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Italien.
Rom, 5. Januar. Um 2 Uhr sand die feierliche Ueberführung der LeiLe Victor Ernanuells programmmäßig statt. — Am Montag trifft hier Mukhtar Pascha, der Ueberbringer eines Handschreibens des Sultans an König Humbert, ein.
Krankreich.
Vari-, 5. Januar. „National" wie „Patrie" melden, der gegen- rvärtige Geschäftsträger in Peking, Semalle, kehre in Kurzem nach Frankreich zurück und der Gesandte Patenotre gehe demnächst nach Pekmg. Verschiede- neu Leitungen zusolge soll auf dem Stadthausplatze ein großes Protest-Meeting gegen die Vertagung der Municipalwahlen stattfinden. D^r „France zufolge würde eine weitere Tongking-Kreditsorderung von 30 Mill. Mitte Februar ru der Kammer eingebracht werden. *
England.
London, 5. Januar. Der heutige Cabinetsrath im Auswärtigen Amte beschäftigte sich ausschließlich mit der egpptischen Angelegenheit. Wie „Reuters Bureau" meldet, geht das Gerücht, englische Kriegsschiffe würden die Ordre erhalten, Positionen im Rothen Meere und im Suezkanal einzunehmen.
— Sämmtliche Cabinets-Mitglieder begaben sich wieder aus ihre Landsitze. — Eine Meldung des „Reutvrffchen Bureaus" sagt: Die Absendung englischer Truppen sei bisher nicht anbesohlen worden, jedoch sei Alles bereit, um binnen 8 Tagen 12,000 Mann einzuschiffen. — Die „Times" meldet: Madagassische Abgesandte, mit Vollmachten zum Friedensabschluffe versehen, sind in Tamatave eingetroffen. Madagaskar nimmt das Ultimatum Frankreichs an und tritt den nördlichen Theil der Insel vom Cap Ambre bis zum Cap Bellono an Frankreich ab.
Aegypten.
Kairo, 5. Januar. Die Garnisonen am Weißen Nil find in Khartum angekommen, wodurch die Truppenmacht von Khartum aus 6000 Mann erhöht wird.
Amerika.
New-Nork, 5. Januar. Dr. Eduard Lasker ist heute Nacht 1 Uhr am Herzschlag plötzlich gestorben. Lasker kehrte zu Wagen von dem Diner bei dem Banquier Seligmann zurück, als er vom Schlag getroffen wurde. Der Wagen hielt sofort. Seligmann, welcher ihn begleitete, half ihn aus dem Wagen bringen, wobei Lasker in seinen Armen starb. Der Leichnam soll einbalsamirt und nach Deutschland übergeführt werden.
(Eduard Lasker wurde am 14. October 1829 zu Jaroczin (Posen) von jüdischen Eltern geboren, studirte 1847 bis 1851 in Breslau und Berlin Mathematik und Rechtswissenschaft, wurde dann Auskultator und darauf Referendar am Berliner Stadtgericht. Nach Ablegung des zweiten Staatsexamens begab er sich aus drei Jahre nach England, von wo zurückgekehrt, er 1856 in den preußischen Staatsdienst als Referendar wieder eintrat; zwei Jahre später wurde er Affeffor am Berliner Stadtgericht. Die öffentliche Aufmerksamkeit lenkte Lasker zuerst durch mehrere staatsrechtliche und politisch-geschichtliche Abhandlungen auf sich. In das Abgeordnetenhaus trat er 1865 als Vertreter des vierten Berliner Wahlkreises ein und nahm seinen Sitz bei der Fortschrittspartei. Von da ab hat er immer im Mittelvunkte des parlamentarischen Lebens gestanden. Im Juli 1866 in Berlin wiedergewählt, gehörte er 1866 zu den Begründern und von da ab zu den Führern der nationalliberalen Partei. Im Abgeordnetenhaus vertrat er seit 1868 Magdeburg, von 1874 bis 1878 Frankfurt a. M., wo er aber bei den Neuwahlen dem demokratischen Candidaten unterlag. Seitdem gehörte er nur noch dem Reichstag an, in welchen ihn seit 1867 der zweite Meiningen'sche Wahlkreis entsandte. Die politische Glanzperiode Lasker's fällt in die ersten, Jahre nach Begründung des Norddeutschen Bundes und des deutschen Reichs. An den großen organisatorischen Gesetzen dieser Zeit ist er in hervorragendem Maße beteiligt gewesen. Schlagfertigkeit und Gewandtheit der Rede, Fleiß, Scharfsinn und Sachkenntniß verschafften ihm diesen Einfluß. Im März 1880 schied er aus der nationalliberalen Partei; nach der Secession des linken Flügels schloß er sich diesem, der sog. liberalen Vereinigung, an, mit welcher er mehr und mehr in die Opposition gegen die jetzige Regierungspolitik geriet!). Neben seiner politischen Thätigkeit sungirte er seit 1870 als Rechtsanwalt beim Stadtgericht, trat 1873 als Syndikus des Pfandbriefamtes in den Dienst der Stadt Berlin über und ward 1876 Mitglied des Verwaltunasaerichts In der letzten Zeit öfters kränklich, trat Lasker im vorigen Jahre eine Erho- lungsrelse nach Amerika an, von wo er zu der nächsten Reichstags-Session zu- ruckzukchren hoffte, als em unerwarteter Tod seinem Leben ein Ende machte). f c 5. Januar. Nach weiteren Mittheilungen über das Ab
leben Dr. Eduard Lasker's hatte derselbe das Haus des Banquier Seligmann ■nut einem Freunde verlassen. Beide gingen nebeneinander als Lasker plötzlich von emem starken Husten befallen wurde und strauchelte. Ein Vorübergehender war behulflich Lasker nach einem in der Nähe befindlichen Schuppen zu bringen wo derselbe aus Decken gelagert wurde. Ein schnell herbeigerufener Arzt fand nUrani? Iei*e Klagen und mußte bald danach das gänzliche
Aushoren deffelben constatiren. ö
Telegraphische Depeschen.
