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dürfte eine solche mit Tagesanbruch erwartet werden- Dilke fügte hinzu, eS scheine kein Gefecht stattgesunden zu Haden.

Gestern Abend wurde in dem Gepäckraum deS Bahnhofs von Ludgate Hill ein Felleisen von Leder entdeckt, in welchem sich eine Höllenmaschine befand.

London, 1. März. Eine Depesche von Hewtlt bestätigt den Sieg Graham's und meldet, daß engllsche Truppen vier Krupp'sche Kanonen und zwei Haubitzen nahmen. Der Verlust des Feindes ist erheblich, die englischen Truppen verloren 24 Tobte und 142 Verwundete. Lieutenant Royds de Caryssort ist schwer verwundet. Beim Eisendahnunfall von Aberdeen keine Tobte und Verwundete.

Eine ausführliche Depesche Graham's, in Suaktm Nachmittags ausgegeben, meldet: Da aus die durch den Parlamentär an den Anführer der Rebellen gesandte Aufforderung keine Antwort eingegangen war, rückte die englische Streitmacht, bestehend auS 3000 Mann Infanterie, 750 Mann Cavallerie mit sieben Mttrailleusen und acht Kanonen kleinen Kalibers vor. Heute Morgen sand man die Rebellen beim Brunnen EltelS mit Kruppschen Kanonen verschanzt. Wir machten eine Bewegung nach rechts, griffen den Feind von hinten an und nahmen die Verschanzungen mit Sturm. Vier Krupp'sche Kanonen, drei andere Kanonen und eine Quantität Munition wurde erbeutet. Die Schlacht dauerte drei Stunden, da der Feind hartnäckigen, verzweifelten Widerstand leistete. Seine Streitmacht wurde auf 10,000 Mann geschätzt. Seine Ver­luste waren sehr bedeutend, 900 Tobte wurden in den Verschanzungen gesunden. Unser Verlust betrug 28 Todte, 2 Vermißte und 142 Verwundete. Graham fügt hinzu, er habe durch Vermittelung etned Gefangenen an den Befehlshaber von Tokar eine Sommation gesandt, worin Unterwerfung für morgen unter den gestern gestellten Be­dingungen verlangt wurde. Von Offizieren sind Baker Pascha, Oberst Burnaby, Oberst Barrow schwer und 15 andere leicht verwundet.

Aberdeen, 1. März. Auf der Eisenbahn bei Forfar '(Schottland) stießen heute drei verschiedene Züge auf einander. Eine große Anzahl Wagen ist vollständig zerstört. lieber die Zahl der Getödteten und Verwundeten ist Näheres noch nicht bekannt.

AtaNen.

Rom, 1. März. Morgen beglückwünschen sämmtliche anwesende Kar« dinäle und Prälaten den Papst zum Jahrestage seiner Krönung und Geburts- tag. Die Journale sagen, das Ministerium warte die Session der inneren Politik ab, um die Vertrauensfrage zu stellen.

Im Senate brachte der Unterrichtsminister den von der Kammer votirten Entwurf, betr. die Reorganisation des höheren Unterrichts, ein. Dies gilt als Bestätigung, daß die Ministerkrisis nicht existirt.Osservatore Romano" meldet, daß Kardinal Mertel zum Vicekanzler der Kirche, Ledochowski zum Secretär der Bittschriften ernannt worden ist.

Außtand.

Petersburg, 1. März. DerRegier.-Anz." veröffentlicht die Verlobung des Großfürsten Sergius mit der Prinzessin Elisabeth von Hessen.

Moskau, 1. März. Gestern Nacht ist ein auf der Moskau-Brester Bahn von Brest kommender Güterzug auf der Dnieprbrücke unweit Miasma entgleist, wobei die Brücke beschädigt und das Hauptgeleise durch die übereinander gestürzten Wagen gesperrt wurde. Der nachfolgende Postzug konnte noch recht­zeitig aufgehalten werden.

Türkei.

Konstantinopel, 1. März. Zahlreiche Einwohner von Kreta haben ein Telegramm an den Sultan gerichtet, in welchem sie erklären, daß sie einen muselmännischen Gouverneur nicht anerkennen würden. Gleichzeitig ersuchten sie die 6 Botschafter und den griechischen Gesandten in Konstantinopel telegraphisch um ihre Vermittelung bei der Pforte. Das Jrade über die Ernennung Halil Rifaat Pascha's zum Gouverneur von Kreta ist noch nicht veröffentlicht worden. Der englische Consul in Kreta hat Lord Dufferin mitgetheilt, daß die Kretenser keinen muselmännischen Gouverneur annehmen würden; die Ernennung eines solchen würde Unruhen herbeiführen.

