t5 sich um einen Agrarmord, die Mörder sollen der sogenannten Mondscheinbavde angthören.
Belgien.
Antwerpen, 31. Mai. Der mit Mineralien in Ladung von Ergasteria kommende Hamburger Handelsdampfer „Prinz Friedrich Karl" ist in Folge eines Zusammenstoßes mit dem von Hamburg kommenden englischen Dampfer „Bahrenseld" gesunken; man hofft, denselben jeooch wieder flott zu machen; der englische Dampfer wurde nur leicht beschädigt.
Rußland.
Petersburg, 31. Mai. Das Unglück auf der Moskauer Bahn ist in der That durch Böswilligkeit angestistet worden. Der Bahnwärter Alexandrow ist geständig, die That vollführt zu haben, um sich an feinem Nachbar, Wärter auf Nr. 307, zu rächen. Er. hat auf dessen Strecke eine Schwelle ab- gelöft, um ihn für Unachtsamkeit strafbar zu machen.
Petersburg, 2. Juni. Nach einer Meldung aus Taschkent ist in dem Kreise Kuramin ein großer, eine Länge von 15 Werst (1 Werst = ca. 1,066 Kilometer) und eine Breite von 7 Werst einnehmender Heuschreckenschwarm mit dem Aufgebote von mehr als 20,000 Menschen vernichtet worden.
Aegypten.
Kairo, 31. Mai. Der Ministerpräsident Nubar Pascha bereitet ein Memorandum an die Großmächte vor, in welchem nachzuweisen versucht wird, daß Egypten die dermalige Steuerlast nicht länger ertragen könne, die Grundsteuer übersteige in vielen Fällen den Bruttowerth der Ernte.
Kairo, 31. Mai. Zwei weitere Bataillone der egyptischen Armee haben die Weisung erhalten, sich für den Marsch nach Ober-Egypten bereit zu halten. Es wird beabsichtigt, die Garnisonen in Korosko und Wadi'Halsa bis auf je ein Bataillon zu verstärken. Dieser Entschluß ist gefaßt worden in Folge der von arabischen Kundschaftern nach Korosko gebrachten Nachricht, daß eine Abteilung Aufständischer in Murad, zwischen Abuhamed und Korosko, angekommen sei und die Absicht zeige, gegen Korosko vorzugehen. Nach dem Abmarsch der erwähnten beiden Bataillone sollen zwei Regimenter, das eine aus den Provinzen, das andere aus Alexandrien, nach Kairo kommen.
Amerika.
New-Aork, 1. Juni. Der frühere zweite Präsident der Nationalbank, Eno, gegen den wegen Veruntreuung Haftbefehl erlassen wurde, ist in Quebeck verhaftet worden, als er im Begriffe war, nach Europa abzureisen.
TelegraphisHe Depescheu.
W-E'S reLsse. GorSefpoVlÄNH-BttLSüV.
Berlin, 3. Juni. Seine Majestät der Kaiser empfing heute Vormittag die ge- w-hnlichen Vorträge, sowie eine grotze Reihe militärischer Meldungen und arbeitete mit dem Cvil- und Mllrtärkabtnet. Nachmittags besuchte Seine Majestät bet Gelegenheit einer Ausfahrt da8 Sedanpanorama. .
— Wie der „Reichsanzeiger" mttthetlt, ist das Programm für die GruOMist-; legung zu dem neuen Reichstagsgebäude nunmehr, röte folgt, festgestellt: Seine ÄMstül der Kaiser, S. K. K. Hoheit der Kronprinz und das gesammte königliche Haus nehmen in dem vor dem Grundsteine errichteten Pavillon Aufstellung: rechts und links von dem Grundsteine arupptren sich der Reichskanzler, die Vertreter der Bundesregierungen, der Vorstand des Reichstages, die Vertreter der Armee und die übrigen zur Bethetltgvng an dem Hammerschlag befohlenen Herren; dem Pavillon gegenüber, hinter dem Grundsteine, stellen sich die Abgeordneten auf. Wie die „Nationalzütung" pulbet, wird der Oberhofprediger Dr. Kögel die Festrede halten.
Pesth, 3. Juni. In Pesth erklärte bei dem Untersuchungsrichter der Anarchist Fried, daß bei dem Raubmord an Eisert Fried der Aufpasser war; Kammerer und Stellmacher sind die unmittelbaren Thäter.
— In Pesth stellten 400 Schmiedgehülfen die Arbeit ein. Ihre Forderungen sind Sonntagsruhe, zwölsstündige Arbeitszeit und 7 Gulden Minimal- Wochenlohn.__________________________________________________________
Lokales.
