Ausgabe 
7.9.1884 Zweites Blatt
 
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in dieser Nurttmer befindliche Inserat besonders aufmerksam.

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Das durch diese Firma beschäftigte Personal zählt schon nahe an 150 Personen.

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Das Versandt-Comptoir der Harzer KLsefabrik zu Wernigerode a. H. hat sich durch Lieferung von nur ächten* und sauberem Fabrikat einen Weltruf erworben. Wir können daher nicht umhin, unsere Leser zu bitten, sich durch einen Versuch von der Vorzüglichkeit dieser Waare zu überzeugen und machen auf das sich

deS Punzen Heinrich von Chartres etrmi "

zu^pflücken^ ^Gleich^b^etm Austritte^ aus dem Walde auf das nackte Gebirge stürzte Prinz Koburg etwa 16 Meter tief die steile Felswand herab; er fiel mehrere Male auf, brach das Schlüsselbein und zog sich mehrfache tiefe und gefährliche Verwundungen der Sckädelhaut zu. Leider ist, wie das ärztliche Parere lautet, eine Fissur der Schädelbasis nicht ausgeschlossen. Der Prinz von ChartreS stieg sofort zu dem Schwer­verletzten nieder; er schrieb einen Zettel an die Angehörigen, in welchem er um Hül e bat, und eilte dann zu dem inzwischen bewußtlos gewordenen Cousin zurück. Die Herzoge von Jotnville und ChartreS verfügten sich in Begleitung zahlreicher Träger sofort auf den Unglücksplatz, wohin auch Dr. Favarger rasch folgte. Der verunglückte Prinz wurde auf eine tmprovisirte Tragbahre gelegt und mühselig herabgebracht. - Nach Aeußerungen des Professors Btllroth, der telegraphisch Herbetgerufen wurde, ist Hoffnung auf Genesung des Verletzten, dessen Allgemeinbefinden sich gebessert hat,

aus. Sie hat nunmehr auch Spanien in ihren Bereich gezogen, wo sie eben­falls sehr heftig auftritt; so starben in dem Städtchen Novelda im Laufe weniger Tage 42 Personen an der Cholera. Daneben fordert die Epidemie auch in Italien noch fortgesetzt große Opfer und scheint jetzt besonders Neapel ein Hauptseuchenherd geworden zu sein; an einem einzigen Tage, am 2. Sep­tember, kamen daselbst 122 Cholerafälle, darunter 69 mit tödtlichem Ausgange, vor. Der Marineminister Brin und der Ackerbauminister Grimaldi sind nach Neapel abgereist.

General Wolseley und Lord Northbrooke befinden sich nun­mehr unterwegs nach Egypten, um die letzte Hand an die Expedition zum Entsätze Gordon's zu legen. Zu Weihnachten hofft General Wolseley mit der Expedition in Khartum einzutreffen und dies wird allerdings gerade die höchste Zeit sein, da bekanntlich Mittheilungen Gordon's vom vorigen Monate vor- liegen, nach denen sich Khartum nur noch vier Monate halten kann.

sVersorguvgs Ansprüche betreffend.) Die ,B.-Ztg." schreibt: Ja Folge des Kaiserlichen Erlöstes, wonach sehr bedürftige, durch den Krieg 1870/71 Beschädigte eine Unterstützung erhalten sollen, wird die Redaction mit Anfragen aller Art bestürmt, in welchen die Fragesteller über die Art und Weise ihrer vermeintlichen Ansprüche durch d.'N Briefkasten Aufklärung wünschen. Es dürfte daher angebracht sein, an dieser Stelle unseren Abonnenten, welche sich in ähnlicher Lage befinden, die Umstände mit- zuthetlen, unter welchen eine Geltendmachung von Versorgungs-Ansprüchen Aussicht auf Erfolg bietet. Versorgungs-Ansprüche können ohne Rücksicht auf die Zeit gellend gemacht werden, wenn die Invalidität nachgrwtesen wird 1) durch eine im Kriege erlittene äußere Dtenstbeschädigung oder Verwundung, 2) durch die während des activen Militärdienstes im Kriege oder im Frieden überstandene contagiöse Augenkrankheit. Versorgungs-Ansprüche können innerhalb 3 Jahren nach dem FriedenSschluste gellend gemacht werden, wenn die Invalidität als veranlaßt nachgewtesen wird durch eine im Kriege erlittene DienstbeschSdrgung. Versorgungs-Ansprüche können innerhalb s:chK Monaten nach der Entlassung geltend gemacht werden, wenn die Invalidität als ver­anlaßt nachgewiesen wird durch eine Im Frieden erlittene Dtenstbeschädigung. Im Allgemeinen sind jedoch VersorgungS-Ansprüche vor der Entlastung auS dem acttvrn Dienst anzumelden; die vorstehend aufgeführten Fälle sind nur Ausnahmen von der allgemeinen Regel. Jede Beschädigung, auf Grund welcher nach der Entlastung An­sprüche erhoben werden, muß tn der Regel durch dienstliche Erhebungen vor der Ent­lassung aus dem acttven Dienst feftgestellt sein. Nur tn dem Falle, wenn Ansprüche auf Grund einer im Kriege erlittenen inneren Dtenstbeschädigung innerhalb 3 Jahren nach dem Frtedensschluß geltend gemacht werden, ist es gestattet, die Dtenstbeschäatgung noch innerhalb der obigen Frist festzustellen. Behaupten Theilnehmer an einem Kriege innerhalb der dem Friedensschluß folgenden 3 Jahre, im KriegSverhältniß eine äußere Dtenstbeschädigung erlitten zu haben, ohne daß die Beschädigung vor der Entlastung festgestellt worden ist, so wird der betr. Anttag, wenn für diese Behauptung innere Wahrscheinlichkeit spricht, dem KriegSmtnisterium vorgelegt. Nach dem Vorstehenden dürfte Jeder, welcher Ansprüche auf Jnvaltden-Versorgung zu haben glaubt, tn den Stand gesetzt siin, die Hlnlängltchkeit seiner Ansprüche bezüglich der tnnezuhalteuden Termine zu prüfen. Wir bemerken zum Schluß noch, daß alle zur Erlangung von Jnvaliden-Beneficlen etnzuschlagenden Schritte durch die Landwehr-Bezirkscommandos anzubahnen sind.

