frei befördert, sofern die Eigenschaft der Sendung als Postsparsache auf der Aufschrift erkennbar gemacht worden ist.
Die Beamten der Postverwaltung haben dis im Pofisparkassendienste zu ihrer Kenntnitz gelangenden Thatsachen gegen Dritte geheim zu holten-
Soweit das gesammte einem Sparer zustehende Guthaben den Betrag von einhundert Mark nicht übersteigt, kann eS nicht abgetreten oder verpfändet werden. Dasselbe gilt für eine Pfändung wegen Geldforderungen mit Ausnahme der im § 749, Abs. 4, der Cwilproceßordnung bezeichneten, sowie mit Ausnahme derjenigen Ansprüche, welche darauf beruhen, datz der Sparer sich durch Aneignung des eingezahlten Betrases rechtswidrig bereichert habe. Die Uebertragung, Verpfändung und Pfändung eines Guthabens kann mit Rechtswirksamkeit gegen Dritte nur unter Aushändigung des Sparkassenbuchs erfolgen.
Die Postverwaltungen könne» einzelne Postanstalten vom Sparkassendienst oder von Theilen desselben ausschließen.
Die weiteren Paragraphen, bemerkt das oben genannte Blatt, betreffen die Verwaltung und Kontrolle des aus den Spareinlagen gebildeten besonderen Fonds, deren zinsbare Anlegung und Verwaltung des Fonds unter der oberen Leitung des Reichskanzlers und der fortlaufenden Aufsicht der ReichSschulden Commission durch die Verwaltung des Reichs-Jnvalibenfonds erfolgt. Die letztere wird mindestens durch ein vom Kaiser auf LebenSzLit zu ernennendes Mitglied verstärkt. — Diese Bestimmungen zu kennen, würde für die Beurtheilung des Entwurfs besonders wichtig sein.
Lokale-.
G. Gießen, 5. November. ^Sterblichkeit in Gießen.] Die Sterblichkeit blieb auch während der Woche vom 26. October bis 1. November eine geringe, es kamen nur 5 Todesfälle zur Aufzeichnung. Ein Kind starb in den ersten Lrbenswochen an angeborener Schwäche, ein Kind von V/2 Jahren an Bronchienentzündung. Von Erwachsenen starb eine Person an Lungenödem, eine an Lungenschwindsucht, bei einer dritten konnte die Todesursache nicht festgestellt werden.
Gießen, 5. November. [Soncert-J Am Montag den 10. d. Mt8. steht unendlich wieoer ein Concert bevor, welches um so freudiger begrüßt werden dürfte, da die eaison morte eine lange Pause auf dem Gebiete der Musik mit sich brachte.
Um nun dem mustkliebenden Publikum etwas Näheres mttzutheilen, wollen wir dasselbe mit den einzelnen Mitwtrkenden deS ConcertS bekannt machen und nennen in erster Linie Fräulein Helene Hoffmann, die durch ihre vorzüglich ausgebildete Stimme, die junge Dame ist eine Schülerin der Herren Prof. Jul. Stockhausen und Muflkdtrecior Kniese, schon in Mannheim, Frankfurt, Speter und anderen Städten überraschte und von Seiten der Presse die schmeichelhafteste Anerkennung fand. Ihre Schwester Fräulein Marie Hoffmann ist im Besitze einer wohlklingenden, ausgiebigen Altstimme, welche, unterstützt durch klare und deutliche Aussprache deS Texte«, auf den Hörer stets einen angenehmen Eindruck macht und werden daher auch die Duette, welche den Schluß deS in Aussicht stehenden Concert- bilden sollen, zu ihrer vollsten Geltung kommen, da dieselben von zwei ebenbürtigen Partnerinnen zu Gehör g bracht werden.
Für den instrumentalen Theil sind zwei jugendliche begabte Künstler gewonnen, die ebenfalls alle« aufbieten werden, um das Interesse des Auditoriums rege zu erhalten. Herr Edmund Parlow, Sohn des bekannten CapellmeisterS Albert Parlow in Kreuznach hat den Clavierpart übernommen, während Herr Wilhelm Renk, ein fleißiger Schüler Coßmann's durch gediegene Cello-Vorträge erfreuen wird.