Wolff'- telegr. Eorrespondenr-Bureau.
10. roltb M b-r Graf von Paris am
m!ssi°n"bläultra7t°
Anderem das Resultat gehabt, daß d"r Vertwa » -Wtten unter
tonnt gemacht werden würde und fdnbl arof be-
Mörber b-r Chrift-N streng bestraft werb-n ir^atnbarfnen und bte
d°r Besetzung b-r Cftab-ll- von Hu- zuzustimm-a Der R-g-ntschastsrath sei geneigt.
Daring würbe heute Vorenglischen Regierung aus die 9iofc btr ^eonnth'fh.n6 Ä2 ^rnselben bte Antwort ber englische Regierung besteht daraus hnfc ^en Regierung vom 2. ds. mit. Die Nilkatarakt zurückgezogen werden. ' $ ' ^ruppen ppn ^artum bis zum zweiten
S o k 6 l e 4.
7. J-nu-r. Mus'» ZaS^Programmier «grijai gegeben vom Concer t v e rein, lleß in Vielseitigkeit und besonders die ge-
nur die Reichhaltigkeit desselben, sondern P Einen besUchenden Eindruck auf unsere dregene Wahl der Mcm mußte von vorn her n ernen^^^ anf den letztm Platz Musikfreunde ausüden. So iahen> wir dennlach v n V Ausführenden zu
gefüllt und lvaren Zeuge von reichen Beffallso^ationen, ^^^mann, die in erster Thetl wurden. Vor Allem war eS Fräul « w’JJ Sopranstimme, auögestattet mit Lmie die Palmen des ^enbä errang. ,d9 brei ßiebervon Schubert, Brahms sympathischem Timbrr 'LiÄ? erscheinen und trug der Künstlerin bei
und Rubinstein im vortheilhafteslen W g unfer uneingeschränktes Lod ein. ttk “ä ® .“SÄ-
UM?rAn h7e D9Reidibdt seines Anschlaars und seelenvoller Wiedergabe der ßnmnnnnend? S n b I er$un b 371 iä r d) en ) von Raff im höchsten Grabe überraschen. Wie wM^e^b?est/or?ginelle, von "ebenem Zauber burchwehte Märchm, in dem man G-M-r Kobold- unb Eis-n bald im mitten, bald im luftigen Durch-tuand-r zu finden vermeint ui errablen, lauschig, anmuthig unb herzergreifend.
fSerr r i Bassermann war als Violinist bestens bemüht, mit dem Ensemble iu wetteifern unb hatte auch manchen beachtenswertben Treffer. S3tr barten konihmdie Sonatt^moll) von Rubinstein, die vele^Schönheiten besond^Sim 3 und 4. Satz in sich birgt; bann Rich. Wagner s Albumblatt, ferner ein EMtstückchen von Pepper, Elfentanz genannt, und Aach's allbekannte Air, sowie Variatwnen und Finale aus Beeihonen's Kreutzersonate. — Daß im spanischen Liederspiel die Romanze. „Der Contrebandtste" wegblteb, konnten wir nur bedauern.
Vermischte-.
