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reichhaltiges Lager von Möbeln aller Art als Siln« ^^»mmer-Einrichtungen, sowie Pianinos und LiaiV-»' schranke von renommMen Firn,en zu billigen Prüfen imb ,m£ @"S.
und daß sich dieser Act unter völliger Zustimmung Rußlands vollzogen, ist kaum geeignet. bezüglich der friedlichen Zukunft der Balkanlander beruhigend zu wirken. Es zeigt sich auch bet diesem Anlaste, daß Rußland keine Gelegenheit versäumt, um für diese unglücklichen Länder stets frischen Zündstoff in Bereitschaft zu halten für den Fall, daß seine Expansionsgelüste sich vom asiatischen Schauplatze wieder nach Europa wenden sollten und für die Befriedigung derselben die Jnscentrung eines neuen türkischen Kriegs nothwendig wird.
Rußland benutzt sitzt den Niedergang des englischen Ansehens, welcher sich in Egypten in so trauriger Weise kundgtbt. um in Asien bis an die Thore Indiens oor- zudringen. Die russische Fahne ist jetzt nur mehr zehn Meilen weit von Herat auf- gepflanzt und der mit Afghanistan abzuschließende Handelsvertrag wäre nur eine Etappe zu einem weiteren Eindringen in die englische Machtsphäre. Zur Zeit Lord Palmerston's oder selbst DtsraeU's wäre dies genügend gewesen für eine Reihe von Unterhandlungen, die sehr leicht zu einem Ultimatum und zum Kriege geführt hätten; jetzt bat sich die Politik des britischen Reiches geändert; es sieht ruhig zu, wre sein nordischer Rivale sich den indischen Grenzen nähert; der Friede ist überall an der Tagesordnung. Leider ist es ein bewaffneter Friede, welcher nicht nur in unseren so gut geordneten Finanzen, sondern auch in Frankreich und Oesterreich das Deficit her- vorbringt. Dieses Deficit ist der wunde Punkt der Zeitgeschichte und Niemand wagt es, ihn zu berühren.
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gerettet wurden. Es war eine Katastrophe, wie sie bisher, so ist das allgemeine Uriheil, in Oberschlesien noch nicht zu verzeichnen war. Aber sie hatte auch einen Ausgang, wie vor ihr noch keine!"
— (Wichtig für Alle.j Ein Arzt von gutem Namen widmet Brustkranken und solchen, die es nicht werden wollen, folgende Merksprüche: Was Speise und Trank für den Magen, das ist eine reine Luft für die Lunge, was Gift für jenen, daS ist unreine Luft für diese. — Wie man den Magen nicht von der Lunge aus curtrt, so hilft es auch der Lunge nichts, wenn man für sie mit dem Magen einnimmt. — Frische Luft, ordentlich eingeathmet, ist das Lungen-Universalmittel. Der Lunge zu Liebe müssen wir unsere Haut zu Markte tragen, uns abhärten. Von der Lunge her kann man sich nicht erkälten, wohl ober erhitzen. — Weg mit dem Jeffrey'schen Respirator. — Die Thüren sind dazu da. daß sie geschlossen, die Fenster dazu, daß sie aufgemacht werden. — Ventilation und Zug sind zweierlei. — Kinder legen sich Nachts nur bloß, wenn die Schlafstube zu warm, kein Fenster offen ist. — Stickhusten kommt meistens von (Staubluft. — Nicki auf dem Wege zu ober von der Schule, sondern in der Schule werden die Kinder krank. — Tänzer bekommen Auszehrung nicht vom kalten Trünke, sondern von der heißen staubigen Luft und dem Schnürleib. — Briefträger bleiben gesund, weil sie sich immer in freier Luft bewegen; Stubenhocker werden brustkrank, weil sie das Gegeniheil thun. — Die Lungensckwindsucht hat sich die civilisirte Gesellschaft selbst zur Geißel aufgebürdet; nicht die Stadtluft, sondern die städtische Lebensweise erzeugt sie. — An Luftcur- und Brunnenorten wird man gesund, weil man beweglich und nüchtern lebt, draußen fleißig athmet, Wasser trinkt und badet. — Lungenschwindsucht ist heilbar, wenn der „Ganbibat" gleick eine Athmungs- und Be- • wegungscur gebraucht, nachher ist's oftmals zu spät. (Wer beweisen kann, daß der Mann unrecht hat, der thue es.)
— sVor Gerichts Der Vorsitzende redet den wegen begangener Körperverletzung wiederholt schon bcstraflcn Angekiagten in gemüthlichem Plattdeutsch an: „No, Hinrich, Du hast et doch dah'n?" — „Nee, Herr Amtsrichter, butmal nick." — „No, Jung'", fährt der Rtckter fort, „nu lüg' man nück' large: Du büst doch up dä Danzerie wesen, Hinrich, um Winnocht, nich wohl?" — „Jo, da bünn ick wesen " — „Noha, da hefte düssen hier" — auf den angeblich Verletzten zeigend — „mtt'n Beerschopprn feste up'n Kopp' slahn " — „Nee, Herr Amtsrichter, bat iS so wesen: Hei hat mit mi anfungen und da hebb' eck ihm blot mit Minen Daschenbank n’ hetten durch bat Gesicht Wischer, weiter rttx." — „Ja", sagt triumphirend der Richter, „roarte man, Dien Daschenbank, bat kenn' eck, Du Hümpel snuppst mit de Hand", und zum Actuar gewendet — „Herr Aciuar, schreiben Sie: Auf Grund des glaubwürdigen Geständniffes des Angeklagten wird derselbe in eine Gefängnißstrafe von 8 Tagen verunheilt.