Wir verfehlen nicht, ganz besonders auf dieses Concert htnzuwetsen und fühlen uns zu der Annahme berechtigt, daß jeder Musikfreund nach so langem Ver- waistsetn des Concertsaales in der Sonnenstraße sehnsüchtig auf einen musikalischen Genuß wartet.
Das Concert beginnt um 5 Uhr AbendS. Der Billetoerkauf findet in der Wtlh. Rudolph'schen Musikalienhandlung statt. y.
Vermischtes.
Heuchelheim, 5. November. Verflossenen Sonntag fand dahier unter lebhafter Betheiligung der ganzen Gemeinde die Einweihung eines neuen Schulhauses statt. Ja langem Zuge gingen die festlich geschmückten Kinder sammt den übrigen Festtheilnehmern (Vertreter der Kreisschulcommtssion, Or!S- und Schulvorstand, Baumeister, Bauhandwerker und Gesangvereine) vom alten Schulhaus vor daS neue, wo zunächst die schwungvolle Wetherede durch den Großh. Kreisschulinspector Herrn Büchner gehalten wurde. Auf diese folgten, abwechselnd mit Gesangsvorträgen der einzelnen Schulk assen und der Gesangvereine, Ansprachen des Herrn Pfarrers B r t e g l e b und deS Lehrers Schneider, sowie die Schlüsselübergabe von dem Baumeister an den Bürgermeister.
Das nunmehr eröffnete Schulhaus umsaßt 2 Schulsäle und 2 Lehrerwohnungen- dasselbe ist äußerlich tu sauberen Ktnzenbacher Verblendsteinen aufgeführt, im Innern aber durchgängig den modernen Anforderungen entsprechend und recht zweckmäßig eingerichtet, wobei insbesondere die neuen eisernen Schulbänke mit Klappsitzen asffaflen.
Das Schulhaus ist von Herrn ÄreiSingenieur Gnauth erbaut und soll sammt allen Nebenanlagen nicht über 29000 JL kosten; in seiner stattlichen Erscheinung muß dasselbe der ganzen Gemeinde zur Ehre, manch anderer Gemeinde aber »um Vor- hilde dienen.
Lauterbach, 30. October. Es ist Niemand so klug, er findet immer noch Einen, der ihm „über" ist. Die Wahrheit dieses Satzes sollte dieser Tage ein in um» liegenden Kreisen bekannter Geschäftsmann erfahren. Derselbe hatte einem Bauer auf Borg eine Kuh verkauft, konnte ober trotz eines obsiegenden UrtheilS gegen benfelbm weber in den Besitz deS Geldes für dieselbe kommen, noch durch Pfändung, da die Kuh das einz'ge Stück Vieh des Käufers, also unpfändbar war, sich dieselbe wieder aneignen. Nun mußte ein schlaues Stückchen helfen. Unter allerlei Manöoern wurde bann bem Bauer eine alte Ziege als Geschenk in bie Hände gespielt und nunmehr staub der Pfänbung ber Kuh nichts mehr tm Wege, wozu denn auch ber Verkäufer unverwetlt schreiten ließ. Aber wer beschreibt sein Erstaunen, al« er nun wieder al8 einriaes Stück Vieh die Kuh oorfaub. Die Ziege hatte man verspeist.' 30
Darmstadt, 3. November. In Anbetracht der traurigen Lage, in ber sich so Manche Lehrerin befindet, die Jahre lang treu und eifrig ihren mühevollen Beruf auS- geüdt hat, ber aber bie zu solchem Wirken nothwenbtge Kraft unb Gesunbheit ganz oder für eine gewisse Zeit verloren ging, haben sich hessische Lehrerinnen und Freunde der Sache, dir ein Herz für bie Arbeit, Sorge unb Mühe bieses StanbeS haben. ent- schlosfen, einen Verein hessischer Lehrerinnen zu gründen, ber vorläufig seinen Sitz in Offenbach hat. Dieser Verein bezweckt, ein Lehrerinnenheim zu schaffen unb auch solchen Lehrerinnen, die e3 bedürft'g sind, an Bade- und Kurorten oortheilhafte Betz ngungen des Aufenthalts zu gewinnen. Ein provisorischer Vorstand hat einstweilen die Statuten dieses Vereins entworfen, um sie einer demnächstigen Generalversammlung BeratHuna vorzulegen. Der Verein roenbet sich an bas Herz ber Eltern unb bie Dankbarkeit Derjenigen, bereu Klnber ein gutes Theil ihrer Erziehung unb Bildung freuen Lehrerinnen verdanken, wie überhaupt an edle Menschenfreunde und bittet sie
Wne SBeflrebungen unterstützen, fei es durch außerordentliche Mitgliedschaft, sei eS sonst durch Beiträge, Schenkungen, Stiftungen rc.
