, ar3«J Enthebung von Neujahrsgratulatisnsbesuchen hatten auch folgende Herren inber-Bewahranstolt Gaben zugewendet, was noch nachträglich dankend ver- offenlltcht wird: Herr Geheime RegierungSrath Dr. Haberkoru, Herr Cigarren- fabrikant Otto Ktempff und Herr Pfarrer Schlosser. * ^Surren.
Gießen, den 4. Januar 1884.
__________________IDr. Naumann. Pfarrer.
Amerika.
New-Hork, 2. Januar. Der Bericht des Secretärs der Gesellschaft Her amerikanischen Eisen- und Stahlfabrikation giebt eine Uebersicht über die Entwickelung des Geschäfts in Eisen und Stahl im Jahre 1883 und bemerkt, der Preis für Eisen und Stahl habe den niedrigsten Punkt erreicht. Viele Walzwerke und Stahlfabriken hätten die Oefen gelöscht, weil die Eigenthümer der Ansicht seien, daß für die nächste Zukunst keine Hoffnung auf eine Besserung der Verhältniffe vorhanden sei.
LoLaleH.
ßkirttn 4 Januar. sMusik.) Es dürfte für unsere Concertbesucher vrm ^ntereffe fdn, Aber das am Sonntag den 6. d. Mts. zur Euffübrunß ßes sch7sLiedersptel" oon Rob. Schumann Einiges zu erfahret?nd wollm wir daher eine Analyse desftlben hier folgen lassen. Dte von (Sm (Seibel ins Deutsche übertragenen spanischen Lieder und Romanzen haben den kenta^n Lyriker durch ihre duftigen Verse in jene Begeisterung versetzt deren e n echter Musiker stets bedarf, um etwas Erhabenes zu schaftev, und so überlieferte er der Nachwelt einen Cyclus von seelenoollcn Liedern, aus denen der spanische- Charakter derv H^r spanische Liederspiel mit einer zarten Lt-besnovelle vergleichen,
denn obgleich die 9 Nummern, aus denen das Werk besteht, .^"^0 verschieden vow einander sind so st<hen sie doch zusammen in innigster Harmonie. Das Mädchen er räblt (Duett Nr. 1, für Sopran und Alt) von dem Nosrnbusch, wo sie einen Jüngling gesehen, zu welchem ihr Herz in Liebe erglühte und in dem darauf fol0enben einfachen abe? mit herzlicher Wärme componirten Intermezzo für Tenor- und Batz ,81 dormis doncella“ wird der Faden weiter gesponnen. Dann tritt der Ltebesgram ein, der sich in dem elegischen Duett für Sopran und Alt Nr. 3 kundgibt. Dem eigen artigen -Todos duermem corazon“ (Tenor und Sopran) Nr. 4 folgt ein durch s berrliche St'mmführung besonders überraschendes Quartett. Durch die 6. Nummer (Melancholie für Sopran) zieht sich ein tiefer Schmerz, die Wehmu b, mit welcher die Liebende den Morgen erwartet und belebend recht sich die nächste für Tenor (Liebes^ g.stän ^6^ allgemein bekannt und beliebt gewordene Duett für 2 Frauenstimmerr „Nelken wind' ich und Jasmin" bereitet uns trefflich auf die jauchzende Schlußnummer (Quartett) vor, welche mit einem ganzen Meer von Wonne das „Ich bin geliebt vergegenwärtigt. — Als Anhang fügte Rob. Schumann dem Welke noch die spanische Romanze: „Der Contrebandiftr" hinzu, die mit feinem humoristischen Grpräge auS- gestattet, das Steckenpferd vieler Baritonisten geworden ist. x-
Gießen, 4. Januar. Die Aenderung des Wetters kommt Vielen gewiß ungelegen, denn sie tritt gerade zu einem Zeitpunkt ein, der dem hier gegründeten Eisoerein Gelegenheit gegeben hat, den Zweiflern und Nörgelern zu zeigen, von wie schönem Erfolg seine Bestrebungen gekrönt sind. Es ist eigentlich ganz vnnöthig, etwas über die schöne und gflungene Anlage zu sagen, da die »ielin Hunderte von Besuchern mit Schlittschuhen und ohne solche, die sich an den beiden letzten Tagen auf der großen Fläche herumtummklien, besser wie durch Worte die Anerkennung zeigen, deren sich die Sache erfreut. Es ist aber am Platz, denen zu danken, deren unentwegten Bemühungen wir es verdanken, daß wir nun in der Lage find, auch schon bei minder starkem Frost das köstliche Vergnügen zu genießen, welches die Eisbahn bietet. Möge jeder btr Herren, welche für das Zustandekommen der Anlage gewirkt, in dem Danke, den wir besonders den Herren Profesior Fromme und Stadtbaumeister Stief aussprcchen- auch sich einbegriffen fühlen.
