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Samstag den 3. Mai

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Erscheint ILKLiÄr mit Ausnahme des Montas-«

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Die Nachtzeiten

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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich L Mark 5fr Pf.

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der Konferenz, das Schicksal Gordon's dagegen scheint ihr total gleichgültig ju sein. Fast sämmtliche Großmächte haben nunmehr ihre Zustimmung zur^Con- ferem erklärt, nur Frankreich hüllt sich noch in Stillschweigen und doch hat gerade dieses Land bei seinen Interessen in Egypten em gewichtiges 2öod auf der Conserenz mitmsprechen. Man erklärt sich dies- vorläufige Zurückhaltung Frankreichs damit, daß letzteres wünscht, die Conferenz solle sich auch Mit den politischen Angelegenheiten Egyptens befassen, während England auf derselben Nur die finanzielle Frage behandelt wissen will. f

Die Eröffnung der italienischen Landesausstellung rn Turin und die damit verbundenen Feierlichkeiten haben in markanter Weise die in Italien herrschende Befriedigung über die fortschreitende wirthschast^iche und industrielle Entwickelung des Landes zum Ausdruck gebracht. Es war dies namentlich auf dem Festbanket der Fall, welches die Turiner Mumcipalität den in Turin anwesenden italienischen Bürgermeistern zu Ehren am Montag gab, hierbei hielt auch der deutsche Botschafter d. Keudell eine mit stürmischem Bei­fall ausgenommen- Rede, in welcher er den besten Wünschen sür die stetige Fortentwickelung Italiens Ausdruck verlieh. ,

Spanien steht noch unter dem Eindrücke der Corteswahlen vom vergangenen Sonntag, welche dem Ministerium Canovas del Castillo eine so große Majorität gebracht haben. Neben der Genugthuung, weiche ihm der glänzende Wahlsieg gewährt, hat das spanische Cabinet auch die, emen neuen Ausstandsversuch an der spanisch-sranzösischen Grenze gleich ,m Kerme erstickt zu haben. Die in Folge dessen in den Madrider Regierungskreisen herrschende gehobene Stimmung ist jedoch durch das schreckliche Eisenbahn-Untzlück bei Badajoz, welches über einem halben Hundert Menschen das Leben kostete etwas beeinträchtigt worden; die angestellten Untersuchungen haben ergeben , daß man es hier mit einem nichtswürdigen Verbrechen zu thun hat und wird dasselbe allgemein den spanischen Anarchisten zugeschrieben.

Der letzte Akt in der Tragödie, die im Sudan spielt, der Fall von Khartum, steht nunmehr bevor, da die Einnahme von Berber durch die Ausstän- bischen der Garnison von Khartum jede Hoffnung auf Rettung abgeschmtten hat. Recht bezeichnend für die Situation im Sudan ist es auch, daß der Mahm die enalfichen Officiere in Assuan brieflich zum Abzug aufgesordert hat. Assuan, am ersten Nil-Cataract, ist die südliche Grenzstadt des eigentlichen Egypten-, so daß also >etzt auch letzteres von der aufständischen Bewegung direcr bedroht wird.

Aus Lima meldet man, daß die Regierung des Präsidenten von Peru, Generals Iglesias, von England, Spanien, Italien und Holland aner­kannt worden ist. __________________________ _

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politische Ueberficht.

Gießen, 2. Mai.