Gießen, 4. Juni. Oeffentliche Sitzungen des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen finden statt und kommt zur Verhandlung:
Montag den 9. Juni L I.:
1. Das Verhalten der Gemeindehebamme Bonnard in Ruhlkirchen, hier Antrag auf Entziehung der Genehmigung zum Gewerbebetrieb.
2, Beschwerde der Gemeindehebamme Selz er in Angenrod wegen Nichtauszahlung des Gehalts.
3, Klage des Ortsarmenverbandes Saasen gegen den Ortsarmenverband Blitzenrod wegen Unterstützung des Johannes Mangel.
4. Klage des Ortsarmenverbandes Dorheim gegen den Ortsarmenverband Dannenrod wegen Unterstützung der Louise Mörch.
5. Recurs verschiedener MiteigenthÜmer des Gerbergrabens in Butzbach gegen einen Polizeibefehl. *
Dienstag den 10. Juni l. I:
6. Recurs des Karl Dorfeld und Eons, in Wttseck, die Ernennung eines Gemeinde-Einnehmers betreffend.
G. Gießen, 4. Juni. [Sterblichkeit in Gleßen-j Die Zahl der Todesfälle während der Woche vom 25. bis 31. Mat stellte sich auf 10, wovon 6 bet Kindern, 4 bet Erwachsenen sich ereigneten. Die Leiche eines neugeborenen Kindes wurde außerhalb der Stadt aufgefunden. Von 5 weiteren Kindern starb je eins an Scharlach, Keuchhusten, Lungenschwindsucht, organischer Herzkrankheit, Gehirnentzündung. Bet den erwachsenen Personen war Todesursache: Nierenentzündung, Herzkrankheit, Lungenschwindsucht je einmal und ein Mann starb in Folge einer Stichwunde in die Brust.
Gießen, 4. Juni. Das die Feiertage über herrschende schöne Wetter, welches viele Hunderte htnausgelockt hatte ins Freie und nach den verschiedenen auswärtigen Vergnügungslokalen, nahm gestern Nachmittag einen Umschwung, wie ihn in dieser Art wohl Niemand geahnt hatte Gegen 4 Uhr Nachmittags entlud sich über unsere Stadt und Gemarkung ein Gewitter von solcher Vehemenz, das das Schlimmste befürchten ließ. Ueber ein Dutzend Male schlug der Blitz etn, leider aber neben sonst ungerichtetem Schaden 3 Menschenleben vernichtend. Im Gießener Braunsteinbergwerke wurden 3 Arbeiter, sämmittch Familienväter, aus Garbenteich, Frohnhausen und Watzenborn, vom Blitzstrahl getödtet, desgl. ein Pferd. — Von dem in etn Wohnhaus in der Bahnhofstraße fahrenden Blitzstrahl wurde ein Mann nebst Tochter gestreift, etn Kind gelähmt und ist letzteres noch nicht wieder hergestellt. Am Bahnhofsgebäude zerstörte der Blitz eine Fahnenstange; ferner wurden vom Blitz betroffen eine Bahnwärter- wohnung in der Nähe des Kölner Bahnhofes, die Wohnung Lines Schlossers in der Frankfurter Straße, ein Wohnhaus am Seltersweg, am Kreuzplatz und an der Ostanlage, etn Magazin in der Sandgasse, sowie auch die Rübsamen'sche Badeanstalt. Am Bahnübergang nach der Rüsing'schen Wirthschaft wurde die Signalstange zerstört. Auch an der Telephonleitung des Pol'zeigebaudes und des Stadtthurms ließ der Blitz seine zerstörenden Spuren zurück, die tndeß bald wieder beseitigt wurden.
Gießen, 4. Juni. In der Zett vom 1. bis 3. Juni tagte hier in Wenzel's Garten, beschickt von ca. 100 Delegirten aus allen Thetlen Deutschlands, die Generalversammlung der Central-Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter-
Vermischtes.
Darmstadt, 31. Mat. [Postpersonalnachrichtenj 1. Angestellt ist der Post- Praktikant Georgi in Offenbach (Main) als Postsecretaw.
2. Freiwillig auSgeschieden tft der Poftverwalter Hoock in Viernheim.
3. Gestorben sind der Postexpeditor a. D. Geyger in Affenheim und der Postamtsassistent a. D. Schneider in Bsd Nauheim.
Offenbach, 30. Mai. Die Octroi'Etnnahmen der Stadt Offenbach betragen- im Rechnungsjahre 1883/84 im Ganzen 206.247 A, während tm Voranschläge nuv 190,000 A vorgesehen worden waren und demgemäß ein Plus von über 16,000 A erzielt worden ist. Die höheren Octrot-Einnahmen erklären .sich aus einem höheren Consum und der erhöhten Production von Obstwein rc. Im Allgemeinen dürfte die Mehreinnahme etn günstiges Zeichen für den Wohlstand der Stadt sein.
