Einzelbild herunterladen

Hetzen.

Md

HmnUui

er«ticu<D« Kimc-va

Heuser,

istr. Zeitschrift ieiM chen-Äummern. uJOPf.- t 6,ho,eri Famlllw-

Abeufette erreicht dl, bflte il!n>tri,rt.

ie ein R°ck- iol»e W»n<* lch- 0u,e

w 7 2}.; > ift t'iP; *=«S.Ä;

? §*°ffunö >7,

lilttW

für: iMg6* *3,

Wit# die Stelle « a und «"LS1»» ^omptoll'

au

Mherw, 55*4' w ober unter &»eN«. I ,w uns i

, ?

"«NOLd- I SitieTiet- I

ÖerM. Q»bft= I Stiteanwoit.

der die Be- I MiwEigen be- , v^rling unter l 'l M eintreten, | ssenseld, ^Antiquariat, i ÄJ senMottm ?rt, bei

»iars aneifier, 6roeg_41.

SZtiUÄ.tikT-

i« Memoiren

Liebe

IEEE cbe)

rtrar/d/< n<

pnQgMSöB

Junge wirb als Eintritt sofort. . Noll, Stern-,, itltn« vttt iltmffen für

)it

M üM

Nr. 87. Freitag den 11. April 1884t

Meßmer Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

V«re«« r Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit BrinoerlrHn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Br..

Politische Ueberstcht.

Gießen, 10. April.

ZurBismarck-Krisis" hat sich nun auch die osficiöseNordd. Allg. Ztg." in einem Artikel vernehmen lasten, aus welchem hervorgeht, daß Fürst Bismarck in der That gesonnen ist, sich von den preußischen Regierungs- Angelegenheiten zurückzuziehen. Das Blatt bemerkt: Die Erhaltung der Arbeits­kraft Bismarck's sei nach ärztlicher Meinung nur zu erwarten, wenn seine Arbeit eingeschränkt werde, und dazu sei der Verzicht auf einen Theil des bisherigen Geschäfts-Umsanges absolut geboten. Der Reichskanzler entschied sich daher, Die Reichsgeschäste zu behalten und die preußischen auszugeben; er motimrte dies bataiC daß er auf dem Gebiete des Auswärtigen eine Stellung und das Ver­trauen der fremden Negierungen besitze, welche persönlicher Natur und daher unübertragbar seien; außerdem seien die auswärtigen Geschäfte von Friktionen frei, welche die inneren Angelegenheiten io erschwerten, daß fie größere An­strengungen erforderten. Soweit das osficiöse Platt; darüber, wie die Ent­scheidung an allerhöchster Stelle ausfallen wird und wie falls diese Entschei­dung den Plänen des Kanzlers zustimmt die nöthigen Personalverschrebungen im preußischen Staatsministerium vor sich gehen werden, ist indessen in dem betr. Artikel noch nichts angedeutet. Man wird daher den verschiedenen in dieser Angelegenheit noch immer auftauchenden Gerüchten gegenüber auch ferner­hin die größte Reserve beobachten müssen.

Die Seitens des Bundesraths erfolgte und sogleich imReichs- Anzeiger" veröffentlichte Kundgebung gegen die verantwortlichen Reichsministerien entspricht der bekannten Haltung sämmtlicher Bundesregierungen zu der Frage und hat die wirklichen Gründe, welche sie veranlaßt haben, noch nicht vollständig aufgeklärt. Die Vermuthung allerdings, daß damit der etwaigen Rückwirkung des Programms der freisinnigen Partei in diesem Punkt aus die Wahlen vor­gebeugt werden sollte, hat ihren1 berechtigten Anhaltspunkt in dem Text der preußischen Erklärung, die auf die Wahlen unter diesem Gesichtspunkte hinweist. Auch hört man nachträglich, es sei das auch schon in der ersten sächsischen Aeußerung der Fall gewesen, die ebenfalls in ähnlicher Weise die kommende Wahlbewegung erwähnt habe. Diese wirft ja auch sonst schon ihre Schatten voraus und wird, wenn man den Gerüchten in den Zeitungen trauen darf, in nicht ferner Zeit die die Aufmerksamkeit vorwiegend fesseln. Aber eine Auf­lösung, sollte man glauben, würde doch wohl von dem Schicksal des Socialisten- Gesetzes abhängig bleiben, dessen Ablehnung im Reichstage vorerst noch immer nicht gewiß ist. Ueber eine Polemik in der Presse hinaus wird die Erörterung wohl zunächst keine weiteren Folgen haben.

Der bayerische Landtag ist am Dienstag geschloffen worden. Zwi­schen Reichsrathskammer und Abgeordnetenkammer schweben noch verschiedene Differenzen, die wohl erst in einer der nächsten Sessionen zum Ausgleich kommen werden. Es gilt dies namentlich von dem Gesetzentwürfe über die Ausbesserung der Beamtengehälter, welcher von der Abgeordnetenkammer abgelehnt, vom Reichsrathe dagegen angenommen worden ist. Auch die von letzterem zu dem Gesetzentwürfe beschlossene Modification ist von der Abgeordnetenkammer abge­lehnt worden.