— Mückenstiche sind bekanntlich eine sehr unangenehme Zugabe bei unseren Sommervergnügungen. Wir wollen deshalb von Neuem darauf Hinweisen, daß ein Tröpfchen Salmiakgeist, auf den Stich der Mücke geträufelt, den juckenden Schmerz bald lindert, denn was dem Stöckel der Mücke entfließt, ist Tanninsäure, die vom Salmiakgeist neutralisirt wird, wenn derselbe sofort in die Stichwunde eindringen kann. Ein kleines Fläschchen mit wenigen Tropfen des ja sehr billigen Salmiakgeistes ist leicht in der Tasche zu tragen und wird an manckem Sommerabend seine Wirkung thun. Außerdem ist ein mit Nelkenöl getränktes Stück Löschpapier, im Haar befestigt, ziemlich wirksam gegen die unangenehmen Stiche dieser lästigen Jnsecten.
S’clbl^rfettigtc lackirt? Möbel aller Art sind stets vorräthig und zu billigen Preisen zu haben bei 2215 Carl Steller, Schillerstrabe 9.
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C. Stückrath
§ Gartfeld - Ederstraße 8 und Wallthorstraße 21.
Auf Grund des § 40 des Statuts theilm wir hierdurch unfern Mitgliedern mit, daß der Zinsfuß vom 1. Juli er. ab auf (5% festgesetzt worden ist und zwar: 0 11 a ' ®
a- kür Beleihung von Werthpapieren, auch bei snccessiver Rückzahlung und "
b" Ar Wechsel nicht unter Mk. 100 mit drei guten Unter» 'chrrften, welche bei Verfall baar bezahlt und nicht prolonqirt werden und m Gießen oder an Orten zahlbar sind, die zum Giro- Verbände gehören.
6inSt8$nUnferer ®it0= und Jncasso-Genossen liegt auf unserem Bureau
Versteigerung schweif Gardinen & Stickereien.
Dienstag den 8. Juli 1884,
Nachmittags 2 Uhr, im Saale der Restauration Bramm (Neustadt)
Fortsetzung und Schluß der? Versteigerung aller noch verbliebenen Vorrätbe aus B e ck e r's Stickereilager:
Gestickte Vorhänge in Mull, Application und Tülle,
Gedruckte und gestickte Taschentücher div. Art, 4482
Glatter Mull, Gardinen rc.
Im Auftrag: Mütter.
NB. Von Montag früh an werden sämmtuche Waaren in obigem Lokale ausgestellt und aus freier Hand billigst abgegeben. Damen, welche die Versteigerung nicht besuchen wollen, belieben diese günstige Kaufgelegenheil zu beachten.
Verkäufe und Verpachtungen, Beiheiligungen, Stetten-Vakanzen re. werden am sichersten durch Annoncen in zweckentsprechenden Zeitungen zur Kenntniß der vez. Reflektanten gebracht; die einlaufenden Offerten werden den Inserenten im Orrginal zugesandt. Nähere Auskunft ertheilt die Annoncen-Expedition von Rudolf Moste, Frankfurt a. M-, Roßmarkt Nr. 3. Vertreter in Gießen: Heinrich Wallach, Marktplatz 8. - 3975
Vermischtes.
P.-A. Wiesbaden, 30 Juni. (XV. Mlttelrheirttschetz Turnfest.j Dergeschäfis- sührende Ausschuß Hot folgendes Programm festgesetzt: Samstag den 16. August: Abends 7 Uhr Begrüßung der Turner in der Frsthalle, Feier des 25jährtgen St'ftungss festes deS hiesigen (älteren) Turnvereins, Festcommers. Sonntag den 17. August: Vormittags Empfang der etntreffenben Turner. Mittags 12 Uhr Festzug. 2 Uhr Freiübungen, allgemeines Schauturnen, Turnen der Musterriegen. Abends Concrrt tu der Festhalle. Montag den 18. August: Vormittags 6V2 Uhr Begmn des Preis- turnens. Nachmittags 1 Uhr gemeinsames Mahl in der Festhalle. Abends 7 Uhr Preisvertheilung. 8 Uhr Concert in der Festhalle. Dienstag den 19-August: Schau- nnd Preisfechten. Ausflüge in die Umgegend. Abends Concert, Feuerwerk, bengalische Beleuchtung deS Festplatzes. Die Anmeldung der Festthettnehmer ist b'<S spätestens -um 1. August unter gleichzeitiger Einsendung von 2 JL für jeden Einzelnen an den Kassirer, Herrn Rentner Kock, Emserftraße 53, zu bewirken. Am Festsonntag soll im Interesse der Turnsache auf Grund der KretSsatzungen neben den Musterriegen»Turnkn ein allgemeines Riegen-Schauturnen stattfinden. Die Vereine, welche sich mit Riegen an letzterem zu bethelllgen beabsichtigen, wollen Mittheckung hiervon unter Angabe des betreffenden Geräthes bis zum 1- August an den Festturnwart, Herrn F. Heidecker, Schützenhofgasse 3, gelangen lassen. Wegen Erlangung von Fahrpreis-Ermäßigung auf den im Mittelrheir,kreis gelegenen Eisenbahnstrecken sind Verhandlungen eingeleitet.