Bad Nauheim, 1. Juni. Es sind bis zum 29. Mat 717 Fremde an^ gekommen.
Dillenburg, 28. Mai. Hier brannten gestern die sämmtlichen großen Gebäude (Schuppen, Magazine) der bekannten Gail'fchen Dampfmühle total nieder.
— (Berlinische Lebens-Versicherungs-Gesellschaft von 1836 j Der uns vorliegende Rechnungtzbencht der „Berlinischen Lebens Versicherungs-Gesellschaft von 1836" weist wiederum überaus günstige Resultate auf. Ende 1883 betrug die Versicherungssumme A 111960 528; der Garantie- und Reservefonds wuchs um A 1678 456 auf A 32 661483. Für die Versicherten konnte eine Dividende von 32VrpEt. in Aussicht genommen werden. Das constante Steigen vttses GLwinmArthetls ist besonders beachtensrverth. Seit 1868 beobachtet man folgende Sätze: 17Vz, I8V3, 19, 21, 22, 22Vr, 23, 25, 27, 29, 30, 31, 32, 32^2 pCt. Ueber die solide Fundamentirung, die vorsichtige Geschästslettung und die gesunde Entwickelung dieses Instituts braucht solchen Zahlen gegenüber gewiß nichts weiter gesagt zu werden.
Dieburg, 2 Juni. Die hiesige Bevölkerung btfinbei sich in großer Aufregung» Heute Nacht wurden auf dem an der Muttergotteskirche befindlichen Friedhof von ruchlosen Händen über 20 Grabdenkmäler, darunter sehr werthoolle, vollständig demolirt. Nach den Thätern wird eifrigst gefahndet
Steg bürg, 27. Mai. Durch d e Unvorsichtigkeit eines Reisenden ereignete sich am vorigen Samstag auf der Eisenbahnstrecke zwischen hier und Troisdorf ein bedauerlicher Unglücksfall. Wie die „Rhein-Wests. Ztg." mittheilt, warf nämlich ein Geschäftsreisender während der Fahrt eine leere Weinflasche aus dem Coupe; die mit zteml cher Wucht geschleuderte Flasche traf aber unglücklicherweise den an dieser Strecke stattonirten. Bahnwärter an den Kopf und verletzte ihn derartig, daß er bewußtlos zu Boden sank. Der Zugführer, welcher den Vorgang und das Zusammmsinken des Bahnwärters beobachtet hatte, ließ sofort den Zug halten und die Thüren verschließen, um den Thäter zu ermitteln. Der Reisende aber nahm schleunigst durch die jenseitige Thüre Reißaus, durchschwamm die Sieg und konnte nicht festgenommen werden. Da er aber seinen Koffer im Coupe zurückgelassen, so ist wohl nicht zu zweifeln, daß seine Persönlichkeit bald ermittelt wird. Der Zustand des Verletzten ist lebensgefährlich.
— Der Kirschenversandt in der Pfalz hat schon begonnen. Die ersten Kirscherr wurden vom Händler zu 50 Pfg. per Pfuud bezahlt und gingen nach Düsseldorf. Heute ist das Geschäft flott tm Gange nach dem Rhein und dem Norden überhaupt- Der Producent hat einen Reinerlös von 25 Pfg., der sich später natürlich auf etwa 17 Pfg. ermäßigen wird; die Aussichten sind glänzend in Bezug auf quantlta» tiven Ertrag.
— (Eine Dynamlt-Reclame.) In einem großen nordamerikanischen Blatte ist Folgendes zu lesen: Der Capltän William Craksou und der Ingenieur Philipp Metroktns sollten sich duelliren. Da dem Letzteren die Wahl der Waffen zustand, so forderte er einen Zweikampf auf — Dynamit. Sehr früh am Morgen des festgesetzten Tages fanden sich die zwei Gegner, von denen Jeder fünf Dynamitpatronen bet sich trug, auf dem Kampfplätze etn. Die Zeugen kletterten alsdann auf die höchsten Bäume und das Duell begann. Die zwei ersten Patronen übten keine Wirkung aus, dagegen war das Platzen der dritten em unbeschreiblich fürchterliches, entsetzliches! Die Zeugen kletterten dann schleunigst von ihrem Beobachtungsposten wieder herunter. Crakson war buchstäblich zu einem Brei zermalmt worden und Metroktns war von der Erde verschwunden . . . Alles, was man von den Duellanten noch aufgefunden Satte, das waren die Stiefel, die unversehrt dalagen und etn Fabrikat der Firma 36 . . ► u. Co. sind. Die Zeugen haben alsdann erklärt, daß der Ehre vollkommen Genüge geschehen sei.
