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nicht beigelegt und schon wird eine neue Streit-Affaire zwischen ihr und den Mächten signalisirt. Die türkische Regierung beabsichtigt, für alle aus Varna, der Donau, aus Odessa, Brindisi und Triest kommenden Schiffe eine lOtägige, für die Provenienzen aus den französischen Mittelmeer-Häfen sogar eine 15tägige Quarantäne anzuordnen. Sie wollte die neuen Maßnahmen dem internationalen Sanitätsamt in Konstantinopel zur Prüfung unterbreiten, zugleich aber dem­selben sieben türkische Aerzte beigeben. Da indeffen die fremden Delegirten des Sanitätsamtes, ausgenommen die spanischen und englischen, die Mitwirkung dieser Aerzte zurückgewiesen haben, so erklärt jetzt die Pforte, sie werde die Quarantäne-Maßregeln ausführen, ohne sie den Delegirten erst vorzulegen, welches brüske Verfahren bei den Mächten schwerlich angenehm berühren wird.

In den chinesischen Küstenplätzen giebt sich wieder eine gewisse Erregung gegen die dort lebenden Europäer kund. In Foutchou landete daher die englische CorvetteChampion" ein Detachement Marinesoldaten und das englische KanonenbootMerlin" ist bei dem dortigen Fremden-Quartier statio- nirt worden-

ßrrgkarrd.

London, 2. August. Unterhaus. Der Premier Gladstone theilte mit, daß die Conferenz den Zweck, zu dem sie berufen war, nämlich ein Arrangement bezüglich der finanziellen Angelegenheiten Egyptens zu treffen, verfehlt habe. Die englische Re­gierung habe die Beschaffung der erforderlichen Mittel für die nothwendtgen Ausgaben der egypttschen Verwaltung bezweckt, habe aber nicht einem Plane zustimmen können, dessen Ausführung mit einer guten Verwaltung Eqyptens unvereinbar sei. England habe auch den Inhabern von egypttschen Obligationen eine möglichst gute Position sichern wollen und der Conferenz verschiedene Pläne in dieser Hinsicht vorgelegt. Die Ansichten der Venreter Englands und der Frankreichs gingen indessen auseinander, da England keinen Plan accepttren konnte, welcher nicht gewisse Vorkehrungen für die nothwendtgen VerwaUungSkosten traf. England habe vorgeschlagen, die Lasten auf die Einkünfte in folgender Weise zu verthetlen: 1) Priorität für die neue Anleihe von 8 Millionen, 2) Dividenden der anderen Schuld mit Reductton der Dividende um IVr pCt., 3) egypttsche Verwaltungtzkosten tm Betrage von 51/* Millionen. England sei damit einverstanden gewesen, daß dieser Plan versuchsweise auf 3 Jahre eingrsührt und dann nochmals einer Conferenz unterbreitet werden. Heute habe nun Frankreich seine endgültigen Vorschläge vorgelegt, nach welchen die egypttschen Einkünfte in folgender Ordnung belastet werden sollten: 1) die neue Anleihe und die privilegtrte Schuld. 2) die unifictrte Schuld mit vollen Dividenden der beiden Schulden; 3) die egypttschen VerwaltungSkoften. Falls dann noch ein Ueberschuß sich ergeben würde, so sollte derselbe der egypttschen Regierung zur Verfügung stehen; sollte sich indessen ein Deficit Herausstellen, so sollte die Deckung desselben nach gemeinschaftlicher Berathung zwischen der egypttschen Regierung und der StaatSschuldencommtssion erfolgen, welche letztere ihre Maßregeln einstimmig beschließen, andernfalls die betreffende Sache an die Conferenzmächte verweisen sollte. Die englische Regierung hab- diesen Plan ohne Weiteres beanstandet, da derselbe eine größere finanzielle Verwirrung Hervorrufen würde als je und der Schuldencommtssion unstatthafte Befugnifie einräumen würde. Die Conferenz sei zwar fehlgeschlagen, habe aber doch gewisse Resultate erzielt; die Mächte hätten sich über die erforderlichen Lasten EgypttnS verständigt und substantiell hinsicht­lich der nöthigen Anleihe. Dann sei auch die Idee beseitigt worden, daß England eine internationale Controle, ähnlich einer Dopvelcontrole, vorgeschlagen habe. Italien und die Türket hätten die Ansichten Englands unterstützt, Rußland, Deutschland und Oester­reich hätten sich geweigert, Angesichts der Meinungsve« schiedtnh.it Englands und Frankreichs ihre Meinung auszusprechcn. Das Fehlschlagen der Conferenz lege der Regierung die Verpflichtung auf, die egypttsche Frage weiter zu erwägen. DaS jetzt schwebende englisch-französische Abkommen habe weder für Frankreich noch für Eng­land bindende Kraft. Obschon aber diese unseligen Differenzen entstanden seien, würdige die Regierung doch den Geist der Versöhnltchkest, welchen die französische Regierung hinsichtlich des Abkommens gezeigt habe. 41 0 0

