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ben berühmten Operateur, zu schicken. Billroth verlangte für Reise und Operation 100 000 Francs; das war dem Griechen zu viel, er bot 80,000 Francs; das war aber Billroth zu wenig und so blieb Jeder, wo er war. Nach einem Jahre pocht's an BEroths Thüre tn Wien und ein unansehnliches Männlein tritt ein und bittet um des Herrn Doctor Hülfe. Der Doctor untersucht den Fuß und nimmt ihm die kleine Qebe ab. Der Patient ist sehr dankbar für die glückliche Operation und bittet um die Rechnung. 300 Gulden! Der Fremde zählte die 300 fl. herzlich dankend auf den Tisch und empfiehlt sich. Unterwegs aber lacht er in sich hinein und denkt: 75,000 Frcs- wenigstens erspart! Es war Delyannis. Die Wiener aber, als sie die Geschichte erfuhren, sagten: Die Griechen waren immer gute Geschäftsleute.

lieber Universal-Kohlenanzünder wird geschrieben: Während tn letzter Zeit die eigentlichen Brennstoffe eine erhebliche Erweiterung z. B. durch die Einfühlung der Briquetts, erfahren haben, sind wir in Bezug auf das Anzündematerial auf derselben Entwickelungsstufe stehen geblteben, wie vor Jahrhunderten, indem wir nach wie vor daS Spaltholz für ausschließlich zu diesem Zweck geeignet ansahen. Und doch wird Niemand über dessen Unzulänglichkeit im Zweifel sein, der da weiß, wie viel Zeit und Mühe oft dazu gehören, ein Kohlenfeuer in dieser altgewohnten Weise anzumachen. Der unwiderlegllchste Beweis dafür, daß in der That ein Bcdürfniß vorhanden ist, das Herkömmliche Anzündeholz durch einen seinen Zweck besser und bequemer erfüllenden Stoff zu ersetzen, ist der in Stadt und Land cingerissene gefährliche Mißbrauch der Dienstboten, die zum Anmachen des Feuers bestimmten Holzstücke mit Petroleum zu befeuchten, wodurch schon vielfach Menschenleben gefährdet wurden-

Es sind aus diesen Gründen in den letzten Jahren vielfach Versuche gemacht worden, ein brauchbares Anzündematerial zu schaffen, indeß haben sich sammtliche da­für tn den Handel gebrachte Fabrikate nicht bewährt und somit auch keinen Anklang finden können. Zum Theil waren dieselben mit feuergefährlichen Stoffen gemischt, wie Zündmasse, Petroleum rc., thetlS wieder waren die einzelnen Stücke, mit denen Feuer gemacht werden sollte, so klein, daß sie wohl genügten, Papier, Spahne. Ktehn u. dgl. entbehrlich zu machen, nicht aber auch das Holz überhaupt.

Alle diese Mängel zu vermeiden, scheint ein Fabrikat erreicht zu haben, welches uns heute zur Begutachtung vorliegt. Es sind dies die von der Firma Scheide! u. Pee- rnöller in Oberrod bet Schleusingen tn Thüringen hergestellten Universal-Kohlenanzünder. Dieses Fabrikat erscheint uns so allgemeiner Beachtung auch in den Kreisen der Kohlen- intereffenten werth daß wir keinen Anstand nehmen, an dieser Stelle auf diesen neuen Artikel htnzuweisen, zumal derselbe nach unserer Erfahrung tu der That das leistet, was er verspricht, d. t. direkt die Kohle rc. in Brand zu setzen, also die Verwendung von Holz u. dgl. zum Anmachen eines Kohlenfeuers tn Ofen, Herd oder wo sonst immer gänzlich überflüssig zu machen.

Diese Universal-Kohlenanzünder bestehen in handlichen, etwa pfundschweren Tafeln, die in Felder getheilt sind, von denen fe eins zu einmal Feuermachen ousretcht. Der Preis eines solchen Stückchens, das 20 Minuten intensiv brennt, stellt sich nicht höher als der des nöthigen Anzündeholzes, vor dem es voraus hat, daß es ungemein bequemer und wirksamer ist, leichtere Verdrauchskontrole bietet und wenig Raum ein» nimmt, also tn jeder Ecke untergebracht werden kann, selbst im Zimmer.

Der Verbretlung der Briquetts, die schon ein sehr kleines Stückchen des neuen Präparats leicht und mühelos tn Brand setzt, dürste aus diesem letzteren ein neuer Bundesgenosse entstehen. Auf keinen Fall glauben wir fehlen gehen, wenn wir den Universal-Kohlenanzündern der Herren Scheide! u. Peemöller eine rasche und willige Aufnahme in den meisten Haushaltungenen versprechen, zumal dieselben neben absoluter Ungefährlichkeit ebenso sauber wie frei von Geruch oder ähnlichen Untugenden, also völlig salonfähig sind.

