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Mittwoch den 10. September

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Betreffend: Deutsche Molkerei-Ausstellung in München-

^Freiherr Adalbert von Nordeck zur Rabenau.

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Politische Ueberfkcht.

Gießen, 9. September.

No» Zeitung» «Meldungen über die Kaiser-Zusammen« tun ft registriren wir eine derPolit- Corresp.", bekanntlich einin W»en erscheinendes osficiöse» Organ von internationalem Charakter, au» Petersburg »»aegangene Mittheilung, welche besagt, daß bei der Anwesenheit de« Czaren in Polen der deutsche unv österreichische Kaiser Gäste de« russischen Kaiserpaares sein würden und daß sich der Minister v. Giers im Gefolge des Czaren befin- den werde. Endlich meint dieNat-.Ztg." den 15. September al» Tag der Kaiser-Begegnung mit einer gewissen Bestimmtheit bezeichnen dürfen. Weiter weiß da» genannte Blatt zu berichten, daß dem Eintreffen des Fürsten Bismarck in Berlin für den 10. oder 11. September entgegengesehen werden dürfe.

Von den inneren Angelegenheiten sind säst nur WaMachnchtm ru registriren. Die osficielle Bekanntmachung der Termins sür die Reichstags- mahlen ist indeffen immer noch nicht erfolgt, doch muß dieselbe als unmittelbar bevorstehend betrachtet werden, Da die betr. Behörden angeordnet Haben, daß die Abgrenzung der Wahlbezirke und die Anlegung der Wählerlisten für die Reichs­taaswahlen unverzüglich zu erfolgen habe. . , _ ,

Auf dem Gebiete der deutschen Colonial-Erwerbungen in West-Asrika ist mit der Auspflanzung der deutschen Flagge in Little Popo, an Der Küste von Dahomey, durch den Generalconsul Dr. Nachtigal ein wei­terer Schritt nach vorwärts gethan worden. Zur selben Zeit wird aus Ham' bürg die Gründung einer deutsch-afrikanischen Handelsgesellschaft gemeldet, welcher ein vorläufiges Kapital von 500,000 JL zur sofortigen Sktfugung steht. E« ist DieseGründung" als ein eelatanter Beweis dafür zu betrachten, wie sehr der Unternehmungsgeist der deutschen Kaufleute gestärkt worden ist, seitdem ihre Faetoreien in West-Afrika unter den mächtigen Schutz des Reiches gestellt TOOtbeMtnb^n gegenwärtigen Manövern des deutschen Panzer- qesckiwaders vor der Wefer-Mündung ist bekanntlich eme viel Aufsehen erregende Collision zwischen der Glattdecks-CorvetteSophie" und dem: Bremer LlopdDampserHohenstaufen" vorgekommeNk In Folge dieses Unfalles, bei welchem glücklicher Weise Personen nicht zu Schaden gekommen sind, haben beide Schiffe große Beschädigungen erlitten und ist derHohenstaufen nach dremerhafen zur Reparatur zurückgedampst, während dieSophie" in das Dock zu WuhelmS- hafen bugstrt wurde. Eine Mittheilung desReichs- und Staats'Anz. über den Vorfall läßt den Schluß zu, daß die Schuld an dem Zusammenstoß dem Hohenstaufen" zur Last gelegt werden muß, während Berichte von anderer Seite den Unfall einem falschen Manöver derSophie". zur Last legen. Die hoffentlich baldigst zu erwartende amtliche Darstellung wird jedenfalls die wun- fchenswerthe Aufklärung bringen.

In Oesterreich ist man jetzt beschäftigt, das Facit der in neun Kron­ländern stattgefundenen Neuwahlen zu den Landtagen zu ziehen, da nur von Salzburg das Ergebniß noch ausstcht. Es ergiebt sich zunächst, daß die Ver­einigte Linke, Alles in Allem gerechnet, in der diesjährigen Wahlcampagne 35 Mandate verloren hat. wobei der größte Mandatsverlust in Mähren zu verzeichnen gewesen ist. Aus die einzelnen Wahlkurien vertheilt, verloren die Deutsch-Liberalen in der Vertretung des Großgrundbesitzes 18, in derjenigen der Städte und Handelskammern 9 und in den Landgemeinden 8 Sitze. Berück­sichtigt man hierbei nur Kronländer mit rein oder überwiegend deutscher Be- völkerunq: Ober-und Rieder-Oesterreich, Vorarlberg, Steiermark und Kärnthen, fo ergiebt sich, daß dieselben im Jahre 1878 163 Liberale und <2 Abgeord' nete anderer Parteien, jetzt dagegen nur iol Deutsch-Liberale und 81 mehr

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ießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen._______

