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Pfund Sterling zu gewähren, den Tilgungsfonds zu fuspendiren, den Zinsfuß der tm Besitze Englands befindlichen Suezkanal-Akien herabzusetzen, die Kosten für die Occupations-Armee theilweife auf England zu übertragen und dem erwähnten Darlehn den Vorrang vor den bestehenden Anleihen, ausgenommen dis Domanial-Anleihe, einzuräumen. „ n . L
Rom, 9. November. Wie verlautet, wird der Papst in dem morgen stattstndenden Consistorium den Mfgr. Laurenzi, ferner die Erzbischöfe von Pa- lermo, Valenzia, Wien, Sevilla, sowie den Migr. Massaja zu Kardinal-Priestern und die Prälaten Gorimerofi, Masotti und Verga zu Kardinal-Diakonen ernennen. Sodann wird der Papst die Präkonifirnng mehrerer Erzbischöfe und Bischöfe vornehmen. Kardinal Hohenlohe, welcher als Bischoof von Albano demissionirt hat, soll, wie verlautet, den Titel eines Bischofs von Sankt Calixtus erhalten^ <ptopQgQtlba fide einlausenden Nachrichten über di- Mssfio-
nen in China lauten fortgesetzt ungünstig und soll insbesondere die Lage der franzöfischen Missionäre schwierig geworden sein.
MonS, 9. November. In einem Kohlenbergwerke zu WaSmeS (Henne- gau) find durch schlagende Wetter 20 Arbeiter getödtet und 5 verwundet worden. — -
Hesterreich.
8 November. Der gedruckt vorliegende Bericht der Referenten Hübner über das Budget des Ministeriums des Auswärtigen resumirt die vom Minister des Auswärtigen gegebenen Aufklärungen über die auswärtige Lage und faat, der Ausschuß habe diese Mittheilungen mit ungetherlter Befriedigung vernommen: denn er erkenne in dem innigen Bündnisse mit Deutschland und m bcm Zusammenstehen der drei Monarchen von Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Rußland und ihrer Regierungen aus dem Boden der Verträge zum Behufs der Erhaltung de« Friedens und der Ruhe die größtmögliche Gewähr für die Sicherung der Wohlthaten de» Friedens, deren die Monarchie wie in Europa in so hohem Grave bedürfe.
Schveij.
Bern, 8. November. Der vormalige deutsche Gesandte bei der Schweiz, General v. Röder, ist heute Nachmittag halb 5 Uhr hier gestorben.
AranLreich.
Vari», 8. November. In der Kammer brachte der Marineminister eine Vorlage ein, betr. die Bewilligung von 3,400,000 Frc«. für die Absendung neuer Truppen-Tranrporte nach Tongking.
— L» ist behördlich angeordnet, daß leben Vormittag ein von Mitter- nacht bis Mitternacht lausender Cholerabericht veröffentlicht werde. Man hält an der Erwartung scst, die Seuche werde keinen größeren Umfang annehmen. - In Nantes kamen gestern zwei, in Oran vier Cholera-Tovesfälle vor.
_ Di- Kapitäne R-nard und Krebs stiegen heute bei Meudon dnttmalig mit ihrem lenkbaren Luftschiff auf. Der Versuch wird als gelungen bezeichnet. Die beiden Lustschiffer segelten nach Billancurt und kamen nach dreiviertel- stündiger Fahrt nach Meudon zu d-m Punkte, von wo sie aufgsst,egen. wleder^zurück. $ amm snrßrc’6 aus Hanoi vom 7. ds. besagt: Einige Seeräuber-Banden wurden' zersprengt. Die Chinesen machten erneute Angriffs aus Tupenquan, wurden jedoch mit Leichtigkeit zurückgeworsen. Die Franzosen hatten einen Verwundeten.
— Meldung der Admirals Courbet aus Keelung vom 7. ds. . Etwa 1000 Chinesen griffen am 2. ds. die die Straße nach Tamsur beyerrfihenden Befestigungen an, wurden aber nach dreistündigem Kampfe mit großem Verluste zurückgewiesen. Die Franzosen hatten einen Verwundeten.