Aegypten.

Kairo, l.MSrz. Zufolge einer Reutermeldung verlautet, die englische Regierung habe der Absendung von zwei Bataillonen englischer Truppen nach Asiuan zugestimmt. Der Zeitpunkt des Abmarsches ist noch nicht bestimmt. Privatdepeschen aus Khartum besagen, der Enthusiasmus, mit welchem die Bevölkerung Gordon bei der Ankunft empfing, sei rasch verschwunden und das anfänglich wiedergekehrte Vertrauen habe schweren Besorgnissen Platz gemacht. Die Proklamationen Gordon's würden von den oberhalb Khartums wohnenden Stämmen verhöhnt.

Die Mission Stewarts, des Adjutanten Gordon's, nach dem Weißen Nil ist al8 gescheitert anzusehen. Stewart ist nach Khartum zurückgekehrt. Die Mission be­zweckte, die Bevölkerung zu beruhigen, verlief aber resultatlos. Stewart und seine Begleitung konnten zwar in den Dampfern unbehelligt passtren, doch wurden an ver­schiedenen Orten am User zahlreiche Eingeborene bemerkt, welche eine drohende Haltung beobachteten.

Telegraphische Depeschen.

Wolst'S Eorresporrderrz-Drrrearr.

Christiauta, 2. März. Das Urtheil gegen den Staatsminister Selmer ist auf Befehl des Königs dem Justizdepartement zur weiteren Behandlung der Angelegenheit übermittelt worden.

Wien, 2. März. Nach den hiesigen Morgen-Zeitungen zugegangenen Telegrammen sind bei dem verhafteten Socialisten Prager zahlreiche Papiere sehr compromittirenden Inhalts, aber keinerlei Provenienzen von dem Eisert>- schen Raubmorde, mit Beschlag belegt worden. Im Ofen ausgesundene ver­kohlte Reste verbrannter Papiere lassen vermuthen, daß Prager die gravirend- sten Sachen vor seiner Verhaftung vernichtet habe.

Paris, 2. März. Nach einer dem Marineministerium zugegangenen Depesche aus Hanoi vom 1. d. Mts. erfolgte die Besetzung von sieben an dem Zusammenfluß des Song-Cau und des Stromschnellen-Kanales belegenen Pagoden am 21. v. Mts. durch ein Bataillon der Fremdenlegion und eine Batterie ohne Widerstanv. Die Pagoden wurden in der Nacht vom 25. v. Mts. zweimal Dom Feinde angegriffen, dieser aber mit bedeutenden Verlusten zurückgeschlagen. Die französischen Truppen hatten nur einen Verwundeten.

London, 2. März. Eine amtliche Depesche meldet: Tokar hat sich gestern ohne Kampf ergeben. Die die Garnison bildenden Aufständischen nah­men die von dem General Graham gestellten Bedingungen an; Graham zog mit seinen sämmtlichen Truppen in die Stadt ein.

Lokales.

= Gießen, 3. März. sDte Lehrkräfte an unserer Universität) Dem soeben erschienenen Berzeichniß der Vorlesungen, die an der Ludewigs-Univerfltät tot Sommerhalbjahr 1884 gehalten werden und am 28. April ihren Anfang nehmen sollen, entnehmen wir, daß in der theologischen Facultät 5 Docenten, in der juristischen 6, in der medicinischen 13 und in der philosophischen 25 vortragen. Der gesammte Lehr­körper besteht demnach auS 49 Docenten.

Gießen, 2 März. [Tbeater] Die Fastnachtsstimmung fand ihren nach­träglichen Ausdruck in der alten, treuherzigen Posse: »LumpacivagabunduS" Nestroy. Sie hatte ein ziemlich zahlreiches Publikum herbeigelockt. Dav Trifolium der Handwerksburschen lag in den Händen der Herren Muff (Schuster), PeterS (Schneider) und Schönwasser (Tischler). Wenn sie auch nicht alle drei ihre Partien gleichmäßig treffend zur Darstellung brachten und durch manche Nuancen sich die Wirkung der Unmittelbarkeit entgehen liehen, so hatten sie doch andererseits so viele überzeugende Momente, dah wir ihren Leistungen gerne Anerkennung zollen. Ins­besondere war der Schustergeselle deS Herrn Muff des Beifalls würdig, der ihm aus innerstem Drange vom Zuhörerkreise gespendet wurde. Noch verdient die Soiree bei Zwirn Erwähnung, in der Fräulein Hoffmann und Fräulein Pögner II. dem Gastgeber mit unbestrittenem Erfolge zur Seite standen.