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ober weniger regierungsfreundliche Abgeordnete gewählt haben - Die myste- riösen Vorfälle während der Eisenbahnreise de» erblichen K°nigLpaare« v° Belgrad nach Wien sind noch immer nicht ganz ausgeklärt, doch hat e» in Der That den Anschein, als ob es sich um einen Attentats-Versnch der serbischen Radikalen gegen König Milan gehandelt habe .. . oeit

lieber den französisch-chtnestschen Confltcr uegr zur

wenig Neues vor. Auch die von derTimes" gebrachte Nachricht, da» fran- zöstsche Panzergeschwader habe Keelung auf °er Insel Formos Reue bombardirt, wird jetzt von Paris aus entschieden dementtrt. Admiral Courbet will wahrscheinlich erst die ihm au» Saigun ^""«11 Landungs Truppen abwarten, ehe er zur Occupation der Inseln F°rnwsa >und Haiwan, sowie »u weiteren Operationen schreitet. Die Frage wegen des Commando« m Tongking soll in einem am Dienstag stattfindenden Mmisterrathe unter dem Vorfitze des Ministerpräsidenten Ferrp, welcher bi» dahin von temem Lan aufenthalte nach Paris zurückgekehtt sein dürfte, entschieden werden, und wir in dem Mmisterrathe jeoensalls auch die fernere Actton der französischen Flöt in den chinesischen Gewässern zur Sprache kommen. /axnHrAtih

Der englische Premier hat seinen oratori^en

mit einer auf Einern großen Arbeiter-Meeting in Edinburgh geh^enen Rede aeschlosien Die Reden, welche Mr. Gladstone vor seinen schottischen Mrhl rn

Zi°l° Ä die auswärtigen Angelegenheiten anbelangt, gerade kem neues L °°rbr !e , aber trotzdem sind dem greifen Premier anläßlich feines ^sttchS in der Haupt (labt Schottlands großartige Ovationen dargebracht worden wckche bewei en, wie arosi und feil auch heute noch feine Popularität »st, obwohl seine 4-oiu t S^r al» eine? Richtung hin äußerst zweifelhaft--Erfolge auszuw if n hatt Die liberale Partei kann darum immerhin den Besuch Gladstone Edinburgh als einen verhältnißmäßig großen Erfolg für sich betrachten.

®as Umsichgreifen der Cholera in Italien droht namentlich in dem südlichen Thelle dieses Landes an Anarchie grenzende Zustunde-hervor- urusen. In Neapel, der größten Stadt de» Lande«, bedrohen die unnnffenden unteren Volksklaffen die Aerzte und hindern fiti an bet

da ber Unsinn verbreitet unb fest geglaubt wirb, die Merzte sollten bis CMra kranken durch Gift aus Der Welt schaffen. In andern Orten werden die Eisen bahnzüge angehalten und die Reifenden an der Fortsetzung derJReife J

Bereits weilen die Minister des Ackerbaues und der öffentlichen-Arbeüm in Neapel und König Humbert selbst gedenkt in Begleitung des Mimsterprä id nt n de Pretis und des Finanzministers Magliam der heimgesuchten- Stadt emen Besuch abzustatten. Unter den in Neapel an der Cholera Erkrankten befin sich auch der dortige Licebürgermeister. .

In voriger Woche ist zu Belgrad die Eisenbahn.Lrme Belgrad- Risch Zierlichst eröffnet worden. Es ist dies nicht nur da» lunge König reich Serbien selbst ein bedeutungsvolles Ereigmß, sondern auch für da» westlich^ und centrale Europa, denn die Lmre Belgrad -Rtfch bil mnfnr,rj(>r. großen Orientbahn, an deren Bau Oesterreich-Ungarn, Serb-en,^ Bulgarien u die Pforte beteiligt sind und bereit Vollenbung eine volkswirthfchaftttche Um wÄzung einen heute noch kaum zu ahnenben Aufschwung des Orienthanbels zur Folge ^Yctlonen auf bem sudanesischen JnsurrecUons- «-ääSk:

Betreffend. Zeichmkursu» für Dolksschullehrer im Herbst 1884. Gießen, am 8. September ld84.

Die Großherzogliche Kreis-Schul-Comnnssion Greßeu

an bk GchrUvorstävb« des Kreises.

dem Rrei^$e&5tun!e^eSea» ÄXÄ Ä' °°n" u£ Ämmten

X ÄÄ- d-ßMeldungen m>f-hlba- 8 Tage« bei UN» einzureichen sind.

Dr. Boek vann.________________ *

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des Aeußeren vom 26. August d. I. wurde . r q nrfnc.r b ^»lösten internen dreitägigen Retourbillete nach München bis zum

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Friedelhausen, am 3- September 1884. »« Adalbert von Nordeck zur Rabenau.

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