Mainz, 29. October. Gestern Abend beim Scrutinium fand sich in einer Urne ein Zettel mit folgendem Berschen vor:
Da streiten sich die Leut herum, Ob Philipps, Racke, Görz. Ach, wählet doch von Vollmar b’rum, Unb wär's auch nur zum Scherz. Bezahlen müßt Ihr alldiewetlen, Wählt schwarz Ihr oder roth, B«8 Keiner mehr was hat zu theilen Als nur noch trocken Brot.
5Ä' 29. October. In Folge höherer Verfügung sind am vergangenen Samstag verschiedene junge Leute, welche sich der Militärpflicht auf unrechtmäßige WI: Zu entziehen »ewußt batten eingezogen worden. Das gleiche Schicksal ereilte auch den Sohn eines D'oschkenbesttzers welcher nach Marburg in das Bataillon des 80. Regiments eingereiht wurde. Die Verhaftung geschah so überrumpelnd, daß die XÄ ,anben- ,6rc suchen ^Wetten zu
außerordentlichen Profeffor ernannt worden war, in Erfüllung einer angemeinen gesellschaftlichen Anstandspflicht, allen Professoren der medicinischcn Facultät und darunter auch bem Geheimrath Dubois-Reymond einen Besuch gemacht. Geheimrath Dubois,Reymond hatte darauf bie Karten oes Professors Schweninger demselben mit bem auf benfdben gemachten Vermerk: „Zurück von Geheimrath Dubois", zurück- gcsch'ckt. Professor Schweninger schickte in Folge dieser ihm angethanenBeleioigungen einen Bekannten zu Geheimrath Dubois, welcher an den letzteren Namens be8 Professors Schweninger zunächst das zwiefache Ersuchen stellte: Erstens den Besuch bes ProftfforS Schweniger zu erwidern, zweitens ihm eine schriftliche Erklärung zu geben, worin Geheimrath DubotS fein Vorgehen bebaute mit dem Htnzusügen, daß ihm die Absicht, den Profissor Schweninger zu beleidigen, fern gelegen habe. Nachdem Geheimrath Duboiß abgelehnt hatte, diesem zwiefachen Ersuchen zu enffprechen, wurde ihm seitens des Beauftragten des Professors Schweninger die Frage gestellt, ob er Genugthuung auf dem in solchen Fällen üblichen Wege zu geben bereit wäre. Auch dies lehnte Geheimrath DubotS ab. Auf die Frage, welche Gründe ihn dazu bewogen, bemerkte er, daß er in seinem Alter unb seiner Stellung keine Veranlassung habe, sich einem Duell auszusetzen. Darauf erklärte ber Beauftragte des Pi ofessors Schweninger Namens desselben, daß Professor Schweninger den Geheimrath Dubois fernerhin nicht mehr als einen Ehrenmann anfeben könne.
