ergeben. Von den ausgesandten Kundschaftern werde berichtet, die Stadt sei von den Aufständischen besetzt, ein Theil der egyptischen Garnison sei zu dem Feinde übergegangen, der andere Theil sei von dem Feinde niedergemacht worden.
Karlsruhe, 8. Juni. Der heute hier abgehaltene badische nationalliberale Parteitag war von mehr als 3000 Teilnehmern besucht und hat eine von Kiefer und Eckhardt (Mannheim) begründete Resolution, welche die volle Zustimmung der badischen Nationalliberalen zu den in Heidelberg und Berlin beschlossenen Resolutionen ausspricht, einstimmig angenommen.
Haag, 8. Juni. Zu der Krankheit des Prinzen von Dramen ist, wie die Aerze heute Vormittag constatirt haben, eine beginnende Lungenentzündung hinzugetreten, die Temperatur des Patienten ist eine erheblich gesteigerte.
Braunschweig, 8. Juni. Der Landtag ist aus den 12. Juni wieder einberufen.
L o k a l e
Gieße«, 9. Juni. Nach dem soeben zur Ausgabe gelangten Verzeichniß der Studirenden an hiesiger Hochschule im Sommersemefter 1884 besuchen dieselbe im Ganzen 521 tmmatrikultrte Studtrende gegen 497 im verflossenen Wintersemester. Ferner besuchen noch 23 nicht immatrikulirte Hörer Vorlesungen. Von obigen 521 sind 418 Hessen und 103 Ntchthessen. ES widmen sich 1. der Theologie 93, 2. der Rechtswissenschaft 59, 3. der Medicin 89, 4. der Thterheilkur.de 36, 5 der Zahnhetlkunde 6, 6. der Carneralwissevschaft 29, 7. der Forstwissenschaft 45, 8. der Mathematik 29, 9. der klassischen Philologie 38, der neueren Philologie 24, 10. der Philosophie rc. 32, 11. der Geschichte 5, 12. der Pharmacte 17 und 13. der Chemie 20.
— Bet dem gestern in Eltville (Rhetngau) stattgehadten Wettturuen erhielt der Gießener Turnverein den 6. und 12. Preis.
Gießen, 9. Juni. Gestern besuchte der „Männergefangverem" von Wetzlar die beiden hiesigen dem Lahnthal-Sängerbund angehörenden Gesangvereine und wurde bei dieser Gelegenheit in Wenzel's Garten unter Mttwnkung der hiesigen Militärkapelle eine Vorprobe zu dem am 6. und 7. Juli in Wetzlar stattfinbenden 17. Lahnthal- Sängerfest obgehalten.
Der Nachmittag vereinigte die Sänger im Philosovhenwald, wo die Stunden unter abwechselnden munteren Gesängen nur zu rasch verflossen. Abends kehrten die Wchlarer Gäste, bis zum Bahnhof begleitet von den beiden Vereinen, in heiterer Stimmung in ihre Heimath zurück.
Vermischtes.
Darmstadt, 7. Juni. Nach der amtlichen Statistik bestehen gegenwärtig in Hessen 110 freiwillige Feuerwehren und eine organisirte und uniformirte Pflichtstuer- wehr (Alzey), von welchen 353 Spritzen bedient werden und zwar: Provinz Starkenburg: 54 Feuerwehren mit 3014 freiwilligen und 4043 Pflichtfeuerwchrmännern, mit 33 Saug-. 45 zweträderigrn, 73 vterräoerigen und 29 kleinen, zusammen 180 Spritzen; Provinz Oberhessen: 25 Feuerwehren mit 1746 freiwilligen und 2468 Pfllchtfcuer« rvehrmännern, mit 25 Saug-, 14 zweträderigen, 25 vierräderigen und 6 kleineren, zusammen 70 Spritzen; Provinz Rheinhessen: 32 Feuerwehren, mit 1608 freiwilligen und 2177 Pflichtfeuerwehrmännern, mit 36 Saug-, 25 zweiräderigen, 29 vierräderigen und 13 kleinen, zusammen 103 Spritzen. Im Ganzen 111 Feuerwehren mit 6368 freiwilligen und 8688 Pflichtfeuerwehrmännern, mit 94 Laug-, 84 zweiräderigen, 127 vierräderigen und 48 kleinen zusammen 353 Spritzen Ja den Kreisen Darmstadt, Offenbach, Groß-Gerau, WormS sind zur Beaufsichtigung der Löschanftalien Feuerwehr- Jnspectoren ernannt.