Das Befinden der Kaiserin, welche an einer Erkältung erkrankt war, hat sich gegenwärtig derart gebessert, daß die hohe Frau täglich einige Stunden außerhalb des Bettes zubringen kann. Insofern hat die Erkrankung der Kaiserin aufgehört, ein Grund sür die Verschiebung der Abreise des Kaisers nach Wiesbaden zu sein, indesien wird letztere doch nicht vor Ende der nächsten Woche erfolgen, da die Unsicherheit, welche zur Zeit noch in den Witterungs' Verhältniffen herrscht, einen vorzeitigen Beginn der FrühliNgs-Kuren des Kapers verbietet. Es dürste daher auch die anläßlich der Vermählungs-Feierlichkeiten am Darmstädter Hofe geplant gewesene Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und der Königin Victoria wieder ausgegeben worden sein, da die englische Souve- ränin spätestens zu Ansang kommender Woche Darmstadt wieder zu verlassen $ Der Schwerpunkt unserer inneren Politik liegt augenblicklich in der Socialistengesetz-Commission des Reichstages, welche ihre Verhandlungen am gestrigen Donnerstag beendet hat. In diese Verhandlungen ist durch die Mittheilungen, welche Abg. Richter in der Samstags-Sitzung der ge­nannten Commission über den grauenhaften Versuch gemacht hat, unser herr­liches Rational-Denkmal auf dem Niederwalde an seinem Einweihungstage m die Lust zu sprengen, ein ganz neues Moment gekommen. Freilich bleibt die Bestätigung dieser ungeheuerlichen Nachricht noch abzuwarten, zuzutrauen ist aber ein solches Unterfangen den deutschen Anhängern der internationalen anarchisti­schen Verbrüderung wohl. Einstweilen haben die Berathungen der Socialisten- gesetz-Commission zu der Annahme der bekannten Resolution gegen den Miß­brauch mit Sprengstoffen geführt und nach den Erklärungen des Staatssecretärs v. Bötticher steht ein diesbezügliches Gesetz noch in der gegenwärtigen Sesston des Reichstages zu erwarten. Am Montag hat alsdann in der Commission die Berathung der Windthorst'schen Amendements zur Socialisten-Vorlage be­gonnen, wobei Minister v. Puttkamer nochmals betonte, die Regierung könne nur auf einem unbedingtenJa" oderNein" bestehen. Ferner theilte er mit, daß die Verhandlungen mit Oesterreich und Rußland zur Herbeiführung inter­nationaler Maßregeln gegen die Anarchisten,, die aus Grund einc£ Antrages des vorigen Reichstages eingeleitet wurden, bis jetzt resultatlos geblieben seien. In der am Dienstag fortgesetzten Berathung der Windthorst'schen Amendements wurden diejenigen, welche die Bestimmungen des Socialptengesetzes über die periodischen Druckschriften u.s.w. modificiren, angenommen, dagegen^dre Anträge über die Zusammensetzung der Beschwerde-Commission und über die Beschränkung des sog. kleinen Belagerungszustandes auf Berlin und Umgebung abgelepnt, des­gleichen ein Antrag Hänel's, wonach die den Centralbehörden m § ^8 emge* räumten außerordentlichen Befugnisse erlöschen sollen. Minister v. Puttkamer hatte die letztgenannten Anträge entschieden bekämpst und vom sächsischen Bun- descommissar Held war erklärt worden, der Ausnahmezustand m den Centren der socialdemokratischen Bewegung müsse unbedingt ausrecht erhalten werden.

Die Unfallversicherungs-Commission des!Reichstages hat am Dienstag die grundlegenden §§ 9 bis 11 des Unfallgefetzes nach den An- trägen der Conservativen und des Centrums angenommen. Dieselben sind gegen den Fortbestand der Privatversicherung und gegen die Versicherung auf Gegenseitigkeit gerichtet und machen territorial abgegrenzte Berufsgenossenschaften zur Basis der Versicherung. , , . . _

preußischen Abgeordnetenhaus ist am Dienstag me dritte Berathung Der Jagdordnung zu Ende geführt worden. Der Rest der Vorlage wurde meist nach den Beschlüßen der zweiten Lesung genehmigt; einzelne Para­graphen wurden mit nicht sehr wesentlichen, meist redactionellen, Aenderungen angenommen. Der vielgenannte Sonntags-Paragraph ist dahrn gefaßt worden, daß an Sonn- und Festtagen alles Hatztreibjagen unv während des Gottes­dienstes jede Jagdausübung überhaupt verboten ist.

Das österreichische Kronprinzenpaar ist am Dienstag Mittag von seiner Orientreise wieder in Wien eingetroffen. Dieselbe bildet eme zeitge­schichtliche Episode von nicht geringer Bedeutung für die künftige Gestaltung der Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu den Staaten der Balkan-Hawrnfel. Wenn das politische Moment während des Aufenthaltes des Kronprinzenpaares m per türkischen Hauptstadt weniger hervortrat, so ist dies um so mehr aus der Heim­reise der Fall gewesen, denn die Rückreise von Varna bis Belgrad trug eine entschieden politische Färbung zur Schau. Dieselbe documentirte sich besonders in den Trinksprüchen, die in den Königsschlössern zu Bukarest und Belgrad ge­halten wurden, sowie in der äußerst sympathischen Haltung, welche von der rumänischen und serbischen Presse den österreichischen Herrschaften entgegenge- bracht wurden und dieses Alles deutet darauf hin, daß die jüngste Reife des Kronprinzen Rudolf und seiner Gemahlin in erster Linie Rumänien und Ser­bien in einen innigeren Connex mit der habsburgischen Monarchie gebracht hat a.s sicher. Verlegenheiten sind dem Cabinet Gladstone