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Berlin, 2. September. Wie bereits erwähnt, werden herumziehende Zigeuner­banden zu einer wahren Landplage der ländlichen Bevölkerung und es sind sogar Ge­suche um Verbannung dieser Banden auS dem deutschen Reichsgebiet an daS Reichsamt deS Innern gelangt. Inzwischen werden aber die gesetzlichen Mittel zur Verhütung von Ausschreitungen angewandt. Da, wo sich Zigeuner irgendwo vergehen oder den Versuch machen, die Gesetze irgendwie zu verletzen, sollen die Gensoarmen und Poltzei- beamren auf die Thäter fahnden, sie im Betretungsfalle festnehmen, dem nächsten Amts­gericht zuführen und die nächste Staatsanwaltschaft sofort auf schnellstem Wege benachrichtigen.

Aus Magdeburg, 31. August, wird der »Magd. Ztg." berichtet: Heute früh hat sich beim Bespann-Exercteren der ersten Batterie des Magdeburgtschen Feld- Arttllerie-Regtments Nr. 4 auf dem Felde zwischen Cracau und Prester ein schreckliches Unglück zugetragen. Bet einer in scharfer Gangart auSgeführten Schwenkung der Baiterte stürzte bas Stangensattelpferd des vierten Geschützes mit seinem Retter, dem in Folge dessen das eine Rad der Protze über den Rücken fuhr. Außerdem schlug daS Geschütz um und das Geschützrohr rücküber, wodurch einem auf der Protze sitzenden Kanonier der Kopf zerschmettert wurde, so daß derselbe augenblicklich tobt war. Drei andere Kanoniere erlitten noch Arm- oder Beinbrüche und sonstige Verletzungen. Die Schwerverletzten wurden sofort in das Garnison-Lazareth geschafft.

Frankfurt a. M., 1 September. Vier Sachsenhäuser Einwohner, zwei Metzger, ein Wirth und ein Barbier, machten gestern eine Landparthie. In Soden überkam sie der Gedanke, sich als Rennoerein zu constituiren und in optima forma ein Handicap auszuführen. Die nöthigen Gäule in Form von Eseln waren bald gesunden auch der Preis, der dem Sieger werden sollte, wurde festgesetzt und zwar in Gestalt eines Nachtessens. Der Wettlauf ging ganz trefflich unter dem Beifall der Menge von Statten. Die Langohren zeigten, daß sie ausgeruht waren und liefen wie besessen nach dem Ziel, dem BatzenhäuSchen. Doch es ging nhe auf der Rennbahn am Forst­haus. Auf dem halben Wege fing der eine Grauschimmel an zu bocken und warf seinen Reiter so heftig ab, daß derselbe kopfüber auf die Erde flog und noch einen Tritt dazu erhielt. Dsr Andere kam gleichfalls kopfüber herunter; kurz vor dem Ziele legte sich der Esel deS Dritten nieder und wälzte sich mit seinem Reiter im Chaussee­staub. Der öterte, der den dicken Wirth trug, kam am Ziele als Sieger an. Der Preis, daS Nachtessen, bestand leider nur tn trockenem Handkäs mit einer halben Maß Aepfelwein, worüber der Sieger nicht umhin konnte, seiner Enttäuschung lebhaften Aus, druck zu geben.

Aussee, 30. August. Die Blätter bringen nunmehr Einzelheiten über den Un­fall, welcher den Prinzen Josef von Sachsen - Coburg bet Besteigung der Trtsselwand betroffen hat. Der junge Prinz machte mit Erlaubntß seiner Großmutter in Begleitung

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Gras-Versteigerung

Mittwoch d. 10» September,

Vormittags 8 Uhr ansangend, soll das diesjährige Grummetgras von den dem Marienstist Lich zu­stehenden circa 100 Morgen Wiesen in dm Gemarkungen Lich, Nieder- u. Oberbessingen versteigert werden.

Der Anfang ist hinter dem Kirch­hof an der Straße nach Grünberg.

Lich, 3. September 1884.

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