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Telegraphische Depeschen.

töoifP» telegr. Eorrespondenr-Brrrean.

«ms. 3.lull. Zur Kaiserlichen Tafel waren gestern geladen der Großherzog und bie Gloßherzozin von Mecklenburg-Schwerin, sowie der Fürst und die Fürstin zu Wied. AvendS wohnte Seine Majestät der Kaiser mit den Großherzoglich Mecklen- Lurgtschen Herrschaften der Theatervorstellung bet, worauf die letzttren um 9 /,-Uhr per Ertrazug nach Gießen adretsten. Heute setzte Se. Mai- die Brunnenkur in ge- wohnttr Weise fort, erschien auf der Promenade und nahm später die Vortrage deS Hofmarschalls Grafen Perponcher, sowie des Chefs des Milstarkabtnets, General- lieuren^v.^Albedyll, ^tgegen.^ ^^g^her Zeitung" berichtet:Wir sind ermäch­tigt, die Mittherluagen derBasler Nachrichten" über den Empfang der Landstande im Schloss- zu Karlsruhe, welche in verschiedenen Zeitungen des Landes Aufnahme gefunden, als mit der Wahrheit im Widerspruche stehend und vollständig erfunden zu bezeichnen, soweit darin angebliche Aeußerungen des Grobherzogs wörtlich angeführt

3. Juli. Der Gesandte Bavter in Rom ist beauftragt, gegen die Ver­fügung zu reklamiren, daß von Deutschland nach Italien auf der Gotthardtbahn tran- sittrende Personenwagen an der italienischen Grenze wegen der Cholera zmückgehalten Werbel®<tti8, 3. Juli. Wie dieAgence Havas" meldet, legte bei dem heute Morgen abgehaUeneu Mtnlfterrath der Conserlpräsident Ferry den Ministern die aus China ein- g-gangenen Depeschen vor. Nach denselben spricht sich der Tsunglt-Yamen (aus­wärtiges Amt) über das Auftreten der regulären Truppen bet Langson nicht mißbilligend aus, sondern erklätt vielmehr, daß auf seinen Befehl die chinesische Armee Langson im Besitz behalten habe. Der Tsungli-Asmeu behauptet, entgegen den Bestimmungen deS Arl. 2 des Vertrags von Tientsin, welcher die sofortige Zurückziehung der chinesischen Garnisonen f-stsetzt, daß die Räumung der Grenzplätze von der definitiven Unterzeich­nung des Vertrags und der Regelung der Grenzen abhängig sei. Endlich weigert der Tsunglt-Yamen sich, die zwischen Li«Hung - Chang und Fournier getroffenen Verein­barungen, nach welchen die Räumung von Langson, Chatke, Caobang und Laokat innerhalb der Zeit vom 6. bis 26. Juni ftattfinden sollte, anzuerkennen.

Der Gesandte Patenotre hat Befehl erhalten, sich sofort nach Peking zu begeben^ $etfüßung be9 Polizeipräfekten ordnet an, daß alle Reisenden und Gepäckstücke aus Gegenden, die von der Cholera heimgesucht sind, ehe dieselben Paris betreten, innerhalb der Bahnhofe einer Destnfeciion unterworfen werden.

Die Abendblätter melden, daß in Paris eine Person an der Cholera nostras erkrankt, jedoch bereits aus dem Wege der Genesung sei. Dr. Hayem konstattrte, daß der Fall nur ein milder fei, wie es alljährlich während der Hitze in Paris vorkomme.

Marseille, 3. Jult. Seit gestern Abend sind drei Cholera - Todesfälle vor­gekommen.

Gestern fand hier eine Versammlung von Aerzten und Pharmaceuten statt. Der Vorsitzende erklärt, daß die Beunruhigung der Bevölkerung unbegründet sei, da die Sterblichkeit durchaus nicht die Zahl überschreite, welche bet Eintritt der starken Hitze die gewöhnliche sei. Man glaubt Grund zu der Annahme zu haben, daß ver­schiedene in der letzten Zeit vorgekommene Todesfälle irrthümlich der Cholera zuge- schrteben worden sind.

Die städtischen Behörden haben beschlossen, von der Illumination am 14. ds. Abstand zu nehmen und die dadurch fretwerdenden Mittel der nothleidenden Bevölkerung zuzuwenden.

Seit heute früh sind hier zwei Todesfälle an der Cholera vorgekommen.

Toulon, 3. Juli. Seit gestern Abend 7 Uhr bis heute Vormittag 10 Uhr sind hier 3 Vertonen an der Cholera gestorben.

London, 3. Jult. Die finanziellen Experten der Conferenz treten am nächsten Samstag zu einer Sitzung zusammen, da bis dahin wahrscheinlich die Prüfung der einschlägigen Fragen beendet sein dürfte.

