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Ischl, 6- August Der Kaiser Franz Joseph ist um 11 Uhr nach Ebensee gefahren, um Se. Majestät den Kaiser Wilhelm dort zu begrüßen und nach Ischl zu geleiten. Die Zusammenkunst erfolgt um 12 Uhr M'ttagS. Der Bahnhof ist festlich geschmückt, vor demselben und bis zum HotelKalsenn Elisabeth" haben sich dicht­gedrängte Volksmassen angesammelt.

Se. Majestät der Kaiser Wilhelm traf heute Vormittag ll1/« Uhr in Ebevsee ein. Kaiser Franz Josef begab sich in den Salonwagen Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm, woselbst sich beide Monarchen aufs Herzlichste begrüßten. Um 12 Uhr erfolgte die Ankunft in Ischl, woselbst die Kaiserin Elisabeth die Majestäten am Bahnhofe empfing. Kaiser Franz Josef und Kaiserin Elisabeth geleiteten Se. Majestät den Kaiser Wilbelm nach demHotel Elisabeth" und verweilten eine Viertelstunde daselbst. Um 3 Uhr findet das Diner bet den österreichischen Majestäten statt; um 8 Uhr ist Gala-Theater.

Dem Galadiner in der Kaiservilla wohnte auch die Erzherzogin Valerie bet. Auch der Generaltntendent Hofmann, Graf Pejocsevic und Ftnanzmintster Dunajewskt waren geladen. Dre Ausfahrt unterblieb. Karser Wilhelm wurde auf der Hin- und Rückfahrt von der Spalier bildenden Menge lebhaft begrüßt.

Berlin, 6. August. Der König!, preußische Gesandte heim päpstlichen Stuhle, Wirkt. Geh. Rath v. Schlözer, ist heute Nachmittag 1 Uhr Über Leipzig aus Rom hier eingetroffen und hat Im Hotel du Nord Wohnung genommen.

Fulda, 6. August. Zu der hier ftattfindenden Versammlung brr preußischen Bischöfe sind in Person eingetroffen: die Bischöfe von Münster, Ermland, Trier, HildeSheim und Osnabrück. Das Fürstbrsthum BreSlau, sowie die BtSthürner Kulm, Paderborn und Limburg sind durch Domkapitulare vertreten. Die Berathungen finden im bischösttchen Palais statt.

Rom, 6. August. Nach dem officiellen Bericht ist weder in den tnficirtrn Ort­schaften noch in den Lazarethen ein neuer Cholerafall vorgekommeu.

Wie«, 6 August. Die heutigen Morgenblätter begrüßen in warmen Worten die Begegnung Sr. Majestät deS Kaisers Wilhelm und des Kaisers Franz Joseph. DaSFremdenblatt" hebt hervor, obgleich die Begegnung nicht von dem Standpunkte einer großen politischen Aktion zu beurteilen sei, so sei dieselbe doch ebensowenig ein inhaltloser Act bloßer Courtoisie. Sie erscheine vielmehr als der AuSbmck jencr realen Entwickelung beider Reiche, welche ein Bündniß der Ueberzeugungen aafzerlchtet habe. Uebrtzens sei gegenwärtig nirgends Anlaß zu einer ernsteren Beunruhigung zu erblicken.

DieWiener Abendpost" schreibt über die Kaiserbegegnnng in Ischl: Seit Jahren gewohnt in der regelmäßig wiederkehrenden Zusammenkunft der Monarchen ein bedeutsames Unterpfand des Friedens zu erblicken, begrüßen bte Völker Offterrelch- Ungarns auch die diesmalige Zusammenkunft ml aufrichtiger Freude und den herz­lichsten Segenswünschen. Dke Ueberzeugung herrscht allgemein, daß das feste, die beiden Herrscherhäuser umschlingende Band nicht bloS den beiden Völkern, sondern ganz Europa zum Heile aereiche.

Paris, 6. August. Von gestern Vormittag 10 Uhr b!S heute Vormittag 10 Uhr starben in Toulon vier, in Marseille acht und tn Arfis zwei Personen an der Cholera.