Vermischt-H.
** Hungen, 3. Januar. In der heutigen hi'r stattgehabten sehr stark besuchten Versammlung sprach man sich allseitig für die Errichtung einer Zuckerfabrik auf Actien aus. Man betonte namentlich, daß das Reich einen Industriezweig, welcher jährlich über 44 Millionen Mark Steuer eintrage, gewiß fördern müsse und daß, wenn auch die seitherigen außerordentlich hohen Dividenden für die Folge nicht mehr erwartet werden könnten, ein solches Unternehmen immerhin auch jetzt noch Gelegenheit zu einer soliden Kapitalanlage mit gutem Gewinn bieten werde, das auch außerdem für die Entwicklung des ganzen landwirthschoftlichen Betriebs von größtem Vortbeil sei. Es erfolgten hierauf namhafte weitere Zeichnungen, so daß jetzt im Ganzen 1725 Morgen zum Zuckerrübenbau angemeldet sind, ein Betrag, welcher zur Errichtung der »Fabrik mehr wie genügt. Die Generalversammlung der Betheiligten zur Feststellung des Statuts und endgültigen Bildung der Gesellschaft soll in 8 Tagen statifinden. Man hofft, die Fabrik noch bis November dieses Jahres erbauen und in Betrieb setzen zu können. Weitere Theilnehmer sind jedoch keineswegs ausgeschlossen, da eine möglichste Ausdehnung des Unternehmens im allseitigen Interesse liegt, und ist hierbei bezüglich des Wohnortes, der Kreis- oder Landesangebörigkeit keine Grenze gezogen. Weitere Anmeldungen beliebe man daher, jedoch schleunigst, an den Vorsitzenden des aus- führenden Comitös, Herrn Kammerrath Weber in Laubach, zu richten.
Dillenburg, 31. December. Ein höchst trauriger Vorfall hat sich, wie dem „Rh. Kur." gemeldet wird, in unserer Stadt zugetrogen: Heute Morgen fand man den Controleur des hiesigen Vorschuß- und Creditvereins, Herrn H., in seinem Schlafzimmer erhängt. An Rettung war nicht mehr zu denken. Der Abgeschiedene, eine hier %emlefla-unb b^ebte Persönlichkeit, hat wahrscheinlich die That in einem Anfall von Geistesstörung vollführt.
durch welche der Nihilismus, von Zeit zu Z-it s-m Dafein
^Die'egYPtische Regierung zeigt plötzlich wieder eine^stolze S-eg-s.
noch Ziemlich zweifelhaft. Der Mahdi hält El Ob«», dre Hauptstadt der Pro -mz Cordosan mit angeblich 20,000 Mann b-letzt un, tz-gm d.-s- Schaaren wird Baker Pafcha mit seinem kaum em Drittel lo starken Heere keinenfalls leichtes Spiel haben. -
Dentschland.
