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belagert. Der Mann macht vorläufig ein so brillantes Geschäft, daß ihm zum Heirathen wie er Jedermann versichert, faktisch keine Zett bleibt

lEm Schildbürgerstreich.) AuS Stuttgart, 29. Juni, wird geschrieben: In dem nahe gelegenen Oct Degerloch hat sich kürzlich ein Factum zugetragen, das lebhaft an die Streiche der Schildbürger erinnert und den Vorzug hat, wahr zu sein. Die Gemeinde kaufte einen Farren (Stier), Simmenthaler Race, dem um ihn besser lahmen zu können, ein eiserner Nasenrtng angelegt werben sollte. Da dieses Kunststück nicht eben leicht war, so wurden 6 Mann beordert, den Wtderspänsttgen zu zähmen. Man legte dem Tbter einen Strick um den Hals und zog so lange daran, bis es nach vollendeter Operation wirklich verendet war. D^e Ausführung dieser H-ldenthat geschah in Gegenwart detz Schultheißen und Gemeinderaths. Der Schultheiß von Beutelsbach btt Schorndorf gratulirte seinem Collegen (in 8. wurde nämlich als Mittel gegen die Viehseuche eine Hummel lebendig begraben) zu seinem Erfolg. Heber diesen Vorgang werden nun in unserer Stadt Carricaturen colportirt, welche den Vorgang in Versen und mit Bildern in amüsanter Weise darstellen.

sVacante Stellen für Mllitäranwäcter im Bereiche des 11. Armee-Corps.) Allstodt, Postamt, Landbriefträger, 510 X Gehalt. Kasskl, Generalcommission, mehrere Lohnschreiber, 25 Pfg. pro Bogen. Kassel, Postamt, Postschaffner, 980 X Gehalt. Frankfurt a. M, Baurath Becker, Tagewächter, 60 X monatlich, Nachtwächter, 60 X monatlich- Hanau, Postamt, 2 ständige Posthülfsboten, 1,80 X Tagegeld, ständiger PofthülfSbote, 2 X Tagegeld. HerSfeld, Postamt, Landbriefträger, 558 X Gehalt. Homburg v. d. H, Postamt, Postschaffner, 944 X Gehalt. Jena, Landesbeilanftalten, Pförtner, 280 X und freie Starion. Limburg (Lahn), Postamt, Postschaffner, 908 X Gehalt- Oberlahnstein, Bezirk deS König!. E'senbahn-BetriebsomtS zu Wiesbaden, Latzemeisterasptrant, 75 X monatlich. Poppenhausen, Postagentur, Landbriefträger, 510 X Gehalt. Prctzmck, Postamt, Briefträger, 872 X Gehalt. Wiesbaden, Bürger­meisteramt, 2 Bureaugehilfen, 1000 X und rcfp. 1200 X Postamt, Stadtpostbote, 930 X Gehalt.

Literarisches.

Die Gegner deutscher Colonialideen, die (trotz der so energischen Thätigkeit der für Ausbreitung deS Interesses für überseeische Unternehmungen thatigen Vereme und trotz deS unermüdlichen aufklärenden Wirkens berufener Autoritäten und namentlich der Geographte-Profefforen an unseren Hochschulen!) noch immer leider im Deutschen Reiche zahlreich genug sind, pflegen neben anderen gleich wenig stichhaltigen Gründen gegen eine überseeische Ausdehnung Deutschlands namentlich auch den vorzubringen, daß die Erde ja bereits vergeben und für unS also nirgends mehr etwas Lohnendes zu holen sei. Auch auf die afrikanischen Küsten wird dieser Einwand bezogen. Und in der That ist diese irrige Ansicht Vieler, daß alle brauchbaren überseeischen Küsten bereits im festen Besitz europäischer Mächte seien, insofern entschuldbar, als die meisten deutschen Karten selbst ihr ehrliches Theil zur Festigung dieses Jrrthums beitrugen. Mit besonderer Vorliebe pflegen Viele der letzteren jedes Gerücht einer neuen Gebiets- ausdehnung der fremden Seemächte als feststehendes Factum zu behandeln. So sigurirt namentlich England auf vielen deutschen Karten gänzlich unberechtigt als Herrscher in außereuropäischen Gebieten, die thatsächlich durchaus nicht von ihm occuptrt, sondern noch vollkommen unabhängig sind! Eine soeben im Verlage deS Geographischen Instituts zu Weimar erschienene Karte von Angra Pequena und SÜd-Afrtka (bearbeitet von H. Müller und C. Riemer) betrachtet e8 als eine wichtige Aufgabe, diesem irrigen und unpatriotischen Bevorzugen fremder Seemächte durch deutsche Karto­

