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Alles fluthete betten, wurde jedoch bald von der en mässe aufgebotenen Schutzmann- schäft, welche die Passage an dieser Straße abgcsperrt hatte, zurückgedrängt. DaS Feuer war im Erdgeschoß des Prinzessinnenpalais entstanden und zwar hatte sich ein Dalken entzündet. Nach einer Stunde bereits konnte die Feuerwehr abrücken.

Bebra, 4. Januar. Vor einigen Tagen stieg aus dem von Cassel kommenden Zuge auf der Station Hönebach eine Dame aus, legte ein lose zusammengeschnürtes Bündel auf dem Perron nieder und stieg dann wieder ein. Nach Abgang des Zuges fand der Portier das Bündel und entdeckte in demselben einen etwa drei Monate alten kräftigen Weltbürger. Die Frau des Stations-Assistenten hat einstweilen das Kind in Pflege genommen, lieber den Verbleib der Dame wurden alsbald umfassende Nach­forschungen angeftellt, die b!s jetzt aber noch keinen Erfolg hatten.

Bonn, 4. Januar. Eine fast beispiellose Rohheit wurde hier verübt. Ein im Sterben liegender junger Mann sollte mit den Sterbesakramenten versehen werden. Vor dem in einer engen Gasse liegenden Hause hielt gerade eine Schmutzkarre. Der Vater des jungen Mannes ersuchte den Fuhrmann, um den Eingang seines H«uses frei zu machen, seine Karre etwas vorwärts oder rückwärts zu fahren. AlS seinem Ersuchen keine Folge geleistet wurde, faßte er selbst das Pferd; da aber ergriff der Fuhrmann die Schippe und spaltete mit einem wuchtigen H<ebe dem unglücklichen Manne den Schädel. Der Aermste, der sofort in die Kttnik verbracht wurde, lft bereits seinen Verletzungen erlegen, nachdem scin Sohn kurze Ze t vorher gestorben war. Der Thäier ist ein schon mit mehrjährigem Zuchthaus vorbestraftes Subjekt.

Ginge-anvt.

Wiewohl gleichmäßig in der Generaloersammlung des landwirthschaftliche» Bezirksvereins Büdingen zu Nrdda vom 26. November v. I., wie auch in der Ver­sammlung der Interessenten an Erbauung einer Zuckerfabrik an der G-eßen-Gelnhausenev Bahnlinie, abgehalteu zu Nidda am 18. December v. I., einstimmig beschlossen worden war, die Frage über den Ort, an dem die Fabrik zu erbauen sei, vorerst gänzlich außer Verhandlung und die Bestimmung hierüber demnächst der Majorität der Acttonäre resp. der Actien zu überlassen, auch in der Versammlung deS landwtrthschaftltcherr BezirkSvereinS Gießen vom 3. l. M. streng an diese Abmachung festgehalten und der Versuch, für einen bestimmten Ort zu agiliren, zurückgedrängt wurde, ist vollständig glaubwürdigem Vernehmen nach im Kreise Büdmgen eine sehr rege Agitation lediglich zu Gunsten der Errichtung der jetzt geplanten Fabrik oder einer besonders zu errichtenden zweiten solchen für die Station Stockheim ins geben gerufen worden, welche eine ge­fährliche Spaltung hervorzurufen geeignet und deshalb nicht zu billigen ist.

Es bleibt solchm Bestrebungen gegenüber nunmehr nichts übrig, als daß alle diejenigen Landwirthe, welche das Unternehmen fördern helfen wollen, sich der Majorität anschließsn, die und vielleicht gerade in Folge jener Agitation, sich für Errichtung der Fabrik bei Hungen voraussichtlich aussprechen wird und deshalb nicht nur zahlreich in der nach Hurgen auf den 14. d. M. berufenen Versammlung erscheinen, sondern auch nach Kräften Rübenbau zeichnen.