Butzbach, 4. Januar. (Fluchtversuch.) Aus dem LandeSzuchihaus Marien- schloß" »ersuchte am Samstag ein Gefangener zu entspringen. Es gelang ihm, über das Dach in daS Magaz n zu kommen, wo er sich in „Civil umkleidete und den Blitzableiter hinab zu klettern suchte. Hierbei wurde er aber bemerkt und, nach vergeblicher Aufforderung zurückzukehren, wurde ein Schuß auf ihn abgefeuert. Hierauf trat er denn schleunigst den Rückzug an. w _ z
X In Hopfenrath's Erben, dem auch hier aufgeführten Volksstücke, äußert der Bmterhäadler DabelsteM zur Frau Blumberg, der ehemaligen Theaterchortstin, daß sie ihm auf der Bühne immer als eine billige Frau erschienen sei. „Warum?" fragt diese. „Weil S^e so wenig anhatten". Dieses „Soweniganhaden" hat kürzlich eine ungarische Soubrette, Ilka Palmay, illuftrirt. Sie stellte sich dem Psbltkum in einer Toilette vor, die kaum mehr mit dem bescheidensten Schneidermatze gemessen werden konnte. Die emancipattonssüchtige Künstlerin, welche offenbar den bekannten Satz: „Der Rock macht nicht den Mann" auch auf daS weibliche Geschlecht aus- zudehnen bestrebt war, trug lediglich eine rothe Perücke, einen Schleier und einen seidenen Gürtrl. Alles Uebrige war Tricot- Als die Soubrette sich in diesem ätherischen Zustande dem Publikum zeigte, riß mit dem Gürtel und dem Schleier der schöne Wahn entzwei unb beträchtliche Entrüstung machte sich in bcn Zwischenakten laut Sämmtliche Budapester Blätter riefen die costümschme Sängerin in sehr scharfem Tone zur Kleiberorbnung.
Einge^anvr.
Die Lanbwirthe, welche im Bereiche der beiden Oberhessischen Eisenbahnen wohnm und sich bei Errichtung einer Zuckerfabrik an ber Gießen-Gelnhausener Bahn zu betheiligen beabsichtigen, wollen wir nicht verfehlen, darauf aufmerksam zu machen, daß die größere ober geringere Entfernung von dem Platze der zu erbauenden Fabrik für die Theilnehmer keinen Unterschied macht, weil in den Rübenlieferungsbedingungen vorgesehen ist, daß alle Rüben (auch später Rückstände) bis zu 8 Kilometer Entfernung auf Kosten des Lieferanten zur Fabrik zu liefern und auch ebenso die Schnitzel zurückzuholen sind, während die Effenbahnfracht bezüglich aller Entfernungen über 8 Kilometer die Fabrik übernimmt. - Es bleibt sich demnach gleich, ob ein Rübenbauer 10 ober 20 und mehr Kilometer zur Fabrik entfernt wohnt, wenn nur eine Eisenbahnstation zum Einladen nahe genug liegt.
Wildenbruch'sche Drama: Theaterfreunde.
Die Theater-Direction wird höflichst ersucht, das Der Mennonit" noch einmal aufzuführen.
Mehrere
Handel und Verehr.
ßÄr9R' t5' 3°»!,'^ Kruchtprcise.) W-iz-n M. 19.30, Korn 16.49, Kartoffel U4 000®“ " ** 14,2°' ®rbfen "* 00-00- 8ein M 27.00, Samen JL 00.00, „ 5 Januar. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu
^^00-4.00, Stroh m 3.20-3.50, Eier bas Hunbert 5 60-9 60 Butter
73!) Ueber die H8he der Kosten, welche die Einrücknng einer Anzeiee in eine °o7 derreAnnonnJnD 8ioh nionJals .eben, wenn men
jnsÄ? aS ä
Erfabrongen und gründliche,
Hepertoit der vereinigten Staöttijeater ju Frankfurt a. M Dienstag ben 8. Januar: £ a?m Z"*’““®*
Slbonnement° gtmäJiBte'$rei“Z' 3 Uhr: Struwwelpeter. Außer
Donnerstag den 10. Januar: Aida.
Freitag ben 11. Januar geschlossen.
Abonnement. ^Ermäßigte ^etf^' AbenbsVuhr^ L atme“ mWeIpeter* ^uß-r
Sonntag den 13. Januar: Walküre * 8afmc'
Dienstag ben 8. Januar: FWn"?"""'
Mittwoch ben 6. Januar: Götz von Gerlicbino^
Donnerstag den 10. Januar geschlossen "
in 3 M-n von I. Bc?um"T-xtÄ R^G-n^^ MM? v"°n°^c^? 3i60m' °Perdt< Samstag ben 12. Januar: Narciß AntaVa 7 ng, 31 Strauß.
Sonntag b-n 13. Januar: GStzZ»Mtn?°n.
Npost-lgesch. 2,32-37, Rärm u'm an n? E-lnkind-rschul-: Bibelstunde.
Samstag, den
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