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Erscheint ILgNÄ mit Anviuchme deS MonlagS.

B«re««r Schulstraße 7.

Gießen, am 3. April 1884.

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PreiS vierteljübrlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlo^n.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst.

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Betreffend: Die Vertilgung der Raupennestsr. , ,

Das Grohherzogliche Krcisamt Gießen

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien beziehungsweise die Locslpolizsibeamten.

Unter Bs'.uanahme auf S 368, pos. 2 des Reichsstrafgesetzbuchs und resp. Art. 80 des Feldstrafgesetzes empfehlen nur Ihnen, m Men Gemeinden ttÄ SJÄ® ÄK l°wie'die Vertilgung auf

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ßngland.

Qnttbrttt 91 MSr» Unterbause beantragte der Premier Gladstone, unter- stützt Don Äok and 'm Ob-rhVus- L°rd Granville, unterstützt von SaltSbury, C°nd°I-nzad«sj-n anläßlich d-S Todes des v-rzogs von Albany, welche schweigend an­genommen wurden. bic StaatssecretSr des Krieges Harttngton. NoUH-

cote gegenüver, er habe nicht gesagt, daß er -tue Mittheilung über die Poltlir der Neaieruna betreffs Eavvtens tm Allgemeinen machen werde, er wolle dagegen sobald als^möglich Erklärungen bezüglich Suaktms und der Zustände tm Sudan, t ernte über bte Laae Gordon's adgeben, und ersuche deßhalb Northcote, seine Anfrage vor Beginn der Osterffr«en in wiederholen. Hartington bestätigte sodann die Nachricht von dem ausKhartum, fügte aber hinzu. Gordon habe von. e nem Vcrrache nichts gemeldet, seine Meldung enthalte beruhigende Mittheilungen über seine Lage, sowie über diejenige Khartum«. Schließlich theilte Harttngto» mit, die^Oster­ferien würden voraussichtlich vom 8. btS 21. April bauern, doch hange londoner zweiten Lesung der Reformbill und von der Einbringung der Vorlage über die Londoner Verwaltung ab Northcote erklärte, er werde seine Anfrage am Donnerstag wiedtt- holm und falls dann ehie unbefricdigende Aatwort gegeben werden s^^ die B^athuug der Interpellation verlangen. Das Haus setzte Hierauf die zweite Lesung der rnewrws bill fort.

machen müssen, nach der Zersprengung der Schaaren Osman Digma's seinem Kameraden zu Hülse zu eilen; der Weg von Suakim nach Berber sührt aller­dings meist durch ödes Wüstenland, aber die einer Verproviantirung von etwa 1000 bis 1500 Mann entgegenstehenden Schwierigkeiten wären am Ende noch zu überwinden gewesen und was die zwischen Suakim und Berber hausenden Araberstämme anbelangt, so gelten dieselben als den Engländern freundlich ge­sinnt. Bei Berber wäre Graham in's Nilthal gelangt und der Weitermarsch nach Khartum hätte dann keine großen Hindernisse mehr gefunden. Statt dessen kehrt Graham von Tamanieb, wo er Osman Digma nochmals eine Lection ertheilt batte, nach Suakim zurück, woselbst ein Theil seiner Truppen wieder einseschifft worden ist, um nach England zurückgesührt zu werden. Auf welchem andern Wege aber Gordon Rettung werden soll, läßt sich unter den obwaltenden Umständen nicht absehen. Der englische Hof, das Heer und die Marine hoben anläßlich des Ablebens des Herzogs v. Albany vom 30. März bis 11. Mai Trauer angelegt , außerdem ist vom 30. März ab eine allgemeine Landestrauer angeordnet worden.

Das Reichsgericht zu Christiania fährt fort, die Mitglieder des Staatsmimsteriumsabzuschlachten", nur ist jetzt in seinem Verfahren eine mil­dere Praxis eingetreten. Während nämlich 7 Staatsräthe außer zu Geldstrafen auch zur Amtsentsetzung verurtheilt worden sind, ist der jüngst verurtheilte Staatsrath Johansen gehalten worden, nur eine Geldstrafe von 8000 Kronen und 200 Kronen Proceßkosten zu bezahlen. Auch die drei noch übrigen Mit­glieder des Ministeriums werden wohl mit einer ähnlichen Strafe davonkommen.

In Cincinnati ist es in vergangener Woche zu bedenklichen Ruhe­störungen gekommen, welche den Tumultuanten eine blutige Lection zugezogen haben. Am Samstag wollte eine Bande vonRowdies" das Central-Gefäng- niß von Cincinnati stürmen, um einen hier sitzenden Verbrecher zu lynchen. Der Versuch mißlang und wurden hierbei 25 Personen mehr oder weniger schwer verwundet. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wiederholten sich die Tumulte, eine große Volksmenge umringte das von Militär- und Polizei-Abtheilungen besetzte Gefüngniß, zündete das Gerichtsgebäude und andere Häuser an und hinderte die Feuerwehr am Löschen. Schließlich machte das Militär von der Schußwaffe Gebrauch und wurden hierbei gegen 50 der Ruhestörer getobt et. Sogar eine Kanone erbeutete die Volksmenge, doch wurde das Geschütz später von der Polizei wieder genommen und die Menge schließlich zerstreut.

Nach einer Meldung dcs Londoner BlattesObserver" aus Kairo machte General Gordon einen Ausfall aus Khartum auf die Insurgenten. Ar Folge einer entstandenen Panik hätten aber die egyptischen Truppen die O'luchk ergriffen und Gordon habe deshalb nach Khartum zurückkehren müssen.