Nach einem Telegramm derDaily News" aus Affuan vom gestrigen Tage verlautet daselbst, daß eine Abteilung der Aufständischen in einer Stärk- von zwölf­tausend Mann Debbah eingenommen und die dortige Garnison und die E nwohner, etwa 3000 Personen, medergemetzelt hätten.

Der französische Gesandte Waddington ist heute Vormittag nach Paris ge­reist, um, wie es heißt, mit dem Conseilpräsiventen Jules Ferry über die finanziellen Vorschläge der englischen Regierung bezüglich Egyptens nochmals Rücksprache zu nehmen.

Rom, 3. Jult. Die Kammer hat sich vertagt. Das JournalFanfulla" will wissen, daß der Papst an der Bronchitis erkrankt sei und in der letzten Nacht einen ziemlich starken Anfall von Asthma gehabt habe.

Rom, 3. Jult. Der Senat ist zum 5. Juli etnberufen. DerMoniteur" erklärt gegenüberFanfulla" der Gesundheitszustand des Papstes sei ein vortrefflicher.

Das Gerücht von einem Cholerafall in Livorno wird dementtrt.

Der allgemeine Gesundheitszustand ist im ganzen Königreiche ein sehr guter. Die im Lazareth von Ventimiglia als choleraverdächtig internirte Person be­findet sich wieder wohl.

Es ist angeordnet, daß die Reisenden auf den internationalen Bahnhöfen zu Luino und Chtaffo einer Desinfectton unterzogen werden.

Kairo, 3. Jult. Das Gerücht von dec Einnahme und dem Maffacre von Deb- bab wird offictell dementtrt.

Aus Ostasien liegen seit dem Ueberfall von Langson keine weiteren Nachrichten von Belang vor. Jedenfalls ist aber durch dieses Ereigniß bte militärische Lage der Franzosen im Norden von ^onkm wieder eine .^ml^ch precäre geworden und wird die oberste Armeeleitung sur längere Zett nicht mehr daran denken können, die in Tonkin stehenden franzostschen gruppen noch weiter zu vermindern. Ob aber General Mot eine Wiederaufnahme der militärischen Operationen im großen Style plant, ist in Anbetracht der heißen Jahreszeit mehr als fraglich.

7 ht 9vllar 3 in Steinbach, 2 in Heuchelheim und je 1 in Bellersheim und Muschm- beim' nur in einem Falle nahm die Krankheit einen tödtlichen Ausgang. Im gleichen Reitraum betrug die Zahl der angemeldeten Scharlacherkrankungen 8, wovon 6 in der

Stadt Gießen und je 1 in Groß-Linden und Daubringen.

Vermischte-.

Darmstadt, 2. Juli. Eine eigentümliche Ironie deS Schicksals, hier er- vräsenttrt durch die Polizei, hat es gewollt, daß bei der stattgehabten Revision der Schankgefäße in derVereinigten Gesellschaften", wo doch die Spitzen unserer hohen und höchsten Behörden täglich, nach deS Tages Last und Mühen zu verkehren pflegen, einige hundert Gläser, welche nicht den Vorschriften über das Eichwesen entsprechen, beschlagnahm Z.^JuU. Gestern fand in dem hiesigen Bahnhof der Rangierer Scheuermann einen gräßlichen Tod. Um eine Handbreit wäre er neulich beivahe fchon überfahren worden. Scheuermann wollte, nachdem er eine Weiche um gelegt, auf die Heranfahrende Locomotive .ausspringen, glitt aus und gerieth unter die Räder. Die Maschine fuhr ihm erst die beiden Beine am Knie ab, faßte bann den Rock und zog den Oberkörper nach, worauf dieser quer über den Leib ra zwei Hälften zerschnitten wurde. Der Tod erfolgte selbstredend sofort. Scheuermann hinterläßt eine Frau und iWii ^Fr^nkfurt a. M-, 28. Juni. Während der vorgestrigen Aufführung des Hergoltschnitzer" im Opernhause wurde die junge Frau eines Orchestermttgliedes plötz­lich von einer Ohnmacht überfallen. Sie wurde sofort in einer Droschke nach ihrer Wohnung gebracht, aber sie kam nicht mehr lebend dahin. Ein Schlaganfall hatte ihrem Leben ein Ende gemacht. Wir ärztlicherseits constatirt wurde, war die runge firau in Folge starker Schnürung gestorben.