mokere Festlichkeiten, Ausstellungen rc. abgehalten werben konnten und mutzten dieser- halb aiöherc Unternehmungen und Ausstellungen hi-rselbst ganz ausfallen. Bald nach dem obigen Brande gab sich in d-r gesammten Bürgerschaft der Wunsch nach einem firrfah für die so vielfach verwendeteFruchthaüe" kund; doch Jahre vergingen, ehe die Stadtverordneten über die Platz- und andere emschlägigs Fragen sich «ntschieden. Erst am 10. November 1880, nachdem das ehemalige Fruchthallenterraiu langst wieder bebaut war. wurde beschlosien, eine neue Stadthalle auf dem unmittelbar am Rheine ael^enen Bavquabrat zwischen demUnteren eisernen Thor" und dem "Nöthen ^hor m errichten und wurden hierfür sofort 514,000 A bewilligt. Im Frühlahre des Labres 1881 wurde alsdann mit dem Bau der Halle begonnen. Am 5. Januar ist d e nunmehr vollendete, zweitgrößte Halle Deutschlands durch eine Einweihungsfeicrlichkeit

ästentlicken Verkehr übergeben worden.

b Bezüalich der Halle selbst, die in ihrer Größe nur durch den 74,75 Meter langen und 22 66 Meter breiten Wintergarten der Centralhalle in Berlin übertreffen wirb, bürften nacbfolgenb« Notizen von allgemeinerem Interesse sein: Um einen Haupt­ballenraum von 27,60 Meter Breite und 22,30 Meter Länge grupplren sich w niedrigen Anbauten eine Reihe von Nebenräumen. An der der Altstadt zugekehrten südöstlichen Schmalseite der Holle ist tn einem stark vortretenden Anbau die Vorhalle tnsponrrt. Das Innere deS durch 5 breite Thüren erreichbaren Vestibüls enthalt rechts und links die K^fsenräume, an den den Haupteingangsthüren entgegengffetzten Langseiten drei große Flügelthüren, welche nach einem 3,5 Meter breiten Quer - Corrwore führen. Dieser- Quer-Corridor bildet das Verb ndungsglied bet M den beiden äußersten vorderen Eckpavillons angeorbneten Galle,ie unb Souterrain; an feiner nneren Langseite öffnen neben 2,5 Meier breite Flügelthüren direct nach dem Haupthallenraum. An ben beiden Langseiten wird d,e Halle von 5 5 Meter breiten Lang?-Corridoren (Foyers) stavkrt von welchen sich je 12 Iheils mit Thüren, thetls mit Rolljalousien versehene ülüailt'büröffnungen nach dem Houptdallenraum zu öffnen. An der dem Haupteingange enta^aenaesetztkn Seit der Holle öffnet sich mit kühnem Korbbogen die 10,70 Meter brett/unb 8 60 Meier ticie Orchesterbühne; unmittelbar hinter derselben b.sinbet sich eine durch 3 Rundbogenöffaungen auf Doppelsäulen sich stützende offene Logg a, be­stimmt iur OrÄesterbühnc im Freien. Seitlich der Orchesterbühne sind die Versamm- lu.-assäle für die bei Concerten mitwirkenden Domen unb Herren placirt, je 11,10 Mir. lanTinb 7 25 Mtr- breit. Unter der Orchesterbühne unb ben seitl'chen Versammlungs- iälen befinbet sich bie Wohnung bes Wirlhes; ferner ftnb hier bie Küchen- und Kellerräume für bie Restauration, enblich die Raume der Centralheiz- und Venti­lations-Anlage^ Cheine gelegene 5,5 Meter breite und 43 Meter lange Corridor

