fast ausnahmslos die günstige Aufnahme, des Unfallverficherungsgesetzes im Lande gefunden haben. Das fC!?nber§ sympathisch dadurch berührt, daß fast alle Blätter auf die «Äu??knde^Versuchung, aus der Einschränkung des Umfanges der Unfallversicherung Verbältntsie u°Wenn der Reichskanzler sich nur im Drange de?

vflick?über ben^n^m?nrns?aQaäLiebe Ausdehnung die Versicherungs-

mnnm fA bc§ Hattpflrchtgesctzes hinaus vorerst zu verzichten, so wird

anerkennen müssen, daß er die der Vorlage sich darbietende Anarisis- ^nd der Möglichkeit vorgebeugt habe, daß bte Werfeben beit lfegenb^8"tleb0efä6rnb^m a"8 beta3otla8e Erreichung bet btingenbflen unb nächst! xaihei Tbtr^SllnMn^r!*.8 $ufoIfle, "»den bie Berathungen beä Volkswirthschafts- 68b3anuar3 bgfnnn r4 0 OrlaBe 6crcltä ln be"ft£n Tagen beB letzten DUtiels . ' n0 ®anuar- Der Senat wählte mit 135 von 153 abaeae-

hSero^eJ iUm Präsidenten. Die vorgenommene Wahl beä Vice- Ä» seber a"nut!5t' "»l bie erforberliche Stimmenzahl fehlte Die Negierung wird gegen den Deputirten Talanbier sDirector der Remilsiimn» Democraüque Sociale") Antrag auf gerichtliche Verfolauna einbrinaen Tib Drrectlon der Werkstätten in Creuzot entließ 129 Arbeiter Di-

Toulon, 10. Januar. Die TransportschiffeAnnamite",Poitou" undSaint Germain" gingen heute mit für die Verstärkungstruppen in Tong- king b^Ummttn ^änzungen^^ .Standard" wird aus Tamatave vom 26. v. M.

as i.»«

«ufrecht^,^ 1Q gQnuar. Die Drahtverbindung mit Donzola ist wieder hergestellt; die Demission de« Unterstaatssecretärä beB Auswärtigen, Tigrane Pascha, ist abgelehnt. c ,

Der egyptische DampferTantalus", der von Suez nach Suakim Kriegsvorräthe, Maulesel und Kameele brachte, erlitt Schiffbruch. Die Mann- schast , 10_ Januar. DerNew.York Heralb" melbet auL

Hongkong vom 10. b. MB.: Der Vicekünig in Kanton notificirte ben Consuln bie Absicht, die Nordeinfahrt der Stadt zu sperren unb Torpedo« zu legen; bie andere, unter dem Namen Macao-Passage bekannte Einfahrt wird durch Anlage einer Brücke auf dem südlichen Ende der Dame-Insel versperrt. Die Kapitäne der Dampfer wurden von den Eigentümern angewiesen, bie Norbein» fahrt zu vermeiden.

Washington, 10. December. DaS Repräsentantenhaus hat einen Antrag auf Ausdruck des Belleids anläßlich des Ablebens des deutschen Reich StagSabgeordneten LaSker angenommen.

Petersburg, 10. Januar. DaSJournal de St. PeterSbourg" melbet, der Minister des Aeutzern, v. Giers, werde der tbm durch den Botschafter Fürsten Lobanoff nach Montreux überbrachten Einladung deS Kaisers von Oesterreich folgend, sich nach Wien begeben; der Tag seiner Ankunft daselbst sei jedoch Familtenverhältnisse halber noch unbestimmt.

Das Journal bespricht ferner das Antwortschreiben de« deutschen Kaisers an den Magistrat und die Stadtverordneten von Berlin auf deren Neujahrsglückwunsch­schreiben und bemerkt, beide Schreiben bezeugten den Wunsch und das Vertrauen des Kaisers, daß der Frieden erhalten bleibe und herzliche Beziehungen der Mächte allent­halben angebabnt würden. Alle Friedensfreunde tbetlten auf's Herzlichste den Wunsch des deutschen Volkes, daß die Vorsehung dem Kaiser noch ein langes und glückliches Leben gewähren möge.

ä. M», 11. Januar, Nachmittags 2 Uhr äMn. tTelearapvischer ^^Ä^Et. MitgDheitt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) ©rebitactien 263%, Staatsöahnactlen 273^, Galizier 250V4, Lombarden 1213/4, Nord- weftbahnactien, Gotthardbahnactien 88, Darmstädter - Bankattien Drscontc' Commandit 1931/2, Oesterr. Silberrente 677/8, 4% Ungar. Goldrente 75V? 40/0 l^Oer Russen 90%, 5% 1877r Russen 71V8, 2. Orient-Anleihe 56f/16, 4° 0 Spanier 56%, 5o/o Mrmäniscke Rente 93A, 4% Unific. Egypter 68, 5% Türken 93/g, Marienburger, Hess. Ludwrgsbahnact. Tendenz:, KirchlicheÄnzeiaeu der Stadt Meßen

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst.