August. Kreise Gießen kamen im Monat Juli 4 Erkrankungen Scharlachsteber zur Kenntniß der Medictnalbehörde, welche in den Gemeinden D Heuchelhetm und Londorf sich ereigneten; davon 1 mit lödtlichem Ausgang. Von Diphtherie wurden 9 Erkrankungsfälle angemeldet, von welchen 3 auf Bellersheim »afbiÄti in einem W."' S)aubtinßt"' 6unßcn ""d Lollar,fallen; löbtltd)

2. Wahl der Commission für die Gewerbesteuer.

CTM8^TTUn6 beS Reichsgesetzes über die Krankenversicherung der Arbetter.

5. Die |örbe0tunanbefcmSnel'n 8oße"äuoien füc Abfälle.

6. Die Feier des 2. September.

~ ^Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner im Jahre 1886. Beschaffung von Jsoltrräumen. v

Anlegung von Wiesen im Heegstrauch. .

Den städtischen Wasenplatz betr.

RS*»8^tx6^bermelfie(8 2°u«s Petri in. um käufliche U-b-rlassuug städtischen Geländes. °

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Lokales.

Bietzen, 5. August. In der heute Vormittag stattgehabten Wahl wurde Herr Rechtsanwalt Metz mit 26 Stimmen zum Landtags-Abgeordnetm der Stadt Gießen erwählt. 6 Stimmen erhielt der seitherige Vertreter der Stadt, Herr RechtSanwalt Dr. Muhl.

Gießen, 5. Auaust. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sttzung am Donnerstag den 7. August 1884, Nachmittags 4 Uhr. 0

1 und^Kapst^renterffteuer^ ^MbringS-Commisston für die Einkommensteuer

Desgleichen des Photographen Philipp Uhl.

Desgleichen des Bauunternehmers Heinrich Adami.

14. Gesuch des Wirths Christian Haubach H. um käufliche oder tauschweise Ueberlassung städtischen Geländes. w

5b-ss-Iben um Erlaubnlß jur Benutzung einer städtischen Böschung.

16. Die Veräußerung des StephanSwegs. B

* «« «

19 Mlaubni§<8 SlmmermelScr6 Laurich Ruckstuhl I. dahier um Bau-

20' Zff-rt- des Kunstgärln-rs Karl Deines dahier wegen Abtretung von G-lande.

21. Die Erbauung eines Schulhauses für die Mädchenschule.

22. Herstellungen an der Brücke über die Wteseck in der Bahnhofstraße.

23. Ausbau der Schützenstraße. B

A Verwerthung der Fichten- und Tannenzapfen tm Gießener Stadtwald.

25. Die Parzellenvermessung.

26 Kostendecreturen.

Paris, 4. Aug. DerFigaro" veröffentlicht ein Manifest des Prinzen Napoleon, in welchem dieser gegen die Versammlung des Congresses protestirt und die Berufung einer constituirenden Versammlung fordert.

Paris, 4. August. Seit gestern Morgen bis heute Morgen 10 Uhr stvd in Toulon 4 und in Marseille 16 Personen an der Cholera gestorben.

Von heute früh bis zum Abend ist in Toulon kein neuer Cholerafall vorgekommen; in Marseille starben 3 Personen, in Arles eine Person an der Cholera.