Darmstadt, 2. Januar. DaS neue Gewerbesteuergesetz, das unlängst auch die Billigung der ersten Kammer gefunden, aber gleichwie die übrigen neuen' ^^rüesetz« erst mit Beginn der nächsten Flnanzpenode, also am 1. Avril I880, ini Wiri.famr treten'wird,beseitigt keineswegs die Doppel-, unter Umständen, b^Htnzutritt d Grundsteuer, bte dreifache Besteuerung des EmkmnmenS aus dem Gewerbebetrieb, ge währt eigentlich nur einer Reihe von kleineren Betrieben eine, wenn auch meist nur bedingte Erleichterung. Bei Licht betrachtet, erscheint als der wesentlichste Fortschritt daß die Gewerbefteurrveranlagung n'cht mehr allein in den £>5nben der^teuercom- mMre und Bürgermeister ruht, sondern durch Mitwirkung einer besonderen Commission, welche die Gemeindevertretung zu wählen hat, erfolgt. Da das Gesetz die P^nk- pflicht, Ansatz der Steuerkapitalien nach verschiedenen Klassen, die Rangstufe der Orte, Berücksichtigung der Zahl der im Gewerbebetrieb Angestellten, Grhülfen oder Arbeiter, ferner den Mtethwecih der Betriebsräume u. f. w-, aus dem Gewerbesteuergesetz vom Jahre 1860 mit herübergenommen und somit eine Anzahl stabiler Momente geschaffen bat nach welchen die Steuer veranlagt werden muß, so ist die Tbätigkeit dieser Commission doch nur eine ziemlich beschränkte. Im Wesentlichen wird sie darüber zu be- finden Haden, ob der Ansatz des Miethwerthes der zuw Gewerbebetrieb benutzten Räume ober der für die Zahl der Gehülfen nicht eine unoerhältnißmäßige Belastung des Steuerpflichtigen zur Folge hat, in welchem Falle dann jene Zusätze zum Gewerbe- fteuerkapttal bis zur Hälfte ermäßigt werden können. Weiter ist ihr die Befugniß ein, geräumt, unter gleichen Voraussetzungen bei Gewerbtreibenden der 4-, 5. und 6. Classe des Gewerbsteuertarifs, wenn sie nicht mehr als einen Gehülfen haben, eine Steuererleichterung eintreten zu lassen. Wie sich die Sache in der Praxis gestalten wird, läßt sich nicht Vorhersagen- S'cher steht nur, daß man auf die Tätigkeit dieser Commission keine allzu großen Erwartungen setzen darf, während andererseits nicht geleugnet werden soll, daß sie, wenn von dem wahren Geist der Selbstverwaltung geleitet und beseelt, auch vielfach eine segensreiche Wirksamkeit entfalten können und die Gemeindevertretungen Ursache haben, bei der demnächst an sie herantretenden Wahl dieser Commissionen mit Umsicht und Sorgfalt zu verfahren, welche hier doppelt geboten erscheint. (R. H. V )
S-nrntifD 3 Januar. Bei dem bereits gemeldeten Eisenbahn. Unfall auf dn Grandtrn'nk-Bahn wurden nach weiteren 3ia*r>*len ^dertt^Perfonm fort getödtet, 7 starben im Hospital, der Zustand mehrerer an P ist h°ffEgslos. 3 ganuar Die AbMnier setzen ihren Marsch auf Masso»- fort Baker Pascha hat Suakim verlassen, um mit Den Dbetl)aupie <- Abyssinier negen Rückzuges der Garnison von Khartum über Kaffala z u"^"^«^stantinopel, 3. Januar. Gestern sand in Sadikli bei Brufsa ein ziemlich heftiges Erdbeben statt, Durch welches einige Verwüstungen ange- richtet wurden. Menschenleben sind nicht zu beklagen.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. CorrespoAdenz-BrrLeav.
