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20« Donnerstag den 4. September 188<

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

-- ' . t Ä " Preis virrteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloäm.

«..iftrni» 7 Erscheint tL^lich mit Ansnahme deS IRimtafl#. Durch die Post beioqen vierteljährlich 2 Mark 50 Pt.

Z^mlkicher Hheir.

Gießen, am 1. September 18L4.

Betreffende Ermittlung der landwirthschasttiche« Bodenbenutzung und der Ernteertrags im Jahre 1884.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Mit Bezug auf unsere Verfügung vom 30. Mai l. I. erinnern wir Sie, soweit Sie noch im Rückstände sind, an die altzbald.ge Berichterstattung über den Stand der Ernteaufnahmen- ^oekmann

Gens wegen Cholera-Besürchtungen erlassenen ianitärischen Verfügungen zurück. Das ganze Gebiet der Eidgenossenschaft ist cholerasrei.

Paris, 2. September. Der hiesigen Regierung ist bisher keme Notrfi- ation zugegangen, welche eine formelle Kriegserklärung Chinas enthält. In unterrichteten Kreisen glaubt man auch nicht, daß eine solche erfolgen werde.

Madrid, 2. September.Dia" meldet, daß in Alicante, Novelda und Elche Cholerafälle vorgekommen sino. Es sind sofort die nöthigen JsolirungS- Maßreaeln getroffen worden. L r .

Neapel, 2. September. Nach Meldungen der hiesigen Blatter sind gestern hier gegen 40 Cholera-Erkrankungen und gegen 20 Cholera-Todesfälle vorgekommen. , . .. .

Warschau, 2. September. Wie verlautet, stände die Ankunft des Kaisers Alexander am Donnerstag oder Freitag dieser Woche zu erwarten.

Shanghai, 2. September. (Telegramm derAgence Havas.") Aus Tientsin wird geschrieben, daß Li-Hung-Chang degradirt und seines Ranges als Großsekretär und Vicekönig für verlustig erklärt wurde. Die Nachricht bedürfe jedoch noch anderweitiger Bestätigung.

New-Bork, 2. September. Nach weiteren Berichten aus dem Kohlen- districte Hocking sind weitere Ausschreitungen -daselbst nicht vorgekommen und wird die Ruhe nach und nach hergestellt. Der von den Tumultuanten ange- richtete Schaden ist weniger bedeutend als angenommen wurde.

Rom, 2. September. [Gboltraberid)r.] Gestern sind in den Provinzen Bergamo 17 Erkrankungen und 9 Todesfälle, in Aquila 1 Todesfall, in Campobaffo 4 Er­krankungen, 1 Todesfall, in Cuneo 14 Erkrankungen und 11 Todesfälle, in Genua 41 Erkrankungen und 15 Todesfälle (davon in Spezzia 39 Erkrankungen und -^ Todes­fälle), in Lucca 2 Erkrankungen, in Massa e Carrara 1 Erkrankung und 1 Todesfall tn Modena 2 Erkrankungen und 1 Todesfall, in MaUand l Erkrankung, in Neapel 60 Erkrankungen, in Parma 4 Erkrankungen und 3 Todesfälle, in Reggio nell Emilia 1 Erkrankung und in Turin 4 Erkrankungen und 3 Todesfälle vorgekommen.

Telegraphische Depeschen.

Wolsf'O itUffr. Correspovderrz-Bureae^.

Berlin, 2. September. Die Parade deS Garde-CorpS vor Er. Maj. dem Kaiser, wrlchrr Ihre Mas. die Kaiserin zu Wagen, Ihre K. Hoheit die ErbprtnMn von Meiningen zu Psirde beiwohnten, verlief bet prachtvollem Wetter äußerst SlLnzend. Se. Maj. der Kaiser war von Sr. K. K. Hoheit dem Kronprinzen und den Kontgl. Hoheiten dem Prinzen Arnulph von Bayern und dem Prinzen Heinrich begleitet. Ge­folgt von einer glänzenden Suite und vielen fremdherrlichen Officteren ritt Se. Mal- zunächst die Front der in zwei Treffen ausgestellten Truppen, welche vom General Pape kommandirt waren, ab, und ließ dann die Truppen zweimal vorbeimarschtren. Ihre Majrsiälen der Kaiser und die Kaiserin nnd die übrigen Mitglieder des König!. Hause« wurden bei der Hin- und Rückfahrt von den Kopf an Kopf gedrängten Mmschen- maffen mit unausgesetzten stürmischen Hochrufen begrüßt. Rrei,

Nachmittags findet im Weißen Saale drS SchioffeS daS übliche Galadiner statt, zu welchem d-e Prinzen und Prinzessinnen deS Königshauses, Prinz Arnulphvon Boyern, die landansässigen Fürsten, die actioen Staats Minister, die Mtlitärbevoll- mächtigten, sämmiliche beute vor der Paradefroat gestandenen Generäle, die StadS- ossiciere (etwa tnsgesammt 350) etngeladen waren.