_ Gestern wurde in Monceau-les-mines em Mann verhaftet, als er eine Dynamit-Patrone legte, um das Haus des Obersteigers in dis Luft zu sprengen. Er setzte sich bei der Festnahme zur Wehr, wobei er zwei GenSd armen schwer verwundete.^ * estrigen Tages sind im Ganzen 37 Personen an der Cholera erkrankt und 12 gestorben. Die verhältnißmäßig geringe Zahl von Todesfällen giebt nach Ansicht der Aerzte die Hoffnung, daß sich die Epidemie nicht ausbreiten werde. 5
Telegraphische Depesche«.
KtoMf* itUat* Gorresporrdem-Bu«es«.
Siegen, 9. November. Im hiesigen Wahlkreise erhielten in der Stichwahl bis W ^W^und?9.0NoEb-r"
tagSstichwayl im Wahlkreise Dortmund Lenzmann (Demokr.) mit 17,300 St. gewählt worden^^MeWe^natlib.)«erhielt der^Reichstagsstichwahl in dem 4. Wahlkreise des Regierungsbezirks Breslau (Rarnsknu-Brieg) ist v. Heydebrand (cons.) gewählt worden, Nicht v. Hönika (bfretf.), dessen Wahl gestern gesichert schien. .
Kaiserslautern, 9. November. Bet der gestrigen Reichstagsstichwahl des Kiesigen Wahlkreises erhielt Neumayer (natlb.) 8649 St. und Grohe (Bolkspartet) 9876 St. Aus 10 Landbeztrken ist das Resultat noch ausstehend-
— Im 1 Wahlkreise der Pfalz wurde gestern bet der Stichwahl Dr. Groß /tfotitb.) mit großer Majorität gegen D.reesdach (Soc.) gewählt.
Offenburg, 9. November- Bei der RrlLstagSstichwahl tm 7. badischen Wahlweise (Kevl-Offmdurg) ist Dr. Roßhtrt (Centr.) mit 9102 St. gewählt worden. Karl Schwa^natUV.) crhült 81W St. Wahlkreis- L-nn-p-M°ttmann wurde In der StiSw°b?Säüüt°r (bf.elf.) mit 13,207 St. gewählt. Friedrichs (natltb.) -rhtelt 12,589 Slbrotttt, 9. November. B-i der R-ichStagSstichwahl im 3-württ-mb-rgtsch-n Wablkretie I-"stgh-tm-H-»sbronn) ist Härle (Volkspartet) mit 10,504 St. gewählt worben- Frbr. v. Ellrichhausen erhielt 10,134 St. •
9. November. Von Mitternacht den 7. bis den 8. D. Mts., 11 Uhr Abends, sind in Paris 70 Erkrankungen an der Cholera, davon 8 mit hrook Vorschlägen werde, der egyptischen Regierung einen Vorschuß von 8 Mi .
Verwischtes.
Main, 7 November. Mit- -iv-r b-scheioen-n Maioriiät von 97 Stimmen bot bei der aettrioen Stichwahl der Eandidat dcr katholischen Volkspartet, Herr Lond- Masabaeordneter NtcM RackS, über den iocialifttschen Candidaten v. Vollmar den saSS
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Amerika.
New Aork, 8. November. Die Republikaner geben im Allgemeinen ju daß Cteveland als gewählt anzusehen sei, beabsichtigen indeß, eine ofRctede Lühlunq der im Staate New-Dork abgegebenen Stimmen zu verlangen. Gegen- wärtig werden für Cleveland 219, für Blains 182 stimmen gezahlt, zur Wahl sind 201 Stimmen erforderlich.
Universität- - Ehronik.