Darmstadt, 6. Juni. sCommunales.j In der gestrigen, sehr onimirten Sitzung der Stadtverordneten wurde die in unserer Nachbargemeinde Bessungen vropontrie Octroigemeinschaft mit 16 gegen 14 Stimmen abgelehnt und zwar.^weil jeder Maßstab zu einer gerechten Vertheilung fehle, die Verbältnisse zu verschieden seien. Die Minderheit war mit der Ablehnung der Sache nach einverstanden, hätte nur eine etwas andere Motivirung gewünscht. Bemerkenswerth ist übrigens, daß ein Antrag, die Entscheidung bis zum Austrag des in der Luft schwebenden Anschlusses von Bessungen an die Stadt Darmstadt zu vertagen, nur 3 Stimmen fand. Ferner beschloß man und zwar mit 17 gegen 12 Stimmen, im Princ p eine mäßige Herabsetzung der Gaspretse, mußte aber die Festsetzung der Details, da hierüber die Ansichten ebenfalls sehr auseinandergehen, auf eine spätere, im Laufe der nächsten Woche stattfindende S tzuna vertagen.
— sEtn Nadelgeld.) Die Königin von England hat ihrer Enkelin, der P'inzessin Ludwig von Battenberg ein jährliches Nadelgeld von Lst. 3000 ausgesetzt, welche Summe, vereint mit dem Gehalte des Prinzen als Lieutenant in der britischen Marine und einem Jahresgelde von seinem Vater, das Einkommen dcs jungen Paares auf circa Lst. 5000 per Arnum erhöht.
Frankfurt a. M., 5. Jun!« Am zweiten Pfingstfrierlage spielte sich in der H.....straße eine sehr aufregende Scene ab. Ein junges Dienstmädchen, das bei
im dritten Stockwerk wohnenden Leuten diente, leidet feit einiger Zeit an Liebeskummer und wollte ihrem Leben ein Ende machen. Sie sprang zum Fenster hinaus, muß aber in letzter Minute noch Reue bekommen haben, denn sie erfaßte die eiserne Stange des Trockengeländers und hielten sich daran fest. Zwischen Himmel und Erde schwebend, nicht vermögend, sich aus der gräßlichen Lage zu befreien, sahen sie die Nachbarsleute. Man drang zur Stiege hinauf, öffnete die Vorplatzthür gewaltsam und zog die halb Bewußtlose herein Wäre die Hülfe wenige Minuten später gekommen, würde die Unglückliche herabgestürzt sein. Als die Herrschaft des Abends nach Hause kam und die Geschichte hörte, wollte sie die Magd cnllassen. Auf das Bitten der Hausbewohner entschloß sie sich, st? zu behalten.
— In einer Familie, bie auf her Sttlerstraße wohnt, trug sich verflossenen Sonntag ein höchst beklagerswerther Vorfall zu- Die Tochter des Hauses, ein junges hübsches Mädchen, sollte sich an diesem Tage mit ihrem zukünftigen Gemahl verloben. Das Festessen war schon aufgetragen, die geladenen Gäste, daS junge Paar und dessen Eltern batten schon Platz genommen, als sich die Braut mit wirrem Blicke erhob, das Tischtuch vom Tische riß, daß die Speisen herabsielen, und die Teller zu zerschlagen begann. Die Unglückliche war tobsüchtig geworden unb mußte in die Irrenanstalt erbracht werden.