Versailles, 4. August. Die Nationalversammlung ist heute um 1 Uhr zu- famoienfletreten. Der Präsident Leroyrr schlug die Annahme der Geschäftsordnung der Nationalversammlung von 1871 en bloc mit Vorbehalt von Abänderungen vor. Nach einigen heftigen Unterbrechungen auf der Rechten und Linken wurde der Vorschlag des Präsidenten angenommen. ö

,, London, 4. August. Unterhaus. Auf Anftage erklärt Fitzmaurice, eS fei zweifelhaft, ob da« gegen da« Hausiren der Juden in Rumänien erlassene Edikt mit dem Artikel 44 des Berliner Vertrages im Widerspruch stehe. Darüber, ob eS wahr sei, daß die Juden verhindert seien, Rumänien zu^oerlassen, werde die Regierung Er­kundigungen einz'ehrn. v »

Gladstone theilt mit, die Regierung habe einen wichtigen Schritt hinsichtlich Egyptens in Aussicht genommen, er hoffe ihn morgen ankündigen zu können. Er will auch morgen einen Crevit für eine egypttsche Expedition zum Entsätze Gordon's bean­tragen, für den Fall, daß eine solche nothwendig würde.

. _ "7, Die Morgenblätter heben hervor, daß durch Den Mißerfolg der Conferenz das englisch-französische Abkommen bezüglich Egyptens anuulltrt sei und daß England seine Actionsfceiheit in Egypten wiedererlangt habe.

- DieDaily NewS" sagt, England müsse jetzt die Verantwortlichkeit über­nehmen, welche daS Vermäcktniß von Tel-el-Kebtr sei. DieTimes" hofft, die Re­gierung werde mit Muth und Festigkeit handeln.

o ar 4' August. Ein officieller Bericht vom 2. August Mitternachts biS

August Mitternachts dementirt das Vorkommen der Cholera in Villafranca (Verona), ^®t.c i" Voretta (Bologna) und fügt hinzu: In Cairo (Genua) verliefen von drei Cholerafallen zwei tödtlich. Der dritte ist in Besserung. Zwei neue Fälle sind hinzu­gekommen. In Pancalieri (Turin) drei neue Fälle, aber kein Todesfall. Die äahl aller b!S jum 2. August bort stattaehabten Erkrankungen beträgt 24, in Villafranca (Piemont) wurde heute ein neuer Cholerafall gemeldet.

~ r ~ DieAgenzia Stefani- theilt mit, der italienische Vertreter auf der Londoner Conferenz hab- vor dem Schluffe derselben erklärt, daß Italien durch die seitens seine, Bevollmächtigten während der Conferenz ausgedrückten Anschauungen sich für die Zu­kunft in seiner ActionSfreiheit nicht gebunden erachte. $

Brüssel, 4. August. Die Bürgermeister von Brüssel und Antwerpen haben die Mitglieder aller liberalen Gemeinderäthe des Landes zu einer hier abzuhaltenden Versammlung eingeladen, um über die geeigneten Mittel zur Be­kämpfung des neuen den Kammern von der Regierung vorqeleaten Schulgesetz- Entwurfs zu berathen.

Telegraphische Depeschm.

Wossf'S UUfit* Torresporrveirr-Bvrearr.

Dad Gastein, 4. August. Se. Maj. der Kaiser Wilhelm stattete gestern nach dem Gottesdienste der Gräfin Lehndorff und der Gräfin Grünne einen kurzen Besuch ab. Nach dem Diner, zu welchem keine Einladungen ergangen waren, machte Se. Majestät eine Spazierfahrt nach dem Kötschachthal. Heute Morgen 9 Uhr traf die Großherzogin von Weimar hier ein und nahm im Hotel Straubinger Absteigequartier.

Berlin, 4 August. DiePost" veröffentlicht das Handschreiben des Kaisers an Bötticher, erlassen bei dessen Ernennung zum Domherrn. Darin heißt eS: Es hat mir zu besonderer Genugthuung gereicht, daß der Gesetzentwurf über die Unfall­versicherung nach eingehenden Verhandlungen die Zustimmung des Reichstags gefunden bat. JH legte auf das Zustandekommen dieses wichtigen Gesetzes um so größeren Wetth, al« damit zugleich ein wesentlicher Theil des in meiner Botschaft vom 17. November 1881 ausgestellten wirthschaftlichen Programms zur Erfüllung gelangt. Zur Erreichung dieses Zieles haben Sie in anstrengender, unermüdlicher Arbeit durch ernste, sachgemäße Vertrelung des Entwurfs in hervorragendem Maße beigettagen, daß c8JnhVtn.93ebürfnt6 A 3bnen für die ersprießliche Tätigkeit meinen Dark und meine Anerkennung auszusprechen."