— eine Ovation, wie sie wohl selten einem D-ceyten der Berliner Universität zu Thetk geworben ist, wurde, wie baS .Berl. Tagebl.^ tmlbct, am «b:nb bei 3. November dem Prosesior Dr. DubotS - Neumond dargebracht. Zn dem g-otzeu Auditorium der Universität, tm Auditorium 26, waren 600 Sitzplätze besetzt und auch die Gänge stark gefüllt. All Professor DuboiS am 61/* Uhr deu Saal betrat, würbe er mit einem kräftigen und stürmischen BeifallSgetrampel und Händeklatschen empfangen. Einfach und schlicht bedankte sich Dubois und begann darauf seine öffentliche Vorlesung. nächstjährige Etat deS EultuSmioistertumS wird mehrere kleine und einiae ansehnlichere Posten aufwetsen, die zu Gunsien bet preußischen Unwrrsitäte«
handelt sich tm Wesentlschen darum, den Fort chrttten der medtctnischen und der Naturwtffmschaftm Genüge zu leisten, deren umfäng tche Experimente erhöhte Ausgaben nöthtg machen, die nicht abzuwetsen sind, wenn die heimischen Gelehrten und Forscher mit dem Auslände erfolgreich concurrireu und ihm auch neue Wege auf dem Gebiete des Wissens zeigen sollen. A J
— Wie die »Nat.-8tg " hört, ist Dr. Hans Meyer, Docent der Pharmakologie an der Universität Dorpart, auf Veranlassung desCultusministerS Dr. v. Goßltr nach Marburg berufen worden, wo er ben Lehrstuhl deS ProftfforS Dr. Böhm etnnehmen wird, welch letzterer nach Leipzig gegangen ist. „ ‘
— Die akademischen Kreise wünschen lebhaft, eS möge dem vor einiger Zeit von ben Profefforen Mommsen unb v-Trettschke scharf S"ügten Unfugmtt Dccior- diplomen amtlich gewehrt werden. Es kann dies nicht anders geschehen, als daß sämmtliche UniverstiätSstaaten deS Reichs sich über elngemeinsa^ ständigen unb gegenseitig die Verpflichtung etngehen, nur solche Diplome alSvollgiltig an »verkennen die auf Grund eines DoctorexamenS erlangt würben. DaS Abgebeu von Diplomen an Personen, welche unter Beifügung eines Zeugnisses der Reife eine wissenschaftliche Abhanblung etnreicheu, der betreffenden Unwrrsität sich aber nicht nmßnltd) vorttellen soll nicht mehr gestattet sein, sonbern eö gehört zur Erreichung deS Do^o^grabeS der mündlichen Prüfung eine gebrückte Dissertation bte tu mebreren Eremolaren zur Bersenbung an bte übrigen Umversttäteu hergestellt werden S M Schriftsteller in gelehrte Kreise bereits ein-
gesührt, so wird dessen Arbeit an die Stelle der Disiertation treten können, die mündliche Fakultätsprüfung aber gleichwohl eintreten müssen. Hierdurch wird den $ros mottonen in Bbsentia, rote sie von einzelnen Hochschu^n vorgenommen wurden ^n für alle Mal ein gesetzt und ber Staat hat bte Gewähr, daß leder sich Doctor Nenn-nb- ausreichende Proben s-in-S Wiff-nS °bg«I-st HM. Soll!- ^fe od» I-°- Universität aus irgenb welchem Grunde ben zu erlassenben o^meinen Vorschriften über bte Doctorprüfungen sich nicht fügen wollen, so würben die von solcher Hochschule ausgefertigten Diplome von ben Verbanbsstaaten nicht anerkannt werden, b.e ohne gedruckte Dissertation und Examen zum Doctor Ernannten also nicht berechtigt fein, ben Titel Doctor allgemein zu führen. Datz in den
Doctoranden bobe Ansprüche gestellt werben, versteht sich nach der Reform, d e geplant
«an MM? - es fall Mfo in keiner Weise mehr bte Verleihung von Diplomen für tv^end^eiue der deutschen Universitäten eine Einnahmequelle bilden, sonbern es soll mit etr?nae b«raufb™aS't w "d7n' daß j-d- ,um Dorio- «nannte Person auch -irtti» auf irgend ^n°m d-S vflanz-nphyüologisch-n
cv ntffntien bat emm Ruf an die Unioersilät Kiel erhalten.
Jnüituw der Universität in Mardur« ist als ordentt.cher
Piofeffor der Anatomie nach Bern berufen worden-
Dienstag den 11. November 1885
Gießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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