— [Havana-Dcckblatt und — Dynamit-Einlage.) Der Zugführer Nixon auf der Caledorttan-E senbahn erhielt dieser Tage ein Kistchen Cigarren. Zufälligerweise zerbrach er eine der Cigarren und fand in derselben zu seiner nicht geringen Ueber- raschung eine kleine Röhre, die mit einem Sprengstoff; gefüllt und mit einer Zündkapsel versehen war. Mehrere andere Cigarren waren in der gleichen Weise „geladen." Nixon erstattete die gerichtliche Anzeige und die Untersuchung wurde etngeleitet.
— In einer furchtbaren Lage wurde am Abend des Himmelfahrttages ein Kind von Berliner Ausflüglern gefunden, welche von Wilmersdorf heimkehrten. Das Kind stak in einem auf einer Wiese stehenden Wetdenbaum, wo es durch sein Wimmern die Aufmerksamkeit der Spaziergänger auf sich zog. Nachdem der Knabe aus dem hohlen Baum herausgezogen worden, erzählte er, daß er um die Mittagszeit auf der Suche nach Käsern auf den Baum gestiegen und, nichts Schlimmes ahnend, in das Innere btnabgerutscht sei. Dort aber sei es so eng gewesen, daß er sich nicht mehr habe rühren können und die Ameisen hätten ihm schrecklich zugesetzt. Der 6jährige Knabe hatte ungefähr 8 Stunden in der hohlen Weide gesteckt und wäre leicht darin elend zu Grunde gegangen, denn die Nächte sind noch kalt und an den Tagen, die kerne Sonn- und Feiertage sind, kommt nur selten ein Spaziergänger an jenen abgelegenen Ort.
— [200 Pferde verbrannt ) Am Samstag Abend brannten in Glasgow die Stallungen und Wagenremiftn der Pferdebahn und Omnibus-Gesellschaft nieder, wobei außer einem ganzen Wagenpark 200 Pferde in den Flammen umkamen. Man fürchtet, daß auch etn Monn bei dem Versuche, die Pferde zu retten, das Leben ein- gebüßt habe.
— [Zu Tode geängstigt ) Aus Homburg wird geschrieben: Das 5jährige kerngesunde Söhnchen des Herrn SL. jun. wollte sich eines Tages auf die Straße begeben, als ihm eine Ratte zwischen die Beine lief. Das Kind schrie vor Schreck laut auf unb konnte sich von dieser Zeit an nicht mehr beruhigen. Oesters fuhr es in der Nacht im Belt auf und schrie: „Die Rait' kommt, die Rattt ist im Bett!" In Folge der fortdauernden Aufregung stellten sich Krämpfe ein, die oft mehrere Stunden lang anhielten und sich wiederholten und bei welchen es auch seinen Tod sand. — Bei dieser Gelegenheit mach! der „Taunusbote", dem diese Notiz entnommen ist, mit Recht.darauf aufmerksam, daß es Leute, ja sogar Eltern gibt, welche die Kinder durch irgend welche Vorspiegelung „fürchten" zu machen suchen; es bat diese gedankenlose Spielerei ober verkehrte Erziehungsart schon öfter die Kinder körperlich oder geistig vorübergehend oder fürs ganze Leben krank gemacht, wenn auch nur selten Ursache und Wirkung so drastisch sich darstellen, «ls in dem hier vorliegenden Falle, an dem Niemand Schuld und Verantwortung trifft.
Schiffsnachrichten.
Bremen, 31. Mai. [Per transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Elbe, Capt. F. Hamelmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Mai von Bremen und am 22. Mai von Southampton abgegangen war, ist heute 4 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angenommen.
Kandel und Verkehr.
Gründera, 31. Mai. lFruchtpreise.) Weizen A 00.00, Korn A 17.50 Gerste A 00.00, Hafer JA 00.00, Erbsen A 00.00, Linsen A 00.00, Lein A 00.00, Samen A 00.00, Kartoffeln A 4.10, Wicken 00.00.
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73t) U«boT die W$he der Kosten, welche di» EinrtickeR^ einer Aceeige In ehia oder mehre Zeitungen verursacht, wird man eioh niemals enttäuscht oehen, wenn qm von der Annoncen - Expedition -von BR AASENS STIEHL edte k?
Frankfurt a. M. (Kaviaruh0, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hineiohts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reichen Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zaivenäsiwgcn Rath erthailt
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