Lesung der Refocmbill und hielt fest an der Trennung von der NeueivtheilungSbill, hinsichtlich letzterer die Regierung bereit sei, die Frage eventuell auf breiter Grundlage zu regeln, hält aber dafür, die Ausdehnung des Stimmrechts nicht ohne Gefahr länger zurückzuhalten.
Newyork, 5. November. Die Blätter bringen andauernd Widersprechendes über die Wahlen. „Times", .Herold", .World", die Organe der Partei Cleveland's behaupten, Cleveland habe eine kleine Majorität im Staate Newyork und sei als gewählt anzusehen. Die „Tribüne", Organ Blatnes, bleibt dabet, Blaine habe eine Mehrheit von 1366 St., sei also gewählt. DaS Journal „Sun", das die Candidatur Clcv-lond's bekämpft, schreibt, Cleveland habe eine Mehrheit von 1643, fügt aber hinzu, das Resultat sei noch zweifelhaft. u
— Morgens 9Vr Uhr. Virginia und Indiana wählten demokratisch, Michigan utb Illinois republikanisch. Die Demokraten geben zu, daß in Californten, Newada und Oregon die Republikaner gesiegt. c ,, t c
— Nachmittags 1 Uhr. Dte Wahlbertchte aus den entlegeneren Distrikten des Staates Newyork lauten günstiger für Cleveland. Dte Anhänger Clrveland'S sind wieder zuversichtlicher; sie geben tndeß zu, daß das Ergebniß der Präsidentenwahl von nur wenigen Stimmen abhängt. Augenblicklich will man auf eine kleine Mehrheit für Clevffand schließen.
Paris, 7. November. Mivat-Depesche.^ Den Morgenblättern zufolge sind von Mittwoch bis gestern (Donnerstag) Nachmittag 4 Uhr in zwei hiesigen Hospitälern elf Cholerafälle, darunter sieben tödtlich, und in anderen Stadttheilen mehrere Cholera - Erkrankungen, auch hier einige mit tödtlichem Ausgange, vorgekommen. Der Polizeipräfekt besuchte die inficirten Häuser. Der Cabinetsrath hat bereits Vorsichtsmaßregeln getroffen, um das Umsichgreifen der Epidemie zu verhindern.
Lokales.
Gießen, 7. November. In der gestrigen Sitzung des Stadtverordneten- Collegiums, tn welcher sämmtliche Mitglieder desselben anwesend waren, wurde auf Antrag der mit den Verhandlungen zwischen Regierung und Stadt betrauten Delegirten, nämlich der Herren Bürgermeister Bramm, Beigeordneten Keller und Heß, Stadtverordneten Gail und Homberger, beschlossen, den für Ausübung der Armen- proxis seitens des akademischen Hospitals an dieses zu zahlenden Beitrag der Stadt auf at 10,000 jährlich zu erhöhen. — In Betreff des Neubaues von Kliniken wurde beschloffen, daS zu den nächsten Erfordernissen denöthtgte Gelände an der Frankfurter Straße mit einem Flächeninhalt von 26,500 HZMtr. unentgeltlich dem Staate zur Verfügung zu stellen, dte erforderlichen Zufuhrwege auf städtische Kosten herzustellen und dem Staate dte beabsichtigte Wasserleitung durch städtisches Gelände zu gestatten. Bedingt wird, daß die Gebäulichkeiten parallel zur Frankfurter Straße zu stehen kommen.
Mit Bezug auf den in voriger Sitzung gefaßten Beschluß, den Herren Strauch und Fischer tn Folge ihrer Weigerung, dte auf der von ihnen gepachteten Wieseck- böschungen befindlichen Waschpflöcke zn entfernen, die betr. Pachtverträge zu kündigen, wurde mttgethetlt, daß Herr Strauch dte Woschpflöcke entfernt habe, während nach ab- geaebener schriftlicher Erklärung des Herrn Fischer eS sich herauSgestellt hat, daß diese Pflöcke nicht ihm, sondern einem andern Pächter der Wteseckböschung gehören.
vermischtes.