S°unt-g, ben i:-!. Januar (1. nach Epiphanias). 9,/8 Ubr: Pfarrer Schlosser. 1

Kinderkirche, Nachmittags^ U^PfarnISchf""' Bibe^tt?ÄL^r^,^r^^^^^l-derschnle: »auÄK "6Cnb8 8 Stadtkirche: @r.

sbi°nst das heilige

Woche?eg°nm7 'und" wirb°Gntag"un^ Lerst'ag/von'!? LH in »

und Dienstags und Freitags von L NachmittL°in "e^Re-'l chuke° MaKn. Für den Kirchenbaufonds sind vom 22. November bis Ende Der,mfipr 1883 st,mme T?etz75«N7 M^-^Echs-n in der Kirche 15 Mark 90 $foe, Gesammt- Psarre?Schlotte??^ ber Dom 13 bis 19. Januar besorgt

Katholische Gemeinde.

nion. der hl. Commu-

Gottesdienst in der Synagoge.

Samst?r°Aben^usr?^' ®amSta6 borgen 8» Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr,

Regierung energisch an die Revision der Verfassung und an die Wrederer^ sührung des Listenscrutmiums geht und sollen die betr. Vorlagen bereits nach den Osterferien im Parlament eingebracht werden. .

Die egyptische Frage ist für die englische Regierung plötzlich wieder brennend geworden. Das bisherige egyptische Ministerium Cherif Pascha, welches sich das anmaßende Auftreten Englands, das in der Forderung gipfelte, tzaypten solle seine Truppen ganz aus dem Sudan zurückziehen, nicht länger gefallen lassen wollte, hat demissionirt. In dem Demissionsgesuche der abtre­tenden Minister heißt es: Die englische Regierung verlangt, daß wir den Sudan ausgeben sollen, wir haben aber kein Recht, denselben aufzugeben, wen er ein uns anvertrautes Besitzthum Der Pforte ist. Diese Hindeutung auf die Suzerainetät der Pforte am Nil wird in den Londoner Regierungskrelsen sehr unangenehm berühren, aber die englische Anmaßung hat Diese Zurechtweisung entschieden verdient. Wie es Rubar Pascha, dem neuen egyptischen Premier­minister, gelingen wird, sich mit England sreundschaftlich auseinanderzusetzen und zugleich dem Vordringen des Mahdi Halt zu gebieten, erscheint vorläufig noch als ein Räthsel.

Der greise türkische Feldmarschall Mukhtar Pascha ist am Dienstag in Rom eingetroffen, um dem Könige Humbert den Großkordon des Mschan-Jmtiaz-Ordens zu überbringen. Der tapfere Marschall scheint von seinem Herrn, dem Sultan, mit Vorliebe zu derartigen Missionen verwendet zu werden.

Die innere Krisis in Spanien hat zwar während der letzten Tage keine auffälligen Fortschritte gemacht, aber alle Umstände drängen nach irgend einer baldigen Lösung. Bemerkenswerth ist, daß in der Montags-Sitzung der Cortes der Minister Des Auswärtigen erklärte, wenn die Spaltung unter den liberalen Parteien fortdauere, so sei es möglich, daß die Gewalt in die Hände der großen und mächtigen conservativen Partei, welche als eine geeinigte in Spanien dastehe, übergehe. _______

Aeutschland.

-1. Darmstadt, 10. Januar. Sicherem Vernehmen nach beginnt die Kammer der Stände am 23. d. Mts. ihre Sitzungen. Vorher werden bei den verschiedenen Ausschüssen noch Zusammenkünfte behufs Erledigung der denselben überwiesenen Arbeiten statthaben.

Darmstadt, 9. Januar. Der 4. Ausschuß der zweiten Kammer hat in seiner gestrigen Nawmtttagsfitzuvg den Antrag des Abg. Frhrn. v. Rabenau auf Errichtung einer Landes-Creditkasse mit Amortisation nach Art der in Nassau und Kurheffrn be­stehenden Institute einstimmig angenommen und der Großh. RegierungS-Commtssär hat sich Namens der Großh. Regierung diesem Anträge gegenüber wohlwollend aus­gesprochen. Die Annahme des Antrags in den Kammern dürfte auf kein Htnderniß stoßen, so daß nunmehr Aussicht vorhanden ist, dieses oolkswirthschastltch überaus nothwendige Institut auch für das Großherzogthum in nicht zu langer Zeit in'S Leben treten zu lassen.

In gleicher Weise wurde ein Antrag angenommen, die Regierung aufzufordern, über die Ursachen und den Umfang der Verschuldung des mittleren und kleineren Bauern­standes des Landes eine Untersuchung eintreten zu lassen, um auf Grund dieser Er­hebungen die Mittel zur Abhülfe und /Besserung herbeiführen zu können.

Amerika.

Washington, 9. Januar. DaS Repräsentantenhaus nahm eine Resolution an, wonach die Commission für Handelssachen angewiesen wicd, die Motive für das Ver­bot der Einfuhr amerikanischen Schweinefleisches nach Deutschland und Frankreich zu prüfen und etwa nothwendtg werdende Gesetzentwürfe vorzuschlagen. Ferner wurde eine Resolution genehmigt, der Commission für die auswärtigen Angelegenheiten auf­zutragen, darüber Bericht zu erstatten, welche Maßregeln der Congreß zum Schutze der amerikanischen Interessen denjenigen Regierungen gegenüber zu ergreifen hat, welche den Import amerikanischer Lebensmittel verbieten.

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