Aus den Wiener Regierungs-Regionen weht den Deutsch-Böhmen wieder einmal ein scharfer Wind entgegen. Dies beweist schon die Auflösung der bisher in ihrer Majorität deutschen Prager Handelskammer; die Neuwahlen zur Kammer sollen nach einem veränderten Wahlmodus vorgenommen werden, welcher den Czechen künftig das unbedingte Uebergewicht in derselben sichert. Weiter verlautet, daß für die nordböhmischen BezirkeAusnahme-Maßregeln" in Sicht stünden, welche nach der Ansicht der czechischen Blätter sich durch die angeblich in Nord-Böhmen herrschende Erregung rechtfertigten. Die Nachricht, daß von Prag ein Polizei-Commissar und 20 Polizisten nach Reichenberg detachirt worden seien, um die dortige deutsch-nationale Communal-Wache abzu­lösen , wird zwar wieder dementirt, immerhin erscheinen aber solche Schritte unter dem Regime des Grafen Taaffe nicht ausgeschlossen. Im Uebrigen be­schäftigt sich die öffentliche Meinung in Oesterreich mit dem Conflict, welcher zwischen Cis- und Trans-Leithanien ausgebrochen ist, und zwar in Folge des bekann­ten Erlasses der Wiener Regierung, wonach die Viehzufuhr vom Preßburger Schlacht- viehmarkte nach Nieder-Oesterreich bedeutend erschwert wird. In Ungarn herrscht hierüber eine hochgradige Aufregung und droht man dem österreichischen Nachbar mit verschiedenen Repressalien.

Beide Häuser des französischen Parlaments gehen mit einer scharfen Dlssonanz in die Osterferien. Dieselbe leitet sich aus dem Beschlüsse der Deputirtenkammer ab, die Neuwahlen zum Pariser Gemeinderathe auf Grund des Listenscrutiniums vorzunehmen und zwar in der Weise, daß Parts in meh­rere große Wahlbezirke einzutheilen ist, deren jener die auf ihn entfallenden Gemeinderäthe mittelst des Listenscrutiniums zu wählen hat. Der Senat nun hatte hierüber beschlossen, zwar ebenfalls die Wahl nach dem Listenscrutmium, aber in jedem der 20 Pariser Arrondissements für sich, stattfinden Zu lassen, schließlich ist aber von ihm in der Montags-Sitzung der ganze Gesetzentwurf für die Pariser Municipalraths-Wahlen mit 170 gegen 69 Stimmen abgelehnt worden. Hiermit schwindet jede Hoffnung aus Erzielung eines Einverständnisses Zwischen Senat und Kammer und es verbleibt daher der Status qno, wonach jedes Stadtviertel ein Mitglied des Municipalrathes wählt. Die militärischen Operationen der Franzosen in Tongking sollen mit der begonnenen Expedition gegen Honghoa ihren definitiven Abschluß erhalten. General Millot hat tele-

graphisch angezeigt, daß die Concentrirung der Brigaden Regner und Brio re bei Sontay bis zum 11. April beendigt sein und daß dann sofort der Vormarsch der Truppen auf beiden Usern des Schwarzen Flusses erfolgen werde. Honghoa soll von 3000Schwarz-Flaggen" unter ihrem Oberführer Lionvinloc und 12,000 Chinesen besetzt sein.

Mit der am Montag von der italienischen Deputirten­kammer vorgenommenen Neuwahl eines Präsidenten hat die jüngste Minister- und Negierungs-Krisis in Italien eigentlich erst ihren Abschluß erhalten. Die Wahl fiel auf den ministeriellen Caudioaten, Bichancheri, welcher 239 Stimmen erhielt, während es der Candidat der vereinigten Linken, Cairoli, nur auf 136 Stimmen brachte. Das von de Pretis neu constituirte Ministerium hat sonach einen namhaften Erfolg zu verzeichnen, welcher für ersteres ein eclatantes Vertrauensvotum der Kammer bedeutet.

Der oberste spanische Gerichtshof hat in jüngster Zeit mehrere sehr scharfe Urtheile gefällt, resp. bestätigt. So sind die Ürtheile gegen die Directoren zweier anti-monarchistischer Journale in Madrid, Die noch unter Sagasta gefällt wurden, vom Gerichtshöfe bestätigt worden, wonach beide Direo- toren wegen beleidigender Angriffe gegen den König je eine achtjährige Gesäna- nißstrase erhalten haben. Gleichzeitig sei noch bemerkt, daß aus gleichem GrunW 18 Processe beim obersten Gerichtshöfe schweben. Endlich hat derselbe in dem Proceß gegen die Mitglieder derSchwarzen Hano" sämmtliche 15 Angeklagte zum Tode verurtheilt.