Witzenhausen, 28. October. Gestern Nachmittag gegen 2 Uhr wurde d!e hiesige Stadt und Umgegend von mehreren starken Gewfttern Überrascht. Eins derselben entlud sich in dem 7 Km. von hier entfernten Dorfe Kleinalmerode. Daselbst schlug der Blitz in den Ktrchthurm, zerstörte total die Ktrchenorgel, nß mehrere Steine aus dem Mauerwerke, zertrümmerte die Fensterscheiben und fuhr tu daS in der Nähe stehende Schulhaus, in welchem gleichzeitig ber Lehrer Valentin Müller Schule hielt. Zum Glück erfolgte nur ein kalter Schlag. Von einem panischen Schrecken ergriffen,, eilten bte Schulkinder theilweift zur Stubenthür und theilweffe zu den Fenstern hinaus auf bte Straße. Der Lehrer Valentin Müller stand aber ba, wie vom Blitze getroffen unb meinte bte bitterlichsten Thränen. Hat ber Lehrer nicht baS Recht, insofern ein Gewitter im Anzuge ist, die Schulkinber sofort nach Hause zu schicken? Oder: Warum wird nicht dafür gesorgt, daß auf den Schulhäusern Blitzableiter angebracht werden? Was für ein Jammergeschrei hatte eS geben sollen, wenn der Blitz zwischen die 80—120 Schulkinder gefahren wäre? (0. Z)
— AuS Minden, 31. October, schreibt man der „Wes-Ztg": „Vergangene Nacht ist ein doppelt verschlossener Raum auf der benachbarten Eisenstelnz-che „Victoria" unter Aufwendung großer Gewalt erbrochen unb ein daselbst lagerndes Quantum Dynamitpatronen tm Gesarnmtgewtcht von 95 Pfund gestohlen worden. Begreiflicherweise erregt das manche Gcmüther nicht wenig. Die Sicherheitsbehörden haben sofort nach erstatteter Anzeige die sorgfältigsten Recherchen nach den Dieben und dem Dynamit angestellt, biS heute Abend ober weder die Ersteren entdeckt, noch den Verbleist des gefährlichen Sprengmaterials ermittelt. Die Nachforschungen werden aufS Eifrigste fortgesetzt."
— Auf eine sehr speculative Idee ist ein im Osten Berlins wohnender Restaurateur gekommen. Derselbe zeigt fett einiger Zeit seinen Gästen durch ein Plakat an, daß sie bei Entnahme von Speisen und Getränken gratis rafirt werden. Die Folge hiervon ist, daß jenes Lokal schon in den Morgenstunden von Gästen, welche sich ihres überflüssigen Bartwuchses entledigen wollen, stark besucht wird, unb bte Kellner, sämmtlich gelernte Barbiere, vollauf zu thun haben. Da es nicht möglich ist, sofort ben Wünschen aller biefer Gäste gerecht zu werden, so sieht sich bie Mehrzahl derselben veranlaßt, beim Glase Bier zu warten, bis bte Reihe an sie kommt.
Weimar, 1. November. (Behördliches Einschreiten gegen die Trunksucht.? Der Gemeindevorstand in Weimar hat folgende, für die Bewegung gegen die Trunksucht wichtige Verordnung vom 12. Juni erlassen:
»In der Anlage überreiche ich Ihnen ein Verzetchniß derjenigen hier wohnhaften Personen, welche in Folge deS übermäßigen Genusses von Branntwein in ihren Er- werbsveryältntssen zurückgekommen sind, den Alimentationsverpflichtungen ihren Angehörigen gegenüber in ungenügender Weise Nachkommen unb in angetrunkenem Zustanbe wiederholt polizeiliches Einschreiten verursacht haben.
Das Verabreichen von Branntwein an diese Personen wird Ihnen hiermit untersagt und dabet ausdrücklich bemerkt, daß tm ZuwiberhandlungSsalle auf Grund des § 53 der Gewerbe-Ordnung die Zurückziehung »er zum Ausschank bezüglich zum Kleinhandel von Spirituosen erteilten Concession bei dem Großh. Herrn Bezirksdirector beantragt werden wird, da in bem Verabreichen von Branntwein an derartige Schnaps- trinker eine Förderung der Bölleret erblickt werden muß "
Der Verordnung ist ein Verzetchniß derjenigen Personen, welche in Folge des übermäßigen Genusses von Branntwein in ihren Erwerbsoerhältnissen zurückgekommen sind, nach Namen, Stand unb Wohnung betgefügt.
Aus Bayern, 30. October. Am 28. b. Mt8. stieß, wie aus Traunstein ge- melbet wirb, der Königl. Förster von Höglwerth tn der Nähe der „Stisseralm" auf den als gefährlichen Wilderer bekannten Dtenstknecht Stützinger von Anger. Da der Wilderer sofort das Gewehr auf den Förster anlegte, so that Letzterer ein Gleiches feuerte und schoß seinen Gegner tobt.
— In ber Schweiz ist ein Gesetz über Weinfabrikatton in Kraft getreten. Die Lokale, in denen die Wetnschmtereret geübt wird, müssen künftig ein Schild mit der Aufschrift: „Wctnfabrik" tragen. Sie stehen unter staatlicher Aussicht und zahlen für jedes Liter Kunstwein eine Steuer von 2 Centimes. Im Handel müffen alle Fässer, Flaschen unb Verkausslokale mit ber Bezeichnung „Fadnc.rter Wein" versehen werden.
