Thiere.
oder
13 . .
bis
18 .
iterbe-
4480
■öfc 93 ein Logis - !• August bezieh: iten Stock.
Politische Ueberficht.
Gießen, 4. Juli.
Die Zusammenkünfte fürstlicher Persönlichkeiten pflegen im Allgemeinen kein nachhaltiges und großes Interesse zu erwecken, da dergleichen Ereignisse in der Gegenwart zu häufig geworden sind, als daß sie besondere Aufmerksamkeit erregen sollten. Etwas anderes ist es jedoch, wenn es sich um die Begegnungen der Herrscher mächtiger Staaten handelt und liegt es in der Natur der Sache, daß derartige Entrevuen sich zu Zeitereignissen ersten Ranges gestalten. So pflegt seit einer Reihe von Jahren sich der deutsche Kaiser alljährlich zur Zeit seines Gasteiner Badeaufenthaltes mit dem österreichischen Monarchen zu begrüßen und längst hat sich die politische Welt daran gewöhnt, in diesen Znsammenkünften der beiden Herrscher eine nicht zu verkennende Friedensdemonstration zu erblicken, die ihren Untergrund in der engen politischen Freundschaft Deutschlands und des Donau-Kaiserreiches hat. Auch in diesem Jahre wird wiederum eine Begegnung Kaiser Wilhelms mit Kaiser Franz Joses aus österreichischem Boden stattfinden und wenn auch der Zeitpunkt derselben noch nicht genau festgestellt ist, so läßt sich doch an diesem Faktum selbst nicht mehr zweifeln. Weiter kommt jetzt aus Danzig die überraschende Kunde, daß man daselbst anläßlich der in der Danziger Bucht gegenwärtig stattfindenden Flotten - Manöver neben dem Besuch des deutschen Kronprinzen auch denjenigen des russischen Kaiserpaares erwarte. Bestimmte Nachrichten über diese Entrevue liegen allerdings noch nicht vor, vielleicht darf man aber die Anwesenheit der Prinzen Wilhelm und Heinrich von Preußen in Danzig — zu welcher allerdings die Flotten-Manöver den äußern Anlaß bilden — als ein Zeichen betrachten, daß die Zusammenkunft des deutschen Thronfolgers mit den russischen Majestäten ernstlich geplant ist.
Zur Zeit nimmt die Postdampfer-Angelegenheit und die hiermit in Zusammenhang stehende Colonialsrage noch immer das Interesse weiter Kreise in hervorragender Weise in Anspruch. Aus allen Theilen sind zahlreiche, sich täglich mehrende, Kundgebungen zu Gunsten der Colonial-Bestre- bungen zu verzeichnen, die eine eindringlichere Sprache reden, als alle Tiraden gegen eine gesunde und maßvolle Colonialpolitik der deutschen Regierung. Be- merkenswerth ist, daß gerade die deutschen Seestädte mit der Politik der Herren Richter und Bamberger nicht einverstanden sind, während diese Städte doch sonst kräftige Stützen der oppositionellen Politik gebildet haben. Wir fürchten, daß die Vertreter der deutsch-freisinnigen Partei im Reichstage durch ihren Widerstand gegen die Dampfer-Vorlage einen schweren Fehler begangen haben, der sich bei den nächsten Wahlen bitter rächen dürfte.
Dem sächsischen Kriegsminister v. Fabrice sind anläßlich des goldenen Dienst-Jubiläums, welches er am 1. Juli feierte, zahlreiche Beweise inniger Theilnahme und ehrender Anerkennung zugegangen. Von König Albert wurde der Jubilar in den erblichen Grafenstand erhoben und durch Prinz Georg, dem commandirenden General des sächsischen Armee-Corps, erhielt er im Namen des Letzteren ein Ehrenschild und einen Ehrendegen. Von dem Allerhöchsten Kriegsherrn wurde Herr v. Fabrice durch ein huldreiches Handschreiben und die Verleihung des Schwarzen Adler-Ordens in besonderer Weise ausgezeichnet. Außerdem gingen ihm von der Kaiserin, dem deutschen Kronprinzen, sowie von sämmtlichen deutschen Fürstlichkeiten und Heerführern Gratulations-Telegramme zu.
Mit der Agnoscirung der Touloner Epidemie als eine mildere Form der asiatischen Cholera hat jene nunmehr einen hochernsten Charakter angenommen. Es ist hiermit wenigstens Klarheit in die Sachlage gekommen und dementsprechend haben nun alle europäischen Regierungen ihre Maßnahmen gegen die Seuche getroffen. Mit besonderer Spannung darf man der Touloner
Mzeigea.
•xSp*
in 6ieg@(;
>r inJ/Kie tie
1884'
l'S'-j*
s Zimmer auf so- chnhchtrabt 18. "6e~(«ünßürü5 :n bei 396ü
Reise des GeheimratM Sr. Koch entgegensehen, welche derselbe im Auftrage der deutschen Regie^png unternimmt, um die Epidemie in Toulon an Ort und Stelle zu studiren. Nach den glänzenden Ergebnissen seiner Cholera-Studien in Egypten und Indien steht zu erwarten, daß der berühmte Gelehrte uns auch über den Charakter der Epidemie vollständigen Aufschluß geben und daß er in Folge dessen auch die richtigen Wege zu deren erfolgreicher Bekämpfung angeben wird. — Was die officiellen Berichte über den Stand der Cholera in Toulon und Marseille anbelangt, so lassen dieselben ein Umsschgreifen der Cholera nur in sehr beschränktem Maßstabe erkennen.