Frankfurt e. M-, 6. Juni. Ein ungezogenes Elepbantenbaby machte bei der Ankunft der Shingalesen denselben viel zu schaffen. Es war das kleinste der Elcphantleln, ein schwarz behaarter Kerl, der kaum einen Meter hoch war. Offenbar in der Befürchtung, beim Ausladen vergessen zu werden, drängte er, als die Waggon» thüre geöffnet wurde, so ungestüm heraus, daß die Gefahr vorlag, er werde alles umreißm. Die Singhalesen jagten ihn deshalb mit Hilfe ihrer mit eisernen Spitzen versehenen Stöcke in den Wagen zurück und fesselten ihn von Neuem an ein Seil. Das aber verursachte dem D ckhäuter einen ganz riesigen Aerger, dem er durch lautes Grunzen und heftiges Trompeten Ausdruck gab, wobei jeden Augenblick das Seil, an daS er gefesselt war, zu reißen drohte. Die Zuschauer im inneren Theile des Bahnhofes retirirten denn auch in Anbetracht dieser Sachlage mit erklärbarer Eile nach allen Seiten. Man holte schließlich einen der großen Tempelelephanten herbei, warf eine Kette über den widerspenstigen Jüngling und band ihn mit der Kette an den alten, gesetzten Herrn. Dann ließ man den jungen Burschen aus dem Wagen heraus. Da hätte man nun die Wuth sehen sollen, als er merkte, daß die Kette ihn an freier Bewegung hinderte. Seine Capriolen, um loszukommen, erregten allseitige Heiterkeit, die durch die zornigen Laute, die her Gebändigte ausstieß, nur erhöht wurde. Aus diese Weise ging dann der Transport ohne weitere Störung vor sich. Daß gerade die kleinen Elephanten nicht so ganz harmlos sind, beweist auch der Umstand, daß gestern früh bei der Abreis; aus Düsseldorf zwei derselben durchgingen und durch die Düssel schwammen. Nur mit Mühe konnten die Thiere wieder eingesangen werden. — Heute Nachmittag wird sich die Singhalesen-Truppe den eingeladenen Vertretern der Wissenschaft und der Presse präsentsten.
„Köln, 6. Juni. Gestern Abend ereignete sich im Wilhelm-Theater folgender Zwischenfall: Zwischen dem 2. und 3. Acte der Operette Boccaccio vernahm das Publikum plötzlich ein zischendes Geräusch und darauf erhob sich ein Heller Lichtschein im Hintergrund der Bühne, der eiserne Vorhang fiel, große Panik und das Publikum stürzte den Ausgängen zu, doch zum Glück nicht das ganze; ein Theil des Parterre
publikumS blieb ruhig und die Zuschauer in den Logen sämmtlich, so daß außer dem Schrecken, der Manche ergriffen, kein weiterer Unfall vorgekommen. Draußen wurden nun die Herausstürzenden von dem Theaterpersonal und besonders dem technischen Leiter belehrt, daß es sich nur um einen blinden Lärm handle und kein Feuer auß- gebrochen sei, man habe nur das elektrische Licht probtren wollen. Die Musik setzte ein, der eiferne Vorhang, der in Uebereilung berabgelofftn, war gleich wieder in die Höhe gezogen worden, das Publikum kehrte wieder um, nahm ruhig seine Plätze ein, daS elektrische Licht erschien und — allgemeine Heiterkeit, besonders bei den Flüchtlingen, gab sich kund. Zur Erklärung des Vorfalls wird uns Folgendes milgetheilt: DaS Publikum sollte mit dem elektrischen Licht, das erst auf Samstag angekündigt war, in dem Zwischenakt überrascht werden. Der Dampfkessel war also geheizt, der Hetzer ließ Dampf aus und öffnete unvorsichtigerweise in diesem Augenblick eine roth angestrichene EisenihÜr, die hinter dem Theaterraum den Maschinenraum von diesem abtrennt. Da erblickte daS Publikum den Feuerschein des Kessels, der im Verein mit dem Zischen und dem Fallen des eisernen Vorhangs schon genügen konnte, um den Ruf „Feuer" erschallen zu lassen, der diesmal blind und, zum Lobe und zur Nachahmung sei es gesagt, bei der Ruhe deS größten Theils der Zuschauer für Niemanden auS ihm von bösen Folgen ward. Der eiserne Thürabschluß wird in Folge dieses Vorfalles durch eine Mauer ersetzt.