ßffnet sich ml 21 weiten Flügelthüren nach einer 9 Meter breitm unb 46 Meter lanaen (noch nicht ganz vollenbeten) Terrasse zum Aufenthalt im Freien mit einem verrücken Blick auf ben Strom unb m's Rheingau. Die Facaben des Gebäudes find in italienischer Renaissance ausgeführt unb ganz aus Hausteinen angefertigt; bie Con- ftruction bes Dache? ist aus Eisen und wird der Mittelbau durch sog.Laternen ge­krönt. Die alte Fruchthalle enthielt an Flächenraum ebener Erde 1606 Qm., zwei Seitengallerien mit zusammen 401 Qm-, einen Flächeninnenraum von also zusammen 2007 Qm.- bei der neuen Stadthalle beträgt diese Flache parterre zwischen den Um- fasiunaswänden 1457 Qm. Die Gallerten haben zusammen 560 Qm., der ganze dis­ponible Raum incl. Orchesterbühne rc. beträgt zusammen 2760 Qm. Bei der Annahme eines in den Hauptsaal hereinspringenden Sänger- und Orchcsterpodiums von o30£lm. für 1000 mitmhtmbe Sänger unb Musiker können parterre im Haupisaale 1/00, auf ben seitlichen Gallerten zusammen 820, auf der über dem Eingang b'fmdlichen Bogen- «allerie 240 Personen, also zusammen 2760 Personen beguem Sitzplätze erhalten. Das Gebäude würde also bei Musikfesten u. bergl. sammt Mitwirkrnbcn zusammen 3760 Per­sonen fassen. Der ganze zu heizenbe unb zu ventilirende Hauptsaal incl. Gallerten rc bat einen Luftinhalt von 25,000 Cbm., der große Saal im Gürzenich in Köln nur einen solchen von 14,300 Cbm. Der innere Raum der Halle rxcl. Orchesterbühne wird durch 683 Flammen erleuchtet unb zwar durch 12 große Lustres ä 48 Flammen, 18 Armleuchter ä 4 Flammen und 35 Ampeln. Die Kosten des Baues incl- deS Wrrthes des TerrainS dürften sich auf 1 Mill. X belaufen.

Berlin, 7 Januar. Großfeuer im Kronprinzlichen Palais «llarmirte gestern Nachmittag kurz nach 4 Uhr die Feuerwehr, die denn auch alsbald von allen Setten mit ihren Dampf- und Handdruckspritzen herbeijagte. Die große Zahl der Spazier­gänger. Unter den Linden vermutheten zuerst den Herd des Feuers im Opernhause unb

Harrdel und Berkedr.

Limburg, 9. Januar. Rother Weizen <A 16 80, weißer Weizen 00.00 Korn «A 12.15, Gerste A 9.30, Hafer «A. 6.90, Erbsen A, Kartoffeln A.

Frankfurt, 9. Januar. Auf dem heutigen Markt kostete der Gentner Heu A 3.004.00, Stroh A 3.203.50, Eier das Hundert A 5 609.60, Butter 1. Qualität A 1.00, 2. Qualität A 145, Kartoffeln per Centner A 2.252.50, Kohlrabi 35H per Stück, Erbsen 100 Kgr. 1928 A, Rothkraut per St. 1230 H. Poularden A 00, Huhn 1.502.20, 1 Ente A 2.803.50, 1 Taube 5060H, Hahn A 1.70-2.00, Gans A 5-8.00, Welsche A 8-9.

MsuSfurt s. W», 10. Januar, Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphifck ev Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.^ Creditactten 261, Staatsbahnactien 272y4, Galizier 250V«, Lombarden 1215/8, Rord- weftbahnactien, Gotthardbahnactien 87, Darmstädter - Bmckactien, Disconto Commandit 1917/8, Oesterr. Silberrente 675/0, 4% Ungar. Goldrente 753/i6, 40/0 1880er Russen 71%, 5% 1877r Russen 90, 2. Orient-Anleihe 56Vz,

Spanier 56, Ö°/o Rumänische Rente, 4% Unisic. Egypter 67Vz, 5% Türkers

93/e, Marienburger, Hess. Ludwigsbahnact. Tendenz:.

Bekanntmachung.

Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasie angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar:

Samstag den 12. Januar 1884,

Dienstag 15.

Mittwoch 16.

Donnerstag 17.

Samstag 19.

Die Interessenten werden oaher auf­gefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und . hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren.

Zugleich wird bemerkt, daß bie auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind.

Die Herren Bürgermeister werden er­sucht, dieses in ihren Gemeinden auf orts­übliche Weise bekannt machen m lassen.

Gießekl, den 28. Novemoer 1883.

Der Rechner der Spar- und Leihkasse.