Versailles, 6. August. Die Commission der Nationalv^sammlung zur Vor- berathung der R-oisionsvorlage nahm das von dem Deputirten Andrteux beantragte Amendement an, noch welchem die M-tglttber ehemaliger französischer Herrscher- famtlten nicht zu Präsidenten der Republik gewählt werden bürf.-n. Der Minister­präsident Ferry hatte sich mit diesem Amendement einorrstanden erklärt. Alle übrigen Anträge wurden abgelehnt oder vertagt. Der Bericht der Commission soll in der heutigen Sitzung der Nationalversammlung eingsbrockt werden.

Kairo, 6 August. Von den jüngst wegen Meuterei in Assiut zum Tode ver- urtheilren 8 türkischen Soldaten sind heute Morgen 2 hingericktet worden, die Strafe der 6 übrigen wurde in lebenslängliche Zwangsarbeit umgewandelt.

Resultate der hessischen Kandtagswahlen vom 5. August.

Es wurden ferner noch gewählt: Im 2. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg Bürgermeister Kredel in Michelstadt, im 6. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg Brauereibesitzer Schönberger in Groß-Bieberau, im 9. Wahlbezirk der Provinz Ober- kessen Bürgermeister Lift in Lauterback und schließlich tm 11. Wahlbezirk der Provinz Oberhessen Gutsbesitzer Sturmfels in Ulfa.

Die weitmeisten Abgeordneten, soweit sie nickt eine Wiederwahl abgelehnt batten, wurden wiedergewählt oder doch durch Männer ihrer Parteirichtung ersetzt. Nur in zwei Fällen (Gießen und Ingelheim (Rheinhessen)) wurden für National - Liberale Deutsch-Freisinnige, in einem Falle (Darmstadt) für einen mehr nach links stehenden ein National-Liberaler gewählt. Im Einzelnen stellt sick das Ergebniß wie folgt, wo­bei wir die wiedergewählten Abgeordneten lediglich mit ihrem Namen, die übrigen ml Titel und Wohnort bezeichnen. Gewählt wurden von den Städten: Darmstadt Wolfskehl und Ober-Bürgermeister Ohly von da; Mainz: Falk III. und Pro­fessor Schlenger von da: Gießen: Rechtsanwalt Metz von da; Offenbach: Böhm; Friedberg: Jöckel; Alsfeld: Grünewald. Weiter in der Provinz Starkenburg: Arnold, Schönberger, Lautz, Metz (Darmstadt), Baur, Wasserburg; in Oberhessen: Apotheker Vogt in Butzbach, v. Rabenau, Lift, Bürgermeister M»uth in Salz, Sturmfels, in Rheinhessen: Schröder und Dr. Büchner zu Darmstadt. Die Mainzer Abgeordneten und Wasierburg gehören der ultramontanen Richtung, Rechtsanwalt Metz in Gießen und Dr. Büchner tn Darmstadt der deutsch - freisinnigen, alle übrigen der national-librralen an.

Lokales.

G. Gießen, 7. Angust. (Sterblicktest tn Gießen) Die Sterblichkeit war während der Wocke vom 27. Juli bis 2 August wieder eine geringere, es waren tm Ganzen nur 7 Todesfälle zu verzetcknen. Kinder wurden nur 2 betroffen, eins tm ersten Lebensjahre, welches dem Keuchhusten erlag, ein schon älteres, welches an Gehirnentzündung starb. Bei den erwachsenen Personen war, außer einem Selbst­mord, Lungenschwindsucht, Schlagfluß, Altersschwäche, Magenkrebs je einmal Todes­ursache.

vermischtes.

Der Gläubiger-Ausschuß der allgemeinen brutschen Patent-und Musterschutz- Ausstellung zu Frankfurt a. M. 1881 zeigt den Gläubigern derselben in einem Circular vom 25. Juli an, daß die Liquibation der Ausstellung nunmehr beendet ist. Nach dem Ende Juni 1882 den Creditoren vorgeschlagenen gütlichen Arrangement wurden X 574 327.52 Restforderungen angemeldet, zu deren Begleichung folgende Beträge zur Verfügung standen: X 158 417.10 27 69pCt. aus den Massenbeftänden und X 93000 16 31 pCt. aus freiwilligen Beiträgen. Zwei Creditoren, welche sich dem gütlichen Arrangement nicht anschlossen und gerichtliche Entscheidung onriefen, die zu ihren Un.gunsten ausstel. erhielten von den freiwilligen Beiträgen nichts, sondern nur die auf sie fallende Rate von 27.69 pCt. aus den Massenbeständen; ihre Forderungen beliefen sich auf x 18 241 96. An die Übrigen Gläubiger, deren Forderungen X 556 085.56 betrugen, wurden X 244 677.71 ausgezablt.