Marburg, 3. Juli. Bei dem gestrigen Gewitter schlug Nachmittags gegen 3 Uhr der Bl'tz in das Wohnhaus der Wlltwe Löber in Ellnhausen und zündete, es gelang jedoch durch rasch herbeigeeilte Hülfe den Brand zu bewältigen, so daß nur ein xhell des Dachstuhls abbrannte. Der Brandschaden tft unerheblich. Die im Hause allein anwesende 43 Jahre alte Tockter der Wittwe Löber wurde vom Blitz betäubt und befindet sich in ärztlicher Behandlung. Fast zur gleichen Zeit schlug auch der Blitz in die Michelbacher Mühle und zündete in den Oeconomie-Gebäuden, die auch voll­ständig niedergrbrannt sind. DaS Wohnhaus allein ist vom Brande verschont geblieben. Der Schaden ist hier ein bedeutender, Menschenleben sind nicht zu beklagen, auch konnte sämmtliches Vieh, mit Ausnahme einiger Hühner, noch gerettet werden. Die benach­barten Gemeinden Michelbach, Kalbern und Sterzhausen waren mit ihren Spritzen rasch auf der Brandstelle und gelang es deren vereinter Thästgkeit, das Wohnhaus zu erhalten. In mehreren anderen Gemeinden hat das gestrige Gewitter Hagelschaden verursacht, namentlich in Betziesdorf, Bürgel, Moischt und Schröck.

Betziesdorf (KreiS Marburg), 2. Juli. Heute Nachmittag gegen V-4 Uhr entlud sich oberhalb unseres Dorfes ein schweres Gewitter mit Hagelschlag, welches in Reit von einer halben Stunde OUsaaten und Korn total vernicht.te; sehr stark be­schädigt wurde Weizen, Gerste, Hafer, Flachs, Erbsen, Kartoffeln, auch eine Anzahl Bienenstöcke. Der Hagel lag mehrere Fuß hoch und die Wassermassen haben ganze Strecken Aecker w-ggeschwemmt und mit Steinen zum Theil von mehr al8 einem Cubikmeter dick Straßen und Wege unfahrbar gemacht. Versichert gegen Hagelschaden sind nur wenige Landwirthe hier, was das Unglück um so größer macht.

Temperatur in Gießen.

Juni 1884.

Niederste + 2,5 «R.

Mittlere 4-10,92

Mittel früherer Jahre .... 4-13,18

1871 4- 10,60

Höchste 4- 22,0

Niederschlag an 13 Tagen .... 2,55 Par. Zoll.

im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 2,90

Kirchliche Anzeigen Her Stadt Mesters.

Evangelische Gemeinde.

G o t t e s d i e n st.

4. Sonntag nach Trinitatis, den 6. Juli. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Vormittags 9Vz Uhr: Professor Dr. Gottschick.

Kinderkirche: Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser.

Die Pfarr g e sch äste in der Woche vom 6. bis 12. Juli besorgt: Pfarrer Dingeldey.

Anmerkung. Die bei dem Gustav-Adolfs-Fest eingegangene Kollekte, betrug Vormittags in der Kirche 150 X 25 H, Nachmittags in der Nachversammlung 56 X 40 H, eine besondere Gabe 50 H, insgesammt 207 X 15 Hiervon be­willigte der hiesige Kirchenvorstand der evang. Gemeinde zu Weisenau 60 X, der evang. Gemeinde zu Schwanheim 20 X, der evang. Gemeinde zu Heppenheim 63 X 70 H und der evang. Gemeinde zu Dieburg 63 X 45

Katholische Gemeinde.

5. Sonntag nach Pfingsten.

Von 6 Uhr an: Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Commu- mon. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Andacht.

Gottesdienst in der Zynagvge.

r- Freitag Abend 7» Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag i Uhr, Samstag Abend 9 Uhr.

Lokales.

Gießen, 4. Juli. Im Verlaufe des Monats Juni I. I. wurden im Kreise Gießen 24 Erkrankungen an Rackrenbräune bekannt, wovon 10 in der Stadt Gießen,

Allgemeine

Liederkranz.

Samstag Abend 8*/2 Uhr: Fh.ilOSOph.en Wald

Concert und Tanz.

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geschnitten und in allen Dimensionen, per Cub.-Meter M. 40.,

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Bürger Gesellschaft.

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Am 4. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: 19V? R. Luftwärme 21°. N. RÜbsamen.

r Anzeiger.

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Verehrlichem Publikuni die ergebene Anzeige, daß ich die Wirthschast

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übernommen habe und werde Alles aufbieten, meine werehrlichen Gäste durch gute Speisen und Getränke stets zufrieden zu stellen. ?

Um geneigten Besuch bittet

hochachtend

1Ao7 . Haesauer,

' früher imDarmstädter Haus".

GesellschaftHeiterkeit4*.

Samstag den 5. Juli, Abends 9 Uhr:

Os deutliche Generalversammlung-

».-o.,,. . , im Bereinslocal.

Tagesordnung. Rechmmgsablage. Vorstandswahl. 4506

Der Vorstand.