In der Nachmittags-Vorstellung soll dieHeine Welt" sehr stark vertreten gewesen sein.

X Angesichts der wiederholten, glücklicherweise zum Theil vereitelten nächtlichen EinbruchSoersuche liegt die Frage nahe, ob unsere Schutzmannschast ihrer numerischen Stärke nach der ihr zugesallenen schweren Aufgabe, nicht blos unser Eigen- thum, sondern auch unser Leben zu schützen, auf die Dauer gewachsen ist. Mr erkennen gern und unbedingt ihren Pflichteifer und ihre Wachsamkeit an, aber sie sind eben auch Menschen und vermögen nicht bet Tag 'und bei Nacht ihren anaestrengten Dienst in seinem vollen Umfange zu versehen. Aus einem so ausgedehnten Terrain, wie es heute Gießen darbietet, genügen nicht mehr 20 Schutzmänner (einschließlich der 6 HilfS- schutzmänner). Wenn wir recht unterrichtet sind, so fungirt in Darmstadt, dessen Flächenraum nur um ca. 800 Quadrat-Meter größer als Gießen ist, gerade die doppelte Anzahl Schutzmänner. Nach unserm Dasürhalten ist die Frage der Erhöhung der Zahl der Wachmannschaften eine nicht mehr von der Hand zu weisende.

Vermischte S.

Hungen, 1. März. Donnerstag den 6. März, Nachmittags 2 Uhr, soll zu Hungen im Solmser Hofe eine Versammlung der Zeichner vonRübenactten für eine bei Trais-Horloff (Hungen) oder Echzell zu errichtende Zuckerfabrik stattfinden, in welcher über den Stand des Unternehmens Auskunft ertheilt und wegen Verkaufs der diesjährig anzubauenden Rüben verhandelt werden soll. Sämmtliche Zeichner, sowie sonstige Interessenten sind zu dieser Versammlung etogeladen.

Aus dem Kreise AlSfeld. Am Gleenbache, zwischen Ober-Gleen und Ohmes, liegen 3 kleine Mühlen. Eine derselben trägt den Namen dieKammbacher Mühle". Ihr jetziger Besitzer heißt Contt. Die 16jährige Tochter desselben erzählte kürzlich ihren Eltern, ihr habe geträumt, sie begleite einen mit vielen Kränzen ge­schmückten Sarg unter großer Theilnahme auf den Friedhof, kehre aber nicht wieder zurück. »Träume sind Schäume", wird ihr geantwortet, und der Traum wurde vergessen.

Da ereignete eS sich am 20. Februar, daß ConlL den verstorbenen Rechner Wickert von OhmeS zu seiner letzten Ruhestätte begleitete. AlS er wieder nach Hause ging und in die Nähe seiner Wohnung kam, siel ihm der ungewöhnlich langsame und unregel­mäßige Gang deS MühlchenS auf. Er tritt in das Haus ein, findet die Tochter nicht vor und fragt die Mutter nach deren Verbleib. Diese antwortet:Sie schüttet auf.* Angsterfüllt eilt Conl6 in die Mühle und bemerkt Blut am Kammrade. Erschrocken tritt er näher nnb findet hier o Jammer! fein Kind vom Kammrade vollständig zerriffen. Sein herzerschütterndes Geschrei übertont das Klappern der Mühle, Die Mutter kommt herbei, rauft sich in den Haaren und überläßt sich dem wildesten Schmerz. Da8 Mühlchen wird zum Stehen gebracht und die einzelnen Körpertheile, soweit die­selben zu finden waren, gesammelt.

Am vergangenen Freitag wurden die Ueberreste deS noch vor wenigen Tagen blühenden Mädchens unter Begleitung zahlreicher Leidtragender, mit Kränzen überdeckt, begraben.