#
Nationalliberalen
Centrumspartei
Conservativen
BolkSpartet
Welfen
Reichspartei Soctaltsten Retchspartet
15
9
19
4
8
4
5
1
5
1
3
3
1
2
3
3
1
1
1
2
Conservativen Soctaldemokraten Nattoualltberalen
Reichspartei Soctaldemokraten Conservativen
Centrumspartet Reichspartei Welfen Volkspartei Conservativen Soctaldemokraten Elsässern Retchspartet Polen Soctaltsten
ursprünglich angenommen wurde und zwar: Zwischen Freisinnigen und
— [Der Ausfall der RetchStagSwahlen.j Auf Grund der am 1. November stattgehabten, im Laufe des Sonntags sämmtlich eingetroffenen amtlichen Ermittelungen stellt sich das Resultat der RetchStagswahlen folgendermaßen:
Definitiv gewählt wurden: Deutschcouservatioe Mitglieder deS CentrumS Deutschfreistnnige Nattonalltberale Reichspartei (Freicons.) Soctaldemokraten Polen Elsaß-Lothringer Volkspartetler Welfen ____
Summa: 304 definitiv gewählte Abgeordnete.
Es tst möglich, daß sich hier und da tn der Partetbezetchnung eine Aevderung Herausstellen wird, doch ist in der Hauptsache das Resultat wie angegeben.
Stichwahlen haben stattzufinden in Summa 93, also doch etwas weniger, als
63 -
1881: 50 Mitglieder.
98 —
1881: 98
30 -
1881: 106
41 -
1881: 45
24 —
1881: 27
10 -
1881: 12
17 -
1881: 18
14 —
1881: 15
2 -
1881: 9
5 -
1881: 10
91
Außerdem finden Stichwahlen statt zwischen 2 Dänen 1 und zwischen einem Soctalisten und Antisemiten
93
Dazu obige 304 feststehende Wahlen 304
ergibt die Summe der Mitglieder des Reichstages 397 Gewählt wurden tn den einzelnen Staaten:
Königreich Preußen: Ostpreußen, Reg.-Bezirk Königsberg: 7 Conservattve, 2 Ultramontane, 1 Stichwahl zwischen Freisinnigen und Soctalisten findet statt. Bez. Gumbinnen: 7 Conservattve. Westpreußen, Bez. Danzig: 1 Freisinniger, 2 Polen, 1 Stichwahl zwischen Conservativen und Freisinnigen und eine solche zwischen Ultramontanen und Conservativen. Bez. Marienwerder: 3 Polen, 2 Freiconservattve, 1 Conservattver, 2 Stichwahlen zwischen Conservativen und Polen. Brandenburg: Berlin und Potsdam: 3 Freisinnige, 1 Soctaldemokrat, 5 Conservattve, 2 Freiconservattve, 3 Stichwahlen zwischen Conservativen und Freisinnigen, 1 zwischen Frei- sinnigen und Soctaltsten, 1 zwischen Freisinnigen und Fretconservativen. Bez. Frankfurt:
6 Conservattve, 1 Freiconservattver, 1 Freisinniger, 2 Stichwahlen zwischen Freisinnigen
und Conservativen. Pommern: Bez. Stettin: 6 Conservattve, 1 Fretsinntger. Bez.
Köslin: 5 Conservattve. Bez. Stralsund: 2 Freiconservattve. Posen: Bez. Posen: 12 Polen, 1 Freiconservattver, 1 Stichwahl zwischen Polen und Fretconservativen. Bez. Bromberg: 4 Polen, 1 Conservattvir. Schlesien: Bez. Breslau: 3 Conservative,
3 Freiconservattve, 2 Ultramontane, 2 Stichwahlen zwischen Freisinnigen und Soctalisten,
1 zwischen Conservativen und Ultramontanen, 1 zwischen Freisinnigen und Freiconser- vativen, 1 zwischen Ultramontanen und Fretconservativen. Bez. Oppeln: 1 Conservattver,
11 Ultramontane. Bez. Liegnttz: 6 Freisinnige, 3 Stichwahlen zwischen Conservativen und Freisinnigen, 1 zwischen Freisinnigen und Nattonalltberalen. Sachsen: Bez. Magdeburg: 2 Conservattve, 1 Fretconservativer, 1 Fretsinntger, 1 Nationalltberaler, 1 Stichwahl zwischen Freisinnigen und Conservativen, 1 zwischen Freisinnigen und Soctaltsten, 1 zwischen Nattonalltberalen und Conservativen. Bez. Merseburg: 2 Freisinnige, 2 Conservative, 1 Nationalltberaler, 1 Freiconservattver, 1 Stichwahl zwischen Freisinnigen und Nattonalltberalen, 1 zwischen Freisinnigen und Conservativen. Bez.