Parts, 1. August. Der Gerichtssaal von Perpignan war heute früh der Schauplatz eines blutigen Dramas. Ein gewisser Back, der Beleidigung seines Schwager«, Puy, Obmann des Civ'lgerichts von Ceret, angeklagt, feuerte auf den­selben, während dieser seine Zeugenaussage machte, mehrere R-volverschüffe ab. Herr Puy wurde am Arm und an der Brust verwundet; man weiß noch nicht, ob die tn die Brust gegangene Kugel herausgezogen werden kann.

Frankfurt, 31. Juli. In einem gestern stattgehabten Güteversuch zwischen zwei Ehegatten begründete der höchst eifersüchtige Ehemann seine Scheidungsklage mit der Beschuldigung, sein junges Weib sei zu lebenslustig. Während seiner Abwesenheit im Bade sri sie mit ihren Eltern bei einem Waldfeste gewesen und habe mit einem ihrer ehemaligen Anbeter getanzt. Seit dieser Zeit habe er eine unwiderstehliche Ab­neigung gegen seine Frau und wünsche darum, von ihr geschieden zu werden. Der Richter gab sich alle Müh-, das Paar zu versöhnev, jedoch vergeblich. Die Frau bedauerte sehr, eingestehen zu müssen, daß sie als 20jähriges Mädchen einen Fehler begangen habe.Und was war das für ein Fehler?" fragte der neugierig gewordene Mann.Daß ich Dich alten Narren geheirathet habe!" lautete die Antwort. Damit ging sie fort und ließ den verblüfften Gemahl stehen.

Krems, 29. Juli. Heute Morgen wurde der Sträfling Ferdinand Baum- gartaer, der den Gefargenaufseher Gifter ermordet hatte, in der Strafanstalt Stein

hingerichtct. Die Hinrichtung erfolgte unter entsetzenerregenden Umständen. Der Delinquent, ein zwanzrgjährtger kl ästiger Bursche, wehrte sick mit aller Macht gegen den Schalfcichter uns dessen Gehilfen, welche bte Todesstrafe an ihm vollziehen sollten. Der grauenvolle Kampf, den der Delinquent unter dem Galgen gegen die Vollstrecker des Todesurtheils um sein Leben führte, machte auf alle Anwesenden einen wahrhaft schauerlichen Eindruck. Der Vorgang war folgender: Um 3/47 Uhr war die Gerichts- Commission erschienen. Um 7 Uhr wurde der Delinquent von'Geniesoldattn zur Rlchtftäite escortirt. Der Director der Strafanstalt und der Seelsorger gaben ihm das Geleite. Der Delinquent hat die Nacht ruhig verbracht und gesungen; jeden geistlichen Zuspruch hatte er zurückgewiesen. Nachdem der Delinquent vorn Executions- leiter dem Scharfrichter Willen: acher übergeben worden, schreitet er ruhigen Ganges und keck die Anwesenden musternd zum Richtpflocke. Ruhig läßt er sich auch von den Gehilfin die Blouse ausziehen. Als sie ihm aber die Hände binden wollen, widersetzt er sich dem Beginnen gewaltsam. Mit dem Rufe:Was gibt's?" stürzt er auf die Gehilfen los. Unter dem Galgen enispinnt sich ein gräßliches Ringen. Vergebens bemühen sich die Henkersknechte, des Delinquenten Herr zu werbm. Dre Escorte muß die Gewehre wcglegen und ihnen zu Hülfe kommen. Da erst gelingt es, den Todes- candidaten, der wie ein wildes Thier brüllte, zu überwältigen. Es werden ihm die Hände gefesselt. Er öirb in die Höhe gehoben und während er noch einen gräulichen Fluch auSstößt, wird ihm schon die Schlinge über den Kopf geworfen. Aber nun wehrt sich der Delinquent erst noch mit den Zähnen. Gr schnappt mit dem Munde nach der Schlinge und erhascht sie. Man entreißt sie ihm wieder. Abermals erhascht er dieselbe mit den gebunden'n Händen.Würgen wollt ihr mich, ihr verfluchen Hunde!" Das sind seine letzten Worte, denn schon schnürt ihm die Schlinge, bte man seinen Hänben wieder entrissen, die Kehle zu. Es dauert bann acht Minuten, bis bas Leben tn dem Körper erloschen ist. Der Scharfrichter Willenbacher entschuldigte sich bet der Gertchts- Commtssion, daß der TodeSkamps diesmal länger dauerte. Wegen der Renitenz deS Delinquenten habe er ihm die Scklinge nicht kunstgerecht umlegen können. Es hatten etwa 70 Personen diesem schrecklichen Schauspiele beigewohnt.