graphen entgegenzutreten. Sie bringt ein klar und deutlich gehaltenes UebersichtSbUd von Südafrika, auf dem die thatfächlichen Grenzen der Colonien nach den neuesten (soweit möglich amtlichen) Materialien eingetragen wurden; namentlich hebt sie auch das von keinem anerkannten Staate besetzte Gebiet durch besonderes Colorirt hervor und zeigt so in anschaulicher Weise das für eine allmähliche Ausdehnung der Zone deutschen Einflusses, der jetzt von Anara Pequma ausgehen kann, zunächst offenstehende Territorium. Reben dieser Uebersichtskarte deS ganzen südlichen Afrika finden sich auf diesem Blatte noch zwei andere Karten: eine Spcc alkarte des von Lüderitz er­worbenen Gebiets von Angra Pequena und etn Heber sichtökättchen des deutschen Reichs: letzteres (im gleichen Maßstabe wie die Hauptkarte gezeichnet) bient zur an­schaulichen Vergleichung der Größenoerhältnisse j?mr afrikanischen Gebiete mit solchen der heimathlichen Länder. Der Preis dieser heute im höchsten Grade .zeitgemäßen" Karte beträgt 80 Pfennig.

Handel und Verkehr.

Limburg, 2. Juli. Rother Weizen X 17.10, weißer Weizen X 00.00, Korn X 13.70, Gerste X 0.00, Hafer X 8.65, Erbsen X, Kartoffeln X.

^Fr an ff urt, 2. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu X 2.704.00, Stroh X 2.803.15, Eier das Hundert X 4 605.00, Butter 1. Qualität X 0.90, 2. Qualität X 1.10, Kartoffeln per Centner X 2.002.25, Kohlrabi 5-8 H pr. (5t, Erbsen 1O0 Kg. 19.OO27.50 X, Rothkraut pr. St. 00OO Poularden X 00, Huhn X 1.502.20, 1 Ente X 3.004.00, 1 Taube 6000H Hahn X 1.702.00, Gans X 40.00, Welsche X 7-12.

Im Jnseratentheil der Rr. 151 unseres Blattes hatte ein Inserat betr Strickerei-Geschäft von Marie u. Johanna Buschs Aufnahme gefunden. Dieses Inserat befand sich in Couvert in unserem Briefkasten und haben wir bemfelben in gutem Glauben Aufnahme gewährt, um so eher, da Papier und Schrift früheren Inseraten ähnlich sahen. ES wird uns nun in Betreff dieser Sache nachstehende Mittheilung gemacht:

In dem Jnseratentheile Ihres mertben Blattes von heute, Nr. 151, befindet sich eine Annonce, welche, als wenn von meinen Schwestern Marie und Johanna abgefaßt, lautet. Da dieselbe nun lediglich auf einen elenden Witz zurückzuführen ist, von einem Suj t verfertigt, welches auf verabscheuenS- werthem anonymem Wege derartige erbärmliche Machinationen in Scene setzt, so ersuche Sie, da Ihnen ein Auftrag me-ner Schwestern, etn Inserat, wie baS verkündete, einzurücken, nicht zuging, den entsprechenden Widerruf in Ihrem geschätzten Blatte baldgefälltgft erfolgen m lassen.

Hochachtungsvoll

_ Adolf Busch."

Da auch wir die Dupirten sind und es in unserem eigenen Interesse liegt, ein derartig böswilliges Subject gebührendermaßen zu kennzeichnen, sichern wir Demjenigen, der uns auf die Spur dieses anonymen Individuums führt, eine Belohnung von zwanzig Mark zu.

Expedition desGießener Anzeiger."

Wafferwärme der Lahn.