Aus ber Pfalz, 30. October. In Lanbau fanb vorgestern Abend ein Pistolenbuell zwischen bem Premierlteutenant Deckelmann vom 18 Infanterieregiment und bem dortigen Arzt Dr. Stöpel statt. Beim ersten Kugelwechsel blieb der Oifizier tobt auf bem Platze. Ein am Abend vorher ftattgehabter Streit beim Kartenspiel wird al- bte Ursache bes Kampfes bezeichnet.
Kiel, 29. October. Die „Undine" ist vollständig wrack. DaS Rettungswerk bauerte 6 Stunden und war beschwerlich, ba der Vorstrand überflutet war. Die Corvette „Hansa" soll morgen zur Hülseletstung abdampfen.
Kiel, 30. October. Heber bte Strandung ber Brigg „Unbinr" entnehmen wir bem Privatschretben eines dänischen Beamten, welcher als Augenzeuge auf der Strand- ungSstelle zugegen war, folgende Einzelnheitcn: „Am Montag gegen Mittag gewahrte man vorn Strande aus eine große Brigg, die sich augenblicklich tn höchster Noth befand. Das Schiff manööertrte mit großer Geschicklichkeit, der Versuch aber, von den südlich von Agger befindlichen Riffm abzukommen und nach Norden abzuhalten, um freie See zu gewinnen, scheiterte; der au8 Südwest rasende Oikan und haushohe Sturzwellen beschleunigten die Katastrophe. Nachdem die Masten gekappt, war der Rumpf ein Spiel ber Wrllen unb wurde gegen 6 Uhr auf Strand geworfen. Die Rettungsmannschaften fanden sich kurz daraus mit dem RettungSapvarat am Strande ein unb begannen ihr beschwerliches RettungSwerk. Die erste Rakete verfehlte ihr Ziel, mit der zweiten Rakete aber wurde das Rettungssetl an Bord gebracht. Es dauerte mdeß stundenlang, ehe die Rettungsleine am Bord befestigt wurde; die Schiffbrüchigen sagten später aus, man habe das Seil bet ber herrschenden Dunkelheit erst gegen Mitternacht entdeckt. AIS die Rettung Morgens 7 Uhr beendet, erboten sich einige Fuhrwerksbesitzer, bte Schiffbrüchigen nach dem 6 Meilen entfernten Lenwig zu bringen. Capitän CochinS aber bestand darauf, daß die Besatzung in Agger bleiben sollte. Könne sie nicht in den Fischerbütten untergebracht werden so müsse sie auf freiem F Ide compiren." So weit unser dänifchrr Gewährsmann. Ein Theil der Besatzung der „Undine" rst heute hier etngetroffen, bie übrige Besatzung ist für Bergungsarbeiten in Vrstervig zurückgeblieben. Die Corvftie „Hansa" ging heute von hier nach der Strandungsstelle ab.. Die „Undine" ist vollständiges Wrack, doch können vielleicht noch Geschütze, Munition unb Inventar geborgen werden.
Moskau, 29. October. Die Papiere, welche bei den wegen ber Studenten- Unruhen verhafteten Personen öorgefunben wurden, deuten auf eine systematische Organisation der Krawalle. Auch an anderen Universitäten, besonders in Kasan und Petersburg, sollten solche Krawalle infeenirt werden. Die eigentlichen Letter derselben sind nicht Studenten.
— Die Herstellung von Häusern, fertig zum Zusawmensetzen, hat in den 93er» einigten Staaten großen Aufschwung erfahren durch maffenhafte Bestellungen au8 Brasilien und Argentinien. In ber neugegrünbeten Stadt La Plata in Argentinien sollen allein 1500 solcher in den Vereinigten Staaten gefertigter Häuser stehen.
— sEifenblechgeschirre zu reinigen.] Ist ein Gefäß von Eisenblech lange auf bem Feuer gebraucht, so verwandelt sich seine weiße Farbe in eine schwarze. Zur Reinigung deffelben gibt die „Fdgr." folgende Vorschrift: Man mische Holzasche mit gewöhnlichem Del, so daß eS eine Art Brei bildet. Mit diesem bedeckt man nun.