(Deutsche und amerikanische Nähmaschinen-Jndustrie.j Es wird den Lesern aus dem vorigen Jahre noch erinnerlich sein, daß über d e Prämiirung der N8H- maschinkn auf der Amsterdamer Weltautst'.llung zwischen der amerikanischen Singer- Manufacturing-Company und derConcordia", Verein deutscher Rähmaschtnen-Fabrikanten und -Händler, ein heftiger Kampf entbrannte. Es handelte sich um die Frage, ob die Origtnal-Singer-Maschinen, welche allgemein tm Handel sind, von den Preisrichtern zu Amsterdam piämttrt seien, oder ob vielmehr nur neue, bis dahin in Deutschland noch nicht in den Hande! gelangte Maschinen der Singer-Compagnie eine Auszeichnung erhalten hatten. Das letztere hatte damals drr VereinConcordia" in seinen Kund- gebungen behauptet, als Antwort aus die maßlose R-clame, welche der Vertreter der Singer-Compagnie mit der Amsterdamer Prämiirung machte. Diese Polemik hat jüngst zu einem Nachspiel vor dem König!. Amtsgericht München I geführt. Dir Gerichtsverhandlung wirft auf die damaligen Reclamen des Herrn Netblinger ein eigenthümlicheS Licht. In ber Gerichtsverhandlung zu München hat Herrn Clemens Müller aus Dresden, Mitglied der deutschen Jury in Amsterdam, zu Protokoll erklärt, daß er nur die sogenannte Ring-Schiffchen Maschine zur Prämiirung vorgeschlagen habe, da die Singer-Maschinen älterer Conftruclion so grob und schlecht gearbeitet waren, daß sie sich zu einer Pi ämiirung n cht eigneten. In den Motiven des Münchener Urtheils ist ausgesprochen, es sei nachgewiesen, daß die unter dem Namen Originals Singer-Maschinen bekannten amerikanischen Nähmaschinen in Amsterdam nicht mSmttrt wurden. Auch in Holland hat eine Gerichtsverhandlung zur Aufklärung ber b züglichen Verhältnisse ein schätzbares Material geliefert. Die FachzeitungLa machine ä coudre, welche in Nymwegen erscheint, hatte seiner Z-it, als Herr Neidlmger ben großen Lärm wegen der Amsterdamer Prämiirung in Scene setzte, gleich derConcordia" die Partei der deutschen Nähmaschinen-Jnduftrie genommen. Die betreffenden Ver­öffentlichungen waren aus ber Nymwegener Fachzeitung in eine Anzahl ber gelefinften holländischen Blätter übergegangen. Die Anregung war von guter Wirkung. Un­gefähr 80 der bedeutendsten Näbmaschincn-Händler Hollands vereinigten sich mit dem Herausgeber berLa machine h coudre, Herrn P. I. Geritzen in Nymwegen, um den Kampf gegen die amerikanische Anmaßung zu führen. E n scharfer Ze tungskrieg entbrannte zwischen beiden Parteien und als dabei bte Singer-Compagnie so derbe Schläge erhielt, baß sie sich nicht mehr zu helfen wußte, griff sie nach bem alten Mittel unb fing einen Proceß an. Durch zwei ber hervorragendsten Rechtsanwälte Hollands vertreten, ging die Singer-Compagnie Herrn Geritzen zu Leibe unb forderte einen Schadenersatz von nicht weniger als 5000 Gulden. Der Fall kam am 16. Juni vor das holländische Gericht und die Singer Compagnie führte ihre Angelegenheit mit einer emer besseren Sache würdigen Geschicklichkeit. So hatte sich die Singer-Compagnie ein Aktenstück zu verschaffin gewußt, worin zwei Hauptautoritäten der Amsterdamer Aus­stellung erklärten, daß das Ehrendiplom ber Singer-Compagnie für alle Nähmaschinen ertheilt worden sei, welche sie ausgestellt habe. Doch das Aktenstück verfehlte gänzlich seine Wirkung. Der Anwalt des Beklagten legte bar, baß bteAutoritäten" ihre Be­fugnisse überschritten hätten, indem sie das erwähnte Aktenstück ausseitigten; denn bte betnffenbenAutoritäten" seien nur berufen gewesen, bie Ausstellung zu arrangtren, während dieselben mit dem Zuerkennen von Auszeichnungen gar nichts zu schaffen hatten. Die Prämiirungen waren einer internationalen Jury übertragen, deren Er­nennung durch die Regierungen der einzclnen beteiligten Staaten erfolgt war. Bei Ausfertigung der Diplome war ein Fehler vorgekommen, indem man übersehen hatte, ausdrücklich zu bemerken, daß sich die Drämiirung nur auf die Maschinen neueren Systems, nicht auf fämmtliche ausgestellten Masch neu der Singcr-Compagnie bezog. Auch bas von ben Vertretern ber Singcr-Compagnie beliebte Verfahren, schottisches Fabrikat als amerikanisches auf b'N Markt zu bringen, würbe in gebührender Weise gegeißelt. Das Endergebniß des Prozesses war, daß die Singer-Comvagnie mit ihrer Klage aboeroiefen unb in sämmtliche Kosten verurteilt würbe. Es ist eine be­kannte Thatsache, daß die deutschen Nähmaschinen in qualitativer Hinsicht weit über den sogenannten Origiual-Dingermaschinen stehen und daß die Produkte der deutschen Nähmaschinen-Jndustrie der amerikanischen Con- currenz das Feld im Zn- und Sluslande mit stetig zunehmendem Erfolg streitig machen. 5194