[@tn guter Gedanke kommt nie zu fp5t] Er trat wuihcntbrannt und mit wuchtigem Schritt tn die Office des Advokaten ein, der biedere Farmer Jerry Brown: Mit meiner Lizzie kann ich nicht mehr zusammen leben. Sie müssen sie von mir scheiden. Sie kann meinetwegen auch die Kinder mitnehmen."Ja, aber welchen Grund geben Sie denn für die Scheidungsklage an?" fragte der Anwalt.Sehen Sie. meine Lizzie ist sonst ein ganz braves Weibsbild, aber sie ist unausstehlich furcht­sam. Jeden Abend, wenn wir zu Bette gehen, verlangt sie, daß ich unter's Bett gucken

soll, um nachzusehen, ob auch kein Mann darunter liegt. Und dies ewige Nachgucken will ich nicht mehr thun. Wir haben deßhalb schon viel Streit gehabt und da sie trotz-- dem mich jeden Abend quält, daß ich unter's Bett sehe, so kann sie zum Kukuk gehen, ich will mich scheiden lassen."Das ist kein Grund zur Scheidung."DaS ist kein Grund?"Nein."Well denn. Dann mach' ich es so. Ich nehme sofort die Säge und säge alle vier Beine des Beites ab, dann kann ja Niemand drunter liegen und der Streit hört von selbst auf. Wie einem doch die guten Gedanken oft erst so spät kommen!"

Die Resultate der Einjährig-Freiwilligen Prüfungen sind gegen die Ergebnisie. der Vorjahre nur um weniges brsser geworden Worin liegt dafür die Ursache? Es läge so hörten wir oft an den hohen Anforderungen, welche an die Prüflinge gestellt würden. Nein, daran liegt es nicht! Gottlob daß die Anforderungen hoch gestellt werden, denn wenn wcht geistige Ueberlegenbett den Einjährig-Freiwilligen vor den Dreijährig-Diknenden auszeichnet, in was sonst wäre diesem der Freiwillige über? Gottlob, sagen wir, daß es mit der Qualifikation der Prüflinge recht genau genommen wird, wie wäre es sonst um den Ersatz des Reseroe-Ofsizier-Corps bestellt. Die Ursache der schleckten Prüfungs-Resultate »st einzig und .allein in der ungenügenden Vorbildung der Prüflinge zu suchen, welche die l tzieren natürlich selbst verschuldet, haben. Die Einjahrig-Freiwilligen-Vorbereitungs-Anstalt (Presse) soll dann in kurzer Zeit mit demNürnberger Trichter" die Mängel in allen Fächern ersetzen, Ortho­graphie und Satzbildung zu einem nur einigermaßen befriedigenden deutschen Aufsatz beibringen rc. Sckon mit dem niedergeschriebenen Lebenslauf spricht sich gewöhnlich der mangelhaft vorbereitete Aivirant das Urtheil über seine Unreife zumEinjährigen." Daher die spottschlechten Prüfungs-Resultate.

Schiffs Nachrichten.

Bremen, 29. März. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Eider, Capt. W. Willigerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 19. März von Bremen und am 21. März von Southampton abgegangen war, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Zur gef§. Beachtung.

Schriftliche Anfragen wegen Auskunstsertheilung über Inserate rc. können orte mir bann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ifl die Expedition zu keinerlei Auskur.stsertheilungen befugt. Offertenbriefe sind soweit keine bestimmten aegentheiliaeV Abmachungen getroffen wurden in der Expedition abruholen.

Temperatur in Gießen.

März 1884.

Niederste 4,0 ®R.

Mittlere + 4,49 , im März 1873 + 4,89

Mittel früherer Jahre + 2,87

Höchste . +15,0

Niederschlag an 12 Tagen .... 0,73 Par. Zoll.

im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 1,44

Die Vegetations-Entwickelung ist am Schluffe des Monats gegen das Mittel um 14 Tage voraus.

1 tt ca t pract. Arzt in Frankfurt a. M.,r früher Assist. 111* mpd H (tPURP,!) Prof. Ricords,Paris, heilt rasch,gründl.u. VI. 111CU. 11. Wuildbllj ohne grosse kosten alle Nerven-, Frauen-, £

Haut« u. Geschlechtskrankheiten (Syphilis) nach eigener Methode. Sprechstunden 101 und 35. Stiftstrasse 22 I. Auswärts brieflich.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Zum Handels-Register Großherzoglichen Amtsgerichts Gießen ist folgender Eintrag vollzogen morden:

Durch Gesellschaftsvertrag vom 13. März 1884 ist unter der Firma BuderuS'sche Eisenwerke" eine Aktien-Gesellschaft errichtet worden.

Der Sitz der Mien-Gesellschaft ist bestimmt zu Main-Weser-Hülte bei Lollar; Zweigniederlassungen bestehen zur Zeit:

zu Hirzenhainer-Hütte bei Ortenberg,

Margarethen-Hütte zu Gießen,

Sophien-Hülte bei Wetzlar und

,, Georgs-Hütte bei Burg-Solms, Kreis Wetzlar.

Die Dauer der Gesellschaft ist auf bestimmte Zeit nicht vorgesehen; der . Zweck ist die Fortführung und Ausdehnung der seither von der Handels- GesellschaftGebrüder Buderus zu Main-Wefer-Hütte" betriebenen Gewinnung und Verhüttung von Eisenerzen sammt sonstigen Mineralien, ein­schließlich Verarbeitung und Verkauf der Fabrikate.