Sr. K. Hoheit der Kronprinz reist heute Abend zu den Cavallerie-Manövern nach Kaottsch (Posen).

Anläßlich der Sedauseier fanden in allen Schulen und UnterrichtS-Anstaltm Festakte und in mehreren Kirchen Festgottesdienst statt. Mtttags wurden vom Rath- hauStburm Choräle geblasen. Nachmittags wurden zahlreiche festliche Vereimgungeu in Privatlokalen und Volksfeste in fast allen Stadtbezirken veranstaltet. Die Stadt ist festlich nut Flaggen geschmückt und seit frühem Morgen von festlich bewegten Menschenmassru durchzogen. In den Theatern fanden Abends Festvorstellungen statt. AuS Breslau, Posen, Bremen, Leipzig und andern Städten liegen ähnliche Fest- berichte^oor^ mQr# ba er sich von den Anstrengungen der Parade etwa« av- aeariffen süblte, vom Parodediner ferngeblieben, erledigte aber schon gegen Abend wieder die Regierungsgeschäfte; er trat wiederholt an's Fenstn, um der vor dem PalaiS versammelten Menschenmasse, die ihn am ArbettSpult stehen sah für ihre un­ausgesetzten stürmischen Ovationen zu danken. AbendS empfingen der Kaiser und die Kaiserin den Besuch der Großfürstin Michael mit ihren Söhnen, welche auch zum Thee verblieben.

Wiesbaden, 2. September. Die Feier des SedantagS wurde heute früh durch Glock engelüute eingelettet, Vormittags wurde in allen Kirchen Gottesdienst ad- gehalten. Nachmittags 2 Uhr fand die feierliche Grundsteinlegung zu dem neuen Ratbhause statt, hierauf Festzug aller hiesigen Vereine nach dem Neroberg zum Volksfest.

München, 2. September. Anläßlich der Sedanfeier sind alle städtischen und zahlreiche Pr oatgebäude festlich beflaggt. Abends finden verschiedene Volksfeste statt.

3 Weimar, 2. September. Die Sedanfeier ist durch Gottesdienste, Festakte in den Schulen und Aufzüge der Kriegervereine auf das Festlichste begangen worden.

Duisburg, 2. September. Zur Feier des Sedantags ist die Stadt reich mit Flaggen geschmückt. Vormittags fanden FestgotteSdienfte tn den Kirchen und Feier­lichkeiten in den Schulen statt, Nachmittags eine Kinderfeter auf dem Kaiserberg. AbendS veranstaltet der deutsche Verein ein Festbanket.

Braunschweig, 2. September. Die Sedanfeier wurde gestern Abend Seitens der hiesigen Gesangvereine durch den Vortrag patriotischer Lieder auf dem glänzend erleuchteten altftädttschen Markt eingelettet. Heute Vormittag wurden in sämmtltchen Kirchen FestgotteSdienfte abgebalten. Nachmittags fand unter überaus zahlreicher Be- thetltgung ein Festzug statt. Die Stadt ist reich beflaggt.

Bonn, 2. September. Der Curator der hiesigen Universität, Geheimer Ober-Regierungsrath Dr. Beseler, ist gestorben.

Wie dieBonner Zeitung" meldet, ist General-Feldmarschall Herwarth v. Bittenfeld in vergangener Nacht gestorben.

Pesth, 2. September. Der König und die Königin von Serbien sind mit dem Kronprinzen gestern Abend 10V3 Uhr hier eingetroffen. Der Zug hatte in Folge eines bei Semlin erlittenen Achsenbruchs eine längere Verspätung.

Pesth, 2. September. Der König von Serbien ist mit seiner Famllie erst heute srüh nach Wien weiter gereist, da eine frühere Abreise von hier durch die Meldung gehindert wurde, daß bei Kelenfoeld ein Personenzug entgleist sei. In Folge der Gerüchte, daß gegen den König von Serbien ein Attentat geplant sei, waren hier von der Polizei die umsaffendsten Sicherheits-Maßregeln getroffen.