Kehr»

Jagd-Verpachtung.

Samstag, d. 26. Januar er.,

Vormittags 11 Uhr, soll die der Gemeinde Trais-Hor­loff in der Gemarkung Trais-Horloff zustehende Feldjagd auf weitere 6 Jahre bei Wirth Hublitz dahier verpachtet werden.

Trais-Horloff, am 9. Januar 1884. Großh. Bürgermeisterei Trais-Horloff.

Schneider. 291

Einen Flügel

noch gut erhalten hat zu ver­kaufen 272

Frau Lehrer Leuer Wittwe, in Bettenhausen, Post Langsdorf.

Allgemeiner Anzeiger.

Holzversteigerung

0,65

205

»

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winkel.

Lich, am 4. Januar 1884.

Großherzogliche Bürgermeisterei Lich.

= 0,34 = 2,28 am Niedlings-

Mainzer Ctassen-LoNerie.

Ziehung der 3. Classe:

Mittwoch den 23. Januar 1884.

Erster Hauptgewinn: Mtr. in Gold.

Kaufloose zur 3. Classe » M. 5,- in der Expedition des

Giessener Anzeigers.

Todes Anzeige.

Heute Mittag um V21 Uhr nahm uns Gott nach seinem unerforschlichen Rathschluß, nach kurzem aber schwerem Leiden, unser heißgeliebtes Töchterchen

im Alter von 53/4 Jahren.

Um stille Theilnahme bitten

Apotheker Collmann und Frau

Emilie geb. Bürger.

Gießen, den 10. Januar 1884. 300

2 Linden-Stämme 2030

6 Eichen-Derbstangen 812

28 Fichten-Derbstangen 812 .. .

Die Zusammenkunft ist Morgens 9 Uhr bei Mühlsachsen

Im Licher Gemeindewald, in den Districten Wann, Dachsbau rc. (Forstwartei Großhäuserberg) kommt Dienstag den 15. d. Mts. folgendes Holz zur Versteigerung:

136 Eichen-Stämme von 1522 cm Durchm., 5 13 m Länge 44,17 fm Hierunter befinden sich ca. 12 fm Grubenholz.

204 Fichten-Stämme von 1434 cm Durchm., 416 m Länge121,36 fm.

5 7

5 12

5-12

Holz Verkauf.

Freitag, den 18. d. Mts., von 2 U6r ab werden im Gemeindehause zu Kinzenbach aus dem dortigen Gem.- Walde verkauft:

30 Eichen-, 10 Fichten-Stämme mit 17,30 it. 2,30 Feftm., 21 Rm. Eichen 2 Festm.,

Derbholz: 148 Rm. Eichen-, 219 ver­schied. Reiferholz; 174 Rm^ Ginster; 17 Rm. Dörner.

Crofdorf, den 9. Januar 1884.

298 Das Bürgermeisteramt._______

Hobvrrksns.

Donnerstag den 17. d.,

von 91/2 Uhr ab wird im hies. Gem.- Hause nachverz. Holz aus d. Gem.-Walde Crosdors-Gleiberg versteigert:

x. Stämme HL IV. EI.: 22 Eichen == 7,75 Festm., 37 Fichten 6,53 Festm.;

II. Stangen I. II. III. CI.: 212 Fichten 9,03 Feftm.; III. Nutzholz r Rm. 7 Eichen, 129 Kief.; IV. Brenn­holz: Rm. a. Derbhz.: 38 Eichen, 17 Buchen, 116 Kief., 19 Fichten, 5 Aspen, 1 Erlen; b. Reiser: 941 Eich., Buch., 881 Kief., 167 Ficht. (II. III. Cl.).

Crofdorf, den 9. Januar 1884.

297 Das Bürgermeisteramt.

Jeilgeöotmes.

Frische Schellsische

treffen heute ein. 287

«x. Willi. Weidlg.

Blühende Calla,

Prachtpflanzen (mehrere Blüthen bringend) sowie

Hyaeinthen re.

in großer Auswahl empfiehlt

Carl Berger-

100 Lindenplatz.