Die Ratificationen des chilenisch-peruanischen Friedensvertrages sind am 28. März formell in Lima ausgetauscht worden. In Folge dessen ist der bis jetzt in Lima versammelt gewesene National-Congreß von Peru am 31. März geschloffen worden.

Dotttifche lleberstcht.

Gießen, 2. April.

Seit einiger Zeit pflegen Gerüchte über eine gänzliche oder theilwese Aemter-Niederlegung des Fürsten Bismarck mit einer gewissen Regel­mäßigkeit wiederkehrende Erscheinungen in unserer inneren Politik zu buben. Auch jetzt tauchen in derErscheinungen Flucht" derartige Gerüchte Meder aus; es heißt, Fürst Bismarck wolle seine Functionen als preußischer Minister- präsident und Handelsminister aufgeben und nur auf seinem Posten als Reichs­kanzler verbleiben. Es scheint nun allerdings, als ob diese Gerüchte einer gewissen Unterlage nicht entbehrten und wird von den als osficiös geltenden Berl. Polit. Nachr." der Gesundheitszustand des Reichskanzlers als die Ursache bezeichnet, welche eine Entlastung von der auf ihm ruhenden Fülle der Geschäfte nöchig mache. Das Blatt deutet sogar an, daß er auch die Leitung der aus­wärtigen Angelegenheiten Preußens aus der Hand geben würde, um ganz aus dem preußischen Staatsministerium scheiden zu können. Denn nur hierdurch schließt die auf alle Fälle bemerkenswerthe officiöse Kundgebung würde Fürst Bismarck diejenige Erleichterung von der Verantwortlichkeit für die zukünftige Gesetzgebung Preußens wirklich erreichen, bereu, er im Interesse seiner Gesund­heit so dringend bedürfe. Die weitere Entwickelung dieser Angelegenheit muß man abwarten, daß aber Fürst Bismarck so ganz und gar auf jede Einwirkung aus den Gang der preußischen Staatsgeschäste verzichten werde, darf wohl nut Fug und Recht bezweifelt werden.

Während derReichstag bereits in voriger Woche mit feinen Arbeiten Schicht gemacht hat und in die Osterferien gegangen ist, welche bis zum 21. April incl. dauern, wird das preußische Abgeordnetenhaus erst in dieser Woche an der parlamentarischen Osterpause theilnehmen können. Die zweite Berathung der Jazdordnung bat sich ungewöhnlich hinausgezogen, denn obwohl das Abge­ordnetenhaus in dieselbe schon am 26. März eingetreten ist, mußte es sich doch noch in dieser Woche mit der Vorlage beschäftigen. Überwiegend gelangten die Commissions-Vorschläge, welche vielfach sowohl von den Bestimmungen der Regierungs-Vorlage abweichen, als auch den vom Herrenhause beschlossenen Ad- änderungen entgegentreten, zur Annahme. Am 3. oder 4. April soll die Ver­tagung des Abgeordnetenhauses eintreten und ebenfalls bis zum 21. April währen. f

Der bisherige dänische Gesandte in Petersburg, Kammer­herr v. Vind, ist zum Gesandten in Berlin ernannt worden.

Bei der im Reichstags-Wahlkreise Glatz-Habelschwerdt an Stelle des verstorbenen Abg. v. Ludwig vorgenommenen Ersatzwahl erhiel­ten : Frhr. v. Huene auf Mahlendorf-Falkenberg (Centrum) 6493, Oberbürger­meister v. Forckenbeck (liberal) 654 und Schneidermeister Kühn in Langenbielau (Soc.-Demokr.) 78 Summen. Frhr. v. Huene ist demnach mit übergroßer Majorität gewählt. ,

Die Operationen der Franzosen in ^ongking scheinen doch noch nicht ganz beendigt zu sein. Wenigstens meldete General Millot, daß er noch in dieser Woche das nur einige Meilen von der chinesischen Grenze ent­fernte Honghoa angreifen wolle, was man vielleicht als eine Pression auf die chinesische Regierung betrachten kann, die Friedeusunterhandlungen mit Frankreich wieder zu beginnen. Von der Absicht des Admirals Courbet, die Insel Hainan anzugreifen, welche sich die Franzosen bekanntlich alsFaustpfand" aneignen wollen, ist es dagegen wieder still geworden. Die Insel ist allerdings mit 3000 Mann regulärer chinesischer Truppen besetzt, was indessen die ^Franzosen schwerlich von einem Angriffe abhalten würde, dagegen sind Rücksichten auf England zu nehmen, welches einer Occupatiou Hainans von Seiten Frankreichs wohl nicht gleichgültig zusehen würde.

Die englische Regierung hüllt ihre weiteren Pläne bezüglich Egyp­tens noch immer in ein mystisches Dunkel. Vor Allem ist aller Welt unklar, auf welchem Wege die Rettung Gordon's in Khartum vollzogen werden soll, denn daß das Cabinet Gladstone den kühnen General seinem Schicksal überlassen wolle, wie einige Blätter melden, hieße doch selbst dem sattsam bekannten Egoismus der englischen Negierungskunst zu viel zugemuthet. Trotzdem erscheint die gelinde gesagt Lauheit der englischen Regierung gegenüber der bedenklichen Lage Gordon's unbegreiflich. General Graham hätte wenigstens den Versuch

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Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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