Erfurt: 1 Freisinniger, 1 Ultramontaner, 1 Conservattver, 1 Freiconservattver. Schleswig-Holstein: 2 Freisinnige, 1 Nationalltberaler, 1 Soctalist, 1 Conservattver, 1 Freiconservattver, 1 Stichwahl zwischen 2 Dänen, 2 zwischen Freisinnigen und Nattonalltberalen, 1 zwischen Freisinnigen und Soctaltsten. Hannover: 4 National- liberale, 1 Ultramontaner, 5 Welfen, 1 Stichwahl zwischen Freisinnigen und Nationalliberalen, 5 zwischen Welfen und Nattonalltberalen, 1 zwischen WUfen und Soc-alisten, 2 zwischen Welfen und Fretconservativen. Westfalen: Bez Münster: 4 Ultramontane, Bez. Minden: 3 Conservattve, 2 Ultramontane. Bez. Arnsberg: 1 Nattonalltberaler, 1 Conservattver, 2 Ultramontane, 1 Fretsinntger, 2 Stichwahlen zwischen Freisinnigen und Nattonalltberalen, 1 zwischen Conservativen und Freisinnigen. Nassau: 2 Ultramontane, 1 Fretsinntger, 1 Freiconservattver, 1 Stichwahl zwischen Volkspartet und Soctaltsten. Kassel: 1 Ultramontaner, 2 Conservattve, 1 Nationalltberaler, 2 Stichwahlen zwischen Conservativen und Soctaltsten, 1 Stichwahl zwischen Ultramontanen und Conservativen, 1 Freiconservattver. Rheinprovinz: Bez. Köln: 5 Ultramontane, 1 Stichwahl zwischen Ultramontanen und Nattonalltberalen. Bez. Düsseldorf: 8Ultra- montane, je 1 Stichwahl zwischen Freisinnigen und Nattonalltberalen, Nattonalltberalen und Soctaltsten, Nattonalltberalen und Ultramontanen, Soctalisten und Ultramontanen. Bez. Coblenz: 4 Ultramontane, 1 Nationalltberaler, 1 Stichwahl zwischen Conser- vativen und Nattonalltberalen. Bez. Trier: 4 Ultramontane, 2 Nattonalltberale. Bez» Aachen: 5 Ultramontane. Hohenzollern: 1 Ultramontaner.
Königreich Bayern. Oberbayern: 6 Ultramontane, 1 Stichwahl zwischen Ultramontanen und Nattonalliberalen, 1 Stichwahl zwischen Ultramontanen und Soctaltsten, Pfalz: 4 Nattonalltberale, 2 Stichwahlen zwischen Nattonalltberalen und Socralisten. Niederbayern: 6 Ultramontane. Oberpfalz und Regensburg: 5 Ultramontane. Oberfranken: 2 Ultramontane, 1 Fretsinntger, 1 Nationalliberaler, 1 Stichwahl zwischen Fretconservativen und Ultramontanen. Mtttelfranken: 1 Freisinniger, 1 Ultramontaner, 1 Nattonalltberaler, 1 Stichwahl zwischen Nattonalltberalen und Conservativen, zwischen Soctalisten und Freisinnigen, zwischen Freisinnigen und Nattonalltberalen. Unterfrankea und Schwaben je 6 Ultramontane.
Königreich Sachsen: 2 Freiconservattve, 7 Nationalliberale, 4 Conservative, 4 Soctaltsten, 2 Stichwahlen zwischen Freisinnigen und Nattonalltberalen und Freisinnigen und Conservativen, 1 Stichwahl zwischen Nattonalltberalen und Soctaltsten und Soctaltsten und Antisemiten.
Königreich Würtemberg: 4 Ultramontane, 3 Nationalliberale, 5 Freiconservattve, 2 Volkspartetler, je 1 Stichwahl zwischen Volkspartet und Soctaltsten, Volkspartet und Fretconservativen, Fretsinntgen und Nattonalliberalen.
Großherzogthum Baden: 4 Nattonalltberale, 4 Ultramontane, 2 Conservative, 2 Stichwahlen zwischen Nattonalliberalen und Ultramontanen, 1 zwischen National- liberalen und Soc'altsten und Nattonalltberalen und Fretsinntgen.
Großherzogthum Hessen: 3 Nattonalltberale, I Soctaltst, 3 Stichwahlen zwischen Freisinnigen und Nattonalltberalen, je eine zwischen Nattonalltberalen und Soctaltsten und Soctalisten und Ultramontanen.
Mecklenburg-Schwerin: 3 Conservattve, 2 Freisinnige, 1 Stichwahl zwischen Natlonalliberalen und Conservativen.
Oldenburg: 2 Freisinnige, 1 Ultramontaner.
Braunschweig: je eine Stichwahl zwischen Nattonalltberalen, Soctaltsten, Frei- conservativen und Freisinnigen, 1 Nattonalltberaler.