Köln. Nur noch ein halbes Dutzend Balken und daS letzte Ueberbleibsel deS kolossalen Domgerüstes, welches mit so großem Geschick zusammengezimmert worden, welches eine lange Reihe von Jahren hindurch allen Stürmen und Unwettern siegreich widerstand, ist verschwunden. Gerade die Wegschaffung, daS Ablösen und Niederlassen dieser letzten Balken erfordert die größte Geschicklichkeit und Vorsicht. Die Zimmerleute, welche mit dem Abbruch des GerüstresteS beschäftigt sind, haben denn auch fortgesetzt eine große Menge von Zuschauern, welche in den Straßen stehen und ihr Schaffen hoch oben bewundern. Unser majestätischer Dom gewährt ganz gewiß in feiner Vollendung, vollständig frei dastehend, einen großartigen, herrlichen Anblick, und doch, wer ihn jahrelang gesehen hat, von dem mächtigen Gerüst umzogen, der wird zu» gestehen müssen, daß gerade dieses das Gotteshaus mit einem eigenthümlichen Etwas, fast möchte man sagen mit einer Art Poesie umwob, welche auch ihre anmuthende Schönheit halte.
Siegen, 3. Juni. DaS „Sieg. Volksbl." berichtet: Endlich scheint die Wegelagerer und Straßenräuber die Nemesis erreicht zu haben. Fünf solcher Strolche sind gestern infolge eines Raubanfalls im Rödiger Walde verhaftet worden. Leider gehören drei unserer St«dt an. Es sind 1) der Bergmann Louis Wagner aus Banse, jetzt Hammcrbütts, 2) der Bergmann Johann Hundt, bei Saarbrücken zu Hause und bet Jungbluth in Logis, 3) der Bergmann Martin Jungbluth, 4) dessen Bruder Heinrich und 5) der Bergmann August Pfau von hier. Am zweiten Pfingsttage lagerten vier dieser Menschen unterhalb der Eremitage, da wo der neue Weg nach der Fludersbach abgeht, auf einer Bank, während der fünfte seitwärts im Gebüsche lag, als die Sandformer Tröbst und Kraus, sowie der Dreher Otto von hier auf einem Spaziergang dort vorbeikamen. Die Dasitzenden sprangen wie auf Commando auf die drei arglosen Spaziergänger los. Tröbst als der Schwächere wurde von dem Wagner in's Gebüsch geschleppt und gewürgt, wovon deutliche Spuren am Halse zurückgeblieben sind, und seines Portemonnaies mit 21 JL. und einigen Pfennigen Inhalt beraubt. Währenddem kamen in der entgegengesetzten Richtung der Bergmann Franz Hümmecke und der Kesselschmied Hnbcrt Herzog des Wegs. Auch diese wurden von den fünf Strolchen angegriffen, der letztere sogar schwer mißhandelt. Hümmecke erkannte die Lage und entfloh, lief btrect zur Eremitage und theilte dem Förster Vollbracht die Sachlage mit. Dieser und sein Sohn bewaffneten sich unb alle drei eilten nach dem Orte der That hin. Sie kamen eben noch früh genug, um ein größeres Verbrechen zu verhüten. Eine förmliche Schlacht hatte sich entwickelt. Sofort ergreift Vollbracht den Wagner, während sein Sohn den Pfau faßt. Beide waren mit offenem Messer bewaffnet, also zu allen Schandihaten beeeit. Nachdem die Personalien festgestellt, ließ man die Räuber laufen und machte sofort der Polizei Mittheilung, woraus die Vrrhafiung sämmtlicher noch des Nachmittags erfolgte. Heute sind sie dem Gerichte übergeben worden und dürfte damit die Sicherheit deS Siegerlandes wieder hergestellt sein.