Was daS traurige Ende des jungen Mädchens herbeigeführt, ob Unvorsichtigkeit oder ein unglücklicher Fall, wird wohl ein Geheimniß bleiben. Wir veröffentlichen den­selben, nachdem auch auf einer Mühle zwischen Oberbreidenbach und Strebendorf vor einigen Wochen em Bursche auf ähnliche Weise den Tod gesunden, in der Absicht, da­durch zur Vorsicht zu mahnen. (N. H. V)

sVacarrte Stellen für Militäranwärter im Bereiche des 11. Armee-Corps.I Sachsenhausen, Postamt, ständiger Hülfsbote im Landbriefträgerdienst, 1,30 Mark Tagegeld. Wiesbaden, Bürgermeisterei, LeihbauS-Diener, 1300 Mark Gehalt. Windecken, Postamt, Landbriefträger, 450 Mark Gehalt und 60 Mark Wohnungsgeld­zuschuß. Wolfskehlen, Postagentur, Landbriefträger, 500 Mark Gehalt und 60 Mark Wohnungsgeldzuschuß.

Eingesandt.

Aus dem vor wenigen Tagen erschienenen Berzeichniß der Vorlesungen an der Universität für das Sommersemester geht daS interessante Factum hervor, daß der eine Professor sein Collegium auf den Sonnabend angesetzt hat, während der andere es am Samstage hält. Sollte ein Theil der Herren Docenten nach dem Norden und der andere nach dem Süden gravitiren?

Ein Wißbegieriger.

Handel und Verkehr.

Grünberg, 1. März. (Fruchtpreise.) Weizen X 19.30, Korn X 16.50, Gerste X 15.00, Hafer X 15.60, Erbsen X 17.40, Linsen X 00.00, Lein X 00.00, Samen X 00.00, Kartoffeln X 0.00.

Frankfurt, 1. März. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu X 3.003.90, Stroh X o.lO3.40, Eier das Hundert X 4 607.00, Butter' 1. Qualität X 1.00, 2. Qualität X 1.20, Kartoffeln per Centner X 2.252.50, Kohlrabi 56 H per Stück, Erbsen 100 Kgr. 1928 X, Nothkraut per St. 1230 Poularden X 00, Huhn 1.502.20, 1 Ente X 3.004.00, 1 Taube 5000

Hahn X 1.702.00, Gans X 58.00, Welsche X 7-10.-

Gebr. BuderuS, Main-Weser-Hütte bei Lollar. Nach einer unS -«gehenden Mittheilung steht diese Firma im Begriff, sich in eine Actiengesellschaft umzuwandeln. Das Actiencapital wird bestehen aus X 10 Millionen Actien fiit. A und 2 Millionen LU. B, letztere mit einem prioritätischen Ansprüche auf 5pCt. Weder die einen, noch die anderen Actien find für den Markt bestimmt, sie werden auf Namen lauten und durch Statutenbestimmungen an den Besitz der Familie geknüpft bleiben. Außerdem werden X 6 Millionen 5procentiger Obligationen cretrt werden, welche zur ersten Stelle hypothecirt, mit 5pCt. verzinst und innerhalb 25 Jahren ab 1889 zu 102 pCt. rückgezahlt werden sollen. Diese Anleihe wurde von einem Consortimn übernommen, bestehend aus der Mitteldeutschen Creditbank, den Deutschen Bankhäusern Sal. Oppen­heim jr. u. Co. in Köln, (Sehr. Sulzbach, Baß u. Herz in Frankfurt a. M- und Hermann Herz in Weilburg. Der Besitz umfaßt, wie uns mitgetheilt wird, namentlich im ehemaligen Herzogthum Nassau und Kreise Wetzlar, die bedeutendsten Complexe gut aufgtschloflener Eisensteinaruben, ferner große Hochöfen und Gießerei-Anlagen zu Main- Weser-Hütte bei Lollar, Margarethenhütte bei Gießen, Hirzenhainerhütte in Oberheflen, Sophienhütte bei Wetzlar und Georgshütte bei Burgsolms.

731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige In eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man eich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HAAÄEZVSTEfilV in

Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinaiohte der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Bath ertheilt

Calcutta International Exhibition 188381.

Neue Auszeichnung.

Laut eben eingelaufener Mittheilung ist die Firma H. Underberg-Albrecht in Rheinberg am Niederrhein, unter unzähligen Ausstellern von Bitter-Liqueuren, die einzigste deutsche, welche, für ihren vorzüglichen Bonekamp of Maag-Bitter, von der Jury prämitrt worden ist.

Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde.

Heute, Montag, Abends 8 Uhr in der Kleinkinderschule: Bi bei stunde^ Apostelgesch. 9, 119, Pfarrer Dr. Naumann.

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