Weimar: je 1 Stichwahl zwischen Freisinnigen und Conservativen, Freisinnigen und Nationalliberalen, Nattonalliberalen und Fretconservattven.
Meiningen: 1 Nattonalltberaler, 1 Stichwahl zwischen Freisinnigen und Nattonalltberalen.
Altenburg: Stichwahl zwischen Freisinnigen und Freiconservativen.
Koburg-Gotha: 1 Freisinniger, 1 Stichwahl zwischen Freisinnigen und Soctaltsten. Anhalt: 2 Nattonalltberale.
Mecklenburg-Strelitz: 1 Stichwahl zwischen Soctalisten und Conservativen. Rudolstadt: 1 Fretsinntger.
Sondershausen: 1 Stichwahl zwischen Freisinnigen und Nattonalliberalen. Reußä. L-: ISoctaltst.
Reuß j. L.: 1 Stichwahl zwischen Freisinnigen und Socialisten. Ltppe-Schaumburg und Lippe-Detmold: 2 Freisinnige. Waldeck: 1 Nationalltberaler.
Bremen: 1 Nattonalltberaler.
Lübeck: Stichwahl zwischen Freisinnigen und Nattonalltberalen.
Hamburg: 2 Soctaltsten und 1 Stichwahl zwischen Soctalisten und Nationalltb. Elsaß-Lothrtngen: 14 Protestler, 1 Stichwahl zwischen Ultramontanen und Protestlern.
— Der „Theater-Monit." schreibt: Ed. Jacobsons neueste Arbeit, die dreiaktige Poffe „Die Lachtaube" hat ihren Zweck, das Publikum angenehm zu unterhalten, in vollstem Maße erfüllt. Sie verschmäht dte modern gewordenen Titel, wie »Charakterbild", „Lebensbild" u. s. w. und zeigt sich als was sie ist, eine Posse im früher beliebten Genre, mit dem Vorzüge aber, daß sie auch Handlung besitzt, keine besonders spannende, aber doch genug, um den Centralpuntt für die vielen sich um sie grupptrenden Zuthaten zu bilden, unter denen Jacobsons stärkste Seite, das Couplet, wieder ganz besonders hervorttitt. In dieser Beziehung ist der Verfasser jetzt der unbestrittene Meister und auch waS den Wortwitz im Dialog anbelangt, findet sich in der „Lachtaube" manche neue Pointe, allerdings bleibt auch der „Kalauer" nicht ganz aus. — Herr Michaelis hat wiederum eine sehr melodiöse und charakteristische Musik geliefert.
Stuttgart, 5. November, [allgemeiner Deutscher Bersicherungsvereiu.^ Im Monat October 1884 wurden 494 Schadenfälle angemeldet und zwar 411 äußere Verletzungen und 83 innerliche Erkrankungen. Von den Unfällen batten 4 den sofortigen Tod und 41 eine gänzliche oder thetlweise Jnoaltdttät der Verletzten zur Folge. Von dm Mitgliedern der Sterbekasse starben im Monat October 14. Neu ausgenommen wurden tn diesem Monat 3619 Personen. Alle vor dem 1. Auaust 1884 eingetreteven Schäden incl. der Todes- und Jnvaltditätsfälle sind bis auf die von 24 noch nicht genesenen Personen vollständig regultrt. 7387
Handel und Verkehr.
Limburg, 5. November. Rother Weizen JL 1450, weißer Weizen 1420, Korn JL. 00.00, Gerste at 9.35, Hafer JL 6.40, Kartoffeln ä 100 Pfund al 1.70, Erbsen ä 100 Pfund au 9.00.
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
22. Sonntag nach Trinitatis, 9. November.
Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer D i n g e l d e y.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Montag, den 10. November, Abends 8 Uhr, Bibel st unde in der Kleinkinder- schule, Apestelgesch. Kap. 16. Pfarrer Dr. Naumann.
Am Sonntag den 16. November wird das heilige Abendmahl in Verbindung mit der Beichte in dem Nachmittagsgottesdienste um 5 Uhr gehalten werden.
Die am Reformationsfest eingegangene Kirchenkollekte für die Gustao- Adolfs-Stiftung betrug 50 at 69
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 9. bis 15. November besorgt Pfarrer Dingeldey.
Katholische Gemeinde.
23. Sonntag nach Pfingsten.
Von 7 Uhr an: Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Commu- nion. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 415 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 5^ Uhr.
10. DeMver »ineli»
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Ditag den, Mm vor dem m Termin anbera' Mn Pech Mkursmste ( haben ober y schuldig sind, an den Gemein oder zu leisten auferlegt, vor und von den sie aus der friedigung in Konkursverml zmber 1884
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