Berlin, 3. December. In feierlichster Weise fand heute Vormittag die Einweihung der auf dem Weddingsplatze gelegenen Dankeskuche statt. Punkt 11 Uhr trat der Kaiser in das herrliche, vom Baurath Orth erbaute Gotteshaus unter dem (Selaute der Glocken ein, am Hauptportal von dem Kronprinzen, dem Prinzen Wilhelm, dem Präsidenten des Kirchencomites Generallieutenant v. Olleg, dem Kgl. Baurath Orth und Maurermeister Stargardt und der (Seneralität empfangen Nach Begrüßung der Genannten stieg der Kaiser unter dem vom königlichen Domchor und unter Posaunenbegleitung gesungenen Gesänge: „Jauchzet dem Herrn alle Welt", die Stufen hinauf zu der Fürstenloge, wo auch die Kaiserin, die Kronprinzessin und die Erbprinzesfin Charlotte von Sachsen-Meiaingen, der Kronprinz, der Prinz Wilhelm die Prinzen Alexander und August von Württemberg, der Erbprinz von Sachsen- Meiningen, die drei jüngeren Töchter der Kronprinzlichen Herrschaften und General Fe^marschall Graf Moltke Platz nahmen. Dieser Loge gegenüber saßen die Minister v. Puttkamer, Friedberg, Maybach, v. Bötticher und Bronsart von Schellendorf, ^m bsm prächtig mit exotischen Gewächsen dekorttten Altar hatten etwa 100 Geistliche, sowie der Oberbürgermeister Forckendeck mit etwa 50 Stadträtben Un?^ta mDeI!rbnet€nr in?cr Amtstracht Platz genommen. Die Kirche war durch ^ne mächtige Gasktone erleuchtet. Die Liturgie hielt Prediger Distelkamp, den We^beakt General-Superintendent Probst Brückner, die Predigt Oberhofprediger Dr Köael * . ~ .Der Königliche Baurath Orth wurde mit dem Königlichen Kronen'orden
meMer bcr°C rt* ®cr Maurermeister Stargardt erhielt den Titel als Hofmaurer- mrfinh"A ?.°"o"?"liner Tageblatt" zufolge wurden anläßlich des Gedenktages der Gründung des Zollvereins dem bayerischen Gesandten v. Lerchenfeld und bem merflfn, ^Äen^ef?Kb»!Cn JroUin8 der Kronenorden 1. Klafft dem mürUemberaifSn bV Äl°fn"ßl!?ylen 2J?Ia^e mtt dem Stern, bem bayerischen Ministerial- btrector Rätzfeldt, dem sächsischen Geheimerath Goltz, bem badischen Minifieriosr^d ^^d^r und dem wetmartschen Staatsrath Heerwarth der Kronenorden 2 ünh d^b°y.r„chm O»-rr-^rung.ra,h SchmLk-n, Der rotÄie“ 3."
3®nuar- Abgeordnetenkammer. Bei der heutigen Generald,darüber die Hageloersicherungsvorlage, an welcher sich der Referent ftrbr n fsJSm’c a * Mi« Ctt‘äc« bn Finanzm'inister^
MRrWMWMW siSnd-n als StnaBimfntfter einem keinen Um-
merbe. In ähnlicher Weste sprach sich der Minister ^des “J W« jnfünimen Härmann'ichen Anträge theilweife ut!durchwhrb°r bezeichnete ' ,nbim n di- sBSsggÄ
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Sonntag, den 6. Januar lEpiphanias). Landesmissionsfest.
Vormütags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann Nachmittags -) Uhr: P-arrer Dingeldey.
4». , ,. r Krrchenkollekte für die Heidenmisfion
' Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer S ck l a s s e r
“5 c?r® rb 9t a um an n$ereini8un1 bir c°nfirmirten
Bib-Iftunb e,® ^°stelgiA°i'W-37: Wamr^Dr Kaum Kl-inki oder schule:
®u Psarrgeschäfte r°m bis 12. Januar besorgt: Pfarrer Dr. Naumann.
Katholische Gemeinde.
Von 7 Uhr an: Beichte 0$ ^rvn 3 Könige).
/2IO Uhr: Hochamt und Predigt. 2'^^Ief/arlba^^t2^U6t^ei^Unß Communion.
, Gottesdienst in der Synagoge.
Samstag Abend ' Samstag Morgen 8W Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr,