, ~ DieNordd. Allg. Ztg." bemerkt gegenüber derTimeS": Deutschland

auf dn Conferenz nicht bloS die finanziellen Interessen seiner BondholderS in der egtzprffchev Frage sondern auch seine Beziehungen zu ben übrigen europäischen Mächten Auge zu behalten. Daß England diesen Satz auf sich selbst nicht angewendet habe, dürfte eine Hauptursache deS Mißerfolges der Conferenz bilden. England habe Deutsch­land, Oesterreich, Italien, Rußland gegenüber sich in identischer Form ausgesprochen um einen Druck auf Frankreich auSzuüben, zweifellos in der Erwartung, daß dieselben eS sich zm Ehre rechnen würden, die englischen Kastanien auS französischem Feuer Neiguna ö cI bie -Norddeutsche" weiß, zeigte keine der genannten Mächte hierzu

BreSlau, 4. August. Der 15. Anthropologen-Congreß ist heute eröff­net worden. Oberpräsident v. Seydewitz begrüßte die Versammlung Namens der Staatsbehörden, Ober-Bürgermeister Friedensburg Namens der Stadt. Dr. Virchow legte die Zwecke und Ziele des Congresses dar. Auf der Taqes- in £irqu§ mor$en ein Vortrag Schliemann's über seine Ausgrabungen

Breme». 4 August. Die Pauzer-Corvett-nSachsen", Bauern", ^Württemberg" undBaden" sind heute Nachmittag von Wilhelmshasen in der Meeresmündung eingetroffen, um Angriffs-Manöver auf die dort befindlichen Forts auszuführen. Die heute Morgen aus Geestemünde ausgelaufenen 5 Kanonenboote nehmen an dem Manöver Theil.

. Bern, 4. August. Bei der heutigen Feier des 50jährigen Jubiläums der hrefigen Hochschule wurden zu Ehren-Doctoren ernannt von der theologischen Fakultät: Prof. Kneuker, Prof. Rick« in Heidelberg; von der medicinischen Fa- kultät: Tollin in Magdeburg, Prof. Ladenburg in Kiel und Mckiger in Straß- bürg: von der juristischen Fakultät: der Prioatgelehrte Bischofs in Boston

Die internationale Conferenz zur Berathung über internationale Schieds­gerichte ,st heute im Bundespalaste durch den Bundesrath Ruchonnet eröffnet worden. Die Conferenz ist von etwa 70 Theilnehmern besucht, unter denselben befinden sich neben mehreren Deutschen auch Delegirte aus Kopenhagen und Parts.

sTurnertschess Der Gl-ß-n-r Turnoerein, einer her älteften Vereine Gießens, feierte am vergangenen Sonntag, den 3. Auaust er in Wenzel s Localttäten sein 38jähriges Bestehen und wenn es sonst auch nicht zu den Aufaaben d-s V-r-ln« gehört glänzende Festlichkeiten zu begehen, so glaubte e?dLch an dem Tage seines 38. Geburtstages eine Ausnahme von der Regel machen zu dürfen? um öffentlich zu bekunden, daß ein reger turnerischer Sinn und ein frisches Leben sich in ihm vo^ ^bstprogramm bot denn auch in geselliger und turnerischer Beziehung reiche Abwechslung an schönem und Gediegenem. w 6 M 8

Nachmittags 2Vz Uhr zog der Verein geschlossen mit Genossen von den Nacbbar- vereinen Gl^nberg, Lich, SoCar, Wetzlar und Wieseck von dem Sammlungsort Oswald'« Garten nach dem Festlokal Wcnzel'S Garten (Hotel Bellevue). Hier anactommen nmrbe con ca. 100 Turnern eine Anzahl Freiübungen durchgeführt; kaum warm beendet, als -In Gewitter über uns her zog und drohte, dgs ganze Fest zu vttnlchtn, denn fing an zu regnen und Alles flüchtete in die Localitäten. Nach Verlauf einer fnnnf? Sonne schien uns freundlich entgegen und

konnte von da ab das Fest, programmmäßig durchgeführt werden.

vi.^§^ ^h"ipp Uhl bestieg die Rednertribüne und begrüßte als erster Sprecher «ff h?, FAversammlung mit einigen trefflichen Worten und wie«

h^ar9»n6 ÄerlcI!c bob besonders rühmend hervor, daß der ! ^abn§ unentwegt hochgehalten und e« stets für zu"pflegm^ dst^cht gehalten habe, den echten Geist der turnerischen Bestrebungen b^ GesnngSabtheilung ein Chorlied mit Musikbegleitung, und begann alsdann das Turnen.

Ä* Wettturnen (in volksthümlichen Geräthen, Freihoch- und Stabhochsprung, Frei»