— sEin Palast Karls des Großen als — (Sigarrenfabrif] Der „Europ. Corr." wird aus Hessen geschrieben: „Sic transit gloria mundi !u kann man beim Anblick deS ältesten Gebäudes im uralten Städtchen Heppenheim an der Bergstraße auS- rufen. Es ist dies der einstige Königshof Caroli Magni, des gewaltigen Franken- kaisers, wo er oft rrsidirte, wenn er in der Waldmark seiner„Villa Heppenheim" (auch Hephium in den ältesten Urkunden genannt) dem edlen Waidwerk obzuliegen kam. Er mar es, der daS zerstörte Römerstädtchen wieder aufbaute und befestigte, auch mit Markt-, Zoll- und Stadtrecht ausstattete und zum Hauptsitz deS königlichen Grafem gerichts für den Oberrheingau erhob. Dazu baute er die Basilica St. Petri, weil schon zu deS Apostel Petrus Lebzeiten eine christliche Gemeinde in Heppenheim existirt haben soll, was mit den neuesten Forfchungen über die Ausbreitung des Christenthums im ersten Jahrhundert nicht in Widerspruch steht. Die Stadt Heppenheim schenkte Karl her Große späterhin dem Kloster Lorsch, dessen streitbarer Abt Ulrich die Starken- burg (heute der Name einer Provinz) auf den Grundlagen eines römischen Castells erbaute und tapfer vertheidigte, als ein Erzbischof von Bremen sich derselben bemächtigen wollte. Der Königshof Karl'S, der sich erst nach seiner Romsahrt Kaiser nannte, wurde mit der Zeit Kloster uud biente abwechselnd Tempelherrn, Mönchen unb Nonnen zum Aufenthalt, bann wurde der alte Bau Amtsgebaude und in neuester Zeit eine — Cigarrenfabrik.
— ^Künstlers Rache.) Aus Innsbruck wird uns geschrieben: Unser Landes- mufeum ist bekanntlich in jüngster Zett um ein zweites Stockweik erhöht worden und der Architekt hatte zur Ausfchmückung der Metop m klassisch nackte Gestalten verwandt. Die klerikale Clique brach darüber in Zeter unb Mordio aus und ruhte auch nicht eher, bis sich der Architekt, um den lieben Landfrieden zu wahren, bereit fand, die antiken Nacktheiten durch Embstmen zu ersetzen. Er hat nun sein Versprechen gehalten, die Torsi herabgenommen und an deren Stelle — Nachteulen einsetzen lassen.
— sDer mißtrauische Bauer j Aus Vöcklabruck berichtet man der „N. Fr. Pr": Dieser Tage kam ein Bäuerlein zum Schalter der hiesigen Post und gab den Betrag von 12 fl. an seinen Sohn, der beim Militär in Salzburg dient, mittelst Geldanweisung auf. Der betreffende Beamte fertigte ibm nach Usbernahme des Geldbetrages das Aufgabe-Rec^p'sfe aus und legte d'e übernommenen 12 fl. in die Lade seines Schreib- tisches. Verdutzt schaute der Bauer dieser sein Mißtrauen erweckenden Manipulation zu und faßte endlich: „Pst! Ihr drrft das Geld nit elnstcckm, i hob' schon g'segn!" Lange dauerte es, bis der Beamte dem oberösterreichischen Landma^n begreiflich mochte, daß die 12 fl. nicht der Geldanweisung beigefügt zu werden brauchen, um an dm O't ihrer Beftlmmung zu gelangen. Kopfschüttelnd ging er aus der Kanzlet. Bei der Thür sagte er noch zu dem Beamten: „I wer schon nachfraa'n."