Aus Egypten ist wieder einmal ein Posten wenig erfreulicher Nach­richten eingetroffen. Zunächst droht in Egypten selbst eine Minister-Krisis, indem der Ministerpräsident Nubar Pascha wegen Differenzen mit dem Generalsecretäc Clifford Lloyd seine Demission eingereicht hat, die aber vom Khedive noch nicht angenommen worden ist. Ein Telegramm Huffein Paschas ans Halisa meldet, daß jetzt alle Straßen oberhalb Berbers von den Rebellen besetzt und gesperrt feien, es sei deshalb nicht möglich, Depeschen nach Khartum durchzubringen. Die ganzen Stämme zwischen Shendy und Khartum befänden sich ebenfalls im volle Aufruhr und werde sich ihnen der Stamm der Bicharichs bald an- schließen. tj Wahrscheinlich würden auch Berber und Dongola von den Aufstän­dischen ebenfalls eingeschloffen werden; von Gordon fehle seit dem 23. März jede Nachricht. Dagegen soll sich die Mehrzahl der aufständischen Stämme bei Suakim wieder unterworfen haben.

England.

Halifax, 8. April. Die ssstcielle Untersuchung über den Untergang des DampfersDaniel Steinmann" ist eingeleitet. D-e Taucher sahen keinen Leichnam. Man vermuthet, daß die Leichen durch eine submarine Strömung tn's Meer hlnauS- gefÜhrt find. Ein Theil der Ladung ist gerettet.

Italien.

Neapel, 8. Avril Zu einem am 1., 3. und 4. Mai in Pompeji stattfindenderr Feste, bei welchem Scenen nu6 dem altrömischen Leben zur Darstellung gebracht werden sollen und dessen Ertrag für die Opfer des Erdbrbens von Ischia bestimmt ist, werden umfassende Vorbereitungen getroffen. Alle italienischen Eisenbahnen bewilligen Fahrpreis» Ermäßigungen.

Telegraphische, Depeschen.

WollA'S telesr. SsrsLfporrdenr-BVresrr.

Berlin, 9. April. Wie derReichs-Anz." meldet, ist das Allgemein­befinden des Kaisers in Anbetracht des noch nicht ganz gewichenen Erkältungs- Zustandes ein zufriedenstellendes.

Se. Maj. der Kaiser conferirte heute Nachmittag von 4 bis gegen 5 Uhr mit dem Fürsten Bismarck und nahm den Vortrag des Wirkt. Gch. Raths v. Wilmowski entgegen.

München, 9. April. Wie dieAllg. Ztg." meldet, hat der König dem Kriegsminister v. Maillinger und dem Finanzminister v. Riedel das Groß- kreuz des Verdienstordens der bayerischen Krone verliehen.

Paris, 9. April. An verschiedenen Punkten des Kohlenreviers von Anzin fanden Dynamit-Explosionen gegen Nichtgrevisten statt. Niemand wurde getöbtet oder verletzt.

London, 9. April- Das Unterhaus hat sich bis zum 21. April vertagt. Zufolge einer Meldung des Bureau Reuter aus Kairo erklärte Nubar gegenüber Lloyd, seine Demission werde nicht durch Differenzen mit Letzterem verursacht, sondern durch die Unmöglichkeit, seinen Ministerposten ferner zu behaupten.

Daily News" erfahrt, die Regierung habe erneut Gordon die Räumung Khartums empfohlen. Gordon habe den Rathschlag abgelehnt und Vertrauen in den Erfolg seiner Mission ausgedrückt.

Petersburg, 9. März. Wie dieNo wollt" melden, wurde bei Gelegenheit einer Prtoatklage in dem Senat die Frage erörtert, ob Juden auf Grund der jetzigen Juden Ordnung ungehalten werden können, diejenigen Immobilien zu verkaufen, welche sie vor dem Erlaß dieser Ordnung erwarben, zumal, wenn sie zur Zeit der Erwerbung der Immobilien Zunfthandwerker waren, jetzt aber kein Handwerk betreiben. Der Senat hätte sich hierbei dahin ausgesprochen, daß der betreffende Verkaufszwang un§ zulässig sei, auch in dem Falle, wenn Juden als Handwerker die Immobilien erwarben. Allerdings verlieren diejenigen Inden, welche ein Handwerk aufgegeben haben, sobald sie von dem Handwerkeramt aus der Mitgliederliste gestrichen sind, das Recht, sich außerhalb des Bezirks ihrer beständigen Ansässigkeit aufhalten zu dürfen, des Besitz- r-chtes auf das Eigenihum, welches fie in gesetzlicher Weise erwarben, begeben fie sich dadurch jedoch nicht.