Die in vergangener Nacht bei der Eisenbahn-Station Kelenfoeld statt­gehabte Zugentgleisung war mit einem angeblich gegen den König von Serbien geplanten Attentate in Verbindung gebracht worden. DieUngar. Post" ist dem gegenüber von competenter Seite zu der Erklärung ermächtigt, daß es sich, nach dem Ergebnisse der am Orte der Entgleisung vorgenommenen amtlichen Untersuchung, um einen einfachen Eisenbahnunfall handle, der durch die Erwei- terung des Schienengeleises und durch die morsche Beschaffenheit der Schwellen herbeigeführt sei. e , , , A ..

Bern, 2. Septbr. Der Bundesrath nahm heute bie gegen oen Kanton

Lokales.

Gießen, 2. September, [©ebanf cter.] Die einzige offictelle Feier in hiesiger Stabt hatte auch biesmal wieber wie in früheren Jahren ber Krteger-Veretn tu bte fjanb genommen ber wohl am meisten berufen tft, ein solches Fkst zu sktern.

Eingelettet würbe ber Tag am Vorabend burch festliches Geläute. Am Festtag selbst verkündete ein Choral vom Thurm ber Stabtktrche ben ewig benkwürbtgen Tag. Um VilO Uhr war sodann Festgottesbienst in ber Stabtktrche. - . .

Nachmittags um 5 Uhr versammelte sich der Krlegervnein in seinem! Verein«- local und zog von hier aus auf ben Frtebhof, woselbst Herr KretSschulinspector Büchner an ben Gräbern ber Gefallenen eine tiefergretfenbe-Rede hielt. Htermlf wurden bte Denkmäler deiber Nationen unter ben Klängen eines ChoralS mit Krähen geschmückt. Nach Beenbigung dieser Todtenfeier zog der Verein in den Wenzel schm Saalbau, woselbst zur Ehre des Tages ein Banket ftattfand btt welchem die Letchtwetß'sche Capelle coneertirte. Das Banket wurde von dem Präsiden m deS KrtegerveretnS Herrn Mater burch eine sehr begelsternbe Rebe eröffnet, welche mit einem Hoch auf feine Majestät Kaiser Wilhelm schloß-

Unter dem Absingen fröhlicher natridt'scher Lieder und den gut gesvielter Pidcen der vorerwähnten Capelle waren die Theilnehmer des Ba^ets froh und Heller bi« in die späte Nacht zusammen und schieden mit dem Bewußtsein, eine würdige Sedanfeier Ce,lebtmittbemIaefu6e des Bankeis hatten den Verein beehr!^Herr^^Bezirks-Commandeur Oberst d. Röder in Begleitung seines Adiutanlen, K« Sschulinspector Bllchner, Herr Realschuldirector Nodnagel, sowie auch ein Mi.glted des Stadtvorstandes, welches jedoch auch zugleich Mitglteb bes Krtegerveretns ist.

Wir haben auch hier wieder gesehen, baß eS ber Krtegerverein Gießen wohl verstanden hat, ein Fest, welches für bte deutsche Nation von so hoher Bebeutung ist, würdig zu begehen. ~ r , .

Zahlreiche Häuser der Stadt hatten Fahnenschmuck angelegt.

Oesfentttche Sitzung deS Provinzial-AusschuffeS der Provinz Ober- Hessen. Freiherren von Schen k zu SchwetnSberg gegen die

Gemeinde O ber -Gleen waren als Vertreter der Kläger Rechtsanwalt vr Gutfl e l s ch, alSVntreter der Beklagten Rechtsanwalt Labroisse, als Vertreter des betgeladenm

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Zahlung eines Aversioualbettages von 60 JL an bte Provtnztalkasse zu

lieber ben^In^hohem^Grade iutereffanten Sachverhall geben bte nachstehmden EntscheidungSgrünbe ausretchenben Aufschluß: , aat

Am 2. F-bruor 1872 erhoben bte Frecherren von Schenk ru Schwetnsberg Klage gegm bie Gemeinde Ober-Gleen bei dem damals beftehenden «dmtni^v-ÄEof mit dem Anttage, eS möge enffchieden werden, daß bte tn ber Klage näher beretchnetm Wald- und Wi?senparcellen nicht Bestandtheile der . ^^indegemark^g Obn Gl

I seien. Der Großh. Admintstralio-Justtzhof erkannte am 20. September Wd aut