— lieber das Rettungswerk in Schwientochlowitz wird der „Breslauer Zeitung" von dort unierm 27. v. M.. Abends 10 Uhr, noch gemeldet: „Soeben komme ich aus dem Schlafbause der Schwieniochlowitzcr Knappschaft, wo sämmiliche 43 geretteten Bergl.ute in ärztlicher Behandlung sind. In KönigshÜtte war das Gerücht verbreitet, daß zwei der Verschütteten ols Leichen ans Tagesttckt gefördert wären. An Ort und Stelle überzeugte ich mich, daß keiner derselben sein Leben eingebüßt bat. Das Allgemeinbefinden der Geretteten ist befriedigrnb. Viele traf ich schlafend, mit mehreren unterhielt ich mich. Es ist ticfergreifend, von ihnen zu hören, wie sie alle Hoffnung auf Rettung schon aufgegeben hatten, wie sie täglich zu Gott und ihrer Schutzpatronin, der deftigen Barbara, um Erlösung gefleht, w'e sie endlich, nach 6 Tagen, noch menschliche Stimmen hörten, die ihnen Errettung vom qualvollen Tode anfönbigten. Es ist unmöglich, die Semen zu schildern, die sich abfptelten, als der erste Verschüttete ans Li,ckt kam. Es blieb buchstäblich kein Auge tränenleer. Unter dem Eindruck des überwältigenden Ereignisses hielt Herr Oberbergrath von Ammon aus Breslau, nachdem der letzte Verschüttete gerettet war, eine tief zu Herzen gehende Ansprache. Herzlichen Dank bringe er Denen dar, die am Rettungswerke thätig waren, der innigste Dark aber gebühre dem Allmächtigen. Er bitte alle Anwesende und es hatte sich eine nach Tausenden zählende Menge etngefunden, das Haupt zu entblößen und in einem stillen Gebete der Vorsehung zu danken. Da mit einem Male erscholl, wie aus dem innersten Gefühl emporfteigend, der Lobgesang: Großer Gott wir loben dich, und in polnischer Sprache wiederholte sich dieser Chor. Es herrscht eine Freude im ganzen Hüttcnrevler, die man den Leuten von den Gesichtern ablesen muß.
Der Schulunterricht fiel natürlich aus. Die Katastrophe war kurz vor Beendigung b'r Schicht etngelrtten, weshalb sowohl der Proviant aufgezehrt, als auch das Del in den Lampen der Verschütteten nur bis Sonntag Nachmittag ausreichend war, obwohl man nur eine Campe brennen ließ und deren Licht jedesmal auf eine nächste übertrug. Seit Sonntag ohne Licht und nicht im Stande, sich über die Zeit ju orientiren, Glaubten sie, cs wäre gestern (Donnerstag), als sie gerettet wurden, erst Mittwoch. Die Verschütteten haben nicht so sehr an Hunger oder Durst gelitten, da M viel durchsickerndes Wasser zu trinken hatten, als durch die Kälte. Sie legten sich deshalb dicht zusammen, jeben Augenblick ihr Ende herbeiwünschend. Das Rettunäs- werk wurde mit unglaublichem Eif^r gefördert. Schließlich kamen alle benachbarten Feuerwehren, um durch ihre Schläuche frische Luft in den verschütteten Stollen zu pumpen. Die Umsicht und rastlose Thätigke<t mehrerer Herren wird überall laut gerühmt, so des Amtsvorstehers Kurek, des Landraths von Wittken, des Generaldirectors Scherbening, welche 17 bis 20 Stunden das RetiungSwerk förderten. Der Landratb fuhr die ersten Geretteten selbst in feinem Wagen ins Schlafhaus. Die Theilnahme an der glücklichen Errettung und die Anerkennung für die Hauplfördkrer des Rettungswesens ift eine allgemeine und freudige. Ein Loch von 300 Metern Länge, 2b0 Metern Brette und 10 Metern Tiefe, in dessen Grund schmutzig gelbes Koffer als ^e^rrest des großen Teiches steht, der die Ursache des traurigen Ereignisses war, öffnet sich dicht vor dem Holz-Hängeschacht, durch welchen die Verschütteten
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Gießen, 30. Juni 1884.
Gewerbebanlr?u Gießen, e. G.
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Vorsitzender des Ausstchtsraths.Vorstand. Ä '' 4445
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