— sE n verhängnißvolles Mißverfländniß.j Aus Rivesaltes im Departement der Pyrenees-Orientales wird einem Pariser Blatte unter dem 31. Mai folgendes Vor- kommniß, daß die schrecklichsten Folgen hätte haben körnen!, mstgetheilt: Her T . . . Polizeicommissar unseres Ortes, hakte Beute Morgen in der Frühe von seiner Familie einen Brief erhalten, der ihm die Meldung machte, daß seine bejahrte Mutter von der Wassersucht befallen sei und sich unumgänglich einer diesbezügltchen Operation unterziehen mfipe. Da der Fall nack dem Ausspruch der Aerzte ein sehr ernster war, so wurde seine Gegenwart für unerläßlich erachtet. Herr X . . . begab sich daher zu feiner Gemahlin, einer jungen Dame von 17—18 Jahren, die er erst vor einigen Monaten geheirathet hatte und faßte zu ihr mit kurzen Worten: „Ich werde dich verlassen." „Mich verlassen?" erwiderte die junge Frau in höchster Verwirrung. — „Ja, es muß sein", antwortete ihr Mann traurig und ohne ihr irgend weitere Erklärungen zu geben, ging er in den Garten hinunter, woselbst er über die ihm soeben zugelaufene Botschaft ganz in sich gekehrt nachdachte. Kaum war er jedoch einen Augenblick im Garten auf- und abgegangen, als sein Dienstmädchen dahergesprungen kam, um ihm unter Thränen unb Seufzern mitzutheilen, daß seine Frau mit dem Tode ringe. Die unglückliche junge Frau nämlich, welche die knapven Worte ihres Mannes so verstanden hatte, als ob dieser sich von ihr — scheiden lassen wollte, hatte ihrem Leben schleunigst ein Ende zu machen versucht, indem sie eine Phosphorauflösung verschluckte! Man beeilte sich, ihr ein Gegengift einzugeben, das denn auch die erfreulichste Wirkung lhat und sie am Leben erhielt. Allein der über daS von ihm unsreiwilligerweise verursachte Unglück verzweifelte Mann ward von einer Art Tobsucht ergriffen, riß ein Messer hervor und brachte sich damit einen Stich in die Seite bei. Er hätte sich ohne das sofortige Dazwischentreten einiger Nachbarn, welche Zeugm dieses Aktes von Wahnsinn waren, sicher das Leben genommen. Hier konnte man, fügt daS Pariser Blatt hinzu, daS
sÄi
bild EsW
LE,
W S-hn | ® Leichname den Uw; nehmende Als liefen bei ders siLerungsstanv kommen im die abaekützl 1?Mt. zur« Milet« °u Dividenden, m Gesellschaften a M aleichko
Stof
Modus der stet fysiem eben ab- stellen- Bet di Plämienzahlun eine allMiä erhalten die w
Der W Gw-Moer
D'e Zahl auf annähernd
- [$0Ci Altenstadt (Sess 4 Lohnschreiber, halt. Mainz, 4 872 X Mett Gehalt. Unten
AlM dcr Fürj R, I. üßitftn ol ftrcitaß den; pr Wiesen der Peinn Md herab, Gro zusam Zulammenlu der Peinmuhle.
II. Wiesen u Freitag den p Gänsweidiviese,
Zusainmenku Eisenbahnbrücke.
III. Gemai Montag den
Pr
1011 der Mvnchwit
Nachmitt . t von der Strai ledeömal an Ort i
^5
Ccinarluiisik Niet
Dttustag -en i
^mvicse, Krumm ( n . nn Ganz Aainmenkunit
_ Angebote "°" 7 bi- in„i j 0„,rWn uorfön Zahlungsfrist bis j
Ach, cm 7, c
«"d SUttto
3842