Da» Interesse an den politischen Vorgängen in Oesterreich concentrirt sich jetzt auf die Landtagswahlen, die m dieser Woche begonnen haben. Am Montag haben die mährischen Landgemeinden gewählt und am folgenden Tage die Städte. Die Wahlen der ersteren ergaben den Verlust eines Mandates für die deutsche Partei, sodaß die Landgemeinden nunmehr durch 22 czechische und 9 deutsche Abgeordnete in der Brünner Landstube vertreten sein werden. Ueber den Ausfall der Wahlen in den Städten lagen bis heute noch keine Nachrichten vor, es ist aber nicht im Geringsten zu bezweifeln, daß hier die deutschliberale Partei den Sieg davongetragen hat. Da ihr auch im Großgrundbesitz infolge des Compromisses mit den Conservativen der Sieg sicher ist, so werden die Deutschen auch auf dem neuen mährischen Landtag die Mehrheit besitzen.
Von der Londoner Conferenz hat man seit ihrem Zusammentritt noch nichts wieder gehört und ist überhaupt die nächste Sitzung noch unbestimmt? Im Uebrigen scheinen hierbei wieder allerhand Jntriguen hinter den diplomatischen Coulissen zu spielen und heißt es namentlich, daß von russischer Seite „Ueberraschungen" geplant werden. Vorläufig werden demnach die Verhandlungen des englischen Parlaments noch die meiste Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Indessen sind die Erwartungen, welche von verschiedenen Seiten an die angekündigte Discussion des von der conservativen Opposition beantragten Tadelsvotums gegen das Cabinet Gladstone geknüpft wurden, getäuscht worden, indem es am Montag im Unterhause gar nicht zur Debatte über diesen Gegenstand gekommen ist. Die liberale Mehrheit beschloß, den Tadelsantrag erst nach Erledigung der übrigen Gegenstände der Tagesordnung vorzunehmen; sie hat also die Angelegenheit nicht für wichtig genug gehalten, um sie den sonstigen Punkten der Tagesordnung voranzustellen und dies läßt einen ziemlich sicheren Schluß darauf zu, daß das Tadelsvotum überhaupt abgelehnt werden wird.
In Norwegen macht die Aussöhnung zwischen Regierung und Stor- thing, welche durch die Jnstallirung des Ministeriums Sverdrup documenttrt wurde, weitere Fortschritte. Als ein solcher ist der mit großer Majorität gefaßte Storthingsbeschluß zu betrachten, daß den neuen Staatsräthen die Theilnahme an den Verhandlungen des Storthings gestattet sein solle, was ber den vorigen Staatsräthen nicht der Fall war.
Aus Bukarest laufen Nachrichten über die bevorstehende oder auch schon erfolgte Demission des Cabinets Bratiano ein. Es giebt in Rumänien eine gewisse und verhältnißmäßig mächtige Partei, welcher die auswärtige, zu Deutschland und Oesterreich neigende Politik des jetzigen rumänischen CabmetS nicht in den Kram paßt. Mit allen Mitteln sucht daher diese Partei die Politik des Ministeriums Bratiano beim Volke zu verdächtigen und wirft außerdem dem Ministerium auch in den inneren Angelegenheiten grobe Vergehen vor. Der Rücktritt Bratiano's und seines Ministeriums wurde sich aus diesen gehässigen Angriffen zur Genüge motiviren, indessen bleibt vorläufig eine; die Demission bestätigende Meldung noch abzuwarten.
Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetterau. Gießen, am 3. Juli 1884.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
alt die Grostberroalichen Bürgermeistereien Allenborf a. d. Lahn, Beller-Heim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Gberstadt, Groß-Luiden, Grüningen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Klein-Linden, Langd, Lana-Gon-, LangSdorf, Leihgestern, Lich, Muschenheiw, Obbornhofen, Ober-Horgern, Rabertshausen, Rodheim, Steinherw, Trais-Horloff und Utphe.
Sie werden, insoweit Sie noch im Rückstände sind, an baldige Einsendung der in unserem Ausschreiben vom 23. August 1880 — Anzeiger Nr. 201 — voraeschriebenen Tabelle nach dem unten abgedruckten Muster über die in dem letzten halben Jahre crepirten Thiere erinnert, wobei namentlich in der Spalte Bemerkungen" die Angabe über die Krankheit des Thieres und die Art der Beseitigung des Cadavers nicht zu vergessen ist.
" Dr. Boekmann.
Wirte Zimmer zu in der Exp. b. Bl. nner, 2 Cabinete 1. October b. Js. i. Näheres bei Anton Petri., Hinterhause pr, then bei ^larftftrJS^ ) eint Familien-
t zu vermieden ter zu vermiethen rßer^MetzgeN- vermiethen- blumengasse 8._ iße82 eine kleine miethen.
m-Logis zu ver- - Exped. ds. Bl. denhaus ist eine an eine stille zu vermiethen.
Dr. PIocIl_ irte'Kimmer zu ticenstraße^b. »ohnung in den s m vermielM. , SchulstvK, fofort
MorstraßU5._ ST@g. Nenzel'- ck mehrere Lagerte und Heuboden
L»- 8SSS ■ so'-rt iu/r' U-ttstA LoNge .'cmottcra. d).
Ord.- Nr.
Monat
Datum
Namen der Besitzer
Der crepirten oder getödteten Thiere
Bemerkungen
über Krankheit, wenn solche durch den Thierarzt festgestellt ist, sowie über die Art der Beseitigung der Cadaver.
Zahl
Gattung
Alter Jahre
Samstag den 5. Juli
1884
sr*.
icßener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Erscheint täglich mtt Ausnahme des Montag-.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Bureau: Schulstraße 7.