allmälia über den Kopf gewachsen. Es entspricht aber ganz dem Krämergeist der auswärtigen Politik, daß man im Cabinet von St. James nur. die finan­zielle Seite dieser Verlegenheiten sieht, während man die Vorgänge im Sudan, roetöe doch das ganze Gebäude Der englischen Herrschaft im Orient zu erschüt­tern drohen, nach wie vor mit unbegreiflicher Nonchalance behandelt. Demge­mäß sorgt sich die englische Regierung hauptsächlich um das Zustandekommen

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«licßcner Anzeiger

Amts- md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Imtschland.

Darmstadt, 1. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entfchließung vom 28. v. Mts. den Hauptmann i la suite von der Artillerie Prinz Ludwig von Battenberg, Durchlaucht, zum Mapr ä la suite von der Artillerie zu befördern geruht.

Se. Königl. Hoheit der Prinz Wilhelm von Preußen ist heute Vor­mittag 6 Uhr 30 Min. nach Berlin abgereist, ,

Se. Kaiser!. Hoheit der deutsche Kronprinz tritt seine Ruaresse nach Potsdam heute Abend 6 Uhr 30 Min. an. ,, r.

Se. Königl. Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen begiebt sich morgen Mittag von hier nach Karlsruhe.

Aegypten.

Kairo. 30. April. Von dem Gouverneur von Berber ist heute Vor- mittag eine Depesche eingelaufen, worin derselbe sein Ansuchen um Verstärkun­gen wiederholt und die Regierung dringend bittet, ihn nicht >m Stich zu lassen. Seitdem ist feine weitere Depesche auä Berber hierher gelangt, so daß ange­nommen wird, die Telegraphenbeamten hätten die Stabt verlassen.------------

~ TelrgraMWDepeschrru"

Wolff'- Eorrrsporrdem-Burearr.

Beriirr» 1 Mat. der Commission des Reichstags für das Socialistengesetz wurde heu" dte Vorlage mit 10 gegen 10 Stimmen abgeUhM; für die Vorlage stimmten Dom -raab zunächst die desi.

nitive und Namentliche Abstimmung über die 3aflborbnunß ^4 Stimmeu für und 138 Stimmen gegen den Gesetzentwurf; derselbe ist mithin angenommen. Damr stimmten' die Polen, die Conservativen, außer den Abgeordneten von Meyer-Arnswalde und Mse sowie der größere Theil der Freiconservativen und des CentruwS; dagegen-, die Fortschrittspartei, die Secessionisten, die Nattonalliberalen, außer dem Abgeordneten Rademacher der Rest des Centrums und der Freiconservativen, darunter die: 2U>8e* SKofir, Sleber( Eonrad, Peters, Scholz (Neisse), Wagner (Neiße), Graf

TSMÄÄ« W drei -rstm P«°-

graphen des CommunalsteuergesetzeS nach längerer Debatte in der von der Commission

Mitglieder der deutschen Cholera- Commtsstoni der Geheime Rath Dr. Koch und die Stabsärzte Dr. Gaffky und Dr. Fisher, sind gestern hier etnnetroffen und gedenken morgen die Reise nach Berlin fortzusetzen.

hier «Strossen un^ge^km ber $erroaltuna ber Aron--

länbeteten in d-m Parlam-ntsg-bänd- wurden gestern mehrere

patronen ausgefunden. Bet weiteren Nachsuchungen wurde eine andere Patrone unn. der zu dem Zimmer des Sprechers führenden Treppe entdeckt. Die Patronen,' welche anscheinend gestern dorthin gelegt und mit Zündern versehen waren, wären geeignet gewesen, einen großen Theil des Gebäudes in die Luft zu sprengen.

I und III. Classe.

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it. I NchmMchnU Nckm.

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