Das Grundkapital beträgt zwölf Millionen Mark, ist voll einbezahlt und zerlegt in 5000 Aktien litera A zu je 2000 J-t. und 1000 Aktien litera B zu je 2000 <M. Die Aktien sind auf Namen gestellt. Die Einzahlung des Grund­kapitals ist durch Ueberweisung des gesammten Jmmobiliar- und Mobiliar- Besitzes der seitherigen Handels-GesellschaftGebrüder Buderus", erfolgt.

Die Veröffentlichungen der Gesellschaft erfolgen:

im Reichsanzeiger,

in der Berliner Vörsen-Zeitung, in der Frankfurter Zeitung, im Frankfurter Journal und in der Kölnischen Zeitung.

Der erste Aufsichtsrath hat sechs Mitglieder und ist auf die Dauer eines Jahres gewählt.

Als Vorstand der Aktien-Gesellschaft sind gewählt die Herren: Georg Buderus zu Main-Weser-Hütte und Hugo Buderus zu Hirzenhainer-Hütte.

Jeder zeichnet für sich allein die Gesellschaft.

Zu Prokuristen der Gesellschaft sind bestellt die Herren: Wilhelm Buderus zu Sophien-Hütte bei Wetzlar, Karl Buderus zu Gießen, Ernst Müller zu Wetzlar, Friedrich Schiele zu Gießen.

Jeder der genannten Prokuristen hat das Recht, für sich allein die Firma als Prokurist zu zeichnen.

Gießen, den 28. März 1884.

Großherzogliches Amtsgericht Gießen.

Müller. 2367

~23547-Eine"FrärHünscht'Beschäftigung 2391 Ein angehender Kellner findet

im Waschen und Putzen. Näheres bei dauernde und lohnende Stellung.

Frau Bärrn, Wallthorstraße 13. Wo? sagt die Exped. d. Bl.

BekEMtMKchrmg.

Da die für das Fahren der zwei städtischen vierrädrigen Giestfäffer eingereichten Offerten nicht genehmigt worden sind^, so wird anderweite Submission hiermit eröffnet und sind die bezüglichen Offerten bis Mittwoch den 9* d. Mts. einschließlich bei der unterzeichneten Stelle verschlossen einzureichen.

Gießen, den 1. April 1884.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

2379 A. Bramm.

In Nr Krivatklagesache des Wilhelm Sommer lad V. von Beuern, vertreten durch Rechts­anwalt Lauer, Privatklügers, gegen

den Ludwig Fiedler, Sohn des Andreas Fiedler daselbst, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Dittmar, Angeklagter,

wegen Beleidigung

hat das Großherzogliche Schöffenge­richt zu Gießen am 6. März 1884 für Recht erkannt:

I.Der Angeklagte wird wegen Be­leidigung in eine Geldstrafe von fünf Mark eventuell zwei Tage Haft, sowie zur Tragung sämmt- licher Kosten einschließlich der dem Kläger erwachsenen nothwendigen Auslagen verurtheilt;

11. Gleichzeitig wird dem Kläger die Befugniß zugesprochen, dieses Ur- theil in seinem entscheidenden Theile einmal innerhalb acht Tagen von Zustellung einer Ab­schrift an gerechnet, imGießener Anzeiger" auf Kosten des Ange­klagten veröffentlichen zu lassen."

Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils be­scheinigt.

Gießen, den 20. März 1884.

Reid hart,

Gerichtsschreiber des ÜÄroßherzoglichen Amtsgerichts, 2361

Freitag den 4. d. Mls,

Nachmittags 5 Uhr

sollen 10 leihfällige Trieb» viertel anderweit verpachtet werden.

Zusammenkunft auf dem Lutherberg. Gießen, den 2. April 1884.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

A. Bramm. 2371

Nächsten

Freitag den 4. April i. A,

Nachmittags 2 Uhr,

in derFlett' schen Hvfraithe dahier werde ich folgende Gegenstände gegen Baarzahlung versteigern:

1 Kleiderschrank, 1 Eomode, 1 Küchen­schrank mit Glasaussatz, 5 Wirths- tische, 12 Stühle, 1 Büffet, 1 trans­portablen Heero, 1 vollständigen Erndtewagen,

1 Comode, 1 Schrank mit GlaSauf- satz,

1 Secretär, 1 Sopha,

1 Kleiderschrank,

1 Comode mit Glasaufsatz, 1 runden Tisch mit Fuß, 1 Spiegel, 1 Wasch­tisch, 1 kleines Tischchen, 1 Comode, 3 Bilder,

1 zweithürigen Schrank, 1 Spiegel u.

1 Küchenschrank,

ferner: 1 Kuh u. 2 Schweine. Gießen, den 1. April 1884.

Engel,

2386 Gr. Gerichtsvollzieher.

Rückständige Gelder zur unterzeich­neten Kasse können noch bis zum 23. lfd. MtS. ohne Kosten bezahlt werden.

Lich, am 1. April 1884.

Fürstlich Solmsische Rentci.

2378 ' Kreiling.