Am 3. Juli, zwischen 11 und 12 Hhr Mittags: 19° R. Lustwänne 23® R.

Rübsamen.

MtthMche Eisenbahnen.

Mit dem 1. k. M. tritt der Nachtrag II. zum Gütertarif Köln lr.)Oberhessen in Kraft. Derselbe enthält unter Anderem neue Tarifsätze für den Verkehr mit den Westerwaldbahnstationen, worüber sämntt- liche diesseitige Stationen Auskunft er- theilen. 4475

Gießen, den 28. Juni 1884.

Vergebung von Bauarbeiten.

Die zur Herstellung eines neuen DachwerkS auf einem Oeconomie- gebäude zu Schiffenberg erforder­liche Zimmer- und Dachdecker­arbeit, veranschlagt: erstere zu 444 X, letztere zu 451 «X. 80 soll auf dem Submissionswege in Accord gegeben werden. Lusttragende wollen ihre Offerten nach Procenten des Voranschlags gestellt, schriftlich, portofrei und mit entsprechender Auf­schrift versehen, längstens bis zum

Juli l. I., Vormittags 10 Uhr, bei uns einreichen, bis zu welchem Termin Plan, Voranschlag und Be­dingungen Vormittags von 812 Uhr eingesehen werden können.

Gießen, den 3. Juli 1884.

Großh. Kreisbauamt Gießen. __________Walter.______4489 ^rsteigerung schwesi. Gardinen & Stickereien.

Dienstag den 8. Juli 1884,

Nachmittags 2 Uhr,

Ä der Restauration Bramm (Neustadt)

Fortsetzung und Schluß der Versteigerung

aller noch verbliebenen Vorräthe ans Becker's Stickereilager:

Gestickte Vorhänge in Mull, Appli­cation und Tülle,

Gedruckte und gestickte Taschentücher dio. Art, 4482

Glatter Mull, Gardinen :c.

Im Auftrag: Müller. ..$8. Von Montag früh an werden sämmtliche Waaren in obigem Lokale aus­gestellt und aus freier Hand billigst ab­gegeben. Damen, welche die Versteigerung nicht besuchen moUen, belieben diese gün- Jtigc Kaufgelegenheit zu beachten.

Allgemeiner Anzeiger.

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welche am 15« August erfolgt, verkaufe von heute an

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Fabrik-Neubau des Herrn 6g. Heb. Schirmer u. Fabrik-Neubau des Herrn Klingspor.

Montag den 7. Juli 1884, von Nachmittag» 2 Uhr an, sollen im Gießener Stadtmald, District Waldshute:

6 Nm. Eichen-Knüppel,

21 Nadel-

1060 Wellen Nadel-Reisholz,

50 Eichen-

3 Fichtenstämme mit 1,69 Fstm. versteigert werden. Die Zusammen­kunft ist auf der Licherstraße an der 2. Schneise.

Nach abgehaltener Holzversteigerung sollen sodann folgende Wegbau- arbeiten an Ort und Stelle ver­steigert werden, nämlich:

a. die Anfertigung und das Jt Auffrischen von Gräben, veranschlagt zu 301,

b. die Anfertigung von Ka­nälen, veranschlagt zu 208, c. Chausstr- und Planir-

arbeit, veranschlagt zu 1643, d. Lieferung und Anfuhr

von Steinen, veran­schlagt zu 2112,

Der Anfang ist Nachmittags um 3V- Uhr auf dem alten Anneröder Weg an den Altentischwiesen.

Gießen, am 1. Juli 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 4438 A. Bramm.

Arbeitsdersteigerung.

Montag den *1. Juli d. I.,

Vornlittags 9 Uhr, sollen nachstehende Arbeiten an den gemeinheitlichen Gebäuden dahier, bei unterzeichneter Stelle in Accord ge­geben werden: veranschl. zu

1. Weißbinderarbeit 231,

2. Zimmerarbeit 17,

3. Dachdeckerarbeit 54,

4. Schreinerarbeit 31,

5. Spenglerarbeit 9,84

Climbach, am 30. Juni 1884.

Gr. Bürgermeisterei Climbach.

Stein. 4477

1 Zelt (Militair) zu verkaufen bei Louis Rothenberger, 4413 Neuenweg 22.