Literarisches.

Die Leser unseres Blattes au6 bem juristischen ©tanbr machen wir auf ein soeben bei Carl Btnbernagel in Friedberg nm aufgelegtes Opus aufmerksam, welches sich betitelt: Protokolle der Verhandlungen des ersten hessischen Gerichts-Accessisten-Tags. Es war tm August 1869, als sich eine lustige G'sellsckaft in Friedberg zusammmthat unb dort die bockw chtigen Verhandlungen pflog, welche in dem Protokoll; niedergel.gt sind. Die Theilnebmer desselben werden sick noch gerne der damaligen Zusammenkunft erinnern. Die VerlaqSyar.dluvg gibt, soweit ber Vorrath reicht, die Protokolle an Hetzen zu 10 Pfg., an Nichthessen zu 20 Pfg. ab.

Handel und Verkehr.

Limburg, 6. August. Rother Weizen «M 16 50, neu 16.30, weißer Weizen JL 16.20, Korn JL 11.90, Gerste <A 0.00, Hafer JL 8.30, Erbsen JL, Kartoffeln «X

Frankfurt, 6. August. Auf dem heutigen Markt kostete der Gentner Heu JL 2.502.90, Stroh JL 1.802.00, Eier das Hundert 4.605.00, Butter 1. Qualität JL 1.00, 2. Qualität 1.10, Kartoffeln (neue) per Gentner JL 2.753.50, Kohlrabi 45 H pr. St., Erbsen 100 Kg. 12.0016.00 JL, Rothkrant pr. St. 2530 Poularden X 00, Huhn 1.502.20, 1 Ente 3.004.00, 1 Taube 6000 H, Hahn vM 1.702.00, Gans X 40.00, Welsche X 712.

Zur gest. Beachtung

SchriMche Anfragen wegen AuÄvnfttzertch«-d«^ über Inserate k. kmmen 8* nur dann beantworten, wenn denseÄ-en eine Freim«ke tür bk Rückantwort belegt tTu Heber Inserate bezüglich bereu Offerten etniurwtoea sind, ist bie Gxp-bitten zu keinerlei Au-Zkunftserkheuuugen bettrgt. Offerterckriek sind forocit feine beftimmie« Abmachungen getroffen nunfcen m ber Ervedttttm adruhokn.

Temperatur am 7. August (Mittags zwischen 11 und 12 Uhr). Wasserwärme der Lahn 17° R. Lustwärme 21V? R. im Schatten.

Rübsameu.